Leserstimmen zu
Erebos 2

Ursula Poznanski

Erebos (2)

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Nach einem fesselnden und spannenden ersten Band von Erebos war ich gespannt was mich im zweiten Band erwartet. Der Sprecher des Hörbuches Jens Wawrczeck hat eine klare und verständliche Stimme. Ich habe ihm gerne zugehört und er passt gut zur Story. Das Hörbuch hat eine Spielzeit von 15 Stunden und 15 Minuten. Das Spiel (Erebos) ist zurück und noch viel gewaltiger als zuvor. Es war richtig spannend zuzuhören und Nick Dunmore zu begleiten. Es ist beängstigend, wie schnell sich Menschen beeinflussen lassen und wie ein Computerspiel das Leben auf den Kopf drehen kann. Einige gelungene Fortsetzung von Erebos.

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Neun Jahre, nachdem Ursula Poznanskis erster Cyber-Jugendthriller “Erebos” erschienen ist, wollte die Autorin eine Fortsetzung schreiben, die das Abenteuer mit dem Computerspiel Erebos auf dem heutigen Stand der Technik fort spinnt. Auch in “Erebos 2” gewinnt also das Spiel immer mehr die Herrschaft über das Leben der Spielenden – ein süßer, packender Kitzel, dem man sich kaum entziehen kann. Die Autorin erzählt diesen Plot so fesselnd wie ihr Spiel und überrascht dabei mit mancher überraschenden Wendung. Temporeich jagt sie ihren sympathischen Helden Nick durch eine klug durchdachte Story, bei der sich die Ebenen der virtuellen Spielewelt mit dem realen Geschehen vermischen. Wunderbar gelesen von Jens Wawrczeck.

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Im Gegensatz zum ersten Teil, habe ich beim zweiten Teil die nur leicht gekürzte Fassung gehört. Ich kam dieses Mal nicht ganz so schnell und gut in die Geschichte rein. Es kam mir etwas langatmig vor und ich überlege, ob es daran liegt, dass ich beim letzten Mal die gekürzte Fassung auf den Ohren hatte. Neu ist, dass die Geschichte nun nicht mehr nur aus der Perspektive von Nick erzählt wird, sondern abwechselnd auch aus der von Derek. Ich bin dieses Mal leider nicht ganz so gefesselt wie beim ersten Mal. Außerdem hab ich mich die ganze Zeit gefragt wie Nick so dumm sein kann, sich Erebos wieder so zu Füßen zu werfen. Hat er denn gar nichts dazu gelernt? In Erebos 2 schaut der Leser also von zwei unterscheidlichen Perspektiven auf die Situation. Dereks Sicht ist quasi die frische, unvoreingenomme. Also ein frisches Opfer für Erebos und die zugehörigen Machenschaften. Mit Nick haben wir einen Veteranen am Start. Er kennt das Spiel bereits aus der ersten Runde und hat eine ungefähre Ahnung, auf was das hier hinauslaufen könnte. Nach dem ersten Viertel wurde es für mich erst richtig interessant. Denn hier beginnt Nick einen alten Bekannten (Victor) zu kontaktieren, der mir bereits aus dem ersten Teil ein Begriff ist. Das war für mich der Punkt, an dem es endlich spannend wurde. In dieser Fortsetzung wirkt Erebos auf mich weniger düster. Es hat ein wenig von seiner bedrohlichen Präsenz eingebüßt, wenn ich es mit dem ersten Band vergleiche. Ich war nicht ganz so gefesselt, in der ersten Hälfte, sogar öfter mal gelangweilt. Technisch gesehen hat Erebos in der heutigen Zeit natürlich wesentlich mehr Möglichkeiten als früher. Das Spiel ist also nicht mehr nur an den Computer Zuhause gefesselt, sondern hat durch permanten Smartphone-Nutzung eine ständige Präsenz. Die Truppe um Victor und Nick kam mir irgendwie nicht schnell genug in die Gänge. Die haben vielleicht die Ruhe weg. Ich hatte mir hier mehr Aktion erhofft. Erst im letzten Drittel wird dieses Team wieder mehr aktiv. Diese Suche nach dem neuen Auslöser hat mich wirklich fesseln können. Ich wollte unbedingt wissen wer Erebos dieses Mal aktiviert hat und welches Ziel derjenige verfolgt. Es hat wirklich Spaß gemacht, alte Bekannte wiederzusehen. Obwohl ich wirklich interessiert und stellenweise an die Worte des Sprechers gefesselt war, hat diese Fortsetzung doch auch die ein oder andere Länge für mich bereitgehalten. Die Hintergründe, die zur erneuten Aktivierung von Erebos geführt haben fand ich sehr spannend, ich hätte mir aber noch mehr Information dazu gewünscht. Insgesamt blieb alles etwas vage und wenig detailliert. Das Ende hat ein bisschen was von Lagerfeuer-Romantik. Der Sprecher hat mir, genau wie im ersten Teil, sehr gut gefallen. Die einzelnen Abschnittsübergänge waren stellenweise etwas ruppig, was wohl am Schnitt und der Zusammenstellung liegt. Fazit: Nachdem ich erst kürzlich den ersten Teil von Erebos gesuchtet habe, war ich total gespannt auf den zweiten Teil. Erebos 2 hatte durchaus einige spannende Momente und das Wiedersehen der alten Veteranen war sehr interessant. Der Abschluss der Geschichte stimmt mich zufrieden. Insgesamt bleibt diese Fortsetzung jedoch ein Stück hinter dem Auftakt zurück, der mich weitaus mehr fesseln konnte. Was die Einbindung technischer Möglichkeiten angeht, hätte die Autorin aus meiner Sicht sogar noch etwas mehr ausholen können.

