Leserstimmen zu
Die Hafenschwester (2)

Melanie Metzenthin

Die Hafenschwester-Serie (2)

(1)
(0)
(0)
(0)
(0)
€ 15,00 [D] inkl. MwSt. | € 15,50 [A] | CHF 21,90* (* empf. VK-Preis)

ch habe mich schon sehr auf den zweiten Teil gefreut. Ich konnte nicht abwarten wie es mit Martha und Paul weiter geht. Ich war ab der ersten Seite wieder voll in der Geschichte gefangen. Im Jahr 1913 Martha und Paul haben mittlerweile 3 Kinder und Leben glücklich in einer Wohnung. In ihrer Arbeit als Hafenschwester geht sie völlig auf. Eines Tages flattert eine Einladung von ihrer Freundin Milli ein, sie reisen zur Hochzeit ihrer Patenttochter nach Amerika und verbringen dort eine schöne Zeit. Ohne zu wissen das bald der Erste Weltkrieg losgeht. Auch Paul wird eingezogen und Martha ist in dem Kampf ums Überleben ihrer Familie und den Sorgen um Paul gefangen. Melanie Metzenthin hat hier wieder eine spannende Geschichte geschrieben. Das grauen der Kriegszeit ist hier sehr gut geschildert. Ich habe sehr mit den Menschen mitgefühlt, was für eine schreckliche Zeit. Die gute Recherche der damaligen Zeit ist spürbar und macht die Geschichte so lebendig. Nicht nur die Geschehnisse im Krieg, auch die Anfänge der Gesichtschirurgie werden eindrucksvoll geschildert. Das Nachwort gibt nochmal deinen Überblick über die historischen Fakten. Die Fiktive Geschichte und die historischen Begebenheiten sind super zusammengeführt und geben eine tolle Geschichte. Eine spannende, packende Geschichte in der man einiges über die Kriegszeit lernt, und in der ich öfters mit entsetzen gelesen habe was die Menschen früher mitmachen mussten. Ich bin schon sehr auf den dritten Teil gespannt. Von mir gibt es 5 ⭐⭐⭐⭐⭐ und eine klare Leseempfehlung!

Lesen Sie weiter

Seit dem Ende des ersten Bandes der Hafenschwester-Reihe sind mittlerweile 16 Jahre vergangen. Martha hat sich mit Paul ein schönes Leben aufgebaut, sie haben 3 gesunde Kinder, beide sind beruflich ausgefüllt und das Geld reicht für ein recht angenehmes Leben. Ihre Freundin Milli hat sich in Amerika ein gutes Leben aufgebaut und lädt die Familie ein, sie zu besuchen. Eigentlich könnte das Leben doch immer so weitergehen, doch der erste Weltkrieg lässt die Träume von Wohlstand und Sicherheit bald zerbersten. Auch Marthas Familie leidet unter den Einschränkungen des Krieges und die Männer müssen sich auf die eine oder andere Weise am Krieg beteiligen. Paul kehrt schwer verletzt aus dem Feld zurück und diese Verletzung stellt die Ehe der beiden vor eine große Herausforderung. Ich war sehr begeistert von diesem Buch. Man ist von Anfang an gleich wieder in der Geschichte, auch wenn eine lange Zeit vergangen ist. Mir hat der Spannungsbogen sehr gut gefallen, beginnt das Buch doch mit einem sehr guten Jahr für die Familie Studt. Die Reise nach Amerika ist etwas ganz besonderes und ich fand es sehr interessant von dem damals größten Schiff der Welt, dem Imperator zu lesen, dessen Macken natürlich Paul als Schiffsingenieur nicht entgehen. Auch der Aufenthalt selbst fand ich sehr interessant, zeigt es doch eine ganz andere Art zu leben, die aber mit ähnlichem Zwängen behaftet ist, wie die im deutschen Reich. Marthas Bruder Heinrich heiratet für alle überraschend eine Chinesin, die Anfangs Schwierigkeiten mit der deutschen Mentalität bekommt, sich aber dann doch in die Familie eingliedert. Der Krieg stellt alle vor große Herausforderungen, die aber mit festen Wilen angegangen werden, auch wenn es nicht immer einfach ist. Manch einer mag anmerken, dass ja immer alles glatt geht und die Familie ja vergleichsweise wenig unter den Einschränkungen zu leiden hat. Allerdings muss man bedenken, dass Martha durch ihre berufliche Ausbildung die Möglichkeit hat einen bezahlten Beruf auszuüben und Paul nach seiner Verwundung trotz aller Einschränkungen wieder arbeiten kann. Damit stehen sie besser da als viele anderen. Diese Mittelschicht hat sicher andere Möglichkeiten gehabt, durch den Krieg zu kommen. Alles in allem habe ich das Buch richtig gerne gelesen und freue mich schon auf den dritten Band, auch wenn es auf den noch eine Weile warten heißt. Von mir eine absolute Leseempfehlung!

