Leserstimmen zu
Ein Junge, sein Hund und das Ende der Welt

C.A. Fletcher

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In einer Zeit, nicht weit von unser Gegenwart, lebt Griz. Ein Teenager, der jedoch nicht mit Musik, Freunden, Autos und Mädchen groß wird, sondern mit dem harten Kampf ums Überleben. Seine Familie gehört zu den wenigen Menschen, welche die Apokalypse überlebt haben. Es war jedoch kein Weltuntergang mit einem großen Knall oder einer Invasion aus dem Weltraum, sondern vielmehr eine biologische Katastrophe: Die Menschen können keine Kinder mehr zeugen und sind damit zum Aussterben verdammt. Nur einige wenige, unter Ihnen auch Griz Eltern, konnten es noch. Wie sie erzählen haben sie sich freiwillig in die Isolation, auf die begeben, um sich vor den Blicken „der Anderen“ zu schützen. Hier ist der Junge, zusammen mit seinen Geschwistern, aufgewachsen, mit der täglichen Jagd nach Nahrung und anderen wertvollen Ressourcen. Gesellschaft – und Hilfe beim Jagen – leisten die beiden Terrier Jess und Jipp. Ein Glücksfall, denn auch Hunde sind immer weniger geworden, mutmaßlich dem Hunger der Menschen zum Opfer gefallen. Eines Tages kommt ein Fremder auf die Insel, was eine erfreuliche Abwechslung darstellt. Besonders da er Geschichten und, zumindest für die Kinder unbekannte, Waren dabei hat. Doch dann stiehlt er ausgerechnet Jess! Griz, für den seine Hündin wirklich alles bedeutet, nimmt die Verfolgung auf. Sein Ziel: Jess wieder nach Hause zu holen – egal, um welchen Preis! Eine Geschichte, die so bald passieren könnte und die, vielleicht genau dadurch, extrem bedrückend ist. Erzählt wird diese direkt von Griz, der seine Gedanken einer Art Tagebuch festhält, dadurch wirkt es sehr persönlich und emotional. Trotz allem wurde ich leider nicht wirklich warm mit dieser Erzählweise. Es wirkte teils einfach „falsch“, mal zu seicht, mal einfach zu erwachsen. Die Idee an sich ist interessant, aber durch den Tagebuchstil fehlte es mir hier leider an Dynamik. Auch der Spannungsbogen ist sehr flach und es dauert wirklich lange, bis zumindest ein wenig Action kommt. ~°~ Fazit ~°~ Auch wenn ich ganz gerne Dystopien lese und mir hier gefallen hat, dass es eben eine wirkliche mögliche Zukunft darstellt, so konnte mir Griz leider nicht ans Herz wachsen. Wirklich schade, denn er scheint ein netter Junge zu sein. Bei fast 500 Seiten fehlt es (mir) jedoch leider an Spannung. Von mir gibt es hier daher keine Empfehlung.