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Wer einst ebenso wie ich in den ersten Teil von EREBOS eingetaucht ist, wird sich wohl an Nick, einen der damaligen Spieler, erinnern. Tja, ihn hat die Vergangenheit eingeholt, denn eines Tages erscheint ein Icon mit dem altbekannten, geliebhassten Symbol auf seinem Smartphone. Wie wir alle wissen, lohnt es nicht, sich dem Spiel zu verweigern, denn es sitzt – zumindest war es im ersten Teil bis zu einem gewissen Punkt so – am längeren Hebel und wer auch immer dahintersteckt, hat Macht, um seinen Spielern nicht nur auf virtueller Ebene, sondern auch im realen Leben mehr als Steine in den Weg zu legen. Schnell hat mich wieder die Faszination gepackt, denn das EREBOS von damals ist technisch stringent sehr gut weiter entwickelt worden. So rückt es sich nicht allein über den Computer in den Fokus, es erobert ebenfalls Smartphone, Navi und Co, wodurch der Unbekannte, der das Spiel aktiviert haben muss, seine Spieler noch mehr in der Hand hat und sie noch besser kontrollieren kann, als es beim Prototyp möglich war. Aber Nick weiß, wo der Hase lang läuft. Auch wenn sein erster Einsatz bereits zehn Jahre zurückliegt, kennt er noch die Regeln, Tricks und Kniffe… Ihn umtreibt ebenso wie mich von Anfang an die Frage, wer ein Interesse daran haben könnte, EREBOS aus der Versenkung zu holen, und vor allem, warum. Welcher Zweck wird verfolgt, wobei werden Nicks Dienste benötigt, welche Aufgaben wird er zu lösen haben? In einem zweiten Handlungsstrang rekrutiert das Spiel den sechzehnjährigen Derek, einen Schüler, der dem Spiel viel unbedarfter gegenübertritt als Nick. Diese Auswahl an Hauptcharakteren empfinde ich als sehr gelungen, denn während Nick versucht, EREBOS auf die Schliche zu kommen und die Hintergründe zu erfahren, wobei es zu vielen spannenden, undurchsichtigen und teils gefährlichen Situationen kommt, ist bei dem Schüler alles meist ein paar Nummern kleiner gehalten. Diese Passagen sind gut geeignet, um die neuen Erkenntnisse und Erlebnisse Nicks zu verarbeiten und sacken zu lassen. Denn bei Derek geht es nicht ganz so extrem zu, man kann etwas durchschnaufen. Dadurch dass wir in den entsprechenden Passagen alles durch die Augen eines Teenies sehen, der das Spiel zum ersten Mal erlebt, kamen bei mir immer wieder Erinnerungen an den ersten Teil hoch, und ich fühlte mich zunehmend auf bekanntem Terrain. Logischerweise gibt es in der Spielwelt nicht viele Neuerungen, da wir uns lediglich in einer technisch verfeinerten Version befinden. Dafür sind die Schauplätze, Charaktere und Handlungen in der wirklichen Welt umso intensiver und undurchsichtiger gestaltet. Auch ist die Verwebung von Fiktion und Realität wieder sehr gelungen. Gut gefallen hat mir die Weiterentwicklung der alten Bekannten des ersten Teils – neben Nick tauchen im Verlauf der Geschichte weitere ehemalige Figuren auf -, aber auch die neu installierten haben ihre Rollen gut auf ihre Leiber geschrieben bekommen. Besonders möchte