Leserstimmen zu
Cari Mora

Thomas Harris

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Hi Leute, ich war schon immer sehr großer Fan von Thomas Harris, aber Cari Mora kann für mich nicht an seine Vorgänger anknüpfen. Zuerst zu den Charakteren: Sowohl Cari als auch ihr Gegenspieler Hans-Peter wirken trotz ihrer tragischen Hintergründe eher zweidimensional. Bis man langsam ihre Charakterzüge kennengelernt hat, ist das Buch auch schon zu Ende. Vielleicht hätte ihm etwas das doppelte an Seiten sehr gut getan, um die Beweggründe für diverse Handlungen besser verstehen zu können. Zumindest gewinnen beide im Laufe des Geschehens etwas an Sympathie. Besonders Cari, welche am Ende doch noch ihre härtere Seite herauslässt. Wie man vielleicht bereits merkt, habe ich keinen anderen Charakter erwähnt, was daran liegt, dass ich keinen von ihnen mehr benennen könnten. Wenige haben überhaupt Eindruck hinterlassen. Was die Handlung betrifft, habe ich mich oft gefragt wie einzelne Szenen zum Gesamtbild passen sollen. Am Ende ergeben zwar die meisten Sinn, müssten aber deutlich länger ausgebaut werden, um einen Effekt wie bei „Das Schweigen der Lämmer“ zu erzielen. Während ich bei Harris‘ anderen Büchern teilweise Gänsehaut vor Spannung hatte, stellte sich bei Cari Mora keine ein. Alles war vorhersehbar und wenig überraschend. Einzig und allein die Stadt Miami und ihre Schilderung macht Lust auf mehr. Die beschriebenen Tiere und Landschaften geben dem Buch einen ganz besonderen Charme. Ich muss auch loben, dass Harris das schwierige Thema Immigration in den Vordergrund rückt. Nun zum Schreibstil: Sowohl der alte, als auch der neue Harris, können mich überzeugen. Er kommt schnell zum Wesentlichen, auch wenn es teils brutal geschildert wird. In guter, alter Hannibal-Manier. Alles in allem frage ich mich, ob es an Harris‘ doch fortgeschrittenem Alter liegt, oder ob er dringend Geld brauchte. Was auch immer der Fall war, man hätte noch einiges an Mühe investieren müssen und die Seitenzahl verdoppeln.

