Leserstimmen zu
Barbarotti und der schwermütige Busfahrer

Håkan Nesser

Gunnar Barbarotti (6)

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Spannend

Von: SuSanne

13.11.2020

Dieses Buch ist interessant gewesen zu lesen. Man hat das Gefühl, das die Story aus einzelnen Puzzleteilen besteht die sich immer mehr zu einem ganzen zusammen setzen. Durch einen mehr oder wenigeren Zufall stoßen Barbarotti und seine Partnerin während einer Auszeit auf einen noch offenen Fall. Die beiden wollen dem Fall auf dem Grund gehen. Es ist in eine ganz andere Richtung gegangen, als ich gedacht habe, wodurch die Spannung aufrecht erhalten wurde. Die Geschichte wird aus der Sicht der Vergangenheit und der Gegenwart erzählt. Barbarotti und Eva sind ein Paar, das mit ihrer nüchternen Art sehr gut zusammenpasst.

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Barbarottis grandioser 6. Fall

Von: bookloving

12.11.2020

MEINE MEINUNG Mit seinem neuen Roman „Barbarotti und der schwermütige Busfahrer“ hat der schwedische Erfolgsautor Hakan Nesser bereits den sechsten Band seiner Gunnar Barbarotti-Reihe vorgelegt, der sich auch ohne Vorkenntnisse der vorangegangenen Bände problemlos lesen lässt. Mit großem erzählerischem Können hat Hakan Nesser eine anspruchsvolle, äußerst faszinierende und sehr tiefgründige Geschichte mit bewegenden Charakterstudien angelegt, bei welcher der eigentliche Kriminalfall bisweilen fast in den Hintergrund rückt. Im Mittelpunkt der auf verschiedenen Zeitebenen angelegten Handlung steht die Aufklärung eines länger zurückliegenden, ungelösten Falls, den Inspektor Barbarotti und seine Lebensgefährtin und langjährige Kollegin Eva Backman wegen seiner mysteriösen Umstände nicht losgelassen hat. Eine Zufallsbegegnung während ihrer Auszeit auf dem abgeschiedenen Gotland veranlasst die beiden nun den alten, sehr ungewöhnlichen Fall als Privatermittler erneut aufzurollen - in der Hoffnung endlich den Hintergründen des höchst verwickelten Verbrechens und der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Geschickt wechselt Nesser zwischen den verschiedenen Handlungssträngen und Perspektiven, führt uns zu unterschiedlichen Schauplätzen und Zeiten. So erhalten wir schrittweise Einblicke in die Vergangenheit, erfahren in Rückblicken über die Hintergründe des folgenschweren Busunfalls und die Vorgeschichte, die schließlich in dem mysteriösen Verschwinden des bedrohten Unfallfahrers Albin Runges mündet. Zugleich erleben wir die Geschehnisse in der Gegenwart und die Nachforschungen der beiden Ermittler mit. Eingestreut werden zudem die mit „Kleckse und Späne“ betitelten Tagebuchaufzeichnungen, die uns  aus Sicht des rätselhaften Busfahrers und Erpressungsopfers Runge die Geschehnisse zusammenfassen. Die Geschichte braucht allerdings viel Zeit, um in Fahrt zu kommen, denn die Spannung baut sich erst sehr langsam auf. Trotz der sehr bedächtigen, ruhigen Erzählweise und einiger Längen gelingt es Nesser aber schließlich doch, seine Leser zunehmend zu fesseln. So ist es sehr spannend mitzuverfolgen, wie in den sich abwechselnden Perspektiven immer neue Einzelheiten enthüllt werden und sich aus den verschiedensten Puzzleteilchen allmählich ein Gesamtbild zu formen beginnt. Geschickt werden wir aber auch auf so manche falsche Fährte geschickt, beginnen langsam die Wahrheit zu erahnen und fiebern gebannt der Auflösung entgegen. Eine für mich zwar nicht sehr überraschende, aber dennoch zufriedenstellende und schlüssige Aufklärung, an der wie im wirklichen Leben einige Zufälle, Umwege und ein wenig auch Gottes Hilfe beteiligt waren. Hervorragend gefallen hat mir wieder Nessers einfühlsame und vielschichtige Figurenzeichnung. Insbesondere die sehr sympathischen und psychologisch sorgsam ausgearbeiteten Protagonisten konnten mich begeistern, denn ihre etwas eigenwilligen, unverwechselbaren Charaktere machen den Roman zu etwas Besonderem. Ihre Gefühls- und Gedankenwelt, die tiefgründigen Gespräche sowie die eindrucksvolle Beziehung der beiden Protagonisten zueinander sind äußerst glaubwürdig und lebensecht eingefangen. Nessers grandioser Schreibstil mit seinem subtilen Humor und interessanten philosophischen Betrachtungen zu Gott, dem Leben und den Tod konnte mich wieder sehr überzeugen. Er versteht es hervorragend, Stimmungen und Bilder mit viel Feingefühl einzufangen und sehr anschaulich zu beschreiben, so dass sich man sich der besonderen Atmosphäre des Romans schon bald nicht mehr entziehen kann. FAZIT Ein ruhiger, tiefgründiger Roman – eloquent erzählt, mit raffiniert angelegtem Fall und faszinierenden Charakterstudien. Definitiv kein typischer skandinavischer Krimi, aber anspruchsvolle Krimi-Leser kommen hier dennoch voll auf ihre Kosten!

