Leserstimmen zu
Provenzalischer Stolz

Sophie Bonnet

Die Pierre-Durand-Krimis (7)

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Provenzalischer Stolz ist der siebte Fall für Pierre Durand und spielt im Rhônetal, in der Camargue. Diesen siebten Band kann man problemlos unabhängig von den Vorgängerromanen lesen. Die Entwicklung der Charaktere und der Rückblick auf die Dorfbewohner von Sainte-Valérie erlebt man hautnah, wenn man von Anfang an dabei ist. Und dabei entdecke ich als Leser auch, wie vielfältig die Provence ist. Mit diesem siebten Fall für Pierre Durand entführt mich die Autorin Sophie Bonnet in die Camargue und ich erfahre einiges über die Hintergründe im Rhônetal. Über die Geschichte des Landes, über die Geschichte des Glaubens, über die Tierwelt - insbesondere der Wasservögel im Étang de Vaccarès - einem Teil des Naturschutzgebietes. Es sind in sich schon sehr spannende Themen, die Sophie Bonnet mit in diese Geschichte eingewoben hat. Dazu kommt der spannende Kriminalfall, mit dem Pierre Durand konfrontiert wird. Und das ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, in dem Pierre mit sich und seiner beruflichen Zukunft hadert und erst einmal Abstand gewinnen möchte. Ein ungebetener Gast auf dem Hausboot, das er für seine Mußestunden auserkoren hat, macht die Sache nicht einfacher. Es stellt sich heraus, dass dieser ungebetene Gast Zeuge eines Mordes gewesen war - nur leider mit einigen Gedächtnislücken. Auch privat scheint Pierre sich gerade von seiner Lebensgefährtin Charlotte eher zu entfernen, als mit ihr weitere Zukunftspläne zu schmieden. Noch dazu ist ein Kettenbrief im Umlauf. Die Dorfbewohner sind sehr abergläubisch, daher verbreitet sich dieser Brief in Windeseile. Die wenigsten reagieren mit Gelassenheit darauf. "Dabei war dieser Nostradamus ein Hochstapler und Schaumschläger sondergleichen. Ich wette, er lacht sich krumm und schief, weil er sich mit seinen Prophezeiungen den größten Witz des Jahrtausends ausgedacht hat." - Seite 128 Wie ernst muss man die in den Kettenbriefen enthaltenen Prophezeiungen nehmen? Nach dem ersten Mord stellt sich die Frage nach dem "wie ernst" nicht mehr, sondern nur: wer ist der nächste arme Sünder und wie kann man den Mord verhindern? Da ist es kein Wunder, dass Pierre - auch wenn er als ehemaliger Dorfpolizist gerade vom Dienst suspendiert ist - sich die Frage stellt, ob er nicht zu nahe am Geschehen ist. "Nähe macht blind, so lautete eine der ersten Lektionen auf der Polizeihochschule. Je näher man dem Bösen kam, desto weniger nahm man es wahr." - Seite 150 In den Ermittlungspausen der Kriminalgeschichte entführt Sophie Bonnet mich mit kulinarischen Köstlichkeiten und Landschaftsbeschreibungen. Beinahe kann ich die Hitze spüren an diesen heißen Tagen in der Camargue und angesichts der Köstlichkeiten läuft mir das Wasser im Munde zusammen. Als besonderes Highlight sind in den kulinarischen Krimis auch immer die Rezepte am Ende des Romans abgedruckt. Eine kurze Beschreibung über die Herkunft des Gerichts und anschließend folgen Zutatenliste und Zubereitungshinweise. Wer möchte, kann sich also durchaus über die Kriminalgeschichte hinaus mit dem Buch befassen. Sei es, um die tollen Rezepte auszuprobieren oder um die im Buch beschriebene Gegend besser kennenzulernen. "Ich sage Ihnen, was gottgewollt ist: dass die Natur sich dieser schrecklichen, kopulierenden gierigen Kreatur entledigt, die sich Mensch nennt und glaubt, Gottes größtes Wunderwerk zu beherrschen." - Seite 203 Ich hatte viel Vergnügen und Spannung pur beim Lesen von Provenzalischer Stolz. Die Informationen zur Religion und den unterschiedlichen Glaubensansichten, der wundervollen und dem natürlichen Lauf unterlegenen Region im Rhônetal, die vielschichtigen, spannenden Charaktere und der ausgeklügelte Kriminalfall sorgten für ein ausgewogenes Leseerlebnis. Nur ungern lasse ich Pierre Durand vorläufig ziehen und freue mich bereits heute auf den Folgeband. Der flüssige Schreibstil und die bildhaften Beschreibungen tun ihr übriges, dass ich mich rundherum wohl fühle beim Verfolgen der umfassend recherchierten Geschehnisse in der Geschichte. Fazit Wer die Provence und seine Köstlichkeiten mag und gern spannend und informativ unterhalten wird, ist mit Provenzalischer Stolz sehr gut beraten.

