Leserstimmen zu
Friday Black

Nana Kwame Adjei-Brenyah

(4)
(9)
(4)
(1)
(0)
€ 20,00 [D] inkl. MwSt. | € 20,60 [A] | CHF 28,90* (* empf. VK-Preis)

WOW! Ich weiß nicht, wann ich jemals zuvor so ein Buch gelesen habe! Ich bin so überwältigt. Friday Black erzählt die Geschichten von schwarzen Menschen in Amerika, teilweise sehr zeitnah, teilweise dystopisch. Es geht in den verschiedenen Storys über Rassismus (könnte es noch aktueller sein!), den unersättlichen Wunsch nach Besitztümern (vorallem an Tagen wie dem Black Friday) und um Krieg! Es geht um das Leben, wie wir (ich schließe mich da ein) privilegierten, weißen Menschen es uns niemals vorstellen können. Musstet ihr euch jemals überlegen, was ihr anzieht, um nicht negativ aufgrund eurer Hautfarbe aufzufallen? Um euer weißes Aussehen herunter zu drücken? Ich denke nicht! Ich selbst natürlich auch nicht, doch genau das müssen dunkelhäutige Meschen Tag für Tag machen - vorallem in Amerika, aber sicherlich auch bei uns in Deutschland, denn auch wir sind wahrlich keine Heiligen, was das Thema Rassismus angeht - ganz im Gegenteil. Das Zitat, welches ihr oben lesen könnt, stammt aus einer dieser 12 Kurzgeschichten und es berührte mich einfach so sehr. Die Story "Die alte Zeit" spielt im Dystopischen Amerika nach dem Großen Schnellen und dem Langen Großen Krieg. Eben genau dieser Satz sagt ein Lehrer seinem Schüler als er über die Zeit vor den Kriegen spricht. Und genau das ist es, was jetzt passiert. Alle reden - keiner macht! Wenn doch jedes einzelne Leben auf diesem Planeten zählt, wenn wir alle gleich sind ... warum gibt es Kriege? Warum muss man auf sowas aufmerksam machen und auf die Straßen gehen um zu demonstrieren? Die Frage, die wir uns jetzt stellen müssen ist doch, wo soll es enden?! Friday Black ist alles andere als leichte Kost! Seid euch darüber bitte im klaren, wenn ihr es lest. Es hat mich verstört und berührt. Es ist düster, teils sadistisch, böse aber auf der anderen Seite auch einfach brilliant, ehrlich, voller Liebe und Leben! Ich lege es euch allen absolut ans Herz und für mich ist Friday Black definitiv das beste Buch, was ich in diesem Jahr gelesen habe! Grandios!

