Leserstimmen zu
Meine dunkle Vanessa

Kate Elizabeth Russell

(34)
(19)
(0)
(0)
(0)
€ 20,00 [D] inkl. MwSt. | € 20,60 [A] | CHF 28,90* (* empf. VK-Preis)

Die Geschichte hat so viel zu sagen und doch fehlen mir die Worte - irgendwie. Als hätte das Buch mir den Atem geraubt. Oder hat es das? Ich kann mich jedenfalls an keine Geschichte erinnern, die mich so sehr mitgenommen hat wie diese hier. Kaum auszuhalten und doch konnte und wollte ich es nicht beiseite legen. Die Art, wie das Leben von Vanessa seine Bahn genommen hat, wie sie Opfer ihres Lehrers, der Gesellschaft und nicht zuletzt ihres eigenen Lebens geworden ist, hat mich als Unbetroffene wahnsinnig betroffen gemacht. Mir ein unangenehmes Gefühl bereitet, das langfristig anhält. Und doch bin ich unheimlich froh, dass mir das Buch untergekommen ist. Leute, sexuelle Gewalt und victim blaming sind wirklich kein Witz, sondern ein gesellschaftliches Problem. Also - bitte bitte - beschäftigt euch damit. An dieser Stelle möchte auch ich aber mal ausdrücklich eine Triggerwarnung aussprechen.

Lesen Sie weiter

Triggerwarnung: Beziehung zwischen einem erwachsenen Mann und einer Minderjährigen, sexuelle Handlungen, Vergewaltigung, Missbrauch von Alkohol und Drogen Wo soll ich nur anfangen? In letzter Zeit war dieser Roman in aller Munde. Beschrieben wurde er als faszinierend, erschütternd und absolut packend. All diese Worte beschreiben auch mein Leseerlebnis ziemlich gut und dennoch kann ich nicht wirklich in Worte fassen was dieses Buch in mir ausgelöst hat. „Meine dunkle Vanessa“ trägt nicht umsonst diesen Titel, denn dunkel ist diese Geschichte durchaus. Als Leser erfahren wir die Geschichte aus Vanessas Perspektive und springen dabei zwischen zwei Zeitlinien hin und her. Zum einen verfolgen wir die 15-jährie Vanessa und erfahren so wie es zu dem Verhältnis mit ihrem Lehrer Strane kam. Zum anderen verfolgen wir die gleiche Frau 17 Jahre später und sehen wie sehr die Erlebnisse ihrer Jugend sie zeichneten. Das Buch lässt nichts aus. Jede noch so kleine Handlung, jede Berührung, jeder Blick wird beschrieben und von Vanessa überanalysiert. Ihre eigene Einstellung zu der Beziehung zu Strane ist verworren. Zum einen fühlt sie sich wertgeschätzt und blüht in seiner Gegenwart auf, zum anderen fühlt sich gedrängt und unwohl. Vanessa beschreibt sich selbst nie als Opfer und beteuert, dass sie zu jeder Zeit ihr volles Einverständnis gab. Als Leser werden uns jedoch auch die Schattenseiten dieser Beziehung aufgezeigt. Stranes übergriffiges Verhalten gegenüber einer Minderjährigen, die Anzeichen einer posttraumatischen Belastung Störung, die Vanessa davonträgt und auch ihr eigenes Unwohlsein in vielerlei Situation werden immer wieder hervorgehoben. Die Art und Weise der Autorin dieses heikle Thema anzugehen, fand ich dabei wahnsinnig interessant. Dieses Buch zeigt auf wie verworren Situationen dieser Art oftmals sein können, insbesondere für die Betroffenen, aber auch das sich nicht alles immer in schwarz und weiß kategorisieren lässt. Vor allem die ersten und letzten 100 Seiten sind mir dabei noch eindrucksvoll im Gedächtnis geblieben. Als Leser war ich gefesselt und fasziniert von Vanessas Geschichte, jedoch habe ich mich des Öfteren unwohl gefühlt und musste das Buch aufgrund dessen das ein oder andere Mal zur Seite legen, denn diese Geschichte ist sicherlich keine leichte Kost. Viele Szenen sind sehr anschaulich beschrieben, womit vermutlich nicht jeder klarkommt. Es gab jedoch noch einen weiteren Punkt, der mir das Lesen dieses Romans ein wenig erschwerte. Und das war der doch sehr langatmige Mittelteil. Während Anfang und Ende mit eindringlichen Szenen und Begebenheiten überzeugen konnten, so fühlte sich der Mittelteil für mich an als würde ich kontinuierlich auf einer Stelle treten. Handlungstechnisch passierte nicht viel und so hatte dieser Teil eher etwas Repetitives an sich. Gerettet wurde dieser Part ausschließlich von dem Schreibstil der Autorin, der etwas sehr Einnehmendes an sich hatte und mich wünschen lässt, schon bald mehr von ihr zu lesen zu können. Alles in allem ein lesenswertes Buch mit einem wichtigen Thema, dass man jedoch nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Deshalb möchte ich an dieser Stelle auch gar keine direkte Leseempfehlung aussprechen. Bei dieser Thematik muss ein jeder selbst entscheiden ob er sich darauf einlassen kann und will.