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Nachdem Pierre Durands Ermittlungen im sechsten Band der Reihe zwar vom Erfolg gekrönt, aber nicht von seinem Vorgesetzten genehmigt worden waren, treffen wir in „Provenzalischer Stolz“ (Band 7) auf einen gewissermaßen arbeitslosen Polizisten. Aus der mairie vertrieben, von der Gemeinde verstoßen, hadert er mit seinem Schicksal und droht allmählich zu verwahrlosen. Genau diese Antriebslosigkeit erfasst einen merkwürdigerweise auch beim Lesen der ersten Seiten und ließ mich das Buch tatsächlich für einen Tag und eine Nacht beiseite legen – zum Glück hat es dann doch noch Klick gemacht. Ansonsten wäre mir nämlich ein durchaus gelungener Krimi durch die Lappen gegangen. Die ersten Seiten ziehen sich, wie gesagt, ziemlich. Ich würde mal sagen, man ertrinkt ein wenig mit dem Protagonisten in seinem Selbstmitleid. Pierre ist nämlich nicht nur beruflich unentschlossen, sondern möchte sich auch nicht mit Charlottes Kinderwunsch auseinander setzen, weswegen ihm daheim die Decke auf den Kopf fällt. Als er durch einen Zufall die Überführung eines Hausbootes übertragen bekommt, auf dem er einen blinden Passagier (Louis) entdeckt, der sich bald als möglicher Zeuge eines Mordes entpuppt, schafft er es endlich, seiner Lethargie zu entkommen. Parallel zu diesem Ereignis haben zahlreiche Menschen in den letzten Wochen einen merkwürdigen Kettenbrief mit einer Weissagung erhalten, die drei Tote ankündigt. Der erste war dabei ganz offensichtlich jener, dessen Ermordung Louis miterlebt hat. Doch worum geht es in dem Brief wirklich? Wer will sich rächen und wofür? Welche Sünde soll gesühnt werden? Pierre ahnt, dass er gegen die Zeit arbeitet, denn Louis behauptet, sich an nichts erinnern zu können und zwei Opfer stehen noch aus …. Es kommt also, wie es kommen muss – der Ermittler in ihm erwacht und über die Verkettung diverser glücklicher und unglücklicher Zufälle ist er auf einmal mehr oder weniger wieder im Dienst. Was ich an diesem Band besonders mochte, waren die vielen Innensichten Pierres, der sich auf seiner Reise immer wieder mit der Frage auseinandersetzt, was im Leben wirklich wichtig ist und, welche Rolle Charlotte für ihn spielt. Auch in der äußeren Handlung dreht sich viel um die Bedeutung von Familie und Religion – spannend. Ich fand es zwar ein wenig anstrengend, die Zusammenhänge und Begriffe rund um die »gens du voyage« und die »gitane« zu verstehen und mir zu merken, aber die Story und der Plot überzeugen. Ein gewisse innere Befriedigung – so für das allgemeine Seelenheil- brachte ein weiterer Handlungsstrang daheim, in dem Luc, Gisele und einige andere alle Hebel in Bewegung setzen, um Pierres Freistellung rückgängig zu machen. Zwar wird der miese Sack, auf dessen Kappe die Intrigen in der mairie gehen, nicht rausgeworfen, aber die Ungerechtigkeit, denen Pierre zuletzt ausgesetzt war, werden zumindest ein bisschen relativiert. Band 8 kann kommen – ich bin dabei!

