Leserstimmen zu
Friday Black

Nana Kwame Adjei-Brenyah

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Zu Friday Black habe ich bisher recht gemischte Stimmen gehört und es fühlt sich an, als würde ich alle vereinen. Wo die einen schreiben, dass sie wahnsinnig begeistert von der Tiefe der Kurzgeschichten waren, schreiben andere, dass es teils zu kryptisch war. Manche fanden gewisse Storys zu verstörend und Düster, wieder andere waren total vom Humor angetan. Ich finde, dass das Buch alles vereint hat, ohne zu überladen zu wirken. Ich mochte das kryptische, mochte, dass ich selbst bei einer zwei-Seiten-Kurzgeschichte angehalten war, darüber nachzudenken. Vorallem die erste Geschichte “Die Finkelstein five” war unheimlich ausdrucksstark und blieb mir bis zum Schluss in Erinnerung - leider ist das aber auch mein Kritikpunkt: Keine andere kam an die erste ran, keine andere konnte mich so überzeugen wie diese. Ab ungefähr der Mitte war mir teils nicht nach lesen zumute, einfach weil ich es nichtmehr so gut fand, weil die erste Geschichte meine Erwartungen an alle anderen so hochgeschraubt hat, dass diese nichtmehr erfüllt werden konnten. Trotzdem: Ein wahnsinnig lesenswertes Buch. Erinnert mich etwas an Black Mirror, falls euch das was sagt. Definitiv so verstörend ist es allemal.

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„Friday Black“ ist einer der Überraschungserfolge des Jahres 2020 und liegt seit Frühjahr dieses Jahres in deutscher Übersetzung vor. Die zwölf, teils drastischen Kurzgeschichten des jungen afroamerikanischen Autors sind jedoch von unterschiedlicher Qualität… Interessant zu lesen ist der Band jedoch allemal, vor allem in diesen aufwühlenden Zeiten von #blacklifematters und Ereignissen, wie dem Mord an George Floyd in Minneapolis, der die USA nicht zur Ruhe kommen lässt. Manche dieser Geschichten sind seltsam belanglos, einige bleiben dafür umso stärker haften, etwa, wenn Adjei-Brenyah in einer Geschichte von einem Mann erzählt, der versucht seine Blackness auf einer Skala von 1 bis 10 einzuordnen, getrieben von dem Ansinnen diese zu senken oder der Beschreibung alltäglicher Situationen, wie etwa den erniedrigenden Taschenkontrollen beim Verlassen eines Geschäftes. Neben dem allgegenwärtigen Rassismus geht es in den Short-Stories um Konsumkritik, Gewalt und Unterdrückung, oftmals in einer dystopischen Welt. Wie bereits eingangs erwähnt, sind nicht alle Geschichten von gleicher Qualität, aber allein nur der wortgewaltigen Sprache und dem Ideenreichtum wegen, lohnt sich die Lektüre dieses kraftvollen Debüts.

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Die ersten drei Kurzgeschichten versprachen Kohäsion - einen roten Faden - und ich war gespannt auf das Netz aus Rassismus, Gewalt und Konsum und wie sich diese Schnittpunkte bedingen. Aber dann gab es doch klare cuts. „Das Krankenhaus, wo“ und „Durch den Blitz“ zB waren Geschichten, die mir überhaupt nichts gegeben haben, weil sie zu spekulativ waren. Die Geschichten über Konsum waren eindrucksvoll, aber auch wiederholend, was für mich die Frage aufwirft, warum es nötig war alle drei Geschichten mit einzubinden. Andersrum, haben mich „Die Finkelstein Five“ und „Zimmer-Land“ sofort abgeholt und begeistert. Ich denke, dass in Kurzgeschichten oft experimentiert wird, was nicht immer in voller Stärke bei jedem Leser ankommt. So auch bei mir. Trotzdem war es ein starkes Debüt mit fesselnden Schreibstil. Ein Roman von Adjei-Brenyah würde mich sehr interessieren.

