Leserstimmen zu
Portraits Unmasked

Michele Robecchi, Francesca Bonazzoli

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„Manchmal zeigen sich nach akribischen Untersuchungen in Kunstwerken ganz andere Absichten als ursprünglich vermutet - so wie in Detektivgeschichten.“ Dieses Buch beinhaltet Bilder aus dem 15. bis zum 21. Jahrhundert. Es handelt sich dabei meistens um unterschiedliche Gemälde, aber auch mal um eine Marmorbüste, oder um Fotografien. Mal sieht man darauf Porträts, mal irgendwelche Situationen aus dem Alltag, meistens mit Menschen. Ich kenne mich in der Kunst leider nicht besonders gut aus, auch wenn sie mich sehr fasziniert. Laut Inhaltsbeschreibung handelt es sich in diesem Buch um bekannte Werke. Ich selbst kannte die meisten davon nicht, was mir aber gar nichts ausgemacht hat. Schließlich entdecke ich gerne Neues! Jedes Kunstwerk wird auf zwei Doppelseiten porträtiert. So lernt man die spannenden Geschichten und Hintergründe kennen, die sich hinter den Bildern verstecken. Dabei gibt es so viel zu entdecken! Auch die jeweiligen Künstler werden immer kurz vorgestellt. Es ist ein Buch, welches zum Stöbern einlädt. Man blättert und verweilt sehr gerne darin. Und die Hintergrundinformationen zu den Kunstwerken sorgen dafür, dass man so manches Bild nochmals aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachtet. Das hat mich sehr beeindruckt! Deshalb gibt es von mir auch ganze 5/5 Sterne und eine große Buchempfehlung für alle kunstbegeisterten Leser! Mein Favorit aus dem Buch ist bisher ein faszinierendes und bewegendes Ölgemälde mit dem Titel „The Problem We All Live With“ von Norman Rockwell, im Jahre 1963 entstanden. Die Geschichte dahinter spielte sich schon früher ab. 1954 war die Rassentrennung im öffentlichen Erziehungswesen der USA für verfassungswidrig erklärt worden. Trotzdem verweigerten viele Staaten, schwarzen Schülern und Studenten den Zutritt zu Schulen und Universitäten. 1960 bot eine Grundschule in New Orleans sechs schwarzen Kindern an, die Schule zu besuchen. Die einzige, die auch blieb, war die kleine Ruby Bridges, die von der Mutter ermutigt wurde, diese Chance zu ergreifen. Norman Rockwell hat dies in einem Bild festgehalten: An ihrem ersten Schultag wurde Ruby Bridges von US-Marshalls eskortiert zur Schule gebracht, während die vielen Menschen um sie herum ihr rassistische Beschimpfungen und Todesdrohungen zuriefen und sie sogar mit Gegenständen und Gemüse bewarfen. Sie selbst strahlte dabei in ihrer weißen Kleidung und mit erhobenem Haupt, Würde und eine Selbstverständlichkeit aus. Das Bild zeigt die Widersprüche in der Gesellschaft auf: Einerseits möchte sie Bürger beschützen und andererseits möchte sie ihr keine Chancengleichheit zugestehen. Später setzte Ruby Bridges sich im Kampf für Bürgerrechte ein. Das Bild wurde 2011 wiederentdeckt, als Obama es im Weißen Haus aufhängen ließ.

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