Lesen Sie weiter

Zugegeben: Im ersten Band war mehr Action. Das Leben hat eben auch ruhigere Phasen und die sind in einem historischen Roman immer besonders tückisch. Die Romanhelden freuen sich ihres Lebens und der Leser weiß genau, dass ihre Welt bald in Trümmern liegen wird. Hamburg 1913: Martha, 34, hat sich aus ärmlichsten Verhältnissen zur OP-Schwester emporgearbeitet. Ein Beruf, den sie leider nicht mehr ausüben darf, seit sie mit dem Ingenieur Paul Studt verheiratet ist. Nur ledige Frauen und Witwen dürfen einer bezahlten Tätigkeit als Krankenschwester nachgehen. Die überzeugte Sozialdemokratin will aber nicht nur um ihren Mann und die drei Kinder herumwuseln, sie will helfen. Und so arbeitet sie ehrenamtlich als Hafenschwester. Damit tut sie etwas für die Allgemeinheit, aber ihre Fähigkeiten als OP-Schwester liegen brach. Das ist ungerecht, doch von heute auf morgen lassen sich die Gegebenheiten nicht ändern. Diese Erfahrung haben Martha und ihre politisch engagierten Freundinnen vom Frauenverein schon mehrfach machen müssen. Martha will sich nicht beklagen. Ihr Leben ist gut so, wie es ist. Ihr jüngerer Bruder Heinrich, zum Beispiel, ein Kapitän, hat von einer seiner Fahrten eine chinesische Ehefrau mitgebracht: Mi-Ling. Da gibt’s nicht nur aus sprachlichen Gründen Verständigungsprobleme. Kulturell scheinen Asiaten und Hanseaten nicht besonders kompatibel zu sein. Wenn Martha Studt schon einen beachtlichen Aufstieg vom armen Mädchen aus dem Gängeviertel zur geachteten Krankenschwester und Ingenieurs-Gattin hingelegt hat, dann ist ihrer Freundin aus Kindertagen, Milli, der ganz große Wurf geglückt: Sie hat es von der jugendlichen Zwangsprostituierten zur Ehefrau eines US-amerikanischen Politikers gebracht. Zur Hochzeit ihrer ältesten Tochter lädt Milli die Studts samt Kindern nach New York ein. Als sie in New York eintreffen, kommen sie aus dem Staunen nicht mehr heraus: Die Welt, in die Milli eingeheiratet hat, ist an Wohlstand und Glamour kaum zu überbieten. Nie hätte Martha gedacht, dass sie das einmal zu sehen bekäme! So könnte das Leben bleiben! Tut es aber nicht. Als der Krieg ausbricht und Paul trotz seiner 41 Jahre eingezogen wird, muss Martha alleine für die Familie sorgen. Wie lange werden es sich die Krankenhäuser in Kriegszeiten leisten können, qualifizierte Krankenschwestern zu verschmähen, nur weil sie verheiratet sind? Dann kommt der Schock: Paul wurde an Front schwer verwundet: Er hat eine Gesichtsverletzung erlitten, die ihn so stark entstellt, dass er sich nicht mehr unter Menschen traut. Martha blutet das Herz, ihren geliebten Mann so zu sehen. Und Existenzängste plagen sie auch: Wenn er nie wieder in seinen Beruf zurückkehren kann, wird sie es dauerhaft schaffen, die Familie zu ernähren? Was, wenn sie nach dem Krieg als verheiratete Frau nicht mehr arbeiten darf? Als OP-Schwester weiß sie, dass es neue Operationsmethoden gibt, mit denen man entstellte Gesichter rekonstruieren kann. Doch die sind noch im Experimentierstadium. Wird es gelingen, Paul sein Gesicht wiederzugeben? Gegen Kriegsende geht’s ordentlich rund in der Geschichte. Davor ist die Handlung oft nicht besonders temporeich. Damit habe ich kein Problem: Ich schaue gern Romanfiguren aus anderen Epochen beim Leben zu und versuche mir vorzustellen, wie das damals war. Da man heute aber ein Schnellfeuer an dramatischen Ereignissen gewöhnt ist, hat nicht jeder*r mehr die Geduld sich einfach auf anderer Leute Lebensumstände einzulassen. Deswegen sag’ ich’s. Manchmal habe ich mich gefragt, ob die Studts nicht zu gut sind, um wahr zu sein. Irgendwie machen sie immer alles richtig. Zum Ausgleich gibt’s jedoch genügend fehlbare Nebenfiguren, mit denen man sich als Durchschnittsmensch identifizieren kann. Sie treffen auch mal zweifelhafte Entscheidungen und müssen dann mit den Konsequenzen leben. Und sollte man als Leser*in beim Thema „1. Weltkrieg“ nicht ganz sattelfest sein: Hier liest man eine außergewöhnliche Lebensgeschichte und lernt nebenbei noch allerhand dazu. Wenn historische Ereignisse am Beispiel konkreter Schicksale geschildert werden, ist das für mich immer greifbarer als reine Fakten und Erklärungen. Und es bleibt auch mehr hängen.