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Dorfpolizist Pierre Durand ist unzufrieden. Nach seinem letzten Fall wurde er vom neuen Bürgermeister suspendiert. Er suhlt sich in Selbstmitleid. Da kommt es wie gerufen, dass ihn ein Freund darum bittet, sein Hausboot über das Rhônedelta zu fahren. Unvermittelt gerät Durand mitten in einen weitreichenden Kriminalfall. Ein mysteriöser Kettenbrief verbreitet sich rasend schnell in der Camargue. Darin werden drei Tote angekündigt. Ein erster Toter wird mit schwarz gefärbtem Gesicht aufgefunden. Der einzige Zeuge taucht bei Pierre Durand auf dem Hausboot auf – und der Präfekt hebt die Suspendierung auf. Die Ereignisse überschlagen sich und der Ermittler taucht in die Welt der „gens du voyage“ und eifriger Missionare ein, um einen weiteren Mord zu verhindern. Sophie Bonnet, das Pseudonym einer deutschen Autorin, die in Hamburg lebt, hat mit „Provenzalischer Stolz“ bereits den siebten Band ihrer Provence-Krimireihe um den liebenswerten Polizisten Pierre Durand veröffentlicht. In jedem ihrer Romane widmet sie sich einer Region der Provence – dieses Mal der Camargue, einer Schwemmlandebene, in der Reisfelder, Flamingos, Wildpferde und Stiere das Landschaftsbild prägen. Gut recherchiert verbindet Sophie Bonnet aktuelle Probleme mit einer spannenden Krimihandlung und gibt eine große Kelle Lokalkolorit und Genuss dazu. Denn ihr Ermittler ist – wie die Autorin – ein Genießer. Deshalb werden manche Gerichte nicht nur äußerst genau beschrieben, sondern es finden sich auch Rezepte am Ende des Buches. So ist „Provenzalischer Stolz“ genau wie die Vorgänger ein Genuss in doppeltem Sinne: ein Krimivergnügen und eine Gaumenfreude. Einfach wunderbar!

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"Er fühlte sich so nutzlos. Die Suspendierung hatte ihn in eine Tiefe gezogen, die er an sich nicht kannte. Und er wusste nicht, wie er diesen Zustand beenden sollte." (Seite 33) Pierre Durand wurde vom Dienst suspendiert und vermeidet jede Entscheidung bezüglich seiner beruflichen Zukunft. Er ist unzufrieden, antriebslos und hat zudem immer wieder Konflikte mit Charlotte. Da kommt das Angebot des Sommeliers Martin Cazadieu, dessen Hausboot von Saint Gilles nach Béziers zu bringen, gerade richtig. Pierre freut sich auf die wunderschöne Landschaft der Camargue, auf gutes Essen und guten Wein - und vor allem auf das Alleinsein und viel Zeit, um über sein Leben und seine Zukunft nachzudenken. Doch es soll anders kommen, denn auf dem Boot befindet sich schon jemand: ein junger Mann, der sich als Ornithologe ausgibt und sich nach einem Sonnenstich angeblich auf dem Boot ausruht, der aber offensichtlich Schlimmes erlebt und große Angst vor etwas hat. Und schließlich fährt der junge Mann zusammen mit Pierre Richtung Béziers. Zur gleichen Zeit ereignen sich im Süden Frankreichs sonderbare Dinge: Ein Kettenbrief ist im Umlauf, und dann gibt es einen Toten, der mit geschwärzten Gesicht am Ufer eines Sees gefunden wird, so wie es im Kettenbrief angekündigt wird. Und der junge Mann auf Cazadieus Hausboot scheint darin verwickelt zu sein. Ich liebe (Süd-) Frankreich, und derzeit habe ich großes Fernweh, wäre unglaublich gerne in der Provence. Und für solche Momente sind die Krimis von Sophie Bonnet geradezu perfekt, denn hier wird man auf stimmungsvolle Weise direkt in den Luberon bzw. mit ‚Provenzalischer Stolz‘ zudem in die Camargue versetzt. Mir hat auch der neue Band der Reihe - genau wie alle vorangegangenen Bücher - sehr gut gefallen. Die Reihe ist wirklich wie eine kleine Reise in die Provence, bildet die Stimmung vor Ort perfekt ab, macht Lust aufs Reisen und aufs Entdecken der wunderschönen Dörfer des Luberon. Die Kulisse in ‚Provenzalischer Stolz‘ ist durch die virtuelle Reise durch die Camargue ein wenig anders als sonst, aber mir hat das gefallen. Auch die Geschichte an sich fand ich gelungen, auch wenn ich nach dem Lesen des Klappentexts zuerst ein wenig skeptisch war. Sophie Bonnet: Provenzalischer Stolz. Ein Fall für Pierre Durand. Blanvalet, 2020, 362 Seiten; 15 Euro.