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Ich bin, ehrlich gesagt, immer noch ein wenig sprachlos. Dieses Buch hat mich bis in meine Träume verfolgt. Bei „Friday Black“ handelt es sich um eine Kurzgeschichtensammlung, die sich mit vielen gesellschaftskritischen Themen befasst. So geht es um Rassismus, Konsumwahn, Abtreibung, Mord und vieles mehr. Teilweise sind die Geschichten sehr dystopisch und in der Regel immer verstörend. Die Geschichten waren dennoch nicht immer einfach zu verstehen und ich bin mir nicht bei jeder sicher, ob ich sie alle korrekt verstanden habe. Trotzdem ist es auch genau das, was mir so gut gefallen hat. Man muss auch im Nachhinein noch drüber nachdenken. Es ist nichts, was man mal eben so nebenbei lesen kann. Einige Geschichten haben mich auch stark an die Serie „Black Mirror“ erinnert. Die meisten waren allerdings auch sehr brutal, also ist es vermutlich wirklich nicht für jeden was. Von mir gibt es also 4/5 ⭐️!

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„Emmanuel hatte angefangen, die Grundlagen seiner Schwarzheit zu lernen, noch bevor er schriftlich dividieren konnte: zu lächeln, wenn er wütend war, zu flüstern, wenn er am liebsten geschrien hätte.“ In seinen „Friday Black. Storys“ entführt Autor Nana Kwame Adjei-Brenyah Leser*innen in die (nicht immer allzu ferne) dystopische Zukunft: Zwölf eigenständige Kurzgeschichten vermitteln eindringliche Perspektiven zwischen brutalen Gewalteskapaden und Momenten des Fantastischen – übergeordnet in die Themen Rassismus, Gewalt und Konsum. Jede einzelne Geschichte versteht sich als eine Kritik an der Gesellschaft selbst und das überspitzte Handeln aller Protagonist*innen führt somit zu einer düsteren und eindringlichen Verzerrung, die teilweise sogar komisch anmutet – pechschwarz und bitterböse, wie der Titel selbst. Vielschichtig, abwechslungsreich und originell gestaltet Adjei-Brenyah seine Erzählungen und bannt Leser*innen wortgewandt inmitten der Handlungen. Sein klarer Stil ist geradezu hypnotisch-eindringlich und regt in seiner Distanziertheit zum Nachdenken, wie auch den Wunsch zum Auswerten der Geschehnisse an – was ich an dieser Stelle entschieden empfehlen möchte. Einige Texte sind extrem verstörend, andere auf wunderbare Art skurril und grotesk. In jedem aber, steckt das Potenzial, um ergründet zu werden. Ich selbst bin den Geschichten zusammen mit @coffeecakesandbooks auf die Spur gegangen, habe diskutiert und interpretiert und wurde teilweise ernüchtert, manchmal erheitert und wenige Male ratlos zurückgelassen. „Friday Black. Storys“ ist ein kraftvoller, doch nicht perfekt balancierter Kurzgeschichtenband. Trotzdem sind einige seiner Texte so stark angelegt, dass ich darüber leicht hinwegsehen konnte und mich bereits auf das nächste Buch von Nana Kwame Adjei-Brenyah freue (wenn seine Kurzgeschichten schon so stark sind, wie großartig würde dann sein erster Roman sein?). Klare Leseempfehlung für Fans von Kurzgeschichten und Dystopien, aber auch allen Menschen, die gern ihre Perspektive ergänzen und diverser Lesen möchten!

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Friday Black besteht aus 12 Kurzgeschichten, wobei jede eine andere Thematik aufgreift. Sei es Rassismus, Abtreibung, Konsumwahnsinn, Gewalt usw. Dieses Buch besteht aus so vielen Facetten, das es zu etwas ganz besonderem wird. Bei vielen Story's bleibt einem die Luft weg und es stellt sich ein sehr beklemmendes Gefühl ein. Das ist auf jeden Fall keine Abendlektüre kurz vor dem Schlafen gehen oder ein Buch das man mal schnell durch liest. Man sollte sich die Zeit nehmen und über den Hintergrund der Geschichten nachdenken. Denn eins verspreche ich, es wird unter die Haut gehen! Es ist sowohl aufwühlend, als auch sehr ergreifend und bewegend. Manche Erzählungen sind etwas verwirrend und ich konnte nicht so ganz den Hintergrund und den Sinn daran verstehen. Aber der Autor wird sich dabei schon etwas gedacht haben. Teilweise wirken viele Geschichten sehr überspitzt, aber genau das ist der Grund was dieses Buch so besonders macht. Viele Themen sind garnicht so weit von unserem Alltag entfernt und hier wurde eine besondere Erzählweise gewählt um dies anschaulich darzustellen und einem die Augen zu öffnen. Der Autor nimmt hier kein Blatt vor den Mund und der Schreibstil wirkt dabei manchmal ziemlich brutal, aber doch erschreckend ehrlich. Ich möchte hier nicht zu sehr auf den Inhalt des Buches eingehen, um nicht zu viel zu verraten. Jedoch gibt es von mir eine klare Leseempfehlung.