Lesen Sie weiter

INHALT: Martha ist endlich angekommen. Mit ihrem Mann, Paul, und ihren drei Kindern lebt sie glücklich in Hamburg. Auch als Hafenschwester ist sie noch tätig. Ein Brief von Millie aus Amerika sorgt für Aufregung. Alle fünf sollen zu Besuch zu ihr kommen und schon die Überfahrt wird ein freudiges Erlebnis. Doch die Freude währt nicht lange denn der erste Weltkrieg steht kurz vor dem Ausbruch und Marthas Träume zerplatzen. Auch Paul wird eingezogen und Martha ist allein auf sich gestellt. Nach einem schweren Granatenangriff kommt Paul völlig entstellt zurück und ihre Ehe wird auf eine harte Probe gestellt. MEINE MEINUNG: Dies ist der zweite Teil der Trilogie um die Hafenschwester Martha von Melanie Metzenthin. Da es einige Rückblicke gibt, kann man das Buch sehr gut eigenstänig lesen, aber man verpasst natürlich den wirklich tollen ersten Teil. Dieser Roman schliesst sich an die Ereignisse des ersten Teiles an und ich war wieder sofort in der Geschichte und im Leben von Martha angekommen. Wunderbar wurde hier der Zeitgeist wiedergegeben und man fühlte sich in diese Zeit zurückversetzt. Wie auch schon im ersten Teil hat die Autorin hier vieles vereint, wir lesen vom Leben einer Krankenschwester, erfahren aber auch vieles von der chinesischen Kultur und auch die politischen Ereignisse spielen eine Rolle. Das alles wird zu einer hochinteressanten und spannenden Geschichte verbunden und der Familiengeist geht nie verloren. Es ist eine so runde und so kompakte Geschichte und man fühlt sich so verbunden mit den Charakteren. Ich habe mit ihnen gelitten, habe mit ihnen gefühlt und konnte auch mit ihnen schmunzeln. Sehr interessant fand ich die Einblicke in die plastische Chirurgie dieser Zeit und habe den Fortschritt verfolgen können. FAZIT: Eine ganz wunderbare und sehr interessante Fortsetzung. Ich fiebere jetzt schon dem dritten Teil entgegen.

