Leserstimmen zu
Zwei in einem Herzen

Josie Silver

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Lydia und Freddie sind verlobt und möchten im nächsten Jahr heiraten, die Planungen dazu sind bereits angelaufen. Doch am späten Nachmittag ihres Geburtstags im März 2018 steht die Zeit für Lydia still als sie vom Verkehrsunfall ihres Freunds erfährt, der an den Folgen seiner Verletzungen verstirbt. Seine letzten Worte an sie, so unwichtig und nebensächlich sie auch sind, bleiben ihr im Gedächtnis, sie sehnt sich nach seiner Nähe und will über Wochen und Monate nicht das Unabänderliche akzeptieren. Im Roman „Zwei in einem Herzen“ schildert die britische Autorin Josie Silver wie Lydia sich ihre eigene Traumwelt schafft, in der Freddie lebendig ist und sie gemeinsam in die geplante Zukunft gehen. Fortan lebt Lydia im Schlaf in ihrer Fantasiewelt, in der sich die Handlungen unabhängig von der Realität, aber kontinuierlich weiterentwickeln. Allerdings stellt Lydia bald fest, dass sie die geträumte Welt nicht mit ihren Gedanken leiten kann und diese auch nicht frei ist von Kummer und Sorgen. Die Autorin schreibt über eine besondere Form der Trauerbewältigung. Es verdeutlicht, dass jeder seinen eigenen Weg dazu finden muss, den erlittenen Verlust zu verarbeiten. Lydia klammert sich fest an ihrem bisherigen Leben an der Seite von Freddie. Gerade weil sie glaubt, alle Facetten von ihm zu kennen ist es umso schwieriger für sie, sich auf neue Freundschaften und Bekannte einzulassen und Vertrauen aufzubauen. Jonah, der gemeinsame Freund des Paars, der bei dem Unfall auf dem Beifahrersitz saß, verarbeitet den Verlust des Freunds auf eine andere Weise und streckt Lydia sinnbildlich eine hilfreiche Hand entgegen. Doch um bereit zu sein, Hilfe anzunehmen, muss sie gleichzeitig wieder bereit sein, sich auf die Realität einzulassen und zu lernen, dass es ohne Freddie Möglichkeiten für sie gibt, die sie an seiner Seite vermutlich nicht gehabt hätte. Josie Silver räumt der Trauerphase in ihrem Roman einen breiten Raum ein, währenddessen die Romantik zurücksteht. Leider führte dieses Vorgehen zu leichten Längen. Die Autorin schreibt mit viel Gefühl, berührend und trotz der anhaltenden Melancholie der Protagonistin ist stellenweise ein heiterer Unterton vorhanden. Den Rückzug in eine Traumwelt fand ich eine freundliche Idee, doch ich halte es für mystisch, dass beim Träumen mit Unterbrechungen und der Wiederaufnahme an weiteren Tagen eine so wie beschrieben durchgehende Handlung möglich ist. Im Roman „Zwei in einem Herzen“ beschreibt Josie Silver die besondere Form einer Trauerverarbeitung ihrer Protagonistin Lydia, die mit dem plötzlichen Tod ihres Verlobten konfrontiert ist. Wer nach einer emotional erzählten Geschichte über Liebe, Verlust und den Weg, sich auf neue Beziehungen einzulassen sucht, dem empfehle ich gerne das Buch.

