Leserstimmen zu
Die andere Welt

Julie Cohen

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Rezension

Von: wunderweltenbuecher

15.02.2020

Julia Cohen beschreibt in ihrem Roman, welchen Einfluss das Geschlecht und die Zuschreibungen des Umfeldes auf das heranwachsende Kind haben. Wie hat sich das Leben von Louis und Louise entwickelt? Haben sie Kinder? Welche Beziehung haben sie zu ihren Eltern? Inspiration war für sie der Roman "Orlando" von Virginia Woolf. Abwechselnd erzählt die Autorin von Louises und Louis` Rückkehr. Dazwischen kommentiert sie in Kapiteln, die mit "Louis & Louise" überschrieben sind, die Geschehnisse und vergleicht sie. Ich hatte mehr Beispiele von unterschiedlicher Behandlung der Geschlechter erwartet. (Ich erinnere mich grob an das Sachbuch "Wir werden nicht als Mädchen geboren - wir werden dazu gemacht" von der Psychologin Ursula Scheu.) Die Geschichte begann etwas langsam, und ich empfand es als verwirrend, dass Louis auch Lou genannt wurde und beide Protagonisten die gleichen Freunde, das gleiche Umfeld, die gleichen Eltern haben. Gelegentlich hat es einen Moment gedauert, bis ich mich (trotz Kapitelüberschrift) orientiert hatte. Während der Lektüre war ich eher damit beschäftigt, Unterschiede in beiden Lebensläufen zu finden, als mich mit den Figuren zu identifizieren. Die Spannung zog stark an, als das prägende Ereignis von vor 13 Jahren beschrieben wurde. Die Schilderungen waren für mich sehr realistisch. Unter dem Einfluss des Familiennarrativs "Du bist ein/e Alder!" sollten die Kinder außerdem in bestimmte Rollen gedrängt werden, die von der Vergangenheit mitbestimmt waren. Ein interessanter über weite Strecken ruhig erzählter Roman über Erziehung und Geschlechterrollen, der mich zum Nachdenken eingeladen hat. Triggerwarnung: Krebs, Selbstmord, Vergewaltigung

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Zunächst hat mich das Cover überrascht. Sehr schön und farblich unglaublich gut gestaltet verspricht das Buch Romantik. Aber hier gibt es in der Erzählung einen unglaublichen Ansatz. Erzählt wird in unterschiedlichen Kapiteln und jeweils als Rückblick die Geschichte von Lou. Hier wird mit den Geschlechtern gespielt. Der Rückblick erfolgt jeweils aus weiblicher (Louise) und männlicher (Louis) Perspektive. Das regt sehr zum Nachdenken an. Und obwohl es viel um Verlust und Tod geht, wird es am Ende versöhnlich. Hauptthema "Welche Auswirkungen hat das Geschlecht auf das Leben eines Menschen" Man muss sich auf die Geschichte einlassen. Und man fragt sich unwillkürlich "Wäre dein Leben anders verlaufen, wenn du im anderen Geschlecht zur Welt gekommen wärst? Das Buch ist sehr empfehlenswert.

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Als ich "Die andere Welt" von Julie Cohen in die Hand nahm und den Text auf dem Buchrücken las, dachte ich: "Ja, kann man mal zwischendurch lesen." Es klang interessant, jedoch auch nicht übermäßig spannend. Nun, nachdem ich das Buch nach kaum mehr zwei Tagen durchgelesen aus der Hand lege, kann ich meinen ersten Eindruck ganz und gar nicht bestätigen. Julie Cohen ist es gelungen, mich auf sprachlich geschickte Weise an ihr Buch zu fesseln. Sie erzählt von zwei Menschen, die lediglich in ihrer Phantasie parallel existieren. Auf einfühlsame Weise beschreibt sie ihre Lebensmodelle, die allein durch ihr Geschlecht in gewisse Bahnen gelenkt werden. Dabei wird dem Leser trotzdem immer wieder verdeutlicht, dass letztlich der Mensch allein zählt, ganz gleich, ob Mann oder Frau. Louis und Louise weisen durchaus Parallelen auf und ähneln sich in ihren Charakterzügen, nicht zuletzt durch ihre Liebe zum Schreiben oder auch zu Allie. Aber die Gesellschaft hält für Jungen und Mädchen unterschiedliche Wege bereit und die Erwartungshaltung ist eine andere. Dies flechtet Cohen an unterschiedlichen Stellen in ihren Roman ein. Dabei gestaltet sie die Geschichten der beiden Protagonisten sehr sensibel und führt sie in diversen Kapiteln zusammen. So verliert der Leser nie die Orientierung und wird an das Buch nahezu gefesselt. Welche Entscheidungen im Leben führen zu welchen Lebenswegen? Wodurch wird der Charakter geprägt? Was beeinflusst uns in unseren Lebensplänen, in denen wir entscheiden, welchen Beruf wir erlernen, ob wir eine Familie gründen, wo wir wohnen? All diese Fragen wirft die Autorin in das Buch hinein. Zurück bleibt ein Leser, der, beeindruckt von der Geschichte Lous, wohl auch ein Stück weit sein eigenes Leben analysieren will. Sehr empfehlenswert! Ein Roman mit viel Gefühl und einer starken Botschaft, die zum Nachdenken anregt.