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Griz lebt in einer Zeit, in der die Menschheit fast ausgestorben ist. Nur noch wenige Tausend Menschen leben verteilt auf der Welt, Grenzen, Regierungen oder Gesetze gibt es keine mehr. Griz, ihre Eltern und Geschwister sowie die beiden Terrier Jess und Jip leben auf einer Insel im Atlantik, westlich von Schottland, wo sie sich durch Fischen, die Jagd nach Kaninchen und das "Wikingern" selbst versorgen. Eines Tages kommt ein Fremder mit einem Segelboot zu ihnen und bietet ihnen vorgeblich ein Tauschgeschäft an, stiehlt aber letztlich einen ihrer Hunde und verlässt die Insel. Nur Griz bekommt das Fehlen von Jess und des Segelboots am nächsten Morgen mit und verfolgt den Fremden mit ihrem Boot "Sweethope". Er ist bereit alles zu riskieren, um seine Hündin zu retten und begibt sich zum ersten Mal in seinem Leben auf das Festland, das er nur aus Erzählungen kennt. "Ein Junge, sein Hund und das Ende der Welt" ist ein Endzeitroman, der die mutige Reise eines Jungen beschreibt, der den Diebstahl eines Hundes nicht hinnehmen kann. Der Roman ist aus der Ich-Perspektive von Griz geschildert, der seine eigene Geschichte aufschreibt und damit den Leser direkt anspricht. Er ist ein mutiger Junge, der sich wacker allen Gefahren auf seiner schier aussichtslosen Reise stellt. Dabei ist es interessant, seinen Weg zu begleiten, die Orte wie Museen, Kirchen, Freizeitparks und ausgestorbene Städte mit ihm zu entdecken, wobei nur spekuliert werden kann, wo in Großbritannien er sich gerade befinden mag. Bewundernswert ist, dass Griz niemals aufgibt und trotz des Unrechts, das ihm widerfährt, menschlich bleibt, seine eigenen Ziele zurückstellt und anderen Menschen auf seinem Weg hilft. Eine Frau aus Frankreich begleitet ihn ein Stück auf seiner Reise, was der Erzählung, die zu Beginn etwas deprimierend und zäh erscheint, mehr Lebendigkeit verleiht. Die Dialoge könnten für Leser, die kein Französisch kennen, etwas dröge sein. Worte, die Griz phonetisch versteht, sind ohne Französischkenntnisse kaum verständlich. Es ist ein Abenteuerroman, der für jugendliche und erwachsene Leser gleichermaßen geeignet ist. Trotz anfänglicher Längen und der betrüblichen Atmosphäre konnte mich der Roman im weiteren Verlauf der Handlung für sich einnehmen und Spannung erzeugen. "Der Junge, sein Hund und das Ende der Welt" ist eine realistisch anmutende Dystopie, die gerade zur gegenwärtigen Situation erschreckend aktuell erscheint. Sie zeigt dem Menschen die Grenzen des Daseins auf, stimmt aber am Ende doch noch hoffnungsvoll, da es trotzdem noch Werte wie Liebe und Menschlichkeit gibt, für die es sich zu kämpfen lohnt und die Bereitschaft weckt, das konservieren zu wollen, das noch da ist.

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Endzeitfantasien und (post)apokalyptische Szenarien haben nicht erst seit Corona eine neue Hochzeit. Dabei scheinen mir diese Subgenres weitestgehend auserzählt zu sein. Spätestens seit der 10jährigen Zombieschwemme, die wir mittlerweile ertragen müssen, beginnt das Thema eher zu nerven, denn zu begeistern. Zumal die Geschichten von Gewalt- und Militarismusfantasien vollkommen übersättigt sind. Und dann bricht der in Deutschland fast vollkommen unbekannte Autor Charlie Fletcher mit seinem Endzeitroman „Ein Junge, sein Hund und das Ende der Welt“ mit dem Zeitgeist und entwirft ein Szenario, dass an Cormac McCarthy „Die Straße“ erinnert. Die Menschheit ist nahezu ausgestorben, von einst fast 8 Milliarden Menschen leben vielleicht noch einige Tausend. Im Gegensatz zu den meisten Postapokalypsen ist der Untergang der Menschheit allerdings weder durch einen Atomkrieg, einen Meteor oder Zombies eingetreten, sondern schlichtweg durchs aussterben. Wodurch auch immer bedingt. Plötzlich gab es keine Kinder mehr. Niemand konnte mehr Nachwuchs zeugen. Und so starben nach und nach einfach fast alle Menschen aus. Bis auf ein Millionstel, das aus irgendwelchen unverstandenen Gründen überlebte. Herausfinden kann es auch niemand mehr, denn alle Wissenschaftler sind tot und die Strukturen vollkommen zusammengebrochen. Zum Zeitpunkt der Erzählung sind auch bereits mehrere Generationen vergangen. Die Zivilisation existiert nicht mehr. Die Natur hat sich die Stahl- und Betonwüsten zurückerobert. Die wenigen Menschen leben an den Rändern der Welt, möglichst auf kleinen Inseln. Auf den Kontinenten grassieren möglicherweise noch Viren oder vielleicht sogar Kampfstoffe, die sich die untergehende Menschheit im Wahn aufeinander geschleudert hat. Und dort wo die unsichtbare Gefahr nicht existiert, leben wilde Tiere. Oder sogar andere Überlebende? Wer weiß schon was bedrohlicher ist. C.A. Fletcher schreibt den Roman aus der Ich-Perspektive seines Erzählers. „Mein Name ist Griz. Meine Kindheit war anders als deine. Ich hatte keine Freunde, einfach aus dem Grund, dass ich außer meiner Familie kaum jemanden kenne. Überhaupt bin ich in meinem ganzen Leben nur einer Handvoll Menschen begegnet. Zwar sagen meine Eltern, dass die Welt einst bevölkert war, doch jetzt gibt es nur noch uns. Aber wir sind nicht einsam auf unserer entlegenen Insel. Wir haben uns – und unsere Hunde.“ Eines Tages erscheint ein Segel am Horizont und ein fahrender Händler erscheint. Doch es wird nicht gehandelt, sondern der Hund von Griz wird gestohlen. Ohne nachzudenken und blind vor Wut nimmt Griz, noch halb Kind, die Verfolgung auf. Ein „Roadtrip“ durch die Hölle der Einsamkeit, Unwissenheit und Furcht beginnt. Ein emotionaler Flächenbrand nimmt seinen Lauf. Wut und Hass. Liebe und Freude. Angst und Zuversicht. Misstrauen und Vertrauen. Leben und Tod. Was für ein Monster von einem Buch. Herausragend geschrieben, wenn auch mit dem etwas zu sehr ausgereizten Stil des Cliffhangers arbeitend, ohne Pause spannend und mit großartigen Ideen. Und wie bei jedem heroischen Roadtrip bleibt es nicht aus, dass man denkt: warum? Warum tust du das? Ein Phänomen, dass man bereits im Hobbit und beim Herrn der Ringe reichlich erleben durfte. Aber Fletcher löst dieses erzählerische Problem grandios. Psychologisch einfühlsam begleiten wir eben keinen Helden, sondern nur einen Jungen, der seinen besten Fellfreund nicht alleine lassen will, koste es was es wolle. Und mit dieser Kohlhaas’schen Energie geht Griz auch zu Werk. Und wenn es das Letzte ist, was er tut. „Ein Junge, sein Hund und das Ende der Welt“ ist einer jener seltenen Romane, bei denen man sich ärgert, dass das Buch nicht ein paar hundert Seiten länger ist. Was für eine geniale Geschichte. Was für ein erzählerisches Talent. Lest das! Unbedingt!

