Leserstimmen zu
Simplicity Parenting

Kim John Payne

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Auch wenn wir schon ziemlich minimalistisch leben, war dieses Buch eine wirklich große Inspiration für mich. Der Autor ist Australier und seit vielen Jahren pädagogischer Berater für überforderte Eltern. Im Buch beschreibt er viele Beispiele aus seiner Praxis, die sehr gut verdeutlichen, wie hilfreich und heilsam eine Vereinfachung der unterschiedlichen Lebensbereiche für Kinder, aber auch Eltern sein kann. Außerdem gibt er viele hilfreiche und gut umsetzbare Tipps. Besonders im ersten Kapitel des Buches beschreibt er, warum dies so wichtig ist. "Durch Vereinfachen schützen wir das Lebensumfeld der Kindheit, damit sie sich in dem ihr eigenen Tempo entfalten kann.", denn "eine geschützte Kindheit ermöglicht eine langsame Entwicklung der Identität, des Wohlbefindens und der Widerstandskraft." Daran muss nicht gezogen, beschleunigt oder gefördert werden. Im Alltag sehr vieler Familien sieht es jedoch oft anders: "Während unsere Welt auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt, ziehen wir unsere Kinder nicht nur mit, sondern übertragen diesen Optimierungsprozess auch auf sie." Was dann passiert, kenne ich aus unserem Alltag auch: Wir setzten alles daran, dass es funktioniert und wir "unter einen Hut bekommen", aber unser Leben wird "abgekoppelt von den Hoffnungen und Träumen, die wir für unsere Familie hegen." Wir stellen uns nun immer mal wieder die Frage: Was brauchen wir / Was können wir jetzt tun, um unsere Hoffnungen und Träume bezüglich unserer Familie wieder in den Fokus zu stellen? Vereinfachung kann hier ein Schlüssel sein, um unseren Alltag wieder an unsere Hoffnungen anzupassen. Und Hoffnung wiederum ist der Schlüssel, um die Ängste, die wir (um unsere Kinder und ihre Zukunft) haben nicht zu groß werden zu lassen. In den nächsten Kapiteln geht es dann um einzelne Lebensbereiche. Zunächst geht es um eine akute Überforderung bei Kindern, der Autor nennt sie Seelenfieber. Wir können (wieder) lernen zu erkennen, wenn das System unserer Kinder aus dem Gleichgewicht gerät und den Fürsorge-Instinkt wecken. Auch dies ist leichter, wenn wir das Leben vereinfachen. "Indem wir in unserem vollen Terminkalender Zeit freischlagen, legen wir besonderes Gewicht auf die Bindung zu unserem Kind [...] und schaffen Raum zum Nachdenken und Auftanken." Dann geht es um die Dinge, die uns umgeben. "Dieser Überfluss an Produkten und Spielsachen ist nicht nur ein Symptom des Exzesses, sondern kann auch zu innerer Zerrissenheit und Überlastung führen. Eltern ist oft auch nicht klar, inwieweit dieser Überfluss ein Anspruchsdenken nach sich zieht." Es folgen sehr gute und konkrete Tipps, um Spielsachen auszusortieren und auszuwählen, welche bleiben sollten. Auch in den Kapiteln "Einen Rhythmus etablieren" und "Zeitpläne machen" gibt es neben Hintergrundwissen und Beispielen viele praktische Tipps. Besonders das letzte Kapitel "Die Erwachsenenwelt herausfiltern" hat mich angesprochen: Wie gehe ich mit meinen Ängsten und Sorgen um? Und wie kann ich mit meinen Kindern am besten über schlimme Dinge sprechen? Der Autor schreibt hierzu unter anderem: "Unsere Erwachsenenängste und -sorgen sollten nicht die Atmosphäre prägen. Kinder müssen wissen, dass sie in einer guten Welt leben. Sie müssen spüren, dass sie - beschützt von denen, die sie lieben - dort sind, wo sie hingehören." Und später: "Bevor Sie etwas sagen, stellen Sie sich folgende drei Fragen: Ist es wahr? Ist es nett? Ist es notwendig? Und ich würde ergänzen: Hilft es den Kindern, sich sicher zu fühlen?"

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