Leserstimmen zu
Die Perlenvilla

Rachel Rhys

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Als mitreißendes und schillerndes Sommerbuch wird dieser Roman im Klappentext angepriesen. Und ja – natürlich kom-men einem bei den Worten Cote d’azur und Cannes sofort Bilder in den Kopf, in denen sich das azurblaue Wasser an großen Segelyachten reibt… Diese Bilder versucht auch Rachel Rhys in ihrem Buch heraufzubeschwören. Doch bei mir kam der Zauber leider nicht ganz an – und ich kann noch nicht mal recht benennen, woran das lag. Die Story selbst ist eine, die für solche Sommergeschichte typisch ist, auch wenn sie komplett historisch angesiedelt ist: eine junge Frau aus der Nähe von London erfährt von einer überraschenden Erbschaft in Südfrankreich, macht sich auf den Weg zur vererbten Villa und – voila! – entdeckt ihre Selbstbestimmtheit und findet ein neues Leben. Alles nichts Neues in solchen Büchern. Umso mehr habe ich auf einen au-ßergewöhnlichen Akzent gewartet, mit dem die Autorin auf-wartet, um ihre Geschichte zu etwas Besonderem zu ma-chen. Die Besonderheit könnte vielleicht der etwas überdrehte Schriftsteller Sully sein, der gerade in der Villa wohnt, als Erbin Eve dort ankommt. Oder die berühmte Schauspielerin Gloria, mit der sich Eve anfreundet. Aber leider reißen diese beiden für mich die Geschichte nicht aus ihrer Vorbestimmtheit heraus. Eve als Figur blieb mir über das gesamte Buch hinweg zu blass und ich fand sie manchmal irgendwie… fad. Ich hätte mir noch mehr Einblick in ihr Seelenleben gewünscht, um sie besser verstehen zu können. Ja, es wird angedeutet, dass sie in ihrer Ehe gefangen ist und sich wünscht, aus dem Schatten ihres bestimmenden Gatten heraustreten zu können (was ihr mit der Fahrt von England an die französische Küste erstmals möglich erscheint).Dennoch hätte ich Eves Entwicklung gern näher miterlebt. An mehreren Stellen heißt es „Sie war selbst überrascht, wo sie den Mut für diese Äußerung/Handlung hernahm.“ Aber mit dieser kurzen Andeutung hatte es sich dann auch schon. Insgesamt waren mir die Figuren etwas zu stereotyp. Der Schriftsteller und die Schauspielerin waren als extravagante Künstler und Lebemenschen dargestellt – das typische Bild eben. Die Familie des Verstorbenen waren und blieben miss-trauisch gegenüber Eve, bis sich kurz vor Schluss in einem recht furiosen (und fast kriminalistischen) Finale alle Fragen klärten. Und natürlich so ziemlich alle Handlungsstränge ein Happy End fanden, was mir persönlich ein wenig zu viel war. Gerade in einer Zeit wie 1948, als so viele Menschen vom Krieg gezeichnet und innerlich zerrissen waren, hätte ich mir für die Charaktere mehr Tiefgang und innere Kontroversen gewünscht –und dass am Schluss sich nicht so ziemlich alles für so ziemlich alle in Wohlgefallen auflöst. Das hätte die Geschichte irgendwie authentischer gemacht. Dennoch ist das Buch für laue Sommerabende oder für den Urlaub empfehlenswert. Es muss ja nicht immer der erhobene Zeigefinger oder die Lektüre mit Tiefgang sein. Wer das nicht erwartet, wird sicherlich nicht enttäuscht. Mir plätscherte die Geschichte zu sehr dahin und ich wurde mit den Charakteren auch nicht recht warm. Aber das muss ja nicht jedem Leser so gehen.