Lesen Sie weiter

[Triggerwarnung: Sexueller Missbrauch] ""Wäre ich hier, wenn ich es nicht selbst wollte?" frage ich, als läge die Antwort auf der Hand. Was über uns in der Luft hängt, mein Zorn, mein Gefühl von Erniedrigung, mein Schmerz, all das klammere ich aus. Die scheinen mir die wahren Monster zu sein, all diese unaussprechlichen Dinge." (S. 308) ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ "Meine dunkle Vanessa" ist in jeder Hinsicht ein extremes Buch. Zunächst thematisch: Vanessa ist 15, als sie das erste Mal von Strane, ihrem Englischlehrer, missbraucht wird. Fortan dreht sich ihr Leben nur noch um diese Beziehung, er bestimmt ihre Gedanken und sie entwickelt eine starke Abhängigkeit von ihm. Extrem empfand ich aber auch den Gegensatz zwischen Schreibstil und Inhalt: dieses Buch liest sich derartig flüssig und "leicht", dass es im krassen Kontrast zur Thematik steht. Gerade das zeigt aber auch besonders gut, wie Vanessa mit den Geschehnissen umgeht, denn sie möchte (in erster Linie vor sich selbst) nicht als Opfer dastehen. Sie ist überzeugt, dass alles mit ihrem Einverständnis geschah und Strane keine Schuld trifft. Er hat sie ja geliebt und gut behandelt, immer. Erst nach und nach fällt diese schützende Mauer, die sie zwischen sich und den traumatischen Erlebnissen errichtet hat, in sich zusammen. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ So falsch es im ersten Moment klingt, liest sich die Geschichte sehr spannend. Trotzdem geht sie natürlich an die Nieren - wie Strane Vanessa manipuliert und neben ihr auch noch weitere Mädchen missbraucht, war schwer zu ertragen und hat mich beim Lesen teilweise an die Grenzen des Ertragbaren gebracht. Gerade diese psychologische Komponente und die Entwicklung von Vanessas Sicht auf die Beziehung hat mich aber wiederum auch sehr gefesselt. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Ein Fazit zu ziehen fällt mir schwer, vielleicht kann man es so sagen: Man sollte sich vorher bewusst machen, worauf man sich einlässt, aber es lohnt sich definitiv insofern, dass "Meine dunkle Vanessa" grandios geschrieben ist und da weh tut, wo es weh tun sollte.