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Zum Autor: Thomas Harris ist den meisten von uns durch seine sehr erfolgreiche Reihe um Hannibal Lecter bekannt. Der Autor arbeitete zunächst als Journalist und schrieb hauptsächlich über Gewaltkriminalität in den USA und Mexiko. Anschließend arbeitete er als Reporter und Redakteur bei der Associated Press in New York, bevor er anfing Bücher zu schreiben. Vor dem aktuellen Buch erschienen bereits die vier Bände der Hannibal-Reihe sowie der stand-alone "Schwarzer Freitag". [Vergleiche: https://www.randomhouse.de/Autor/Thomas-Harris/p109730.rhd , 20.06.2019, 15:24 Uhr] Zum Cover: Das Cover des gebundenen Buches ist wirklich gelungen. Die Grundfarbe ist ein rot-schwarz und darauf befindet sich eine gelb-orangene Prägung eines Krokodils, eines Papageien und diverser Pflanzen. Beide Tiere spielen auch eine Rolle in der Geschichte. Die Prägung hebt sich vom Hintergrund ab und fühlt sich rau an. Die Haptik ist richtig klasse. Auch der Name des Autors sowie der Titel stehen etwas hervor, sind jedoch glatt, nicht rau geprägt. Mir gefällt der Einband somit richtig gut! Das Buch selbst ist in gelbes Leinen gebunden, kommt aber ohne Lesebändchen. Ich brauche eigentlich auch kein Lesebändchen, finde aber, dass es zu dieser hochwertigen Ausgabe gut gepasst hätte. Zum Buch: Ich beginne dieses Mal mit der Seitenzahl: 336 Seiten werden überall genannt, was in Ordnung scheint. Blättert man dann in dem Buch, stellt man jedoch schnell fest, dass der letzte Teil eine Leseprobe für "Das Schweigen der Lämmer" ist und die eigentliche Geschichte zu "Cari Mora" nur 275 Seiten beträgt. 275 Seiten! Das hat mich direkt schockiert, denn das ist wirklich sehr wenig für ein Buch, das so lange auf solch umfangreiche Weise angekündigt und so viele Erwartungen geweckt hat. Außerdem stellt sich für mich die Frage, ob diese Leseprobe wirklich notwendig ist? Lesen nicht eher Leser "Cari Mora" direkt nach dem Erscheinen, die die Bücher von Thomas Harris bereits kennen? Und braucht ein so erfolgreiches Buch wie "Das Schweigen der Lämmer" wirklich den Platz einer Leseprobe? Für mich ist sie hier völlig Fehl am Platz und verschleiert die tatsächlich Anzahl an Seiten des Buches! Als nächstes etwas, was ich auch selten einfüge, die Kurzbeschreibung: "Hannibal Lecter hat einen Nachfolger. Er ist erbarmungslos. Und er kann dich fühlen. Die Schreie einer Frau sind Musik in seinen Ohren. Er ist groß, blass, haarlos, und wie ein Reptil liebt er die Wärme. Menschen begegnen ihm mit Angst und Ekel. Er ist daran gewöhnt. Denn wenn sie das Monster in ihm erkennen, ist es meist zu spät. Bis der Killer sich Cari Mora aussucht. Die junge Frau hat keine Angst vor dem Grauen und wagt es, dem Dämon ins Auge zu blicken." Nun aber zu meiner Meinung bezüglich des Inhalts. In dem Buch gibt es zahlreiche Charaktere, dass es mir schwerfiel zu erkennen, welcher denn nun der Hauptcharakter ist. Bereits der Titel des Buches und die Kurzbeschreibung stellen zwei sehr unterschieldiche Personen in den Vordergrund: Der beschriebene Mann, Hans-Peter Schneider, sowie die junge Kolumbianerin Caridad "Cari" Mora, die in den USA lediglich geduldet ist und keine feste Aufenthaltsgenehmigung besitzt. Cari diente in ihrem Land als Kindersoldatin und flüchtete als Teenager mit Hilfe eines ehemaligen Gefangenen in die USA. Dort lebt sie zusammen mit ihrer Cousine, deren Baby und der pflegebedürftigen Tante, hilft diese zu pflegen, arbeitet in einer Tierstation und zusätzlich als House-Sitter. Eine starke junge Frau, die in ihrem aktuellen House-Sitter Job zwischen die Lager zweier Banden gerät, die im Haus einen Tresor mit Gold lokalisiert haben, den es nun zu heben gilt. Die eine Bande wird von Hans-Peter Schneider angeführt, der außerdem junge Frauen verstümmelt und an perverse Auftraggeber verkauft. Die andere Bande besteht aus diversen Latinos, die sich mit allem was unsere vorurteilsvolle Gesellschaft sich vorstellen kann, finanziert und die eine schöne Mischung aus "Weniger Bösen" und "Sehr Bösen" bildet. Und die Erzählung an sich? Tja... Es gibt Kapitel, die in Caris Vergangenheit spielen und die dem