Lesen Sie weiter

Inhalt : In zwölf verstörenden Storys erzählt Nana Kwame Adjei-Brenyah von Liebe und Leidenschaft in Zeiten von Gewalt, Rassismus und ungezügeltem Konsum. Wie fühlt es sich an, im heutigen Amerika jung und schwarz zu sein? Welche Spuren hinterlässt alltägliche Ungerechtigkeit? In einer unkonventionellen Mischung aus hartem Realismus, dystopischer Fantasie und greller Komik findet der US-Amerikaner eine neue Sprache für die brennenden Themen unserer Zeit. Ein selten kraftvolles, mitreißendes und ungewöhnliches Debüt! Vita : Nana Kwame Adjei-Brenyah, Sohn ghanaischer Eltern, wurde 1990 in Spring Valley, New York, geboren, studierte Fine Arts und unterrichtet heute Creative Writing an der Syracuse University. Sein Debüt »Friday Black«, ein New York Times-Bestseller, errang den PEN-Jean Stein Book Award 2019, stand auf der Shortlist für den Dylan Thomas Prize 2019 und auf der Longlist der Andrew Carnegie Medal for Excellence in Fiction. Universal Pictures hat sich die Filmrechte an der Titelgeschichte seines Debüts gesichert. Meine Meinung : Nana Kwame Adjei-Brenyah legt hier einen Kurzgeschichtenband mit zwölf Erzählungen vor. Diese sind unterschiedlich lang und reichen von ungefähr zwei bis ca. zwanzig Seiten. Ich habe mir täglich eine Geschichte vorgenommen, da sie es alle wert sind, sich dafür genügend Zeit zu lassen und darüber nachzudenken. Schon gleich die erste Geschichte, die " Finkelstein Five " hat mich zutiefst erschüttert und zeigt auf schonungslose Weise, wie es ist, in den USA jung und schwarz zu sein. Auch die nur zwei Seiten lange Geschichte " Was meine Mutter sagte ", hat mich komplett in ihren Bann geschlagen und noch sehr lange kreisten meine Gedanken um diese kurze Story. Der Autor schaffte es binnen kürzester Zeit, mich mit seiner kraftvollen und bildgewaltigen, aber auch oft brutalen  Sprache in seinen Bann zu ziehen. Über die einzelnen Geschichten möchte ich an dieser Stelle nicht zu viel verraten, denn sie sind es wert, von jedem einzelnen auf seine Weise entdeckt zu werden. Nana Kwame Adjei-Brenyah hat hier auf jeden Fall ein aufrüttelndes Debut geschaffen, das wirklich jeder lesen sollte. Erschreckend war für mich der alltägliche, fast schon normale Alltagsrassismus, der den meisten schon gar nicht mehr bewusst ist. Verpackt in dystopische wie auch realitätsnahe Geschichten, wird uns Lesern der alltägliche Rassismus schonungslos vor Augen geführt. Die Geschichten sind allesamt anders als alles, was ich bisher gelesen habe und ich bin gespannt, ob von diesem tollen Autor in Zukunft noch mehr zu erwarten ist. Ich vergebe hier die Höchstbewertung von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung. Einen ganz, ganz lieben Dank an die Verlagsgruppe Random House GmbH und das Bloggerportal für die kostenlose Zusendung des Rezensionsexemplares.

Lesen Sie weiter

Zwölf Kurzgeschichten, die es in sich haben. Teilweise verstörend, mit Liebe und Leidenschaft geschrieben, über den Rassismus, die hohe Gewaltbereitschaft und das ungezügelte Konsumverhalten unserer Gesellschaft. Der Autor Nana Kwame Adjei – Brenyah schreibt über den Alltag in den USA, partiell gefüllt mit rassistischem Hass und grotesken Dystopien. Auf zwei der Storys möchte ich hier etwas näher eingehen, da sie eine besondere Wirkung versprühen. In > Die Finkelstein Five < wird eine Gruppe von schwarzen Kindern von einem weißen Familienvater ermordet. Er fühlte sich allein durch ihre Präsenz bedroht. Der Protagonist dieser Erzählung ist Emmanuel, ein junger, schwarzer Mann. Ihn verfolgen diese Traumbilder der ermordeten Kinder im Schlaf. Er bewirbt sich eifrig um Jobs, doch wenn seine Hautfarbe ins Spiel kommt, ist er raus aus der Nummer. Emmanuel bemüht sich seine Schwarzheit zu verringern, indem er mit gut gewählter Kleidung glänzen will. So versucht er den Grad seiner Schwarzheit zu drücken. Für ihn gilt, je schlampiger die Kleidung, desto höher der Grad, gemessen von 1 bis 10. Die Story > Friday Black < handelt um den > Black Friday <. Ein Verkäufer, der in einem Geschäft für Funktionskleidung arbeitet, berichtet über seine Beobachtungen an diesem Tag. Er sieht wie Kunden / innen regelrecht ausrasten, um sich Jacken einer bestimmten Marke zu sichern. Das Ganze eskaliert wie in einer Zombieapokalypse. Nun, die Storys sind gefüllt mit Humor und Horror, eine interessante Mischung, die mich persönlich nicht ganz überzeugen konnte. Die Plots sind teilweise so schräg und brutal, das sollte man aushalten können. Der Autor vermittelt das Gefühl, wie es sich wohl anfühlt in Amerika schwarz zu sein. Wie man irgendwie klarkommt, mit den täglichen Ungerechtigkeiten. Er greift die Polizeigewalt auf und vor allem ist das Thema Rassismus hier ernüchternd und ausdrucksvoll bedient. Mit einer Leseempfehlung tue ich mich etwas schwer, da manche Stellen im Buch erbarmungslos entmenscht sind. Dennoch sollte man sich an manche der Storys herantrauen. 🔖🔖🔖,5 von 5

