Leserstimmen zu
Niemals ohne sie

Jocelyne Saucier

(2)
(1)
(0)
(0)
(0)
€ 20,00 [D]* inkl. MwSt. | € 22,50 [A]* | CHF 28,90* (* empf. VK-Preis)

Die Cardinals sind eine Großfamilie mit 21 Kindern, die in einem kleinen kanadischen Dorf aufwachsen. Sie sind ein großer wilder Haufen, die für gewisse Privilegien, sei es ein Schlafplatz, ein begehrter Platz auf dem Sofa oder ein Kleidungsstück, schon mal die Fäuste sprechen lassen. Die Mutter steht hauptsächlich am Herd und überlässt die Pflege und Erziehung der jüngeren Kinder schon sehr früh der ältesten Tochter, die anfangs selber noch ein Kind von sechs Jahren ist. Auch der Vater ist nicht allzu präsent. Nach einer Explosion mit tragischem Ausgang zerstreut sich die Familie und erst zwanzig Jahre später, als dem Vater eine Auszeichnung verliehen wird, treffen sie sich fast vollständig wieder. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Explosion und das damit verbundene Schicksal von Angéle, einem der Zwillingsmädchen. Das Hörbuch beinhaltet sieben CDs und auf jeder CD kommt ein anderes Kind (inzwischen erwachsen) zu Wort. Die Ausnahme ist Thommy, die Zwillingsschwester von Angéle, deren Erzählung zwei CDs umfasst. Jeder erzählt aus der eigenen Perspektive von seinen Erinnerungen an die Kindheit, vom Leben in dieser großen Familie, dem schicksalhaften Tag und der Zeit danach. Es wird immer deutlicher, dass es ein Geheimnis gibt, über das keiner sprechen will. So wird der Spannungsbogen ganz langsam aufgebaut. Erst im letzten Kapitel wird das Geheimnis aufgeklärt. Ich fand es zunächst ziemlich verwirrend die Namen der vielen Kinder, fast ausschließlich Spitznamen, auseinanderzuhalten und zuzuordnen, doch bald konnte ich mir die wichtigsten Namen merken. Keines der Kinder war mir besonders sympathisch. Vielleicht ist es auch kein Wunder, wenn man bei so viel geschwisterlicher Konkurrenz rücksichtslos und egoistisch wird und seine Zuneigung nicht zeigen kann oder will. Am meisten habe ich mit Thommy mitgefühlt. Sie war die Einzige, die eine wirklich enge Beziehung zu ihrer Zwillingsschwester hatte. Aber auch sie hat nicht immer zu ihr gehalten. Die Mutter konnte ich überhaupt nicht einschätzen. Obwohl sie ihre Kinder sicher sehr liebt, zeigt sie es ihnen nicht, sondern verbringt den ganzen Tag am Herd. Erst wenn alle scheinbar schlafen, macht sie ihre Runde durch die Zimmer. Der Aufbau des Buches hat mir eigentlich ganz gut gefallen, trotzdem wurde die Handlung durch die vielen Wiederholungen manchmal etwas langgezogen.

Lesen Sie weiter