in dieser Stelle den Sprecher Jens Wawreczeck loben. Er liest, als sei er alle Figuren des Jugendbuches zugleich, setzt jeden einzelnen Charakter überzeugend um – mir läuft immer noch ein Schauder über den Rücken, wenn ich an den Boten denke -, und hat ein unglaublich gutes Gespür für die verschiedenen Stimmungen, die sich entwickeln. Schließlich, nach vielen verschiedenen Aufträgen hüben und drüben, werden nach und nach die Fragen, die sich unweigerlich ergeben haben, beantwortet. Der Leser erfährt weit vor dem Ende, wer hinter der Aktivierung steckt…. jedoch nutzt einem das nicht allzu viel. Denn die Aussage, die sich im Buch verbirgt, offenbart die Autorin erst ganz zum Schluss. Die Thematik hat mich überrascht, denn sie hat nicht viel mit dem Spiel an sich zu tun, aber das muss sie ja nicht zwangsläufig. Ebenso wie der erste Teil hat mich „EREBOS 2“ sehr gut unterhalten. Ich habe Nick und Derek gerne auf ihren Wegen begleitet, mit ihnen gefiebert und mit Spannung die letztlich lückenlose Auflösung herbei gesehnt. Die tolle Sprecherleistung ist dann noch das Tüpfelchen auf dem „I“. Inhalt Zehn Jahre nachdem Nick Dunmore dem Computerspiel »Erebos« das Handwerk gelegt hat, taucht auf seinem Handy das vertraute Symbol wieder auf: ein rotes E. Wo es herkommt, ist Nick ein Rätsel, selbst installiert hat er das Programm jedenfalls nicht. Doch das ändert nichts an der Tatsache, dass das Spiel ihm seinen Willen aufzwingt. Es kontrolliert alle seine technischen Geräte, überwacht jeden seiner Schritte und lässt erst dann locker, wenn er wieder in die dunkle Welt von Erebos eintaucht. Autorin Ursula Poznanski, 1968 in Wien geboren, veröffentlicht seit 2003 Kinderbücher. Für »Die allerbeste Prinzessin« erhielt sie den Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Wien 2005 und stand auf der Auswahlliste für den Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis. Sie lebt mit ihrer Familie im Süden von Wien. Ihr Cyberthriller »Erebos« wurde von der Jugendjury mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2011 ausgezeichnet. Ende 2011 erschien ihr zweiter Jugendroman, der Thriller »Saeculum«. Es folgten »Layers« (2015), »Elanus« (2016), »Aquila« (2017) und »Thalamus« (2018). Sprecher Jens Wawrczeck, in Dänemark geboren, erhielt seine Schauspielausbildung in Hamburg, Wien und New York. Seitdem ist er regelmäßig auf der Bühne zu sehen und hat seit seinen Anfängen beim NDR-Kinderfunk in unzähligen Hörspielen mitgewirkt. Seit 1979 ist er Teil des Kult-Trios „Die drei ???“. In seiner eigenen Hörbuchedition AUDOBA widmet er sich außergewöhnlicher und in Vergessenheit geratener Literatur, u. a. den Romanen, die der große Sir Alfred Hitchcock verfilmt hat. Jens Wawrczeck wurde sowohl als Schauspieler als auch als Hörbuchinterpret mehrfach ausgezeichnet. 2016 erhielt er den Sonderpreis des Deutschen Hörbuchpreises. Sein gesangliches Können stellt er auf seinem Soloalbum „Lost in Filmsongs“ unter Beweis. Quelle: Randomhouse/ der Hörverlag