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Vielen Dank an das Bloggerportal und den Verlag für das Rezensionsexemplar! Dies ist mein zweites Buch der Autorin. Bereits letztes Jahr ist ihr deutsches Debüt im Heyne Verlag erschienen: "Ein Tag im Dezember". Das Buch hat mir bereits ziemlich gut gefallen aber "Zwei in einem Herzen" hat das ganze definitiv nochmal getoppt! Es geht um Lydia, die den Verlust ihres Verlobten Freddy zu verarbeiten hat, der mit Ende Zwanzig bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt.. Ihr gemeinsamer Freund Jonah überlebt den Unfall leicht verletzt. Als Lydia anfängt, Schlaftabletten zu nehmen, scheint sie jedes Mal, wenn sie einschläft, in einer Art Parallelwelt wieder aufzuwachen, in der Freddy noch lebt und ihr Leben dementsprechend einen ganz anderen Verlauf nimmt. Nun ist es an ihr, beide Leben irgendwie unter einen Hut zu bekommen, denn schließlich bleibt die reale Welt für alle anderen nicht einfach stehen. Die Geschichte ist ausschließlich aus Lydia's Sicht erzählt und die Wach- und die Schlafphasen wechseln sich ab. Ich fand die Idee, als auch die Umsetzung wirklich genial. Zunächst hat ich etwas Bauchschmerzen, ich dachte, der Wechsel der beiden Welten wäre vielleicht zu hart und zu verwirrend, aber das fand ich überhaupt nicht. Man konnte gut differenzieren und ist dementsprechend gut mit den unterschiedlichen Lebenssituationen klar gekommen. Die Charaktere waren sehr realistisch und vor allem sympathisch. Es gab tatsächlich keinen Charakter, zu dem ich gar keinen Bezug finden konnte. Der Klappentext führt einen hier doch sehr in die Irre - ich bin davon ausgegangen, dass der rote Faden die entstehende Liebesbeziehung zwischen Lydia und Jonah sein wird, aber das war nicht der Fall. Vielmehr geht es um den großen Verlust von Lydia, wie sie mit diesem umgeht, wie die Menschen in ihrer Umgebung sich verhalten, was ihnen widerfährt.. . Zusammenfassend kann man sagen, dass es in dem Buch größtenteils um Trauerbewältigung ging - wovor ich übrigens große Angst hatte. Allerdings unbegründet: Auch wenn ich ab und zu doch schlucken musste und Tränen in den Augen hatte, bleibt mir die Geschichte sehr positiv in Erinnerung. Sie zeigt: Das Leben geht weiter. Der Schreibstil hat mir auch sehr gut gefallen, das Buch lässt sich zügig und flüssig lesen. Manche Szenen hätten meiner Meinung weggelassen werden können, gerade zum Ende hin haben sich manche Gegebenheiten etwas in die Länge gezogen - ich denke mal, hier wollte die Autorin die Entwicklung der Protagonistin etwas realistischer darstellen. Hierfür - und für den irreführenden Klappentext - gibt es einen Stern Abzug. Ich könnte noch so viel schreiben und erzählen, denn ich wurde echt nachdenklich gestimmt. Aber macht euch lieber ein eigenes Bild! Alles in allem ein wirklich rührendes, emotionales und wunderschönes Buch, das ich wirklich weiterempfehlen kann!