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Ich folge ja gern Pierre Durand, dem etwas eigenwilligen Dorfpolizisten. Aber diesmal hat er es mir nicht einfach gemacht. Pierre Durand ist arbeitslos. Er ist suspendiert worden und muss sich nun mit Mitte 40 neu orientieren. Aber er schafft es nicht. Er vertrödelt seinen Tag und zerfließt in Selbstmitleid. Seine Freundin Charlotte versucht ihn zu motivieren und zu drängen, aber nichts hilft. Er bildet sich ein, dass niemand zu ihm steht und verkriecht sich. Für andere Tätigkeiten fühlt er sich zu überqualifiziert, weit weg will er nicht gehen und so lässt er sich gehen. Es bleibt, Gott sei Dank, nicht so, denn ein Mord bringt ihn wieder auf die Spur. Erst nicht so ganz offiziell und später mit Hilfe des Präfekten kann er wieder ermitteln. Es ist ein etwas verworrener Fall, der mit einem Kettenbrief alles ins Rollen bringt. Es geht um den Kampf der Kulturen, um Religionen und dem Glauben, um Missverständnisse und um Prophezeiungen. Die Geschichte war mir diesmal zu verworren und zu sehr gewollt. Für mich waren es zu viele Mythen und Seitenhandlungen, die mit anderen Glaubensrichtungen und Kulturen (gens du voyage) verstrickt worden, so dass ich dem Verwirrspiel nur schwer folgen konnte. Das Abtauchen in den Fall fiel mir schwer. Zudem haderte ich schon auf den ersten Seiten mit Pierre, denn Männer, die im Selbstmitleid schwimmen, sind nicht wirklich motivierend. Ich fand auch schade, dass Louis einfach verschwand, obwohl er zu Beginn der Geschichte eine große Rolle spielte. Was wurde aus ihm? Was wurde aus der engen Bindung von Louis und Pierre? Darauf fehlten mir die Antworten, aber vielleicht kommen sie im nächsten Band.

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Meine Meinung: Als Serienjunkie war für mich klar, dass ich auch das siebte Buch lesen wollte, in dem Pierre Durand ermittelt. Wobei diesmal einiges anders ist. Denn Pierre wollte in Ruhe über seinen beruflichen Werdegang nachdenken. Ohne sein Dazutun steckt er selber mittendrin in einem neuen Fall. Sophie Bonnet hat es ein weiteres Mal geschafft und mich an ihr Buch gefesselt. Sie wählt immer wieder neue und interessante Themen, die sie in ihrem Krimi unterbringt. Diesmal war es ein ominöser Kettenbrief und das Verhalten der Leute, wenn sie solch einen Brief erhalten. Außerdem habe ich viel über das "fahrende Volk" und verschiedener religiöser Machenschaften gelesen. Natürlich wurde auch das Privatleben von Pierre und Charlotte behandelt, ebenso fragwürdige Hintergründe, die zur Suspendierung von Pierre geführt haben. Alles in allem war es für mich mal wieder sehr spannend und vor allem auch informativ. Fazit: Es wird mir immer noch nicht langweilig, deshalb freue ich mich schon auf eine weitere Folge. Die Bewohner des Ortes sind mir an mein Leserherz gewachsen und natürlich will ich wissen, wie alles weitergeht. Jedes Buch ist zwar abgeschlossen, aber es macht mehr Spaß, wenn alle Folgen in der entsprechenden Reihenfolge gelesen werden, wobei es nicht zwingend erforderlich ist, alle zu kennen. Aber was ein richtiger Serienjunkie ist..... So oder so gebe ich gerne eine Leseempfehlung.