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Dieses Hörbuch hat sich sofort unser Sohn geschnappt und bei seinen zahlreichen Bahnfahrten gehört. Erebos 1 war sein Lieblingsbuch, deshalb hat ihn Erebos 2 interessiert. Beschreibung des Hörbuches: „Erebos 2“ ist 2019 im „der Hörverlag“ im mp3-Format mit einer CD erschienen. Die Laufzeit beträgt 12 Stunden und 22 Minuten. Kurze Zusammenfassung: Erebos 2, die Nachfolge-Geschichte von Erebos beginnt mit dem Erscheinen einer vertrauten App auf den Geräten ehemaliger Mitspieler. Jemand muss Erebos ein Update verpasst und zusätzlich ein neues Ziel in der realen Welt gesetzt haben. Menschen verschwinden, Telefonanrufe und E-Mails werden von vermeintlich echten Personen ausgeführt und lassen ganze Beziehungen als Druckmittel zerbrechen. Zu Beginn befolgen die Spieler das, was von ihnen verlangt wird. Wenn sie sich weigern, geschehen vorher angesagte Dinge. Allmählich wird ihnen bewusst, dass sie keine Chance haben. Wie es ausgehen wird, das wissen nur das Spiel und die Beteiligten. Mein Leseeindruck: Das Hörbuch startet mit zwei Parallelsträngen und wechselt während der gesamten Erzählung in regelmäßigen Abständen zum jeweils anderen. Die Erzählstimme passt sich dabei in den jeweiligen Rollen an, was zur Unterscheidung gut ist, jedoch gerade bei der Imitation des unheimlichen Spielerboten recht kratzig wirkt und damit unangenehm zum Zuhören ist. Das Hörbuch benötigt eine gewisse Aufmerksamkeit, sonst ist schnell vergessen, was zuvor passiert ist und warum anschließend etwas Bestimmtes geschieht. Wem also Zuhören schwerfällt, sollte sich eher das Buch zur Hand nehmen. Auch gestrecktes Hören mit Pausen ist aus genannten Gründen eher weniger zu empfehlen. Gerade bei den vielen Charakteren könnte ein Leser viel besser zwischen ihnen differenzieren, als wenn nur zugehört wird. Verglichen mit dem ersten Buch wirkte das zweite Buch leider etwas weniger fesselnd. Die Neugier wird zwar geweckt, die Spannung blieb aber unter den Erwartungen. Dies kann auch an den besagten Problemen der Hörfassung liegen. Leserinnen und Leser, die das erste Buch nicht kennen, können trotzdem einen leichten Einstieg finden. Fazit: Insgesamt ist der Nachfolger von Erebos gelungen. Hörer und Leser sollten sich jedoch Zeit nehmen, um aufmerksam der Geschichte folgen zu können.