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Als ich den Klappentext zu "Zwei in einem Herzen" gelesen habe, wollte ich am liebsten sofort mit Lesen beginnen. Dann hörte ich jedoch einige Meinungen zum Buch und wurde direkt skeptisch, was mir die Neugierde an dieser Geschichte leider etwas nahm. Ich hab das Buch also mit relativ geringen Erwartungen begonnen und wurde zum Glück positiv überrascht, denn mit hat das Buch gefallen - abgesehen davon, dass die Geschichte, die einem durch den Klappentext versprochen wurde, nur einen sehr geringen Teil des Buches einnahm. Betrachtet man die Story und das Geschehen unabhängig von diesem winzigen Einblick in den Inhalt - wenn man es schafft, diesen wirklich beiseite zu lassen und nicht auf die große Lovestory mit ihren Problemen zu hoffen, dann bekommt man eine Geschichte voller Gefühl - eine Geschichte, die berührt. Gleich zu Beginn des Buches begleiten wir Lydia an dem wohl schlimmsten Tag ihres Lebens - wir erfahren, wie es zum Tod und damit zum tragischen Verlust ihrer großen Liebe Freddie Hunter kommt und erleben sie gleich in der wohl dunkelsten Zeit. Wir begleiten Lydia auf ihrem Weg zurück ins Leben, welcher geprägt ist von großer Trauer, vielen Holpersteinen, einer zerreißenden Einsamkeit - jedoch auch von Freundschaft, Familie, Hoffnung. Als sie den Schmerz kaum noch aushalten kann, bekommt sie von ihrem Arzt Schlaftabletten verschrieben, jedoch mit einer anderen Wirkung als gedacht. So kommt es, dass Lydia an den Tagen schläft und Nachts wach ist, denn nur so kann sie Freddie in ihren Träumen treffen und mit ihm ihr Leben führen, wie sie es eigentlich vorgehabt haben. In den Träumen findet die Hochzeit statt, sie verreisen, sie streiten - aber all das zusammen, keiner bleibt zurück. Im realen Leben jedoch wird sie immer wieder davon eingeholt, dass Freddie nicht mehr an ihrer Seite ist und wird dadurch auch ab und an zurückgeschleudert - so sehr sie sich auch Mühe gibt, im Alltag wieder Fuß zu fassen. Doch sind ihre Träume Realität? Gibt es ein Paralleluniversum, in welchem sie glücklich sein kann mit ihrem Freddie? Oder sind es wirklich "nur" Träume, Wunschgedanken? Lydia steht eigentlich mitten im Leben und ich denke, dass es jedem so wie ihr ergehen würde, wenn das Leben von jetzt auf gleich vollkommen aus den Fugen gerissen wird und plötzlich Kopf steht. Ich kann mich nicht in ihre Lage versetzen (worüber ich natürlich froh bin), weshalb ich nicht sagen kann, wie nah die Geschichte an ein reelles Leben reicht, jedoch habe ich mich Lydia sehr verbunden gefühlt und konnte mich durch das Beschriebene gut in sie und ihre Situation reinfühlen. Es hat mir gefallen zu sehen, wir Lydia sich zurück ins Leben kämpft - immer einen Schritt nach dem Anderen - und ich bin stolz auf ihre Entwicklung. Josie Silver hat mit Lydia einen Charakter geschaffen, der mir als Leser sympatisch war und den ich gern auf seiner Reise begleitet habe. Das Buch ist bei weitem kein Meisterwerk, ich werde es wahrscheinlich auch nicht noch einmal lesen und ob ich zu weiteren Büchern der Autorin greife, kann ich aktuell nicht sagen. Aber nicht jedes Buch muss herausstechen durch viel Handlung, Spannung etc. Manchmal benötigt man etwas "Seichtes", das dennoch Gefühl und Werte vermitteln kann, was Josie Silver mit "Zwei in einem Herzen" definitiv geschafft hat. Es ist nicht das Buch, was man erwartet hat - wenn man es genau betrachtet muss man auch ehrlicher Weise zugeben, dass Jonah eine deutlich kleinere Rolle zugewiesen bekam als dem Leser versprochen wurde - weswegen ich mich auch ab und an gefragt habe, ob das Buch vom Schreiber des Klappentextes überhaupt gelesen wurde. Dennoch habe ich mit diesem Buch tolle Lesestunden verbracht - vielleicht war es für mich auch einfach das richtige Buch zur richtigen Zeit. Es ist toll, leicht und gefühlvoll geschrieben und ich konnte mir jede Situation gut bildlich vorstellen, weshalb die Geschichte ähnlich wie ein Film vor meinen Augen abgelaufen ist. Allein dafür kann ich das Buch guten Gewissens empfehlen.

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An ihrem Geburtstag verstirbt Lydias Verlobter Freddie bei einem Verkehrsunfall. Sein bester Freund Jonah, mit dem auch Lydia seit ihrer Kindheit befreundet ist, überlebt leicht verletzt. Lydia ist am Boden zerstört und trauert um ihre große Liebe. Ihre Schwester Elle und ihre Mutter kümmern sich um Lydia und schaffen es, dass Lydia nach 56 Tagen der Zurückgezogenheit wieder am Leben teilnimmt. Dies bewerkstelligt sie allerdings nur, da ihr Freddie mit Hilfe von Tabletten im Schlaf erscheint. Lydia lebt fortan in zwei Welten - eine mit und eine ohne Freddie. Die Monate sind körperlich und mental belastend und Lydia weiß, dass sie nicht ewig von einer utopischen Zukunft mit Freddie träumen kann, zumal sie in ihren Träumen feststellt, dass Freddie nicht so perfekt ist, wie sie ihn idealisiert hat. In der Realität merkt sie, wie Jonah unter dem Verlust seines besten Freundes leidet und offenbar mehr für sie empfindet als nur Freundschaft. Anders als das liebliche Cover und der Klappentext suggerieren, handelt es sich bei "Zwei in einem Herzen" nicht um eine Geschichte um den Verlust einer Liebe und der Schwierigkeit damit, Gefühle für eine mögliche neue Liebe zuzulassen. Vielmehr steht die Trauer von Lydia durchweg im Vordergrund und wie sie versucht, mit dem Tod ihres Verlobten umzugehen. Sie steckt lange in der Phase des Nichtwahrhabenwollens und flüchtet sich in eine Scheinwelt, in der Freddie lebt. Sie freut sich in der realen Welt geradezu auf ihre Auszeiten und stellt sich dann ganz konkret und erschreckend realistisch vor, wie ihr Leben mit Freddie weitergeht. Der Roman ist in Kapitel "Wach" und "Im Schlaf" aufgeteilt, was die Zuordnung der unterschiedlichen Welten beim Lesen erleichtert. Sowohl Traumwelt als auch Realität sind berührend geschildert. Auf jeder Seite spürt man, wie sehr Lydia ihren Verlobten vermisst und wie schwer es ihr fällt, sich ein Leben ohne ihn vorzustellen. Sie schöpft Kraft von den Erinnerungen an Freddie und der Vorstellung, wie ihr gemeinsames Leben weitergegangen wäre. Es ist kein Fantasyroman, sondern Lydias Art mit der Trauer umzugehen, die ich nicht als unrealistisch empfinde. Das Verhältnis zu Jonah kommt im Vergleich zu den Erwartungen, die der Klappentext weckt, allerdings zu kurz. Jonah zieht sich so sehr aus Lydias zurück, dass sie sich weder gegenseitig Halt in ihrer Trauer geben können, noch dass sich tiefergehende Gefühle zwischen den beiden entwickeln könnten. Statt einer Liebesgeschichte ist "Zwei in einem Herzen" deshalb eine Geschichte über Trauer und Trauerverarbeitung, die langsam und sehr emotional erzählt wird. Sie handelt von den kleinen Schritten zurück ins Leben und den Mut loszulassen und neu anzufangen.