Lesen Sie weiter

Nana Kwame Adjei-Brenyah erzählt in zwölf außergewöhnlichen Geschichten von Rassismus, Gewalt und ausuferndem Komsumverhalten. Wie ist es in Amerika jung und schwarz zu sein? Wie sieht Rassismus im Alltag aus? Aktueller kann ein Buch momentan nicht sein... Friday Black ist eine Sammlung von 12 Kurzgeschichten die es in sich haben. Storys, die man nicht einfach so wegliest, sondern wirken lassen muss. Der Autor öffnet dem Leser auf ganz eigene Art und Weise die Augen über das aktuelle Amerika. Rassismus, Gewalt und Konsumterror sind die zentralen Themen, mit denen er sich in seinem klasse Debütroman beschäftigt. Er erzählt nicht einfach Geschichten, sondern verpackt sein Anliegen und seine Kritik in einem Mix aus realitätsnahen und dystopischen Kurzgeschichten. Er schreibt in einer klaren, sehr direkten und mitreißenden Art und Weise. Manchmal ziemlich brutal, aber immer auf den Punkt gebracht. Er nimmt eben kein Blatt vor den Mund und bereitet seine Gedankengänge und Überlegungen erfrischend modern für seine Leser auf. Bei jeder seiner Storys waren es für mich die Zwischentöne, die den Leser dazu bringen, sich noch intensiver über die Missstände Gedanken zu machen. "Die Finkelstein Five"- Geschichte ist mein absoluter Favorit im Buch. Erschreckend aktuell angesichts der Unruhen in den USA nach dem Tod von George Floyd, aber auch unbegreiflich mit welch zweierlei Maß Menschen nach Hautfarbe beurteilt werden. Obwohl ich das Buch insgesamt super finde und sehr gerne gelesen habe, fand ich nicht alle Kurzgeschichten gleich stark, die Botschaften, die der Autor darin verpackt hat, jedoch schon. "Friday Black" ist ein aufrüttelnder Debütroman, durch den man sich vorstellen kann, was Rassismus im Alltag wirklich bedeutet und wie tief verwurzelt dieser in der Gesellschaft ist. Es ist allerhöchste Zeit zu begreifen, dass wir alle gleich sind! Fazit: Brandaktuelles, starkes und wachrüttelndes Debüt

