Leserstimmen zu
Vaters Wort und Mutters Liebe

Nina Wähä

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Siri und Pentti Toimi leben auf einem Bauernhof im Norden Finnlands und haben vierzehn Kinder. Zwei von ihnen sind bereits im Kleinkindalter verstorben. Siri kümmert sich um die Kinder, die 1981 noch zu Hause wohnen, auch wenn sie nicht alle gleich liebt. Pentti wird dagegen von den Kindern gefürchtet und betrachtet sie nur als billige Arbeitskräfte. Im Winter 1981 ereignet sich ein schwerer Unfall, bei dem das zweitjüngste Kind Arto schwer verletzt wird. Dadurch wird eine Kette von Ereignissen ausgelöst, die das Familienleben dauerhaft verändern. "Vaters Wort und Mutters Liebe" ist eine komplexe Familiengeschichte, die kapitelweise aus der Perspektive von Siri oder eines ihrer Kinder erzählt wird, während der Vater Pentti selbst nur in Form eines langen Briefes eine eigene Stimme bekommt. Dabei beginnt der Roman im Winter 1981 als Ausgangspunkt, springt jedoch während der Erzählungen immer wieder in die Vergangenheit und zu Episoden, die für einzelne prägend waren. Auf diese Weise lernt man die ganz unterschiedlichen Charaktere kennen, wobei es trotz der Vielzahl der Figuren aufgrund ihrer differenzierten Eigenheiten nicht schwierig ist, den Überblick zu behalten. Die vergangenen Ereignisse sind ohne Zusammenhang, während in der Gegenwart der Unfall dazu führt, dass sich die Familie räumlich entzweit, die Kinder jedoch durch ein weiteres "Unglück" wieder bei ihrer Mutter zusammenfinden. Diese Zusammenkunft zeigt wiederum auf, wie unterschiedliche die Geschwister sind und dass sie nach wie vor gemeinsam einsam sind. Es ist eine außergewöhnliche Familiengeschichte, die trotz der Vielzahl jeden einzelnen Charakter bildhaft darstellt, wobei die Kinder auf unterschiedliche Art und Weise von ihrem Elternhaus geprägt sind und Probleme haben, Beziehungen zu führen oder Liebe zu empfinden. Ein Band der Geschwister ist nicht zwischen allen spürbar, was das Netzwerk untereinander eher locker erscheinen lässt. Es ist eine Erzählung über eine dysfunktionale Familie, über Liebe und Hass, über Gerechtigkeit und den Traum von Freiheit sowie über Selbsterkenntnisse und den Mut, eigene Wege zu gehen. Die Geschichte ist etwas sperrig und im Mittelteil weiß man nicht so genau, wohin sie eigentlich führen wird. Das Ende hat jedoch den erhofften Aha-Effekt, ist nicht unbedingt happy, schenkt jedoch Hoffnung und macht die Geschichte insgesamt gerade aufgrund ihrer Andersartigkeit faszinierend und lesenswert.

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Opulente und teilweise düstere Familien-Geschichte