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Das Cover fand ich sehr schön, ich mag die Rosa-Töne und finde es passt optisch gut zu ihrem anderen Buch. Wegen "Ein Tag im Dezember" habe ich mich auch ohne groß zu überlegen für dieses Buch entschieden. Denn ihr erstes Buch hat mir sehr gut gefallen und deswegen wollte ich unbedingt mehr von der Autorin lesen. Der Einstieg in die Geschichte ist mir sehr leicht gefallen, ich habe jede Seite verschlungen und fand es wieder einmal toll mit welchem Detailreichtum die Autorin beschreibt. Man vergisst fast alles um sich herum da man unbedingt wissen möchte wie es weiter geht. Die Geschichte ist aus verschiedenen Perspektiven geschrieben und driftet oftmals in die "Traumphase" ab, was ich auf der einen Seite sehr gelungen fand aber mit zunehmender Geschichte auch teilweise störend war. Meiner Meinung nach hätte man sich das ein oder andere Kapitel dabei wirklich sparen können.  Alles in allem hat mir die Geschichte aber gut gefallen, das Ende hat mich auch nochmal begeistern können und ich konnte das Buch gut ins Regal stellen!  Fazit Die Geschichte hat mir ganz gut gefallen, ich hatte sogar hier und da mal ein paar Tränken in den Augen, da sie sehr emotional geschrieben ist. Die Wechsel der Perspektive bzw. der Wach- und der Traumphasen war mir manchmal etwas zu viel, auch wenn es die Geschichte bereichert hat, hätte man hier und da etwas sparen können.