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Der Brief

Von: hasirasi2

10.08.2019

1948, der Krieg ist immer noch in den Köpfen der Menschen, hat sich Eve mit ihrer lieblosen, langweiligen Ehe mit Clifford abgefunden. Das Ticken der Uhr bestimmt ihren Tagesablauf, das Warten, dass er aus „der Firma“ (einem erfolglosen Transportunternehmen) nach Hause kommt. Sie muss froh sein, überhaupt einen Mann gefunden zu haben, nachdem soviel Männer den Krieg nicht überlebt haben. Eve hat Clifford nur geheiratet, um ein unabhängiges Leben fernab ihrer freudlosen, alles bestimmenden Mutter führen zu können. Jetzt bestimmt ihr Mann über sie. Als der Brief eines Notars eintrifft, dass sie nach Cannes reisen soll, um eine Erbschaft von Guy Lester anzutreten. Sie hat diesen Namen noch nie gehört und Clifford ist natürlich dagegen, doch zum ersten Mal setzt die sich durch. Sie ist neugierig, was ihn mit ihr verbindet und die Reisekosten sind Teil des Erbes. Die Côte d‘Azur ist das ganze Gegenteil zu ihrem Londoner Vorort. Die Sonne, die Küstenlinie, die Landschaft – und die Perlenvilla, die ihr jetzt zu einem Viertel gehört, zusammen mit Guys Ehefrau und seinen Kindern. Eve will das Erbe nicht annehmen, sie hat noch nie von Guy gehört und dessen Familie feindet sie an. Man hält sie für seine aktuelle Geliebt, oder das Kind einer früheren Beziehung, da er viele Affären hatte. Eve erbt außerdem noch einen markanten Ring – den hat sie vor Jahren schon mal auf einem Foto an der Hand ihrer Mutter gesehen. Aber wie kommt er dann hierher? Ihr Anteil am Haus soll eine alte Schuld tilgen, steht im Testament, aber niemand weiß welche ... Während in England Lebensmittel und Kleidung immer noch nur auf Marken und nicht ausreichend zu bekommen sind, regiert an der Rivera der Glamour, Luxus und Überfluss. Eve kommt sich vor wie die hässliche, alte Gouvernante, die arme Verwandte, die man nur aus Mitleid erduldet. Vor allem Guys Frau Diana und seine Söhne aus erster Ehe machen ihr sehr deutlich, dass sie sie nur dulden, bis die Villa verkauft und der Erlös aufgeteilt ist. Eve gibt sich eine Woche, um herauszufinden, warum sie im Testament steht und stößt dabei auf lang gehütete Geheimnisse. Doch dann passieren ihr eigenartige Unfälle – ist ihr Leben in Gefahr? Die Geschichte hat mich von Beginn an in ihren Bann gezogen. Rachel Rhys schreibt sehr fesselnd und bildhaft, lotet die Charaktere ihrer Protagonisten bis in den kleinsten Winkel aus. Eve wurde ihr ganzes Leben lang klein gehalten und kann es nicht fassen, dass sie plötzlich von Männern Komplimente bekommt und auf schillernde Partys eingeladen wird. Sie braucht lange, um sich endlich zu emanzipieren und ihr Schicksal selber in die Hand zu nehmen, etwas zu fordern. Mir hat dieser Prozeß sehr gut gefallen. Clifford und ihre Mutter scheinen aus dem gleichen Holz geschnitzt zu sein. Eve muss machen, was die sagen. Von Freude oder gar Liebe halten sie nichts, es reicht doch, wenn man einigermaßen zufrieden ist. Guys Familie kam mir oftmals vor wie eine Schlangengrube: eine falsche Bewegung oder Bemerkung und sie verspritzten ihr Gift. Die Perlenvilla ist eine Geschichte voller spannender Geheimnisse vor der glamourösen Kulisse der französischen Rivera. Die Suche einer jungen Frau nach der Wahrheit, ihrer Vergangenheit und Zukunft, nach einem eigenen, selbstbestimmten Leben.