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Erebos 2

Von: ZeilenZauber

09.10.2019

‘*‘ Meine Meinung ‘*‘ Des besseren Verständnisses wegen, sollte man „Erebos“ vorher lesen. Denn es gibt einiges, was der Leser dann besser einordnen und verstehen kann. Wieder übernimmt Erebos Kontrolle über das Leben von Menschen und dieses Mal noch stärker als vor 10 Jahren. Zu Beginne fragte ich mich häufig, wie alles zusammenhängt, doch im Laufe der Handlung wurden die Beziehungen immer deutlicher und zum Schluss löst sich alles auf und das Gesamtbild wird sichtbar. Doch der Weg dorthin wird von Kapitel zu Kapitel spannender und so richtig in Fahrt kommt alles im letzten Drittel. Die Charaktere sind interessant. Die jungen Figuren fand ich glaubwürdig und ihre Handlungen nachvollziehbar. Da gab es auch einige Parallelen zu „Erebos“. Doch die älteren Charaktere, die schon einmal mit Erebos zu tun hatten, haben mir zum größten Teil überhaupt nicht gefallen. Es ist mir schleierhaft, wie ein erwachsener Mensch sich von einer KI so beeinflussen lassen kann. Vor allen Dingen, wenn man sie bereits kennengelernt hat. Die Ideen der Autorin sind klasse und ich bin echt über die Perfidität erstaunt. Da wurde tief in die Kiste der Niederträchtigkeit gegriffen. Doch genau das machte auch den Reiz aus. Ich fragte mich immer wieder, welche Gemeinheit kommt jetzt. Jens Wawrczeck hat hervorragend gelesen und transportiere Gefühle und Gedanken. Was für mich aber total unverständlich ist, dass die Charaktere die Auflösung so entspannt hinnehmen. Für mich schien es so, als wenn alle „Jesus mit Alzheimer“ wären -> vergeben und vergessen. Klingt jetzt kryptisch, aber mehr würde zuviel verraten. Ich weiß jedenfalls, dass ich spätestens am Ende Konsequenzen gezogen hätte. Deshalb gibt es auch nur 4 Programm-Sterne, denn so leidensfähig wäre ich für niemanden. ‘*‘ Klappentext ‘*‘ Erebos ist zurück ... und es hat dazugelernt Zehn Jahre nachdem Nick Dunmore dem Computerspiel »Erebos« das Handwerk gelegt hat, taucht auf seinem Handy das vertraute Symbol wieder auf: ein rotes E. Wo es herkommt, ist Nick ein Rätsel, selbst installiert hat er das Programm jedenfalls nicht. Doch das ändert nichts an der Tatsache, dass das Spiel ihm seinen Willen aufzwingt. Es kontrolliert alle seine technischen Geräte, überwacht jeden seiner Schritte und lässt erst dann locker, wenn er wieder in die dunkle Welt von Erebos eintaucht.

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Ursula Poznanski hat es getan: es gibt einen zweiten Band zu Erebos*. Band eins habe ich geliebt! Entsprechend hoch sind meine Erwartungen an den zweiten Band gewesen. Zusätzlich wurden meine Erwartungen durch die starke Präsenz in den sozialen Netzwerken erhöht. Ob der zweite Band mich überzeugen konnte und was ich von dem Hörbuch halte, erfahrt ihr hier. Um nicht zu spoilern, habe ich hier noch einmal den Klappentext vom ersten Band: Erebos.png„In einer Londoner Schule wird ein Computerspiel herumgereicht – Erebos. Wer es startet, kommt nicht mehr davon los. Dabei sind die Regeln äußerst streng: Jeder hat nur eine Chance. Er darf mit niemandem darüber reden und muss immer allein spielen. Und wer gegen die Regeln verstößt oder seine Aufgaben nicht erfüllt, fliegt raus und kann Erebos auch nicht mehr starten. Erebos lässt Fiktion und Wirklichkeit auf irritierende Weise verschwimmen: Die Aufgaben, die das Spiel stellt, müssen in der realen Welt ausgeführt werden. Auch Nick ist süchtig nach Erebos – bis es ihm befiehlt, einen Menschen umzubringen …“ (Quelle: Loewe Verlag*) Verraten kann ich euch allerdings, dass Nick wieder eine Rolle spielen wird. Nick und auch alle andren Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Sie haben Tiefe, überzeugen und ihre Handlungen sind nachvollziehbar. Ursula Poznanski gelingt es mit der ersten Seite, die Erinnerungen an Band eins wieder zu erwecken. Wie im ersten Band ist die Story spannend, gut durchdacht und enthält keine Logikfehler. Schade fand ich, dass ich ca 150 Seiten vor Ende des Buches „wusste“, wer Erebos erneut auf den Plan gerufen hat. Aber das ist Kritik auf extrem hohem Niveau. Das Hörbuch* wird wieder von Jens Wawrczeck gesprochen, der seinen Job erneut ausgesprochen gut macht. Er erzeugt mit seiner Stimme an den richtigen Stellen die richtige Spannung und sorgt so dafür, dass man das Hörbuch gar nicht mehr abschalten möchte. Jens erzeugt mit seiner Stimme genau so einen Sog wie Ursula Poznanski mit ihrem einzigartigen Schreibstil. Erebos ist ein unglaublich spannendes Buch mit tollen Charakteren, vielen Überraschungen und einem richtig guten Plot. Absolute Leseempfehlung für alle, die Spannung lieben – egal, ob in der Gaming-Welt zuhause oder nicht.