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Weiterleben

Von: Lesefee23.05

31.05.2020

„Es ging nie darum, über Freddie Hunter hinwegzukommen. […] Es gibt keinen praktischen Trauerplan. […] Vielmehr muss man herausfinden, wie man weiterlebt […].“ „Zwei in einem Herzen“ ist ein Roman von Josie Silver, übersetzt von Babette Schröder. Er erschien am 11.05.2020 als Taschenbuch im Heyne Verlag und ist in sich abgeschlossen. Nach dem tragischen Unfalltod ihres verlobten Freddie steht Lydia vor dem Scherbenhaufen ihres gemeinsamen Lebens. Wie soll sie ohne Freddie weiterleben und wie jemals wieder glücklich sein? Eigentlich ausgeschlossen, weshalb ihr die Flucht in ihre Traumwelt, in der Freddie noch lebt, herzlich willkommen ist. Doch wird Lydia mit der Traumwelt dauerhaft glücklich werden können oder gibt es für sie einen anderen Weg zurück ins Leben…? Josie Silvers Roman „Zwei in einem Herzen“ ist kein Roman, in dem es um die verlorene Liebe und die neue / alte Liebe zu seinem besten Freund geht. Jedenfalls nicht nur. Ausgehend vom Klappentext hatte ich erwartet, dass der Hauptkonflikt die aufkommenden Gefühle zu Lydias und Freddies bestem Freund Jonah sein würden. Dies ist allerdings eher nicht der Fall. Vielmehr beschreibt der Roman den Weg, den Lydia beschreitet, um ihre Trauer zu bewältigen. Mit viel Witz und Humor, aber auch tiefgehenden Gefühlen und Gedanken begleiten wir Lydia auf einem langen und steinigen Weg der Trauer und der Trauerbewältigung. Anschaulich wird dabei beschrieben, dass jeder seinen eigenen Weg für die Trauer finden muss, dass es kein Patentrezept gegen die Trauer über den Verlust eines geliebten Menschen gibt und dass einfach jeder Mensch anders ist. Ebenso wird deutlich, dass man zwar selbst seinen Weg gehen muss, dass man aber Hilfe und Unterstützung annehmen darf, wenn man sie braucht. Lydias Familie und Freunde übernehmen diesen Part im Roman sehr gut und sind dabei unglaublich einfühlsam, obwohl sie ebenso trauern und keine Ahnung haben, was falsch und was richtig ist. Lydia selbst war mir von Anfang an sehr sympathisch. Sie ist, ebenso wie die anderen Figuren, authentisch dargestellt und eine liebenswerte junge Frau. Während sie im realen Leben nach Freddies Tod kaum noch Freude empfinden kann und einfach nur noch am Leben teilnimmt, ohne es selbst zu planen, taucht sie nachts in eine Traumwelt ab. In dieser lebt Freddie noch und die Zeit vergeht, als ob der Unfall nie geschehen wäre. Doch während sich viele Dinge zwischen Traum und Realität gleichen, gibt es doch gravierende Unterschiede, die vielleicht der Preis für ein glückliches Leben mit Freddie sind. Denn während einer lebt, muss ein anderer gehen. Diese Moral ist uns wohl allen bekannt und wird schließlich auch Lydia bewusst. Im Laufe der Zeit erkennt sie zudem, dass sie sich nach Freddies Tot weiterentwickelt hat. Aus einer Frau, die eher im Schatten ihres Partners gelebt hat und vieles akzeptiert hat, was ihr eigentlich wehtat, wurde durch die Herausforderung des Alleinseins eine Frau, die stark und mutig ist. Sie hat es geschafft weiterzuleben und sich ein Leben aufzubauen, auf das sie stolz ist. Dies hat mir sehr gut gefallen und ist ein Zeichen für jeden, der ähnliches durchlebt oder aus anderen Gründen an seinem Leben zweifelt. Man muss das eigene Leben anerkennen als das, was es ist. Es ist unser Leben und es will gelebt werden. Es ist keine Alternative. Es ist eine Chance und zwar die beste, die wir haben. Die Erzählperspektive als Ich-Erzählung von Lydia war für den Roman sehr gut gewählt. Eindeutig wird, wie Lydia denkt und fühlt und was sie erlebt. Besonders gefallen haben mir dabei die Passagen, in denen sie sich selbst reflektiert und über Dinge nachdenkt. Durch diesen Schreibstil bekommt auch der Leser Erkenntnisse, die er sonst möglicherweise übersehen hätte. In diesem Licht betrachtet ist das Romanende ideal gewählt und auch die Parallelwelt, die mich zunächst massiv gestört und irritiert hat, ergibt rückblickend Sinn. Obwohl das Thema des Romans anders war als von mir erwartet und mich häufig an vergleichbare Bücher wie „P.S. Ich liebe dich“ erinnerte, bin ich letztendlich vom Roman überzeugt. Mit viel Gefühl, aber auch viel Humor beschreibt Josie Silver Lydias Weg aus der Trauer und gibt dem Leser viele wichtige Botschaften mit auf den Weg. Der mitreißende und leichte Schreibstil regt zum Weiterlesen und Abtauchen in die Geschichte ein. Mein Fazit: Die kontroversen Diskussionen und auch negativen Buchmeinungen zu „Zwei in einem Herzen“ kann ich nachvollziehen, teile sie aber nicht. Wenn man sich auf die Geschichte einlässt und in sie eintaucht, kann man sie lieben und verstehen. Die anfängliche Irritation wird durch viel Gefühl und eine grandiose Erzählweise wettgemacht und hat mich letztendlich überzeugt, ein leicht geänderter Klappentext würde eine bessere Vorstellung vom Inhalt geben und eine andere Erwartung wecken. Ich ziehe lediglich einen halben Stern ab, sodass es von mir 4,5 von 5 Sternen gibt.