Lesen Sie weiter

ich bin von den 12 Kurzgeschichten noch immer sehr mitgerissen, die sich mit den Themen Rassismus, Konsumverhalten, und Gewalt beschäftigen. Dieses Buch ist eine Abrechnung mit den Zuständen in den USA (was aber nicht heißt, dass diese auch nicht auf Österreich/Deutschland zu übertragen sind). ⁣ ⁣ Roxane Gay vergleichte dieses Buch mit “This is America” von Childish Gambino. Was am Anfang als verwirrend erscheint, macht schon nach der ersten Kurzgeschichte komplett Sinn, denn wir werden gezwungen, auf einer komischen Art und Weise, direkt in den Abgrund zu schauen.⁣ ⁣ Ich fand viele Short Stories richtig gut, aber vor allem zwei haben mich zum Nachdenken gebracht. Die 𝐅𝐢𝐧𝐤𝐞𝐥𝐬𝐭𝐞𝐢𝐧 𝐅𝐢𝐯𝐞 handelt von einem weißen Vater, der seine Kinder beschützen will und deswegen fünf Schwarze Kinder mit einer Kettensäge ermordet, denn er fühlt sich von denen bedroht. Der Aufbau dieser Story ist in so vielen Hinsichten genial. Wir begleiten den Protagonisten auf dem Weg zu einem Bewerbungsgespräch, der sich darum bemüht, in der Öffentlichkeit seine Schwarzheit unter Kontrolle zu halten: “Wenn er eine Krawatte und gute Schuhe trug, immerfort lächelte, in Zimmerlautstärke sprach und die Hände eng und ruhig am Körper herabhängen ließ, konnte er seine Schwarzheit auf 4,0 verringern.” Diese Skala verschiebt sich zwischen 1,5 und 10, bis sie am Ende durch seinen Tod auf 0,0 sinkt.⁣ ⁣ Die zweite Story 𝐅𝐫𝐢𝐝𝐚𝐲 𝐁𝐥𝐚𝐜𝐤 beschäftigt sich mit der Absurdität des Black Fridays. Der Protagonist arbeitet als Verkäufer in einem Kleidungsgeschäft und beschreibt die Auswirkungen des Kapitalismus und inwieweit dieser auch unser Familienleben beeinflusst: “Familienzeit braucht Zweiundvierzig-Zoll-High-Definition.” / “Mein Sohn. Liebt mich vor allem an Weihnachten. Ich hab ihn über die Feiertage. Nur ich und er. er will unbedingt das eine haben. Das Einzige. Seine Mutter kauft’s nicht. geht auch mich. Brauche es, um mich wie ein Vater zu fühlen.”⁣ ⁣ Generell finde ich alle Stories richtig cool, wobei ich sagen muss, dass ich sie nicht sofort verstanden habe und manche verstehe ich bis jetzt nicht. Aber gerade deswegen ⭐️⭐️⭐️⭐️

Lesen Sie weiter

Auf Instagram habe ich bereits ein wenig über diese Anthologie gesprochen. Nachdem es viele positive Meinungen zur Wichtigkeit und gewaltigen Überspitzung der Themen gab, wollte ich es unbedingt lesen. Das klang genau richtig für mich: gehaltvoll und wichtig, gewaltig und überspitzt. Während mich die Geschichten genau aus diesen Gründen fesselten, mitrissen und einfach auch gut geschriebene Geschichten waren, zerstörte quasi jedes Ende meinen Eindruck ein klein wenig. Offen, abrupt und/oder sie ließen mich einfach planlos im Regen stehen. Ich fragte mich nicht nur einmal, was das Ende jetzt letztendlich zur Geschichte beitragen sollte. War das die „Quintessenz“ der Kritik & wieso verstehe ich sie scheinbar nie? Aus Neugier habe ich mich nach weiteren Rezensionen zu diesem Buch umgesehen und scheinbar ging es nicht nur mir so. Dennoch möchte ich dieses Buch empfehlen. Denn es bleibt eine wichtige Sammlung an kritisierenden Szenarien der Themen Rassismus und Konsum in Amerika. Leider fühlen sich manche der Geschichten so gar nicht überspitzt an, sondern realitätsnah. Dieses tiefergehende Gefühl beim Lesen und Anregen zum selbstständigen Nachdenken über die aktuellen Zustände für Schwarze macht dieses Buch so unfassbar wichtig.