Von: rena t. aus wuppertal

23.06.2020

12 Kinder hat die Familie. Einen Vater, der meißt draussen auf dem eigenen Hof ist. Und seltsamerweise ziemlich oft im Kuhstall.... Eine Mutter, die viel zu tun hat, mit all den Kindern. Der Vater kümmert sich kaum um seinen Nachwuchs. Leider drifften die Eltern auseinander. Die Autorin beschreibt in allen Einzelheiten alle Figuren. Und das allein dauert. Es gibt nette Charaktere, und nicht so nette. Alles ist dabei. Die beiden ersten Kinder überleben nicht. Es ist eine opulente Geschichte, die sich im hohen Norden abspielt, in Norwegen, Finnland, und etwas auch in Dänemark. Auch die Wälder kommen hinzu. Manches ist schwer verdaulich, was man da liest. Der Vater ist anfangs noch freundlich zu seiner Frau, aber das ändert sich. Auch seine Kinder beginnen ihn zu fürchten. Die meisten Kinder sind freundlich zu den Tieren. Aber, ein Junge ist das garnicht, und den Teil besonders fand ich...nicht gut zu lesen ! Alles klingt etwas autobiografisch. Wer schreibt schon mit so viel Eifer eine solche umfangreiche, und teilweise sehr düstere Familien-Geschichte, wenn man es selbst nicht erlebt hat ? Es klingt, als hat sie ein Ventil gebraucht, und, wenn, ist das ja gut, dass sie eins im Buch-Schreiben gefunden hat.. Nur, ich fand die Geschichte zu düster. Mir hat auch das Ende nicht gefallen. Sie sagt ja, daß ein Mord geschieht. Ich greife nun nicht vor, und sage, wer geht. Aber: Es wird nicht klar gesagt, auch nicht zum Ende, wer es denn nun wirklich war ! Ich mag Bücher, die ein klares, und schönes Ende haben ! Unklarheit, und unschönes gibt es im wirklichen Leben genug. Besonders gerade in unserer Welt. Da brauche ich zum Entstressen ein gutes Ende, zumindest im Buch ! Aber, hier zieht es sich ewig hin. Man möchte gern wissen, wer es denn nun war, deswegen bin ich am Ball, bzw am Buch geblieben, aber: Nichts klares kommt raus. Einer stirbt. Aber, wer es denn nun wirklich war, das bleibt bis zur letzten Seite unklar. Ansonsten klingt die Geschichte sehr real. Ich habe einige Groß-Familien kennengelernt, und da gibt es die unterschiedlichsten Charaktere, und leider auch viel Macht-Kämpfe. Leider nicht immer viel Liebe. Auch die Abgeschiedenheit in Wäldern kommt oft erschwerend hinzu. Mir hat auch mal eine Frau erzählt, daß ihr Bruder nicht nett zu ihr war....was kaum aussprechbar ist, was er gemacht hat. Von daher wundert mich an dieser Familien-Geschichte nichts. Aber, wie gesagt, ich mag das Düstere hier nicht, und das unklare Ende nicht. Ansonsten ist die Geschichte glaubhaft. Leider.

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,Inhalt: Weihnachten 1981 im finnischen Norden. Siri und Pentti Toimi haben zwölf Kinder, von denen einige bereits das Elternhaus verlassen haben. Doch anlässlich der Feiertage kommen (fast) alle nach Hause zurück, zum Teil voller Freude, die Geschwister und die Mutter zu sehen, zum Teil mit Angst vor den Launen des Vaters. Es muss etwas geschehen, es muss sich etwas ändern. Und so nimmt das (Un-) Glück seinen Lauf … Meine Meinung: Nina Wähäs neues Werk entstand nach ihren eigenen Angaben aus einer Sammlung von Kurzgeschichten, die sie zu einem Roman zusammenfügte. Dieser Ursprung ist im fertigen Werk (leider) immer noch zu spüren. Jede Person - die Eltern Siri und Pentti sowie die zwölf überlebenden Kinder - bekommen ein oder mehrere Kapitel, in denen es hauptsächlich um sie geht. Hier lernt man den jeweiligen Charakter gut kennen. Seine Vergangenheit, seine Position im Familiengefüge oder einfach seine Suche nach dem Sinn des Lebens werden gut dargestellt, sodass die Figur tiefgründig und lebendig erscheint. Die gegenwärtige Rahmenhandlung bleibt dabei fast ein bisschen zu sehr im Hintergrund. Die Autorin zeigt hier, wie unterschiedlich Menschen, selbst Geschwister, sich entwickeln können, obwohl sie unter äußerlich gleichen Bedingungen aufwachsen. Auf den ersten Blick erscheinen die meisten Familienmitglieder sehr ungewöhnlich, doch bei näherer Betrachtung finden sich dann doch Eigenschaften und Verhaltensweisen der Menschen aus unserer Umwelt in ihnen. Es gefiel mir gut, dass der auktoriale Erzähler immer wieder die Leserschaft anspricht und hier auch kleine Prisen Humor aufblitzen. So wird man direkt in die Geschichte involviert. Überhaupt fand ich den Schreibstil sehr gelungen. Er ist gut verständlich und einfach zu lesen, aber nicht trivial. Die Vielzahl der Personen stellt auch kein Problem dar. Im Personenregister sind alle Familienmitglieder mit einer kurzen Anmerkung dazu aufgeführt, sodass man sie leicht einordnen kann. Insgesamt hat mir dieses Buch gut gefallen, obwohl es mir stellenweise etwas zu sehr in die Länge gezogen war. Doch je mehr ich las, desto gefesselter war ich schließlich auch von dieser Familiengeschichte.

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