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Vielen lieben Dank für dieses liebevoll verpackte Rezensionsexemplar. Autorin: Josie Silver Verlag: Heyne Erschienen am: 11.05.2020 Zum Inhalt: Durch einen Unfall verliert Lydia ihren zukünftigen Ehemann Freddie. Voller Trauer fällt es ihr schwer, ihren neuen Alltag zu bewältigen. Doch mit Hilfe von Schlaftabletten kann sie aus dieser Welt fliehen. Denn in ihren Träumen begegnet sie Freddie und hier durchlebt sie ihre Gefühle für ihre große Liebe erneut. In ihren Träumen sieht sie, wie ihre Zukunft mit Freddie möglicherweise ausgesehen hätte. Doch mit der Zeit wird Lydia klar, dass sie sich nicht dauerhaft in ihre Traumwelt flüchten kann. Mit kleinen Schritten geht sie also ihrem neuen Leben entgegen. Fazit: Zunächst einmal muss ich sagen, dass der Klappentext für mich keinerlei Bezug zum Inhalt der Geschichte hat. Ich hatte mir also etwas ganz anderes erwartet. Trotzdem bin ich nicht enttäuscht worden. Denn auch wenn es hier vielmehr um Trauerbewältigung, als um eine Liebesgeschichte ging, hat mich das Buch überzeugen können. Für mich war die Entwicklung der Protagonistin unglaublich authentisch. Ich fand es glaubwürdig und interessant, wie sich Lydia zurück ins Leben gekämpft hat. Das wir in Lydias Träumen zudem Einblicke in ihre Beziehung zu Freddie bekommen haben, hat mir ebenfalls gefallen. Für mich war es ein Buch, zu dem ich gerne gegriffen habe mit einer Geschichte, die mich unterhalten hat. Wer sich allerdings wie ich vom Klappentext angesprochen fühlt, sollte wissen, dass dieser mit der Geschichte sehr wenig zu tun hat. Ich wurde jedenfalls überrascht, glücklicherweise auf eine unerwartete und schöne Art und Weise.