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Das Cover des Romans „Die Perlenvilla“ von Rachel Rhys wirkte auf den ersten Blick etwas kitschig auf mich, doch bereits beim Lesen der ersten Seiten zeigte sich, dass die Geschichte nicht nur eine flache Liebesgeschichte werden würde. Es geht um eine unerwartete Erbschaft, die das Leben von Eve im London der Nachkriegszeit gründlich durcheinanderbringt. Ihr wird der Anteil einer Villa an der Côte d’Azur vermacht. Doch der Erblasser ist ihr völlig unbekannt und Beziehungen nach Frankreich gibt es auch nicht. So macht Eve sich auf die Reise, um herauszufinden, was sich hinter diesem mysteriösen Erbe verbirgt. Rachel Rhys spielt mit Kontrasten, die stärker nicht sein könnten. Auf der einen Seite das graue Großbritannien, wo Eve ein liebloses und bescheidenes Leben fristet und auf der anderen Seite das sonnige, bunte und frivole Südfrankreich, wo es von Stars und Sternchen nur so wimmelt. Eindrücke aus einer Zeit, in der der Schrecken des Krieges noch allgegenwärtig ist und sich doch so vieles im Aufbruch befindet. Teilweise ist es bedrückend nachzuspüren, was die Personen durchgemacht haben und wie sie sich durch den Krieg veränderten, doch dann brechen sich Lebensfreude und Hoffnung immer wieder Bahn. Trotz dieser tragischen und dunklen Seiten empfehle ich die Lektüre für den anstehenden Sommerurlaub – insbesondere wenn es auch Sie an die sonnige französische Riviera verschlägt.

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Die Geschichte ist mal etwas ganz anderes und die Wendungen die zum Ende des Buches rauskommen, sind wirklich gut und ich habe so nicht damit gerechnet. Allerdings wurde es im mittleren Bereich des Buches sehr zäh zum lesen und voran kommen. Ich hätte mir gewünscht, dass es zu diesem Zeitpunkt noch spannender geschrieben ist. Alles in allem mal etwas anderes und wer glaubt ein Liebesroman vorzufinden, der irrt sich gewaltig. Ich hätte wahrscheinlich einen anderen Titel gewählt, denn wenn ich nur diesen gelesen hätte, wäre ich im Buchladen garantiert vorbei gelaufen.

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Die Geschichte einer jungen Frau die sich, aufgrund eines ungewöhnlichen Erbes, aus den Fängen, Zwängen und Erwartungen der Gesellschaft, ihrer Mutter und auch ihrer unglücklichen Ehe zu befreien versucht und dabei mehr und mehr zu sich selbst findet. Die Reise an die französische Riviera erlaubt es Eve in ein Leben hinein zu schnuppern, von welchem sie nie zu träumen gewagt hat, in welchem sie sich jedoch zunehmend wohl und angekommen fühlt. Während ihrer Reise lernt sie die Landschaft, das dortige Leben und auch die Menschen zu lieben. Immer wieder wird sie mit ihrer Beziehung zu ihrer Mutter konfrontiert. Nach und nach kommen immer mehr Details ans Licht und es scheint als deckt man gemeinsam mit Eve das ganze Geheimnis auf. Es wird in dem Buch sehr gut die zeitgenössische Geschichte erläutert und es erlaubt den Leser sich in die damalige Zeit, zumindest in Zügen, hineinzuversetzen.