Leser zeigen, was sie bereits alles erlebt hat und wie skrupellos auch sie sein kann, dabei aber auch immer wieder freundlich, hilfsbereit und fürsorglich gegenüber Schwächeren. Sie zeigen ihren Gerechtigkeitssinn, aber auch ihre gelernte Fähigkeit zu töten. Dann widerum gibt es Kapitel, die in Kolumbien spielen und die Latinos beleuchten und den in Amerika spielenden Teil, im Haus des ehemaligen Drogenbosses Pablo Escobar, in dem sich der Safe mit dem Gold befindet, der jedoch sehr gut gesichert ist. Viel Geschichte für sehr wenige Seiten, wie man bereits merkt! Die einzelnen Charatere werden daher auch unterschiedlich intensiv beleuchtet und vor allem Hans-Peter Schneider, der ja laut Kurzbeschreibung die Schlüsselfigur ist, wird so richtig ausführlich nicht dargestellt. Zwischendurch hatte ich ihn sogar ganz vergessen und hielt ihn für einen Nebencharakter! Aber auch Cari verliert sich in manchen Pasagen des Buches völlig und man vergisst auch welche Rolle sie denn spielt oder spielen soll. Zwischendurch gibt es immer wieder Schießereien, Mord und Leichen. Aber alles eher hektisch, was dazu führt, dass es auch schnell aus dem Gedächtnis des Lesers verschwindet. Ähnlich verhält es sich mit den Verstümmelungen durch Schneider. Sie werden so kurz und knapp erwähnt und nur gegen Ende dann noch etwas ausführlicher aufgegriffen, dass sie für mich auch nur eine Facette der Geschichte waren und keinesfalls zentral. Der Schluss dieses Buches ermöglicht es dem Autor die Figur "Cari Mora" in einem weiteren Buch vorkommen zu lassen, jedoch eher weniger die Figur "Hans-Peter Schneider". Da stellt sich für mich die Frage, was der Autor damit bezweckt? Wusste er nicht wohin er mit dem Buch wollte? Wer ist die eigentliche zentrale, wichtige Figur seiner Geschichte ist? Warum der Titel "Cari Mora" und in der Kurzbeschreibung "Hans-Peter Schneider"? Um wen geht es hier eigentlich wirklich? Fazit: Ich habe noch nie eine Rezension geschrieben, bei der ich am Ende so viele offene Fragen hatte. Und auch noch so elementare Fragen. Nicht nur "Geht es weiter?" oder "Wie geht es weiter?", sondern ganz konkret "Um wen ging es hier eigentlich?" und "Was wollte der Autor mit dieser Geschichte?". Damit mich keiner falsch versteht: Schlecht fand ich das Buch nicht. Aber es war einfach zu vollgepackt mit Orten, Personen und Handlungen für gerade einmal 275 Seiten. Zudem ist für mich nicht richtig klar, wer der Hauptcharakter ist und der Titel in Zusammenhang mit der Kurzbeschreibung sowie dem Inhalt, werfen nur noch mehr Fragen auf. Wer dann das Buch liest und das Ende kennt, ist bezüglich der Kurzbeschreibung noch verwirrter. Und es stelllt sich eine weitere Frage für mich: Sollte das ein stand-alone werden oder wird die Geschichte um Cari Mora fortgeführt? Es würde sich anbieten. Ich fände es interessant, mehr über sie zu erfahren und sie weiterhin zu begleiten, denn dieses Buch ist für mich eher ein Prequel, dessen Kurzbeschreibung dringend verändert werden sollte. Außerdem, dies ist aber nun Kritk am Marketing nicht am Buch, sollte das Buch Abstand nehmen von Hannibal Lecter. Ja, es ist derselbe Autor und es ist verständlich, dass man ihn nach so vielen Jahren irgendwie wieder in den Fokus der Leser bringen muss, denn der Markt ist groß und nicht alle Leser verbinden den Namen direkt mit dem richtigen Buch. Aber nein, inhaltlich und von ihrer Intensität her, haben die Bücher rein gar nichts miteinander zu tun und es tut dem Buch nicht gut, dass es ständig und sogar auf seinem eigenen Einband mit dem großartigen Lecter in Verbindung gesetzt wird. Ich glaube, das Buch würde auf den zahlreichen Bewertungsplattformen anders abschneiden, wenn die Erwartungen nicht so stark in Richtung Hannibal gelenkt worden wären. Wenn wir ehrlich sind: Welches Buch hätte gegen das Meisterwerk um Hannibal Lecter eine Chance gehabt? Leseempfehlung: Bezüglich einer Leseempfehlung möchte ich mich in diesem Fall nicht äußern. Ich denke, wer durchgehalten hat und diese doch lange Rezension gelesen hat, wird sich seine eigene Meinung gebildet haben und kann sehr gut für sich entscheiden, ob er dem Buch eine Chance gibt oder nicht.