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Unerwartet (und) großartig

Von: Peter

13.04.2020

In dieser Erzählung kam die Apokalypse nicht in Hollywoodmanier mit hirnfressenden Zombies daher, es gab auch keinen Atomkatastrophe oder einen eskalierten bewaffneten Konflikt. Das Ende der Menschheit, jedenfalls des größten Teils, kam lautlos, unspektakulär, aber dann doch ziemlich schnell: die Menschen waren plötzlich unfruchtbar. Einige Generationen später lebt die Familie von Griz auf einer Insel der äußeren Hebriden in einer ansonsten ziemlich entvölkerten Welt. Doch eines Tages taucht ein charismatischer Fremder auf und am nächsten Tag ist Griz' Hund verschwunden. Voranschicken möchte ich, dass ich bisher um das Genre des Abenteuerromans einen großen Bogen gemacht habe, selbst um die Klassiker. Dementsprechend skeptisch war ich zu Beginn der Lektüre. Die ersten Seiten verliefen auch wie von mir erwartet bzw. befürchtet, doch dann hat mich das Buch mit voller Wucht gepackt und ich konnte es kaum aus der Hand legen. Ja, dieses Buch ist ein klassischer Abenteuerroman, der ganz diesem Genre gerecht wird - und doch so viel mehr. Nicht nur der dystopische Ansatz (wenn es denn überhaupt einer ist) regen einen zum Nachdenken über bleibende Werte unserer Zvilisation und zur Reflexion über den Umgang mit der Natur und anderen Lebewesen an. Dieser Roman ist auch und gerade eins: ein flammendes Plädoyer für Bücher. Meine nächste Lektüre steht jedenfalls schon fest. Spannend bleibt die Handlung bis zum Schluss und doch ist das Buch dann viel zu schnell zuende. Ich hätte noch viele hundert Seite lang mit Griz 'wikingern' gehen und diese vertraute und doch entfremdete Welt entdecken können. Ich hatte auch großen Spaß daran auf einer Karte beschriebene Orte zu identifizieren und Griz' Route nachzuvollziehen. Der Sog dieses Buches hat mich noch mehrere Tage lang begleitet. Eine ganz klare Empfehlung und auf keinen Fall nur was für Freunde von Abenteuerromanen!