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Mit „Erebos 2“ lädt uns Ursula Poznanski knapp zehn Jahre nach Veröffentlichung des ersten Teils erneut dazu ein, die müden Augen von den Computerbildschirmen ab- und stattdessen auf ihre 512 Seiten lange Fortsetzung zu wenden. Erebos hat inzwischen dazu gelernt und wartet mit einer Vielzahl neuer Tricks und Techniken auf, um seine auserwählten Spieler langfristig an sich zu binden. Darüber hinaus gibt es auch auf erzählerischer Ebene eine Neuerung. So verfolgt man als Leser nun nicht mehr nur die Geschichte Nick Dunmores, des Protagonisten aus Teil eins, sondern auch die des 16-jährigen Schülers Derek. Poznanski gelingt damit fraglos erneut ein spannender Jugendthriller, aber leider kein fehlerfreies Update das an den ersten Teil heranreicht. Erebos´ Dichotomie Ein Problem des Thrillers ergibt sich nämlich gerade aus der Aufteilung der Erzählstränge, explizit geht es dabei um Dereks Handlung. Zunächst hat man als Leser im Vergleich zu Nicks Figur keinerlei Bindung zu Derek, und diese möchte auch im weiteren Verlauf der Geschichte nicht so recht entstehen. Das liegt zum einen daran, dass man als Kenner des ersten Teils bezüglich der perfiden Tricks des Spiels einen Wissensvorsprung vor Derek hat und man sich daher mit seiner Faszination von der Spielwelt nicht mehr allzu sehr identifizieren kann. An einigen Stellen, gerade am Anfang, wenn man selbst quasi „von neuem“ in die Welt eintaucht, mag das noch funktionieren, mit der Zeit wirkt aber alles was Derek erlebt bereits zu bekannt, wenn nicht sogar redundant. Poznasnki versucht hier, ähnlich wie im ersten Teil, über Derek das Spiel als faszinierenden Fluchtort vom Alltag, mit erschreckend großer Sogwirkung auf Spieler und Leser zu inszenieren, letztlich ist Dereks Storyline aber nicht mehr als ein Aufguss dessen, was man bereits aus Teil eins kennt und bietet, mit Ausnahme des letzten Drittels, wenig Überraschendes. Anders verhält es sich da mit Nicks Erzählstrang. Hier entfalten Erebos´ Neuerungen ihr gesamtes erzählerisches Potenzial. Während man bei Derek Erebos weiterhin als Spiel wahrnimmt, erscheint es bei Nick geradezu als ein Virus, der sich nicht nur auf seinen Computer beschränkt, sondern sich auch in Nicks Alltag ausgebreitet hat. Poznanski schildert Nicks Befürchtung, unter ständiger Beobachtung zu stehen und die sich daraus ergebenden Limitierungen seiner Handlungsmöglichkeiten glaubhaft und nachvollziehbar. Der Gedanke, welche Konsequenzen das Spiel aus Nicks oder Dereks Aktionen zieht, ist stets präsent und verleiht der Erzählung einen dauerhaften Suspense-Faktor. Diese Dichotomie in Erebos, einerseits Spiel, andererseits Virus, einerseits belohnend, andererseits bestrafend, lässt, wie im ersten Teil, eine ungemeine Faszination von dem Programm ausgehen. Dieses System aus Zuckerbrot und Peitsche in Kombination mit den Textnachrichten, die das Spiel den Protagonisten schickt, verleihen Erebos nahezu eine eigene Persönlichkeit, die man Großteils fraglos verabscheut, aber teilweise fast schon sympathisch oder zumindest stets interessant findet. Poznanski stellt den Leser durch das Spiel vor einen ständigen moralischen Zwiespalt, insbesondere am diskussionswürdigen Ende. Alte Strukturen Ein Großteil der Spannung des ersten Teils ergab sich daraus, dass man lange Zeit im Ungewissen darüber war, weshalb das Spiel überhaupt existiert und warum es unter den Schülern verbreitet wurde. Erst mit der Zeit kam man immer mehr dahinter, dass das Spiel einem bestimmten, unbekannten Zweck diente, den es letztlich herauszufinden galt. Das