Lesen Sie weiter

Auch beim zweiten Band der Hafenschwester hat uns die Autorin Melanie Metzenthin bei der Leserunde auf meinem Blog begleitet! Vielen Dank liebe Melanie! Es war wieder toll und wir haben jede Menge Zusatzinformationen bekommen. Band zwei setzt wenige Jahre nach dem Ende von Band eins an. Martha ist inzwischen mit Paul verheiratet und hat drei Kinder. Nachdem sie im ersten Band vom armen Mädchen aus dem Gängeviertel zu einer angesehenen Krankenschwester geworden ist, hat sie in ihrem nun gut behütenden Leben Fuß gefasst. Sie darf als verheiratete Frau zwar nicht mehr im Krankenhaus als Schwester arbeiten, setzt sich aber noch immer für die Armen ein. Als ehrenamtliche Hafenschwester behandelt sie diese unentgeltlich. Da erhält sie eine Einladung von Millie. Sie soll mit ihrer Familie nach Amerika reisen und ihre beste Freundin aus Kindertagen endlich besuchen. Millies Tochter Anna, deren Patin Martha ist, feiert demnächst Hochzeit. Die Überfahrt ist bezahlt und so steigen Martha, Paul und die Kinder Rudi, Fredi und Ella auf das größte Passagierschiff dieser Zeit, dem Imperator. Noch ahnen Martha und Paul nicht, dass diese Reise für lange Zeit die letzten glücklichen Tage sein werden.... Mit dem Besuch in Amerika dürfen wir auch wieder kurz an Millies Leben teilhaben, die mir im ersten Band besonders gut gefallen hat. Die Überfahrt auf dem Luxusdampfer und der Unterschied zwischen dem quirligen New York und dem noch etwas rückständigen Europa sind sehr bildhaft dargestellt. Einige Leserinnen fanden diesen ersten Leseabschnitt eher unspektakulär. Ich empfand dies nicht so. Er ist sicherlich ruhiger, aber nicht weniger interessant. Melanie Metzenthin hat einige sehr aufschlussreiche Details dieser Zeit eingebaut, die ich gerne gelesen habe. Millies Arrangement und wie sie ihr Leben in Amerika gestaltet, hat mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Sie war schon immer der Zeit voraus. Doch kaum zurück aus den Vereingten Staaten spitzt sich die Lage in Europa nach dem Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdninand und seiner Frau Sophie zu. Als es zum Krieg kommt stürzen sich die Männer mit Euphorie in die Schlachten, um viel zu schnell wieder aufzuwachen. Mit dem ersehnten Kriegsende zu Weihnachten wird es nichts und es folgen Leid und Schmerz, Hunger und Elend für die Menschen in Deutschland. Hier hat die Autorin den Mittelpunkt auf das Leben in Hamburg gesetzt. Mehr möchte ich nicht verraten...im Klappentext steht sowieso schon viel zu viel! Ein interessanter neuer Charakter ist Li-Ming. Die Chinesin, die Marthas Bruder Heinrich ehelicht und mit nach Deutschland bringt, ist zu Beginn schwer durchschaubar. Durch sie erfährt der Leser von chinesischen Bräuchen und Traditionen. Melanie Metzenthin hat dabei auch ein sehr schmerzliches Thema aufgegriffen, auf das ich hier nicht näher eingehen möchte. Ich habe dazu allerdings schon einen Roman gelesen, der mich damals zutiefst ergriffen hat. Nach Pauls schwere Verletzung, die sowieso schon im Klappentext verraten wird, konnte mich die medizinische Seite rund um die plastische Chirurgie zu dieser Zeit richtih fesseln. Durch die vielen verstümmelten Soldaten musste die Medizin in kurzer Zeit viel dazulernen und steht vor neuen Herausforderungen...ähnlich wie heute durch den Coronavirus. Die Autorin hat uns besonders in diesem Abschnitt viel an ihren Recherchen teilhaben lassen, was ich absolut spannend fand. Dabei kam mir die Spanische Grippe zwar etwas zu kurz, aber ich muss auch sagen, dass Melanie Methenthin ohnehin schon sehr viele Themen aufgegriffen hat. Noch ein Schwerpunkt wäre vielleicht zu viel gewesen... Auch die Politik nimmt im letzten Abschnitt wieder einen größeren Teil ein, ist aber im zweiten Teil eher Nebenhandlung. Martha und Paul sind weiterhin bekennende Sozialdemokraten und kämpfen noch immer für die Rechte der Arbeiter. Am Ende des Romans stehen wir auch am Ende des Deutschen Kaiserreichs. Schreibstil: Die Autorin schreibt sehr bildhaft und man merkt in jedem Abschnitt, wie viel sie recherchiert hat. Die spannenden Themen, wie die Jungfernfahrt der Imperator, die Kriegshandlungen und politischen Hintergründe, sowie die medizinischen Eingriffe, die damals Neuland waren und bei denen es auch für die Medizinerin noch genug zu recherchieren gab, wurden sehr lebendig und gut verständlich dargestellt. Die Charaktere haben sich alle weiterentwickelt und ich hatte sie lebhaft vor Augen. Man fühlt sich ihnen nahe und leidet und freut sich mit ihnen mit. Im Nachwort findet man wieder Erklärungen zu Fiktion und wahren Begebenheiten. Herausheben möchte ich auch noch das historische Bildnis von Hamburg im Inneren der Klappbroschur. Fazit: Ein ereignisreicher zweiter Band rund um die Hafenschwester Martha und ihre Familie. Wieder hervorragend recherchiert, lebendig erzählt und mit interessanten Einsichten in das Leben von damals. Ich freue mich schon auf Band 3.