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Das Cover des Buches hat mich beim Auspacken als Erstes an einen schnulzigen Liebesroman erinnert, zum Glück ist es das nicht. Ich bin sehr positiv überrascht, wie gut das Buch die Geschichte aus beiden Perspektiven beschreibt. Leichtfüßig, unaufdringlich und sehr schön zum lesen. Tatsächlich hatte ich einige Vorurteile, da mir der momentane Gender-Irrsinn, der zur Zeit herrscht, völlig auf die Nerven geht. Ein sehr schönes Buch, absolut lesenswert!

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Julie Cohen wirft in ihrem Buch "Die andere Welt" interessante Fragen zu den Einflüssen auf unseren Lebensverlauf auf und verarbeitet diese in zwei mitreißende Lebensgeschichten. Der Leser verfolgt dabei die Lebensgeschichte einer Person, die in zwei Verläufen dargestellt wird. Ein Mensch wird geboren und bekommt durch Julie Cohen zwei Lebensgeschichten. Durch Rückblenden in beide Leben versteht der Leser nach und nach, welche Erlebnisse oder äußere Einflüsse das jeweile Leben beeinflusst hat. Warum handelt Luis so und warum Luise so? Warum ist das Verhältnis zu den Eltern unterschiedlich? Woher kommen Selbstzweifel und wie kamen Entscheidungen zustande. Sind wirklich alle Entscheidungen und Erlebnisse durch das Geschlecht bestimmt? Oder gibt es eventuell viele Entscheidungspunkte im Leben, an denen es heute keine Relevanz mehr hat? Julie Cohen hat einen angenehmen Schreibstil und hält den Spannungsbogen durch Rückblenden und dem anfänglichen Zurückhalten von Erklärungen. Gegen Ende des Buches werden die Ereignisse etwas vorhersehbarer. Aber dem Lesespaß tat dies keinen Abbruch. Die fehlenden und fehlerhaften Worte im e-book-format jedoch sehr. Das störte den Lesefluß immenz. Schade. Denn Buchidee und -umsetzung sind durchaus 5 Sterne wert. Ich zählte ca 20 fehlende oder fehlerhafte Worte in ca 300 Seiten. E-Book-Format würde daher nur 4 Punkte bekommen.

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Nachdem ich gesehen habe, dass es von der Autorin bald etwas neues geben wird, war ich Feuer und Flamme, da ich "Das geheime Glück" damals verschlungen habe und mich vor allem in den interessanten Schreibstil verliebt habe. Das Cover ist noch dazu, an das andere Buch angenähert was gleich noch mehr Pluspunkte gab. Der Klappentext hatte dann das übrige getan und mir war klar ich muss dieses Buch lesen. Ich fand die Thematik des Buches auf Anhieb interessant, die selbe Geschichte aus einer weiblichen und aus einer männlichen Perspektive zu lesen war anfangs noch einfach, mit der Zeit wurde es aber auch unübersichtlicher und für mich schwer auseinander zu halten ob ich jetzt "Louis" oder "Louise" vor mir habe. Grundsätzlich fand ich den Ansatz gelungen aber es wurde auch sehr klischeehaft beschrieben, das fand ich etwas schade und da hätte ich mir doch mehr Ideenreichtum und Tiefgang gewünscht. Am Anfang plätscherte die Geschichte noch gemächlich vor sich hin um dann rasant an Tempo zu gewinnen, das eine Ereignis jagt das nächste und viele Emotionen werden vermittelt. Die Emotionen wurden auch sehr realistisch beschrieben, wodurch manchmal echt schlucken musste. Fazit: Ich hatte mir zwar hier und da etwas mehr Tiefgang gewünscht und vor allem das eine oder andere Klischee zu viel. Ansonsten fand ich aber die Idee ganz interessant und habe es so in dieser Art noch nicht gelesen. Ich würde auch weiterhin Bücher der Autorin lesen, weil sie einen interessanten Schreibstil hat.