Lesen Sie weiter

Friday Black von Nana Kwame Adjei-Brenyah ist ein kraftvoller, doch nicht perfekt balancierter Kurzgeschichtenband. Kaum einer der Text ist von vorne bis hinten gänzlich überzeugend, doch einige sind so stark angelegt, dass man darüber leicht hinwegsehen mag. Die längere Auftakt-Erzählung „Die Finkelstein Five“ etwa ist durchweg im besten Sinne brutal. Ein Freispruch aufgrund von „Selbstverteidigung“ gegen eine Gruppe schwarzer Kinder, die bei dieser „Selbstverteidigung“ auf brutale Weise zerstückelt werden, bildet den Hintergrund, Szenen aus dem Gericht sind immer wieder in den Text einmontiert. Junge schwarze New Yorker beginnen etwas, dass sie „naming“ nennen: Gewalttaten gegen willkürlich ausgewählte Weiße, die bis zum Mord gehen können. Dabei werden die Namen der zerstückelten Opfer gerufen und die Täter ritzen sich Zahlen in den Arm. Der Protagonist der Geschichte, dessen Gedanken die meiste Zeit darum kreisen, wie er seine „Schwarzheit“ auf ein Level reduzieren kann, mit dem es beispielsweise beim Vorstellungsgespräch klappt, wird durch einen alten Freund in diese Praktik hineingezogen, das Ganze treibt auf eine erschütternde Klimax zu. Ein durchweg spannender Text, an dem mich die Übersetzung „Schwarzheit“ für blackness etwas störte, das Wort wirkt trotz 1:1 Übersetzung irgendwie sperriger als das Original. Doch fällt mir auch keine bessere ein. Ebenfalls sehr überzeugend ist die Geschichte „Die alte Zeit“, in der ein junger Protagonist, wie anscheinend der Großteil der zeitgenössischen Bevölkerung, von einer Substanz namens „Glück“ abhängig ist, die nur dosiert herausgegeben wird. Menschen werden noch schärfer als in unserer Gesellschaft auf ihre Funktionen hin selektiert, doch es gibt Abweichler, die versuchen zu leben wie in der „guten alten“ (unserer) Zeit. Aber das scheint auch nicht der adäquate Umgang mit dieser Gesellschaftsform zu sein. In die meisten Erzählungen des Bandes Friday Black dringen dystopische und phantastische Momente hinein, wobei offener Rassismus und alltagsrassistische Verhaltensweisen eine besondere Rolle spielen. Dabei scheinen die Geschichten nicht alle in der gleichen Nah-Zukunft zu spielen, sondern jede in ihrer eigenen, manche mag man aber auch im Hier und Jetzt ansiedeln wollen. Das Dystopische ist vor allem folgerichtige Überzeichnung jetziger Missstände. Überhaupt sind die Unterschiede meist nicht groß, man kann sie genauso gut als rein metaphorische Überspitzung und Auswüchse der Psychen der Protagonisten ansehen, mit Ausnahme vielleicht von „Die alte Zeit“. Das funktioniert nicht immer gut. In „Das Krankenhaus wo…“ etwa verschreibt ein junger Mann sich dem „zwölfzüngigen Gott“, um Schriftsteller zu werden und richtet zum Ende hin, als die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen, großes Chaos an. Das wirkte in einem sonst interessanten Text eher aufgesetzt. Und die Titelgeschichte „Friday Black“ ist ein überdrehtes Blackfriday-Gemetzel, das an die bekannte Southpark-Dreifachfolge erinnert, nur ohne deren Witz. Aber im Großen und Ganzen handelt es sich um einen Band mit Erzählungen, die wirklich einmal mit frischen Ideen und vor allem dem Drang dazu daher kommen, diese auch in überzeugend konsistenter Weise auszuarbeiten und nicht bei Effekten zu verharren. Man sollte auf jeden Fall im Auge behalten, was von Nana Kwame Adjei-Brenyah in Zukunft noch erscheint. Hier könnte ein Autor heranwachsen, der sich nicht in Spielereien für die Akademie verliert, und der trotzdem ernsthaft daran arbeitet, gesellschaftliche Verwerfungen ästhetisch zu greifen. Einer, der tatsächlich Literatur schaffen will und nicht irgendetwas im langweiligen Niemandsland zwischen Zeitvertreib für die Massen und Kreuzworträtsel für die gebildeten Klassen.