Lesen Sie weiter

>>I would like to share with my readers that My Dark Vanessa, which I’ve been working on for nearly 20 years, was inspired by my own experiences as a teenager. I have previously discussed the relationships I’ve had with older men and how those relationships informed the writing of My Dark Vanessa. But I do not believe that we should compel victims to share the details of their personal trauma with the public. The decision whether or not to come forward should always be a personal choice. I have been afraid that opening up further about my past would invite inquiry that could be retraumatizing, and my publisher tried to protect my boundaries by including a reminder to readers that the novel is fiction.<< Zitat von Kate Elizabeth Russell (http://kateelizabethrussell.com/note-to-readers) Bewusst stelle ich alldem, was ich selbst zu sagen habe, dieses Zitat der Autorin Kate Elizabeth Russell voran. Weil mich dessen Existenz wütend macht, traurig macht und für mich einfach für so vieles steht, was der Roman bearbeitet. Der Grund für dieses Zitat sind die Anschuldigungen einer anderen Autorin, einer anderen Betroffenen, die zum Erscheinen von My dark Vanessa den Vorwurf eines (laut LeserInnen beider Werke fälschliches) Plagiats verkündet. Die Anschuldigungen und mediale Bedrängnis scheinen erst aufzuhören, als Russell ihre eigene Leidensgeschichte preisgibt. Etwas, das sie nie wollte. Etwas, das auch ihre Protagonistin immer so sehr gefürchtet hat. Allein dieser Umstand löst so viele Gefühle in mir aus. Ich weiß gar nicht so recht wo ich anfangen soll, also das wichtigste zuerst: Dieses Buch ist in vielerlei Hinsicht sehr gut. Mit jeder weiteren Seite spürte ich die Tatsache, dass die Autorin wirklich mehrere Jahre in dieses Werk gesteckt hat und meiner Meinung nach hat sich das mehr als gelohnt. Russell beleuchtet in ihrem Buch Meine dunkle Vanessa fast schon nebenbei so viele wichtige Details im Umgang mit den Themen Sex, Missbrauch, Machtverhältnisse, Popkultur und Menschen ganz generell. Das erschreckendste bei der Lektüre war für mich, dass es sich so einfach lesen ließ. Der Schreibstil von Russel ist (in der deutschen Übersetzung) derart flüssig zu lesen, dass es geradezu im Kontrast zu seinem schweren Inhalt steht. Es entsteht Spannung, wie bei einem guten Thriller, was sich richtig und falsch zugleich anfühlt. Denn die Geschichte IST wie ein schockierender Thriller. Und genau das lässt es sich wiederum so so falsch anfühlen. Im Laufe des Lesens habe ich mir sehr viele Notizen am Seitenrand gemacht und nochmal mehr Textpassagen markiert. Als ich anfing mich mit dieser Rezension zu beschäftigen war schnell klar, dass es nicht ganz spoilerfrei bleiben kann. Ich möchte auf einige Zitate eingehen, möchte gewisse Punkte einfach offen in den Raum stellen, um mein Leseerlebnis klarer zu benennen. Es wird sich streckenweise womöglich mehr wie ein Artikel, denn eine Rezension lesen. Gleichzeitig möchte ich bereits vorab erwähnen, dass mein Beitrag nur einen Bruchteil der Geschichte und noch weniger von der grausamen Wirklichkeit ansprechen oder darlegen kann. Ab hier folgt eine Spoilerwarnung für den Inhalt von Meine dunkle Vanessa. Außerdem gilt eine Triggerwahrnung für die Themen (Macht-)Missbrauch und Vergewaltigung. >> Mehr zum inhaltlichen Diskurs gibt es auf meinem Blog. <<

Lesen Sie weiter

Wenn man sich die Bücher in meinem Regal ansieht, die ich mit 5 Sternen bewertet habe, findet man viele Bücher, die mir so gut gefallen haben, dass ich für Stunden gegrinst oder gelacht habe. Diese Bücher sind so oft gelesen, dass sie nur durch Tesafilm & Gottes Liebe zusammengehalten werden. In dieser Hinsicht ist 'Meine dunkle Vanessa' ein eher ungewöhnliches 5-Sterne-Buch. Es ist unwahrscheinlich, dass ich es jemals wieder in die Hand nehmen werde. Ich empfehle es nur Leuten, denen es mental gut geht - es ist düster, grausam und brutal zu lesen. Ich habe unzählige Pausen eingelegt. Die Geschichte eines jungen Mädchens, das von seinem Lehrer missbraucht wird, ist an keiner Stelle romantisiert. Viele andere Rezensionen kritisieren die „unnötige Länge“ des Romans. Ich bin anderer Meinung. Erst durch die Länge wird wirklich klar, wie sich der Missbrauch auf jeden Teil ihres Lebens (als Erwachsene) auswirkt, auch wenn Vanessa es manchmal nicht erkennt. Russells Schreibstil ist prägnant und elegant, er zieht einen in den Bann, sodass es schwer wird, mit dem Lesen aufzuhören. Über so ein komplexes Thema zu schreiben, ist eine Herausforderung, die meiner Meinung nach gut funktioniert hat. „Meine dunkle Vanessa" ist bewegend, verstörend & ein Muss, wenn man mit diesen Themen umgehen kann.