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»Emmanuel trat in die Welt hinaus, seine Schwarzheit stabil bei 7,6.« 4/5 ⭐️ Dieses Cover hat mich sofort angezogen. Die Farben, das Motiv, der Titel. Kurzerklärung, da viele das Buch wahrscheinlich nicht kennen werden: Zwölf Kurzgeschichten, die sich im Bereich Horrorkomödie bewegen. Gerade die erste Geschichte hat mich unfassbar fassungslos zurückgelassen. Ich war schockiert von dem Inhalt, der sich um das alltägliche Leben eines Schwarzen & um einen Mordprozess drehte. Alleine für die erste Geschichte (aus der auch das Zitat stammt!) lohnt sich dieses Buch. Aber es kann noch so viel mehr. Alle Geschichten thematisieren Probleme der (amerikanischen) Gesellschaft & das auf eine Art & Weise, die mich hat staunen lassen. Abtreibung, Alleinerziehende Mütter, Kaufwahn, Gerechtigkeitswunsch mit Mordlust. All das & viel mehr wird erzählt. Teilweise erinnern Elemente an Bereiche aus dem Horror (aber keine Angst, es ist nicht gruselig), die aber von Elementen der Comedy getragen werden. Nebendies hat mich aber einfach die Erzählweise überzeugt. Denn jede Geschichte war eigen. Der Erzähler bestimmte den Schreibstil & es wirkte alles sehr stimmig. Auch die Ideen beispielsweise des Gerechtigkeitswunsches zu verarbeiten (erinnerte ein bisschen an Westworld) war in der Kürze der Geschichte super umgesetzt, auf den Punkt & einfach unterhaltend, während es gleichzeitig zum Nachdenken anregte. Ich hab mich echt oft gefragt, wie der Autor auf die Idee für genau diese Umsetzung gekommen ist. Hut ab! Warum keine fünf Sterne? Wie das bei Kurzgeschichten so ist, kann man sie auch gut mal für ein paar Tage zu Seite legen. Es gab auch ein bis zwei, die ich eher flüchtig überlesen habe, weil sie mir einfach nicht so besonders gefallen haben. Der Großteil ist aber absolut überzeugend! —————————— Ein paar der Geschichten (gerade die erste!) sind mir wirklich nachhaltig im Kopf geblieben. Wer Kurzgeschichten mag, alle die sie gern mal ausprobieren wollen & jeder der sonst so gerne Bücher liest, sollte sich dieses Buch mal näher anschauen. Ich verspreche euch, ihr werdet garantiert nicht enttäuscht werden.

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Wow, selten habe ich mich so schwer getan, ein Buch in Worte zu fassen. „Friday Black“ ist ein sehr gefeiertes Debüt - und ich verstehe, warum. Mit zwölf verschiedenen Kurzgeschichten, die nichts und doch irgendwie alles miteinander verbindet, verleiht der junge Autor Nana Kwame Adjei-Brenyah seinem Buch eine wahnsinnige Kraft. In ihrer Dystopie erinnern die Geschichten wirklich sehr an die ebenso gefeierte Serie „Black Mirror“ (Wer sie nicht kennt… Ihr wisst schon!). Auf diese Weise wird eine erschreckende Verbindung zwischen völliger Absurdität und schmerzhafter Realität geschaffen. Ganz schön schwer zu verdauen, muss ich sagen, aber eben völlig wirksam. Gerade, weil die Einzelgeschichten so anspruchsvoll, so kraftvoll sind, wird man als Leser*in nur so von Geschichte zu Geschichte geschmettert. Hat kaum Zeit, über das Gelesene nachzudenken. Am Ende bleibt bei mir also irgendwie ein Gefühl der Unvollständigkeit. Aber auch das ist ja nicht unbedingt schlecht. Schließlich müssen Bücher uns ja auch nicht alles vorkauen. Oder? Ich brauche jedenfalls noch etwas Zeit zum Nach-Denken. Ja, auf jeden Fall.

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