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Die junge Eve ist ihre Ehe mit Clifford Forrester nur eingegangen, um den Fängen ihrer alles bestimmenden Mutter Mary zu entkommen. Ihr Leben verläuft langweilig und äußerst zurückgezogen. Ihr Mann hält sie knapp. Sicher es ist das Jahr 1948, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg sind viele Dinge noch strikt rationiert; dennoch hatte sie sich ihren Alltag anders vorgestellt. Als das geheimnisvolle Schreiben einer Anwaltskanzlei eingeht, sieht Eve dies als willkommene Ablenkung, der Langeweile zu entrinnen. Trotz Cliffords Bedenken macht sie sich allein auf den Weg aus einem kleinen Vorort Londons an die Französische Riviera, um näheres zu ihrem mysteriösen Erbe zu erfahren. Ein Abenteuer beginnt, das nicht nur Eves Leben sondern auch sie selbst komplett verändern wird. Mit großem Einfühlungsvermögen erzählt Rachel Rhys die Geschichte Eve Forresters. Ihre verwendete Sprache ist ausgewählt schön (ein Kompliment auch an die Übersetzung). Der Roman ist eine sehr gelungene Mischung aus Spannung und Historie. Die Geschichte fesselt m8ich vom ersten Augenblick an und die Autorin kann mich die ganze Zeit über mitnehmen, zu faszinierend sind ihre Figuren und der Plot, ebenfalls schafft sie es, mich die Zeit nach Nachkriegsjahre nahezu fühlen und spüren zu lassen. Das gesellschaftliche Leben ist treffend dargestellt, die Atmosphäre mitreißend, tief und echt. Das Gefühlsleben der Protagonistin Eve, der man ihre Empfindungen jederzeit ansehen kann, ist brillant getroffen und auch deren Veränderung ist mehr als glaubwürdig . Von Herzen gerne vergebe ich dem Roman fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es absolut weiter. Leser, die an die Zeit, den 40er Jahren, und das Leben der Menschen in Großbritannien und in Südfrankreich in der genannten Epoche interessiert sind, werden das Buch verschlingen, wie ich es getan habe. Ist der Roman ein Pageturner: ja, unbedingt!

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Ein unverhofftes Erbe

Von: Mitch

03.06.2019

Kurz nach dem zweiten Weltkrieg: Eve Forrester hat eine nicht erfüllte Ehe... Sie lebt mit ihrem Mann in der Nähe von London, doch plötzlich ändert sich alles! Ein völlig Fremder hat ihr ein Teil an einer Villa an der Côte d’Azur vermacht. Natürlich muss sie wissen was genau dahinter steckt. Sie reist also an die Französische Riviera, um mehr herauszufinden. Sehr schnell knüpft sie Kontakte und lebt ein Leben, dass bis dahin nicht vorstellbar war... Nach und nach kommen immer mehr Details ans Licht und mit der Zeit verliebt sie sich in die Landschaft, in die Perlenvilla und noch in viel mehr in die Menschen... Nach anfänglichen Schwierigkeiten ins Buch rein zu finden, gelang es immer besser. Gerade so als wäre man mit Eve angekommen und lüftet nach und nach die Geheimnisse :) Vom Stil her eher leicht geschrieben und nichts hoch literarisches, einfach ein schönes Buch um sich kurz unterhalten zu fühlen, sei es am Strand, am Pool, daheim im Garten oder wo auch sonst.

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Urlaubslektüre

Von: Antje

03.06.2019

In der Nachkriegszeit in England lernen wir Eve kennen - ohne Liebe und unter Entbehrungen aufgewachsen, gefangen in einer lieblosen Vernunftehe und einem ereignislosen Leben ohne sinnvolle Beschäftigung. Ein Unbekannter hinterlässt ihr ein Viertel an der Perlenvilla. Um das Erbe annehmen zu können, muss Eve an die Cote dÁzur reisen. Dort entdeckt sie ein völlig anderes Leben, dekadent und geheimnisvoll. Eve möchte unbedingt herausfinden, warum Guy Lester Ihr dieses Erbe hinterlassen hat. Sie entwickelt sich zu einer selbstbewussteren, lebensbejahenden jungen Frau, die sich nicht mehr vorstellen kann, in ihr altes Leben zurückzukehren. Man wünscht ihr diese Veränderung und fiebert mit. Am Anfang ist der Roman etwas zäh, entwickelt dann aber zum Ende hin Spannung und Atmosphäre und dazwischen wird einem die französische Küste liebevoll nähergebracht. Also eine nette Urlaubslektüre, insbesondere für Frankophile und alle, die es werden wollen. Und am Ende warten noch ein paar unerwartete Wendungen auf den Leser.

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