Leserstimmen zu
Schluss mit der Geduld

Philipp Ruch

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Radikaler Humanismus

Von: fabulabooks

15.11.2019

Philipp Ruch ist Gründer des Zentrums für politische Bildung, das unter anderem für den Nachbau des Holocaust-Mahnmals vor Höckes Haus verantwortlich ist und für einen radikalen Humanismus steht. Nun hat Philipp Ruch sein zweites Buch veröffentlicht. "Schluss mit der Geduld" ist in vier Kapitel mit den Titeln "Denke", "Kämpfe", "Ächte" und "Humanisiere" unterteilt, die beschreiben, wie wir eine freie und humane Gesellschaft gegenüber antidemokratischen Ansichten schützen können. Das erste Kapitel "Denke" handelt von der Rolle der vierten Gewalt (Medien) und warum diese so wichtig für unsere Gesellschaft ist. Er kritisiert den immer größer werdenden Einfluss der ersten und zweiten Gewalt auf die Medien, wie z.B. die ständige Präsenz der Politiker in Talkshows, vor allem die der AfD, die oft kritiklos zu Wort kommen können. Im nächsten Abschnitt beschreibt Ruch die Strategien des Faschismus und führt aus, wie die Machtübernahme der AfD aussehen könnte und setzt dieses Szenario mit den Ereignissen in den frühen 30er Jahren gleich. Im dritten Kapitel "Ächte" fordert er dazu auf, antidemokratische Haltungen zu ächten anstatt sie zu diskutieren und greift dazu die Kritik an den Medien erneut auf. Das letzte Kapitel appelliert an den Humanismus und kritisiert besonders das Wegschauen unserer Gesellschaft bei der Seenotrettung. Mit seinem Buch macht Philipp Ruch auf sehr viele Missstände in unserer Gesellschaft aufmerksam und gibt Denkanstöße zur Verteidigung unserer Demokratie, über die ich mich während des Lesens auch viel mit Personen in meinem Umfeld austauschen musste. Dennoch habe ich einige Kritikpunkte. Zum einen sind da die fehlenden Quellenangaben zu seinen Aussagen. Ich hätte mich gerne über einige Informationen genauer belesen, um die Zusammenhänge besser nachvollziehen zu können. Zudem wirken seine Aussagen durch das Fehlen der Nachweise unglaubwürdiger, besonders da seine Argumentationen bei bestimmten Punkten gehinkt haben. Ein weiterer Punkt sind die Mittel, die im Kampf gegen die Demokratiefeindlichkeit genutzt werden sollen. Ruch gibt zwar einige Handlungsstrategien im Allgemeinen, aber was ich als Leser tun kann, wird mir zu wenig behandelt. (Eventuell kann ich aber mehr über diese Strategien bei einer Veranstaltung des Zentrums für politische Schönheit im Rahmen des Monolog Festivals nächste Woche erfahren.) Abschließend finde ich die Inhalte und den Grundgedanken von "Schluss mit der Geduld" aber sehr wichtig und richtig, die Umsetzung hätte ich mir nur etwas fundierter vorgestellt.

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