Problem der Fortsetzung liegt auch hier in der Vorkenntnis des Lesers, der diese Struktur nun bereits kennt und antizipieren kann, dass das Spiel ein bestimmtes Ziel verfolgt, welches am Ende aufgelöst wird. Durch diese Wiederholung der altbekannten Struktur gerät die Geschichte leider ein wenig vorhersehbarer, und die Passagen in denen primär die Spielwelt beschrieben wird, verkommen mehr zu Rätseltexten, in denen man nach Hinweisen zur Auflösung sucht. Diese fallen allerdings so wage aus, dass es schon erheblicher Kreativität bedarf, um das Ende selbst vorherzusehen. Auf der anderen Seite genügt diese Undurchsichtigkeit, um den Leser dazu zu motivieren, die finale Wendung stets erfahren zu wollen. Diese entpuppt sich als logisch und befriedigend, wenngleich sie unspektakulärer wirkt, als noch im ersten Band. Das liegt zum einen daran, dass ein großes Rätsel um Erebos aus Teil eins nun wegfällt, nämlich, wer sich hinter den Pseudonymen der Spielfiguren verbirgt. Hier gibt es keine nennenswerten Enthüllungen. Zum anderen hat es sich Poznanski nicht nehmen lassen, eine doch arg plumpe gesellschaftskritische Note in die Auflösung einzuweben, die ein wenig zu losgelöst vom Videospiele-Kosmos erscheint. Das kann sie eigentlich besser. Die Macht der Technologie Auch wenn das Spiel bisweilen unnatürlich übermächtig erscheint, so sind die Tricks, derer sich Erebos bedient, keinesfalls dystopische Vorstellungen, sondern zumeist logische Weiterentwicklungen bereits existenter Technologien. Beleuchtete Poznanski in Teil eins noch auf differenzierte Weise die suchtstiftende Faszination von Videospielen auf Jugendliche, so geht es im zweiten Teil um den gesamtgesellschaftlichen Einfluss des technologischen Fortschritts. Erebos rekrutiert nicht nur Schüler, sondern auch Studenten und Lehrer, trickst die Polizei aus und belügt die Eltern der Spieler. Seine Einflussnahme ist gewachsen, und das mithilfe von Apps, wie WhatsApp, Instagram und Co. sowie Spielereien, die nahe an Programmen wie Photoshop oder Stimmverzerrern sind. Dabei führt uns Poznanski unsere Abhängigkeit von Technologie vor Augen, ohne plakativ zu werden. Nick vermag es kaum, sich mit den ihm verbliebenen analogen Mitteln gegen Erebos zur Wehr zu setzen. Durch diese Kontrolle, die die Technik über die Charaktere hat, führt der Thriller letztlich zu der Einsicht, dass in der Gesellschaft nicht der reichste und auch nicht der körperlich stärkste, sondern der technisch versierteste Mensch am meisten Macht besitzt. Erebos demonstriert, wer die Technik kontrolliert, ist auch in der Lage, den Menschen zu kontrollieren. Poznanski arbeitet diese These subtil und glaubwürdig heraus. Fazit zu „Erebos 2“ Ursula Poznanski gelingt mit „Erebos 2“ eine würdige Fortsetzung des starken ersten Teils, die allerdings nicht mit dem Vorgänger mithalten kann. Aus dramaturgischer Sicht gibt es viel Altbekanntes, das nicht mehr überraschen kann, gerade wenn es um Erebos als Spiel geht. Dafür denkt Poznanski die Einflussnahme des Spiels sinnvoll weiter und schafft es dadurch, sowohl für inhaltliche Suspense zu sorgen, als auch die gesellschaftliche Abhängigkeit von Technologie zu veranschaulichen. Abschließend sollte noch erwähnt sein, dass mir das von Jens Wawrczek gelesene Hörbuch als Rezensionsexemplar diente. Dieser sollte den meisten als Stimme von Peter Shaw aus den drei Fragezeichen bekannt sein. Seine Vertonung der Figuren ist rundum gelungen, besonders ist die des Boten hervorzuheben, die sehr nah an die Beschreibungen der Autorin herankommt.

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