Lesen Sie weiter

Vanessa ist gerade fünfzehn, als ihr Englischlehrer ein gesteigertes – um nicht zu sagen: ungesundes – Interesse an ihr entwickelt. Anfänglich ist das einsame Mädchen geschmeichelt, ja, geradezu betört von der Aufmerksamkeit, die Jacob Strane ihr entgegenbringt. Das hübsche Mädchen, das viel liest und Gedichte schreibt, hat als einzige Stipendiatin keinen leichten Stand an ihrer exklusiven Privatschule, und seit sie sich mit ihrer einzigen Freundin entzweit hat, ist sie noch einsamer. Jacob gibt ihr das Gefühl, etwas Besonderes zu sein. „Liebeleien zwischen Lehrern und Schülerinnen“ kämen an der Browick School durchaus vor, beteuert er, er selbst sei aber – selbstverständlich – in dieser Hinsicht „ein unbeschriebenes Blatt“. Und ebenso selbstverständlich ist es nicht Vanessas Jugend, die ihn anzieht, bewahre! Auch zwanzig Jahre später ist Vanessa sich sicher: „Was er vor allem liebte, war mein Verstand.“ Ihre phänomenale „emotionale Intelligenz“. Sie sei seine „Seelenverwandte“ – was für ein Pech für ihn, dass sie erst fünfzehn ist! Von der vermeintlichen Bewunderung und der Vanessa so wohltuenden Aufmerksamkeit ist es nur noch ein winziger Schritt bis zur ersten sexuellen Handlung. Ein Übergriff, eine Vergewaltigung, der noch weitere folgen sollen. Doch Vanessa kommt nicht von ihm los: Welche Folgen hätte es, wenn sie sein Verhalten anzeigte? Und ist es überhaupt eine Anzeige wert, wenn sie doch, wie sie nicht müde wird, sich einzureden, „freiwillig“ mitmacht? Wenn es doch eindeutig Liebe sein muss, die sie und Jacob verbindet? Zwanzig Jahre später steht Vanessa noch immer mit ihrem Lehrer in Kontakt. Und auch wenn ihr gelegentlich der Gedanke kommt, dass das, was sich zwischen ihrem Lehrer und ihr abgespielt hat, Missbrauch war, kann sie dieser Tatsache nicht ins Gesicht blicken – und das nicht, wie ihr bewusstwird, um Strane zu schützen, sondern auch sich selbst: „Denn obwohl ich mitunter den Begriff ‚Missbrauch‘ verwende, um gewisse Dinge zu beschreiben, die mit mir angestellt wurden, nimmt das Wort, wenn es ein anderer ausspricht, einen so hässlichen, absoluten Klang an. Es schluckt alles, was geschehen ist. Schluckt mich und die vielen Gelegenheiten, als ich es selbst wollte, darum gebettelt habe.“ (S. 67 f.) Zwanzig Jahre später steckt sie noch immer fest in den teils verschwommenen Erinnerungen an ihre Zeit als Fünfzehnjährige, ist verhaftet in ihrem tiefen inneren Widerstand gegen die Vorstellung, vergewaltigt worden zu sein, denn: „Ich bin kein Opfer, weil ich das nie sein wollte, und wenn ich es nicht sein will, dann bin ich es auch nicht. So einfach ist das. Was eine Vergewaltigung von Sex unterscheidet, ist der eigene Bewusstseinszustand. Wer es selbst will, kann nicht vergewaltigt werden, oder?“ (S. 325) Doch jetzt, zwanzig Jahre später, haben sich die äußeren Umstände geändert: Jacob Strane wurde von einer ehemaligen Schülerin angezeigt, ihr sexuelle Gewalt angetan zu haben. Die Story schlägt hohe Wellen, geht durch alle Medien. Und langsam, sehr langsam, beginnt Vanessa zu erkennen, dass sie sich diesem düsteren, ihr gesamtes weiteres Leben überschattenden Erlebnis zu stellen. „Meine dunkle Vanessa“ von Kate Elizabeth Russell (aus dem Englischen von Ulrike Thiesmeyer) ist ein eindringlich erzählter Roman, dessen Protagonistin und Ich-Erzählerin ebenso plastisch wie drastisch ihre Geschichte erzählt. Es ist eine Geschichte sexueller Gewalt und psychischer Abhängigkeit – und gleichzeitig eine Geschichte innerer Widerstände und widersprüchlicher Gefühle, sich diesen erschütternden Erfahrungen zu stellen. Wie strategisch und perfide Jacob Strane vorgeht, um Vanessa gefügig zu machen und an sich zu binden, wie geschmeichelt das junge Mädchen anfänglich – und fatalerweise trotz ihres Unbehagens, Widerwillens und Ekels auch weiterhin – von seiner Aufmerksamkeit und dem eigenen vermeintlichen Sonderstatus ist, ist fulminant erzählt und erschütternd zu lesen. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass einige Aspekte etwas zu sehr ausgestaltet werden: dass Vanessa als Erwachsene ihr Leben nicht wirklich in den Griff bekommt, dass sie unfähig ist, längerfristige Bindungen einzugehen, dass sie ihr Talent vergeudet, dass sie zögert und hadert, ob auch sie ihre Erfahrungen öffentlich machen soll – all das hätte für meinen persönlichen Geschmack durchaus etwas straffer erzählt werden dürfen. Doch diese gelegentlichen Längen tun der Eindringlichkeit des Erzählten keinen Abbruch. Deshalb gibt es von mir eine klare Leseempfehlung, allerdings mit ausdrücklicher Triggerwarnung.