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Ist in einem Herzen Platz für zwei großartige Männer? Die Antwort lautet Ja! Josie Silver hat mit "Zwei in einem Herzen" einen wundervollen Roman geschaffen, der sich nicht hauptsächlich um die Liebesgeschichte zwischen Jonah und Lydia dreht, sondern um Lydias Entwicklung. Ich liebe es, dass sich die Autorin so sehr auf die Protagonistin konzentriert hat und stets versucht, die richtigen Worte und Szenen zu finden, um Lydias Gefühlswelt zu beschreiben. Lydia Bird hat ihren Verlobten Freddie Hunter - wie geil ist denn bitte auch der Name? - bei einem Autounfall verloren und kämpft seitdem jeden Tag damit, ihr Leben ohne ihren geliebten Freddie zu führen. Das ist gar nicht so leicht, wenn man den Anderen mehr als 10 Jahre seines Lebens gekannt hat und derjenige von einer auf die nächste Sekunde verschwunden ist. Sie rutscht in ein gefährliches Spiel, in dem sie mit zwei Welten jonglieren muss. In der realen Welt ist Freddie tot. In der Traumwelt lebt Freddie und sie planen noch immer ihre Hochzeit und könnten nicht glücklicher sein. Doch nicht nur die Traumwelt hält sie afrecht, auch Jonah Jones ist für sie da. Sie sucht bei ihm Trost, denn er kann ihren Schmerz verstehen und ihr helfen. eben diesen Schmerz verschwinden zu lassen. Ganz so einfach ist die Beziehung zwischen den Beiden allerdings nicht, denn lange Zeit haben die Zwei gar keinen Kontakt und nachdem die Wahrheit über den Unfall herauskommt, ist Lydia noch lange wütend auf Jonah. Doch das vergeht, denn Jonah und Lydia sind schon seit der frühen Schulzeit miteinander befreundet. Also viel länger, als sie Freddie kennen und Jonah nun Freddies bester Freund wurde. Lydias Entwicklung in dieser Geschichte ist unglaublich emotional. Sie versucht mit aller Macht Freddie in ihren Gedanken und Träumen am Leben zu erhalten und so bleibt in ihrem Haus und an ihr selbst erstmal alles so, wie es ist, weil Freddie das gewollt hätte. Erst mit der Zeit erkennt sie, dass sie nicht in der stagnierenden Phase bleiben kann und etwas verändern muss. Zunächst einmal das Haus und irgendwann auch sich selbst. Spätestens als ihre Schwester Elle schwanger wird, wird ihr klar, dass ihre beiden Welten sich immer weiter von einander entfernen und setzt alles daran, zu sich selbst zurückzufinden. Zu der neuen Lydia, die in der realen Welt ohne Freddie lebt. Viel zu lange hat sie an der alten Lydia in der Traumwelt festgehalten. Die Geschichte ist nicht besonders dramatisch oder kann mit einer gravierenden Vergangenheit aufwarten. Aber sie hat authentische Charaktere. durch die einem erst wirklich bewusst wird, was es bedeutet einen geliebten Menschen zu verlieren. Ich konnte mich in Lydia hineinversetzen, weil ihre Gedanken einfach so gut beschrieben waren. Ihre Handlungen konnte ich nachvollziehen, denn wer will nicht noch mehr Zeit mit dem gestorbenen Verlobten verbringen? Ich konnte aber auch die Handlungen der Nebencharaktere nachvollziehen. Besonders als Elle und Lydias Mutter sich kurzzeitig von ihr abgewandt haben. Sie haben sich schließlich monatelang um Lydia gekümmert und plötzlich ist sie nicht durch die Kraft ihrer Familie wieder sie selbst, sondern durch einen Selbstfindungstrip nach Kroatien? Da kann man als Familie schonmal durchdrehen. Auch Jonah hatte den ein oder anderen Gastauftritt in der Geschichte. Die Liebesbeziehung zwischen ihm und Lydia ist sehr schleichend, sanft und süß. Es kommen keine stürmischen Küsse und Liebesakte drin vor. Es ist einfach die Zusammenkunft zwischen zwei besten Freunden, die ihre Freundschaft für viele Jahre hintan gestellt haben und sich langsam bewusst werden, dass sie mehr füreinander empfinden. Zumindest Lydia wird sich dessen bewusst, denn Jonah weiß schon länger um seine Gfühle für Lydia. Ich habe dieses Buch geliebt! Ich hatte am Ende ein Lächeln im Gesicht und das zeichnet für mich einen guten Roman aus. Dennoch hat mir das gewisse Etwas gefehlt. Das Gefühl, dass die Geschichte etwas ganz Besonderes ist und sie sich für immer in mein Gehirn brennen wird. Dafür ist der Schreibstil wunderbar locker und leicht. Ich bin durch die Seiten geflogen, wollte wissen wie es weitergeht und wie Lydia im Endeffekt ihre Trauer bewältigen kann. Auch in diesem Werk der Autorin ist die Kapiteleinteilung einzigartig. Die komplette Geschichte erstreckt sich über mehrere Jahre und ist immer in "Wach" und "Im Schlaf" unterteilt. Am Anfang war es etwas verwirrend, doch mit der Zeit habe ich die Momente herbeigesehnt, wenn Lydia ihren Freddie noch einmal wiedersieht. Zudem macht die Geschichte riesige Sprünge und alles, was man verpasst hat, wird in ein paar Sätzen zusammengefasst, sodass man gut über die Dinge Bescheid weiß, die passiert sind zwischen zwei Kapiteln. Das Ende des Buches kommt unerwartet. Vom Gefühl her könnte die Geschichte noch ein bisschen länger dauern, aber sie hätte vor 50 Seiten auch schon vorbei sein können. Dann wäre das Ende offener gewesen. So ist das Ende einfach da, aber es passt auch wieder sehr, da Lydia endlich die ist, die sie sein soll und alles in ihrem Leben seinen Platz gefunden hat. Fazit: Eine klare Leseempfehlung! Allerdings muss man bedenken, dass man das Rad nicht neu erfinden kann und die Idee hinter der Geschichte schon des Öfteren veröffentlicht wurde. Dennoch kann das Buch mit der ganz besonderen Sichtweise Lydias und der Erzählweise der Autorin aufwarten. Ich habe bisher selten Bücher gelesen, in denen die Liebesgeschichte eher zweitranging, aber doch wundervoll ist.

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