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Bewegend

Von: winnipeg

13.04.2020

Diese Geschichte zieht einen sofort in den Bann,sie zeigt das bedingungslose Liebe nicht nur unter Menschen möglich ist und versetzt einen in eine andere Zeit, wozu natürlich auch der lebendige Schreibstil des Autors beiträgt, ich habe diese Abenteuerreise gerne verfolgt und würde das Buch auch verschenken.

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ein lustiger Abenteuerroman - oder?

Von: Bookelett

13.04.2020

Der Titel lässt auf den ersten Blick auf einen lustigen Abenteuerromans eines Jungen schließen. Doch C.A. Fletcher entführten den Leser auf eine Reise in einer anderen Zeit. Griz ist ein Kind, das in einer anderen Welt lebt, als du oder ich es tun. Vorsicht Spoiler! Er lebt in einer Welt, lange nach uns, mit anderen Bedinungen. Was würdest du tun, wenn ein Fremder dir deinen Hund stiehlt? Griz nimmt seinen Mut zusammen und reist hinterher um ihn wieder zuholen. Doch ist dies nun klug oder töricht und dumm? Was das Buch so besonders macht, die ist die Miteinziehung des Lesers. C.A. Fletcher lässt dich direkt Teil der Geschichte sein.

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Das Leben danach

Von: Sylvia

13.04.2020

Ein Buch über das mögliche Ende der Menschheit auf Erden. Eine Reduzierung durch Kastration, die Menschheit existiert mit einem Minimum. Griz der Hauptprotagonist weiß nicht, was Menschenansammlungen sind. Er kennt nur seine Familie und ein paar verstreute Nachbarn auf umliegenden Insel. Und das krasse an all dem ist, er liest gern Dystopien und Apokalypse Bücher, um zu sehen, wie die Menschen sich dies vorgestellt haben. Das, was er praktisch jetzt erlebt. Seite 37 Einsamkeit ist eine ganz eigene Art von Wahnsinn. Wie die Hoffnung. Man soll sich dessen bewusst sein, was man hat und dies auch schätzen, mein weiß nie, wie lange das noch so bleibt. Ein Buch, was nachdenklich stimmt. Griz führt uns vor Augen, was umwelttechnisch alles schlecht läuft und übrig bleibt, auch Jahrhunderte später. Ist das was man für wichtig hält auch wirklich wichtig? Er erlebt viel und der leser muss sich auf viele Wendungen einstellen. Folgendes Zitat steht für das Buch auf Seite 234 "Und du glaubst, was du siehst, weil man dir gesagt hat, was du sehen sollst." Bei der Reise von Griz habe ich mir beim lesen vorgestellt, dass es auch gut verfilmt werden kann. Ich konnte das Buch vorablesen und spreche gern eine Leseempfehlung aus. Mein Dank geht an das testleser - Team für das bereitgestellte Rezi-Exemplar.

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Ein Buch für jederman

Von: Ann3

12.04.2020

Meiner Meinung nach, ist das Buch auf eine großartige und lebendige Weise geschrieben. Besonders gefällt mir die Art und Weise, wie die Vergangenheit und das aktuelle Geschehen gleichzeitig in das Buch einfließen und lebhaft dargestellt werden. Auch wenn ich eigentlich andere Genres bevorzuge, hat mich die Geschichte von Griz und der ereignisreichen Suche nach seinem Hund Jess, der von einem Fremden entführt wird, sehr berührt. Auch, dass die Geschichte in einer Zukunft spielt, in der es uns und unsere Gesetze nicht mehr gibt. Griz kennt die Vergangenheit und die Beschreibungen von den gesellschaftlichen und natürlichen Entwicklungen, die zur Apokalypse führten, nur aus Büchern und lebt in einer harten Zeit, in der sich jeder selbst der Nächste zu sein scheint. Trotz des Überlebenswillens kann man allerdings immer noch die Menschlichkeit erkennen. Im Laufe der Erzählung sieht der Junge viel von der Welt abseits seines Zuhauses, der kleinen Insel Mingulay und lernt viele neue Menschen kennen. Ungeachtet der düsteren Kulisse steht die Suche nach der Menschlichkeit und deren Erhalt im Vordergrund. Es sind vor allem die inneren und äußeren Konflikte, die der Junge auszutragen hat, die das Buch besonders machen. Ich halte das Buch für lesenswert, besonders wenn man gerne neue Perspektiven ausprobieren will.

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