Lesen Sie weiter

Die Thematik von "Meine dunkle Vanessa" ist keine leichte und zum sogenannten "Grooming" hatte ich bisher auch keine solch ausführliche Darstellungsweise gelesen oder gesehen. Daher gleich vorweg: der Roman ist keine leichte Kost. Ich musste nach einigen Szenen erstmal durchatmen und es sacken lassen. Missbrauch ist nie ein angenehmes Thema und schon gar nicht, wenn es um Minderjährige geht. Aber der Klappentext sollte in der Hinsicht auch hinreichend vorwarnen. Dennoch sind ein paar Szenen unerwartet explizit beschrieben. Der Roman wird abwechselnd aus zwei Zeitebenen beschrieben, stets aus der Sicht von Vanessa. Eine Zeitebene beginnt im Jahr 2001 als Vanessa mit 15 Jahren an eine neue Schule wechselt. Sie war schon immer Außenseiterin, da sie sich von allen unverstanden und einfach anders fühlt. Sie hängt viel ihren Gedanken und Tagträumen nach und verarbeitet alles in teils düsteren Gedichten. An dieser neuen Schule wird ihr Lehrer in Literatur - Mr. Strane - auf sie aufmerksam und Vanessa fühlt sich erstmals in ihrem Leben wirklich verstanden und so akzeptiert wie sie ist. Daher findet sie die zögerlichen Annäherungsversuche ihres Lehrers auch nicht schlimm, zeigt es ihrer Meinung nach doch nur, wie wichtig sie diesem ist... Die zweite Zeitebene spielt im Jahr 2017. Vanessa führt ein eher zielloses, chaotisches Leben, findet einfach keine innerliche Ruhe. Als dann von einer ehemaligen Schülerin Vorwürfe wegen Missbrauchs gegen Mr. Strane öffentlich werden, sieht Vanessa sich mit der ganzen Debatte erneut konfrontiert. Doch bei ihr war doch alles anders, er hat sie doch geliebt. Oder? Der Roman zeigt auf eine unglaublich intensive und tief unter die Haut gehende Art Vanessas Gedanken und Gefühle während der ganzen Zeit auf, ohne an irgendeiner Stelle belehrend oder überzogen zu wirken. Es ist verstörend zu verfolgen. wie sie sich von Mr. Strane "einwickeln" lässt, so lange, bis er ihr ganzes Sein bestimmt. Und wie sie nicht von ihm los kommt, auch Jahre später nicht. Mich hat vor allem auch Vanessas Wahrnehmung der ganzen Beziehung fasziniert. Sie verdrängt unangenehme Situationen, nimmt nur noch die "Liebesgeschichte" wahr, vergleicht ihr eigenes Leben ständig mit dem Roman "Lolita". Es zeigt, wie eine solch manipulative, toxische Beziehung das eigene Denken und Handeln beeinflussen kann. Dadurch übt die Handlung einen düsteren Sog auf den*die Leser*in aus und lässt einen nicht mehr los. Zeitgleich ist man so wütend auf den Lehrer, der eine 15-jährige dermaßen manipuliert und ausnutzt und auf die Eltern und Lehrer*innen, die lieber wegschauen als sich ernsthaft mit dem Problem auseinanderzusetzen. Insgesamt ein Roman, der lange im Gedächtnis bleibt und zum Nachdenken anregt. Wo beginnt Missbrauch? Wie kann man - insbesondere Minderjährige - davor schützen? Große Leseempfehlung für jeden, der sich den Inhalt zutraut.

Lesen Sie weiter

Meine Videorezension: https://youtu.be/S_aB73Xy6Iw Mein Fazit Alles in allem kann ich hier eine klare Leseempfehlung aussprechen. Es ist ein sehr wichtiges Thema, was die Autorin sehr eindrücklich rüber gebracht hat. Die Hauptprotagonistin Vanessa konnte ich aber nicht immer verstehen, ihre Handlungsweisen waren für mich nicht immer nachvollziehbar. Mir wird das Buch aber auf jeden Fall noch länger im Gedächtnis bleiben, so dass ich hier gerne sehr gute 4,5 Sterne vergebe. 4,5 von 5 Sternen Cover, Buchdetails und Klappentext: ©Bertelsmann Verlag Infos zur Autorin: ©Bertelsmann Verlag Rezension: ©lenisveasbücherwelt.de Beitragsbild: ©lenisveasbücherwelt.de

Lesen Sie weiter