Lesen Sie weiter

Zum Inhalt: Auftakt zu den 12 Kurzgeschichten bildet die Erzählung über die "Finkelstein 5", bei der ein Weißer sich von fünf schwarzen Kindern bedroht fühlt und sie brutal mit der Kettensäge tötet. Er wird allerdings vom Gericht freigesprochen, was eine Welle an Racheakten durch Schwarze nach sich zieht. Ebenso brutal sind die Storys zu dem maßlosen Konsumverhalten der Amerikaner an "Black Friday". Dann wiederum geben einige futuristisch angesiedelten Erzählungen einen düsteren und schockierenden Einblick in die vielleicht nicht so ferne Zukunft, in der Genmanipulation zum allmählichen und unausweichlichen Zerfall der Gesellschaft führt. Dieser Debütroman steckt voller erschreckender Abhandlungen über die menschliche Psyche... Meine Leseerfahrung: Dieses Buch ist ganz klar überspitzt und voller düsterer und brutaler Geschichten. Aber es ist dennoch wichtig, dass es gelesen wird. Denn dem Leser wird ein Spiegel vorgehalten, dem er nicht im Stande ist, auszuweichen. Wenn man eine Veränderung in der Gesellschaft, insbesondere auf sozialer Ebene, erreichen möchte, dann muss man die Veränderung zunächst an sich selbst vornehmen. Und dafür muss man eben fühlen. Jede einzelne dieser fiktiven Storys versetzt den Leser in die Rolle der Protagonisten und lässt ihn die Situation mit anderen, für ihn höchstwahrscheinlich ungewohnten Augen sehen. Dabei ist es beachtenswert, dass der Autor kaum eine Sentimentalität fühlen lässt und völlig objektiv in seiner Erzählweise bleibt, obwohl die aufgezeigten sozialen Themen wie Rassismus, Brutalität, Abtreibung, Amoklauf eines Studenten etc. wirklich keine leicht zu verdauenden Faktoren sind. Es ist einfach unangenehm, verstörend und mit Sicherheit möchte keiner in solchen Welten leben. Dabei ist Alltagsrassismus allgegenwärtig und auch die anderen heiklen Themen sind durchaus aktuell, die unheilvollen Zukunftsvisionen durchaus im Bereich des Möglichen. Im Kern geht es doch schließlich immer um den Wert und die Würde eines jeden Menschen und wie diese behandelt werden. Ich muss gestehen, dass mir nicht sämtliche Geschichten zugesagt haben; vor allem solche mit offenen Enden, die zudem abrupt kommen. Das ist aber bei dystopischen Erzählweisen nicht ungewöhnlich. Wer hier meint, nach einer bestimmten Symbolik suchen zu müssen, dürfte enttäuscht werden. Die Geschichten sind bereits offen und direkt, die überzogenen Darstellungen brutal ehrlich und haben meist einen bitteren Nachgeschmack. Ich kann mir vorstellen, dass ein Großteil der Leser sich schwer damit tun wird, dieses Buch richtig einzuordnen. Für die Menschen in den USA ist "Friday Black" höchstwahrscheinlich aufrüttelnd und prophetisch in Anbetracht der dortigen politischen Lage. Aber auch wir sollten uns vorsehen, denn die in diesem Buch behandelten Themen betreffen auch mehr oder weniger uns alle, wenn auch vielleicht mit einem leicht veränderten Szenario. Fazit: Schockierend, hart und düster erzählte Kurzgeschichten, die die tiefsten Abgründe der Menschen aufzeigen und dabei mutig  heikle Themen behandeln. So verschieden diese auch sein mögen, so sind sie doch alle politisch und äußerst aufrüttelnd. Nicht völlig außergewöhnlich, aber durchaus außerhalb der gewohnten Literatur, ist dieses Buch insbesondere für alle interessant, die schmerzvolle Wahrheiten ertragen können.

Lesen Sie weiter