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Der Krimi "Provenzalischer Stolz" erscheint im Blanvalet Verlag und ist der siebte Band der Reihe von Autorin Sophie Bonnet. Pierre Durand ist Dorfpolizist von Sainte Valérie und wurde gerade vom Dienst suspendiert. Seine Freundin Charlotte möchte ihre Beziehung mit einem Kind fortsetzen. Diese Lebensänderungen sind für Pierre etwas zuviel, er verfällt in eine lethargische Phase. Um allem zu entkommen, überführt er ein Hausboot und trifft zufällig den Zeugen eines Mordes. Schon ist Pierre wieder in seinem Metier und steckt seine Kraft in die Ermittlung. Bei dieser Reihe sind alle Fälle für sich abgeschlossen, allerdings lernt man die Figuren besser kennen, wenn man die Reihenfolge einhält. Denn Pierre Durands Leben zeigt eine persönliche Entwicklung, die als roter Faden die gesamte Reihe verbindet. In diesem Buch bekommt Pierre eine Arbeitschance, die ihn nach seiner Suspendierung vom Dienst aus einer lethargischen Phase heraus reißt. Außerdem muss er sich darüber klar werden, ob er, wie es sich Charlotte wünscht, eine Familie gründen will. Pierre überführt ein Hausboot von Saint Giles nach Bézièrs, das klingt nach entspannender Tätigkeit, doch es wird zu einem neuen Fall, denn in der Kajüte versteckt sich ein junger Mann mit Gedächtnisverlust, der als Zeuge in einen Mordfall verwickelt ist. Vergessen sind die persönlichen Sorgen und Pierre beginnt zu ermitteln. Seine Nachforschungen führen ihn zu merkwürdigen und bedrohlichen Kettenbriefen, außerdem trifft er eine alte Freundin wieder, die zu den "Gitanes" gehört. Sie versorgt ihn mit Informationen über die verschiedenen Gitanos und ihre religiösen Ausprägungen, erklärt die Kettenbriefe und man erfährt einiges über die religiöse Pfingstgemeinde, die mit dem Mord in Verbindung zu stehen scheint. Die Auslegung von Bibelstellen und die Verbindung zu diesem Konflikt zwischen den Kulturen war für mich nicht immer eindeutig einzuschätzen. Neben diesen Glaubensfragen, Sündenfall und mystisch anmutenden Themen wird aber auch der regionale Charakter der Carmargue bildhaft gezeigt und deutlich spürbar, nicht nur landschaftlich, sondern auch kulinarisch versorgt uns die Autorin mit Köstlichkeiten, für die sie im Anhang die passenden Rezepte beisteuert. Der Glaube spielt in diesem Buch eine entscheidende Rolle. Man fragt sich beim Lesen, wo der Grat zwischen Glaubensgemeinschaft und Sekte verläuft. Dieser Gedanke bewegt auch Pierre Durand, denn Glauben bietet Halt, kann aber auch gefährlich ausufern. Insgesamt fand ich den Fall interessant, doch die Verstrickungen der Pfingstgemeinden und die Verbindung zu den mysteriösen Kettenbriefen empfand ich etwas verwirrend. Ich konnte keinen Zugang zu den Sagen und Mythen finden und habe die Verknüpfungen mir etwas schwer gemacht. Dieser Südfrankreich-Krimi macht Fernweh, konnte für mich aber nicht ganz mit den Vorgängerbänden mithalten.