Lesen Sie weiter

Den erste Band der Hafenschwester-Reihe hatte mir gut gefallen, da war ich natürlich neugierig auf die Fortsetzung. Und auch diese war unterhaltsam, an den ersten Band kommt die Geschichte diesmal aber nicht heran. Die Krankenschwester Martha lebt glücklich mit ihrem Ehemann Paul und den drei Kindern in Hamburg – doch der Erste Weltkrieg steht bevor und auch Paul wird eingezogen. Martha muss sich um ihre Familie kümmern – gar nicht so einfach, wenn Kohlen und Lebensmittel knapp und rationiert werden. Als Paul dann schwer entstellt aus dem Krieg zurückkommt, weiß Martha zunächst auch keinen Rat… Ich bin gut in die Geschichte reingekommen und es war schön, die alten Bekannten aus dem ersten Band wiederzutreffen. In der ersten Hälfte geht es vor allem um das alltägliche Leben in Hamburg im Jahr 1913 – Martha engagiert sich weiter um die Kranken, die sich eine ärztliche Behandlung nicht leisten können, sie steht weiter in engem Kontakt zu ihrer Freundin Milli, die ja nach Amerika ausgewandert war und von der sie nun eine Einladung erhält. Auch ihr Bruder und Vater tauchen in der Geschichte wieder auf, und auch die beiden haben Neuigkeiten, die erzählt werden. Die Reise nach Amerika ist in der ersten Hälfte ein kleines Highlight, und es ist interessant, wie anders das Leben in Amerika zu dieser Zeit war. Insgesamt fand ich die erste Hälfte des Romans aber eher langatmig, da die Geschichte nur vor sich hin plätschert, Themen oft nur kurz angerissen werden und Probleme nach wenigen Seiten wieder gelöst sind. Sicherlich hat die Autorin auch schon für diesen Teil gut recherchiert, ein wenig mehr Spannung hätte ich mir aber doch gewünscht. Erst in der zweiten Hälfte wird es dann interessanter – Paul kommt gesichtsentstellt aus dem Krieg zurück, und mit der medizinischen Versorgung und dem Wiederaufbau von Pauls Gesicht hat die Autorin ein sehr interessantes Thema aufgegriffen. Auch hier hat sie wieder viel recherchiert und uns in der gemeinsamen Leserunde viele interessante Hintergrundinformationen geliefert. Aber auch andere Themen gibt es in diesem Abschnitt: Man erfährt einiges über die chinesische Kultur (wieso, das mag ich hier nicht sagen, um nicht zu spoilern) und über die ersten Streiks in den Werften. Aber auch in der zweiten Buchhälfte sind aufkommende Probleme immer sehr schnell gelöst – trotzdem war diese spannender, und ich habe diese Hälfte wirklich gerne gelesen. Die Autorin hat nicht nur gut recherchiert, sondern ihr Wissen auch unterhaltsam und angenehm präsentiert – der Schreibstil ist leicht zu lesen und sehr lebendig. Die Charaktere sind schön gestaltet, auch wenn sie an manchen Stellen zu gut oder zu böse geraten sind – trotzdem habe ich gerade Martha und Paul ins Herz geschlossen und sie gerne begleitet. Wegen der doch langatmigen ersten Hälfte gebe ich insgesamt 3,5/5 Sternen. Mein Fazit Es war schön, die bekannten Charaktere aus Band eins wiederzutreffen, auch wenn die erste Hälfte des Buches mir zu langatmig erzählt war und mir da einfach Spannung gefehlt hat. Das macht die Autorin in der zweiten dann aber wett – und hier war ich dann auch wirklich mitten drin und dabei. Insgesamt gebe ich dem Buch 3,5 von 5 Sternen und bin gespannt, was im dritten Band weiter geschehen wird.