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Er weidet sich an der Angst von Frauen, verstümmelt und verschönert sie, ganz den Wünschen seiner Kunden angepasst. Außerdem liebt er das große Geld und sucht unter dem alten Haus des verstorbenen Drogenbosses Pablo Escobar nach dessen versteckten Goldreserven. Doch dann fällt ihm Cari Mora, die junge Haushüterin, auf. Wenn der rote Faden fehlt Hannibal Lecter. Dieser Name löst in den meisten Menschen sicherlich den ein oder anderen wohligen Schauer aus, der im Nacken beginnt und sich dann bis hinab in die kleine Zehe ergießt. Und mit Hannibal, dem Soziopathen schlechthin, dem Kenner und Feinschmecker menschlicher Genüsse, mit diesem wird nun also, 13 Jahre nach Erscheinen des letzten Hannibal-Bandes, geworben. Hans-Peter Schneider, ein haarloser, weißer Deutscher mit Hang zu klischeehaftem Musikgeschmack, soll nun der grausame Nachfolger eben jenen Serienkillers sein, den jeder kennt. Doch Schneider trägt leider die Langeweile schon im Namen, denn obwohl sich eine Frauenleiche in einem übergroßen Wassertank neben ihm in Nichts auflöst, und in einigen Passagen auch von Schneiders perversen Vorlieben die Rede ist, bleibt er als großer Bösewicht merkwürdig blass. Sein größter Antrieb scheint das Geld zu sein, die Verstümmelungen nur ein Vergnügen nebenbei, kaum der Rede wert. Deshalb lockt ihn auch der zu erwartende große Fang des versteckten Goldes Escobars nach Miami. Dass die schöne Cari Mora dort das Haus hütet, ist ein netter Zusatzeffekt. Er will sie für einen seiner Kunden haben, unbedingt, aber unternehmen wird er lange Zeit nichts. Viel mehr geht die Handlung plötzlich in eine diffuse Mischung aus Bandenkrieg und Schatzsuche über. Cari Mora hängt irgendwo in der Mitte, aber so richtig greifen kann man ihre Rolle dabei nicht. Immer wieder werden neue Personen eingeführt, die nur wenig später entweder tot oder vergessen sind, zu keinem baut man eine tiefere Bindung auf. Selbst Cari wird lediglich oberflächlich beleuchtet. Einzig ihre Vergangenheit war wirklich interessant, ihr frühes Leben als Kindersoldatin in Kolumbien, dem sie so manche Fertigkeit verdankt. Und als dann endlich die Handlung dorthin ging, wo sie hin sollte, ja, da war das Buch ganz plötzlich zu Ende. Auserzählt in einem kurzen Spannungsbogen, eingebunden in eine ziemlich seichte Sprache. Nun kann man natürlich ins Feld führen, dass schon in den früheren Büchern des Autors der namensgebende Finsterling recht wenig zur eigentlichen Tat schreitet, seine Festessen mehr in unserem Kopf denn auf dem Papier passieren. Doch Hannibal war durchdacht genug, fand genügend Raum zur Entfaltung in unserer Fantasie. Thomas Harris schuf mit ihm einen der interessantesten, gewandtesten Bösewichte der Literaturgeschichte, doch mit Hans-Peter Schneider gelang ihm diesmal kein besonders gehaltvolles Bratenstück. Fazit Weder Fisch, Fleisch noch vegan. Ein bisschen Schatzsuche, ein bisschen Spannung, zu viele unwichtige Personen, zu wenig Informationen und Tiefgang. Von einem Nachfolger Hannibals zu reden – reine Blasphemie. Nett für nebenbei, aber absolut kein Muss. Ta-ta.