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Don't judge a book by its cover!

Von: Susanne S.

08.02.2020

Als ich das Buch bekam, wusste ich nicht so recht, was ich davon halten soll: ein nichtssagender Titel, ein esoterisch anmutender Spruch und dazu ein Einband, der lieblich, romantisch und verspielt wirkt. Ich muss zugeben, groß waren meine Erwartungen nicht. Doch ich wurde eines Besseren belehrt. "Die andere Welt" ist eine realistische Geschichte mit unrealistischem Ausgangspunkt. Die Autorin spielt das Leben eines Menschen durch, einmal als Mann, einmal als Frau. Die Rahmenbedingungen bleiben die gleichen. Es geht um Liebe und Verzeihen, um den Tod geliebter Menschen und um das "Was wäre, wenn". Man kommt nicht umhin, auch seine eigene Geschichte zu hinterfragen. Was wäre, wenn ich selbst in einem anderen Geschlecht geboren worden wäre? Wie hätte ich mich, wie hätte sich meine Familie entwickelt? Nur am Ende flacht die Geschichte etwas ab, der Schluss ist ebenso rosa wie der Einband. Das tut aber auch ein bisschen gut, denn das Schicksal der Hauptpersonen ist kein einfaches. Eine klare Leseempfehlung.

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Vielen Dank an das @bloggerportal für die Bereitstellung des Buches! Autorin: Julie Cohen Verlag: Diana Erschienen am: 13.01.2020 Für mich war es das zweite Buch der Autorin. Und auch mit diesem Roman hat sie mich völlig überzeugt! Zum Inhalt: Als Peggy und Irving Alder ihr erstes Kind erwarten sind sie überglücklich. Das Kind ist wohlauf und hört auf den Namen Lou. Und ab hier teilt sich die Geschichte bereits: Denn in einer Variante ist Lou ein Mädchen (Louise) und in der zweiten Version ist Lou ein Junge (Louis). Wir verfolgen beide Leben und erleben die unterschiedlichen Wege, die Lou als Louise bzw. als Louis einschlagen wird. In beiden Geschichten haben Louise/Louis ähnliche Erfahrungen gesammelt. Beide habe das gleiche Umfeld, die gleichen Bezugspersonen. Und doch passiert etwas, dass das Leben der beiden in völlig unterschiedliche Richtungen verlaufen lässt. Fazit: Ich fand die Idee hinter diesem Roman unglaublich gut!!! Der Gedanke, wie das Geschlecht möglicherweise dein Leben bestimmt finde ich wirklich spannend. Das ist auch sogleich mein einziger Kritikpunkt an dieser Geschichte. Es gibt durchaus Passagen, die aufgrund des Geschlechtes ausschlaggebend waren. Vieles war meiner Meinung nach aber unabhängig davon und somit nicht relevant für den Lebensweg. Ich hatte erwartet, dass das stärker in den Fokus genommen würde. Nichtsdestotrotz hat mich die Story total überzeugt. In diesen parallel verlaufenden Geschichten lesen wir über Freundschaft, Trauer, tiefe Traumata und wie wichtig es ist, zu verzeihen. Anderen aber vor allem sich selbst. Für mich war es eine außergewöhnliche Leseerfahrung. Denn die Art, wie die Autorin diese beiden Verläufe gegenüber stellt und daraus trotzdem eine einzige Geschichte gemacht hat, war für mich interessant und auch neuartig!!! Von mir gibt’s eine klare Leseempfehlung!!!

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