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Was hat Pierre Durand nicht schon alles mitmachen müssen in seiner bisher 6-bändigen Laufbahn als Dorfpolizist von Sainte Valerie. Gar nicht so einfach, ihm immer wieder Fälle auf den Leib zu schneidern, die sich einerseits als mysteriöse Mordfälle entpuppen und andererseits logisch zu seiner persönlichen Situation passen (als Dorfpolizist ist man dafür ja eigentlich nicht zuständig und die Zuständigkeit zu generieren ist eine ordentliche Aufgabe für die Autorin!). Diese hat sie diesmal aber gut gemeistert, finde ich. Während Pierre suspendiert ist (Tendenz: endgültiger Ausschluss vom Polizeidienst) und auch gar nicht so recht weiß, wie er sich seinen weiteren Berufsweg vorstellt, geschieht in der Camargue ein merkwürdiger Mord. Pierre, der davon nur im Radio hört, hat ganz andere Sorgen. Seine Freundin will ein Kind und er… weiß nicht so recht, ob er für einen solchen kleinen Welt-auf-den-Kopf-Steller bereit ist. Wo er doch aktuell nicht mal einen Job hat… Um sich eine Denkpause zu verschaffen, überführt er für einen Freund dessen Hausboot in einen anderen Hafen und will ein paar Tage die Stille genießen und in sich gehen. Doch die ersehnte Ruhe währt nur einen Augenblick: im Boot findet er einen jungen Mann, völlig verstört, der etwas von einem Monster in den Sümpfen der Camargue faselt. Pierre wird schnell klar, dass er Zeuge des kürzlichen Mordes war und fängt an zu ermitteln. Die zuständigen Kommissare bekommen Wind von der Situation und dem pfiffigen Ermittler, der keiner mehr ist, und so setzt sich der Präfekt für ihn ein, damit er offiziell Teil des Ermittlungsteams sein kann. Pierre spürt mit allen Sinnen, dass er hier in seinem Element ist… ein anderer Job? Nein, kommt nicht mehr in Frage! Und natürlich bringt er auch diesen Fall zum Abschluss. Pierre ist mir schon immer sehr sympathisch gewesen, ein rundum liebenswerter Kerl, den ich gern bei Ermittlungen begleite. Diesmal hat er es mir allerdings anfangs etwas schwer gemacht, denn seine lethargische Haltung und dieses Gehenlassen passte irgendwie nicht so recht zu ihm. Ich war erst wieder versöhnt, als auch er seine Bestimmung – die Polizeiarbeit – wieder für sich entdeckt hatte.  Den Fall an sich fand ich interessant, auch wenn mir die reli-giösen Verstrickungen der Pfingstgemeinden mitunter ein wenig zu ausufernd beschrieben wurden. Im Zusammenhang mit dem mysteriösen Kettenbrief waren viele religiöse Elemente, alte Sagen und Mythen im Spiel, bei denen ich ganz schön dran bleiben musste, um sie im Kopf zu sortieren. Andererseits machte das den Fall auch wirklich spannend und er bekam eine leicht unheimliche Note. Etwas schade fand ich, dass der junge Louis, der Pierre im Laufe der Ermittlungen so ans Herz gewachsen war, im Finale und insbesondere danach plötzlich keine Rolle mehr spielte. Ich war angesichts der doch recht besonderen Beziehung, die Louis und Pierre entwickeln, davon ausgegangen, dass die beiden den Kontakt auch nach Abschluss des Falles aufrecht erhalten. Leider war von dem jungen Mann auf einmal keine Rede mehr (wenn ich es nicht überlesen habe) und so war das für mich ein loser Faden, der am Ende des Buches übrigblieb. Trotz dieses (für mich) kleinen Mankos ist Sophie Bonnet auch diesmal wieder ein aufregender Ausflug in die Provence gelungen, der mir spannende Lesestunden beschert hat.

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