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Cari Mora

Von: elena_liest

23.05.2019

In "Cari Mora" geht es um die gleichnamige Protagonistin Cari, die als Haushüterin in einer Villa in Miami lebt, die vormals Pablo Escobar gehörte. In dem Haus ist eine große Menge Gold in einem Tresor untergebracht, die sich zwei rivalisierende Gangsterbosse unter den Nagel reißen möchten. Einer der beiden ist Hans-Peter Schneider, ein Menschenhändler und Organhändler, der Frauen verstümmelt und daran großen Gefallen findet. Als er Cari Mora zum ersten Mal sieht ist er sofort besessen von ihr und macht Jagd auf sie - und hat in ihr erstmals einen richtigen Gegner gefunden. Zunächst muss ich zugeben, dass dies mein erster Thriller von Thomas Harris ist. Ich habe seine Reihe um Hannibal Lecter nicht gelesen, sondern nur die Filme geschaut, das wird aber demnächst geändert. Wüsste ich aber nicht, dass seine anderen Bücher absolut krass und spannend sein sollen, würde ich nach "Cari Mora" wohl eher nichts mehr von ihm lesen. Es scheint so, als hätte sich der Autor nicht entscheiden können, ob er nun die Geschichte über Pablo Escobars Gold erzählen möchte oder die Geschichte über das abartige und grauenvolle Monster Hans-Peter Schneider. Durch die Mischung der beiden Geschichten kommen irgendwie beide zu kurz (das Buch umfasst als E-Book auch nur 217 Seiten, da ist es schwer, etwas umfassend zu beschreiben). Man erfährt immer mal wieder kleine Brocken über die scheinbar schwere Kindheit von Hans-Peter und die Vergangenheit als Kindersoldatin von Cari Mora. Letzteres fand ich sehr interessant und spannend, ich hätte gerne mehr darüber gelesen. Der Showdown über die letzten 15 Seiten etwa hält einen dann doch in Atem, wird aber viel zu schnell aufgelöst und lässt den Leser mit dem Gefühl zurück, nichts halbes und nichts ganzes gelesen zu haben. Insgesamt also ein Thriller mit guten Ansätzen, die leider nicht wirklich verfolgt wurden und eine zusammengewürfelte Geschichte ergeben, bei der Spannung nicht wirklich aufkommt. Ich hoffe, dass mich die Werke um Lecter mehr begeistern können. Von mir erhält das Buch 3 von 5 ⭐

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Meine Meinung: Wenn man mich fragt, welcher Figur mir die schlimmsten Albträume beschert hat, dann ist es ganz sicher Hannibal Lecter und das sowohl in literarischer Form, als auch durch die grandiose und Oscar prämierte Verkörperung durch Sir Anthony Hopkins. Lange musste man auf einen neuen Thriller des Autors warten und als „Cari Mora“ angekündigt wurde, begann mein Thriller-Herz heftigst zu schlagen, nur leider hat sich mein Puls während der Lektüre fast durchweg im Ruhemodus bewegt. Wenn man sich den Klappentext durchliest, so weckt dieser die Erwartung, einen perfiden und grausamen Serienkiller auf seiner Jagd nach "weiblicher Beute" zu begleiten und lässt vermuten, dass dieser in Gestalt der Figur „Cari Mora“ seine „Bezwingerin“ finden wird. In einem nur sehr geringen Teil der Handlung bekommt man das zwar geboten, der Großteil wird jedoch durch eine u. a. in Kolumbien angesiedelte Gangstergeschichte gestaltet, mit Bezug zum Anwesen des Drogenbosses Pablo Escobar. Diesen Schauplatz und die Zeichnung eines kolumbianischen Gangsterensembles ist Thomas Harris sehr gut gelungen und ich fühlte mich spürbar in dessen Atomsphäre hinein gezogen. Allerdings hat für mich das Zusammenspiel mit dem Serienkiller-Plot nur bedingt funktioniert, denn die Begegnungen mit dem Psychopathen, die durchaus für grausame/erschreckende Bilder sorgen, wirken wie hinplatzierte Fremdkörper einer anderen Geschichte, die man durch das sehr interessante Täterprofil viel spannender und vor allem vielschichtiger hätte erzählen können. Ich möchte letztendlich nicht behaupten, ein schlechtes Buch gelesen zu haben aber erwartet habe ich etwas gänzlich anderes und kann es daher Fans der „Hannibal Lecter“ Reihe nur bedingt empfehlen. Fazit: Es ist natürlich gut, dass nicht versucht wird „Hannibal Lecter“ zu kopieren, allerdings lassen sich hier leider kaum Facetten dieser großartigen Reihe finden.

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