Lesen Sie weiter

Hamburg, 1913. Seit dem ersten Band sind fast 15 Jahre vergangen und Martha und Paul haben mittlerweile zwei aufgeweckte Söhne und eine kleine Tochter. Zu Beginn des Buches steht die Reise nach Amerika an und genauso wie die Familie Studt habe ich mich gefreut Milli und ihre Tochter wieder zu treffen. Die Überfahrt mit dem imposanten Schiff und die riesige Stadt New York war für Marthas Familie sehr beeindruckend. Auch als Leser staunt man während der gesamten Geschichte, was es damals schon alles gab, was möglich war oder andererseits noch nicht weit vorangeschritten. Das damalige Leben wurde von Melanie Metzenthin sehr schön dargestellt. Insbesondere das Stadtbild von Hamburg, die Schifffahrt und die Politik wurden durch die Verknüpfung mit Marthas Familie sehr lebensnah und interessant geschildert. Durch die Begeisterung von Marthas Söhnen konnte man durch das protzige Schiff Imperator schlendern und die Überfahrt nach Amerika mit verfolgen. Zurück in Hamburg begleiten wir Martha als ehrenamtliche Hafenschwester wieder ins ärmliche Gängeviertel und darüber hinaus. Pauls Arbeit am Hafen rundet die Schilderungen des Lebens in der damaligen Stadt ab. In diesem Buch spielt natürlich auch der Erste Weltkrieg eine Rolle, der die glückliche Zeit von Marthas Familie ein jähes Ende bereitet. Nicht nur Paul wird trotz seines Alters eingezogen, sondern auch Marthas Bruder Heinrich ist durch seinen Beruf als Kapitän gefahrvollen Situationen ausgesetzt. Und Zuhause muss Martha für das Überleben ihrer Familie sorgen, während die Kriegsjahre immer entbehrungsreicher werden. Während all dem ist es wieder schön mitanzusehen, wie sich Martha weiterhin für die Armen und Kranken engagiert und auch Paul sich für den Frieden einsetzt. >>Das Leben mit dem richtigen Menschen an seiner Seite ist das größte Geschenk, das das Schicksal einem machen kann. << Martha, S. 387 Nicht nur das Hamburg vor über 100 Jahren hat Melanie Metzenthin sehr lebendig und interessant geschildert, sodass sich die Hafenstatt eindrucksvoll vor meinem geistigen Auge erhebt. Wie man dem Nachwort entnehmen kann, hat die Autorin sehr gut recherchiert und viel Wahres in das Geschehen eingebaut. Auch die gesamte Geschichte hat die Autorin mitreißend erzählt. Durch die sympathischen hingebungsvoll Buchfiguren und dem lebendigen Schreibstil bin ich innerhalb nur weniger Tage durch das Buch gerauscht. Das Ende des Buches war fast schon etwas überhastet (aber begründet durch die realen Begebenheiten) und die persönliche Bindung zu Marthas Familie und den anderen geliebten Buchfiguren fehlte ein wenig. Am Schluss hängt stets Hoffnung zwischen den Zeilen, was mir gut gefallen hat. Ich bin etwas traurig, dass ich Familie Studt verlassen muss, freue mich aber umso mehr auf den dritten Teil, da dies auch eine Zeit der deutschen Geschichte ist, zu der ich gerne historische Romane lese. Fazit: „Die Hafenschwester – Als wir wieder Hoffnung hatten“ erzählt wie im ersten Band wieder von der engagierten und leidenschaftlichen Martha, die mittlerweile auch drei Kinder hat. Es wird geschildert, wie die Protagonisten die entbehrungsreiche und gefährliche Kriegszeit erleben. Melanie Metzenthin schafft wieder ein umfangreiches Bild des historischen Hamburgs und bietet durch ihren Schreibstil und liebenswerte Charaktere ein spannendes Buch. 4,5 von 5 Sternen

