Leserstimmen zu
Schwitters

Ulrike Draesner

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Mit Witz, unterhaltsam und auch tiefgründig liest sich der Roman von Ulrike Draesner mit dem Titel "Schwitters", der die Geschichte von Kurt Schwitter zum Inhalt hat. Exil - bedeutet, seine Heimat, sein Land verlassen zu müssen, seine Familie, Sprache und ein Publikum zu verlieren. Bedeutet aber auch, sich nicht unterkriegen zu lassen und trotz allem heiter im Gemüt zu bleiben. Die Autorin dieses Buch erzählt von Schwitters Lebensreise, von seiner Flucht, dem Exil und dem Leben als Künstler mit all seinen Höhen und Tiefen. Dieser Roman ist ganz besonders, er ist fesselnd, mitreißend und informativ zugleich und er ist lebensklug. Sprachlich ausgefeilt hat mir diese Romanbiografie extrem gut gefallen. Schon dem Umschlag, der doppelt um das Buch gefaltet ist, gebührt ein Pluspunkt, da er Kurt Schwitters gute und andere Lebensseiten beinhaltet, auf ganz unnachahmliche Art - lasst euch überraschen ... Im Alter von 49 Jahren muss Schwitters vor den Nationalsozialisten fliehen. Seinen gesamten Besitz ideell und materiell muss er zurücklassen, so auch seine Frau. Nun muss er eine andere Kunst ausüben, nämlich die Kunst des Überlebens. Irgendwann ist eine neue Frau an seiner Seite, sie hält ihn oben, hebt ihn immer wieder auf ... Wir steigen in Hannover in der Waldhausenstraße 5 in die Handlung ein - hier möchte ich gern das Museum in Hannover empfehlen, hier kann man Schwitters und sein Schaffen erleben. Es sind Fakten und Ausgedachtes, was Ulrike Draesner zu einem Lebensroman zusammenfügt, der ans Herz geht, der auch humorvoll ist, aber unbedingt tiefgründig die Kunst aus einem anderen Blickwinkel betrachtet ... aus dem schwieriger und dunkler Zeiten ... Widersprüchliches und Historisches, Absurdes .... das Leben mit der Kunst im Exil ... Eine zu 100 Prozent gelungene Publikation !!!

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“Vorsicht Spoiler!” Im Sommer erhielt ich vom Penguin Verlag eine Ankündigung für das Buch „Schwitters“ von Ulrike Draesner. „Ein tiefgründiger, dabei humorvoller Roman über die Kraft der Kunst in dunklen Zeiten.“ hieß es – die Neugierde war geweckt. Der Künstler und Schriftsteller Kurt Schwitters ist 49, als ihn die Nationalsozialisten zur Flucht aus Hannover zwingen. „Reichsbürger Kurt Schwitters, geächtet, arbeitslos“, wie er 1936 feststellt. Flucht - Erfolg, Werk, der MERZ-Bau in der Waldhausenstraße, die Eltern und seine Frau Helma bleiben zurück. Die Kunst weicht der Kunst des Überlebens mit dabei der 17-jährige Sohn Ernst. Ein zweites Leben in fremder Sprache. Erst in Norwegen, dann im April 1940 wieder Flucht. Weiter über London und endlich Lake District – hier beginnt Schwitters‘ zweites Leben. Ulrike Draesner lässt teilhaben an Suche des Künstlers nach einer Heimat, die er verloren hatte. Die dichte emotionale und bildhafte Sprache der Autorin lässt die Geschichte sehr nah an den Leser. Für Mr. Schwitters war das Deutsch nicht tot. „Es hatte sich in eine tiefe Höhle zurückgezogen. Dort rief es nach ihm.“ beschreibt Ulrike Draesner das zurücklassen des einstigen Lebens, „Köört damals, Körrt“, jetzt.“ ist zu lesen. Ein Bruch in der Identität, den die Autorin immer wieder aufzeigt. Jahre der Flucht - Sohn Ernst zieht es wieder zurück nach Norwegen. Die parallele Geschichte um die Annäherung an den Vater Kurt ist eingewoben in das Leben des Künstlers. Jeder kommt auf seine Weise an. 480 Seiten zwischen zwei Buchdeckeln: lebensbejahend und aufwühlend. Kunst als Überlebenselixier, das Stückchen Hoffnung, dass tagtäglich Kraft gibt weiterzumachen.

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