Lesen Sie weiter

Auch mit diesem zweiten Teil der Hafenschwester Trilogie hat es die begabte Autorin Melanie Metzenthin geschafft, ihr Hamburg wieder in einem interessanten und ehrlichen Licht darzustellen. Auch wenn man den Roman unabhängig vom ersten Teil lesen, habe ich mich doch sehr über das Background Wissen gefreut, das mir aus Teil eins in Erinnerung geblieben war. Wir treffen sie alle wieder … Milli mit Mann und Kind in Amerika, Marthas Bruder Heinrich als frischgebackenen Ehemann, Marthas Vater, den Leierkastenmann und natürlich Martha selbst, die inzwischen eine selbstbewusste Ehefrau und Mutter dreier Kinder geworden ist. Doch sie gibt auch weiterhin viel von sich selbst und ihrer Zeit, um den weniger Privilegierten zur Seite zu stehen. Wir dürfen sie wieder begleiten auf ihren Hilfsmissionen und diesmal sogar auf eine Überfahrt ins ferne Amerika. Es ist unübersehbar, Melanie Metzenthin hat mal wieder fantastisch recherchiert, um die Atmosphäre der Zeit einzufangen. Es sind schwere Zeiten, der Erste Weltkrieg steht bevor und wird für die Familie Studt zur Zerreißprobe werden … Während ich Martha und Paul natürlich schon längst ins Herz geschlossen hatte, ist es auch die Geschichte rund um die fiktive Familie, die die Namen von Marthas eigenen Großeltern tragen. Die Monate vor Ausbruch des Kriegs und natürlich auch die Zeit währenddessen und danach sind sehr anschaulich beschrieben, ich hätte nicht tauschen mögen. Melanie verleiht uns wieder tiefe Einblicke in die Medizinhistorie und hat sich diesmal als Thema die plastische Geschichtschirurgie auf die Fahne geschrieben, um dem armen Paul seinen Lebenswillen zurückzugeben. Doch keine Sorge, es gibt auch zauberhafte Momente, zum Beispiel, wenn Martha und Paul über die Tanzfläche schweben dürfen. Alles in allem war es mal wieder ein Schmöker, der sich schwer aus der Hand legen ließ und hat mir viele spannende Lesestunden bereitet. Hierfür ganz lieben Dank an dich, liebe Melanie. Ich freue mich schon heute auf den Abschluss der Geschichte über Hamburg und Hafenschwester Martha und vergebe wohlverdiente fünf von fünf Sternen.

Lesen Sie weiter