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Wer einen skandinavischen Thriller sucht, wird vermutlich von diesem Meisterstück enttäuscht sein, wer aber einen nordischen Roman mit tiefgründigen Charakteren und einer spannenden Handlung ohne Klischees sucht, der wird mit diesem neuen Barbarottirkrimi mehr als glücklich. Egal, ob man schon mal auf Gotland war oder nicht, die Insel wird im Kopfkino mehr als deutlich und selbst ohne Barbarotti vorher schon zu kennen, wird man diesen eigentümlichen Inspektor einfach mögen. Die Handlung ist eher komplex, setzt sich aber wie ein Puzzle, dass man nicht ruhen lassen kann, Stück für Stück zu einem Meisterwerk seiner Art zusammen. Ich hatte schon einige Jahre keinen Krimi von Hakan Nesser mehr gelesen und frage mich gerade, warum eigentlich nicht?! Ich kann ihn für jeden Leser anspruchsvollerer Kriminalliteratur einfach nur weiterempfehlen!

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Nordic Noir par excellence

Von: MAD-Moiselle

09.11.2020

Laut wikipedia.de beschränkt sich skandinavische Kriminalliteratur nicht nur auf die Schilderung eines Verbrechens und dessen Aufklärung, sondern stellt die Tat auf dem Hintergrund eines eher düsteren, kritisch gefärbten Bildes der schwedischen Gesellschaft dar. Viele schwedische Krimiautoren geizen nicht mit Schilderungen bestialischer Gewaltakte. Häufig neigen die Ermittler zur Schwermut, doch gibt es da auch etliche Ausnahmen, wie etwa Inspektor Barbarotti bei Håkan Nesser. Dieser Roman zeichnet sich durch Eloquenz und Poesie aus. Der Humor des Autors ist unverwechselbar spitzbübisch. Darüber hinaus hat Herr Nesser wieder einmal einen bemerkenswert einfachen Kriminalroman kreiert. Es gibt keine Leiche, dafür einen sympathisch depressiven Erzähler, der sich im Zwiegespräch mit Gott befindet. Das macht diesen sehr real greifbar und verdeutlicht mir, dass auch ich ein bisschen schwedisch veranlagt bin. Nach wenigen Seiten ist man als Leser mitten in der Geschichte und der Handlung. Es macht Spaß, dem skurrilen Protagonisten zu folgen. Der Roman ist in sich schlüssig und logisch aufgebaut, aber man darf nicht vergessen, dass es sich hier in erster Linie um gehobene Unterhaltungsliteratur handelt. "Barbarotti und der schwermütige Busfahrer" ist in erster Linie ein Roman und nur in zweiter Linie ein Krimi, denn was die Spannung betrifft, so viel darf ich verraten, kaut man sich keine Fingernägel ab. Für Fans von Håkan Nesser genauso geeignet wie für Neulinge, die noch nie etwas von ihm gelesen haben. Die perfekte Lektüre für ein stürmisches und verregnetes Herbstwochenende. Ein wunderbares Lesevergnügen. Dieses Buch hat mir richtig viel Spaß gemacht und ist eines meiner Highlights in diesem Jahr. Danke!

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Lüge oder Wahrheit?

Von: Sagota

09.11.2020

Schweden 2013 und 2018: Albin Runge, der in der Ich-Form erzählende Hauptprotagonist, zieht mit seiner Frau nach Uppsala, da sie dort Karrierechancen hat (beide arbeiten im Universitätsbetrieb) und wird Busfahrer. Er übt nach jahrelangem Wirken als Wissenschaftlicher auch diesen Beruf gerne aus - bis es 2013 zu einem folgenschweren Unfall kommt, bei dem viele Insassen seines Busses, die sich auf dem Weg in den Skiurlaub befanden, ums Leben kommen. Runge bleibt unverletzt und unterzieht sich einigen Therapien, lebt jedoch mit den Schuldgefühlen fortan, die ihn sehr bedrücken. Eines Tages, über 5 Jahre sind vergangen, erhält er einen Brief mit dem Absender 'Nemesis': Wieso er noch am Leben sei, habe er doch 18 Menschen umgebracht.... Eine Weile überlegt er, wer sich hinter dem Drohbrief verbergen könnte und zögert, sich an die Polizei zu wenden. Als sich jedoch die Drohungen häufen, sitzt er eines Tages Gunnar Barbarotti und Eva Backman, einem Ermittlerduo, das seit über 25 Jahren gemeinsame Polizeiarbeit ausübt und auch privat seit Kurzem ein Paar wurde, gegenüber. Barbarotti und Backman haben von Beginn an ein Gefühl, dass dies ein fragwürdiger Fall sein könnte - nichtahnend, dass er sie so schnell nicht loslassen sollte. Zeitgleich stapeln sich handfestere Delikte auf deren Schreibtischen im Revier - und in einem Fall macht Eva Backman Gebrauch von ihrer Schusswaffe, um Schlimmeres zu verhüten. Dies zieht eine interne Ermittlung nach sich und Barbarotti/Backman entscheiden sich, eine Auszeit in Gotland zu nehmen, bis sich die Wogen glätten werden. Doch die Ruhe ist trügerisch.... Meine Meinung: Die sehr subtile Spannung, die Hakan Nesser hierbei aufzubauen weiß, hat mir interessante und atmosphärische Lesestunden beschert. Der Autor versteht es, den Leser zu fesseln und die Handlung auf zwei Zeitebenen mit einigen Jahren dazwischen vielschichtig zu gestalten; Details zu eruieren und mit dem Ermittlerduo, das sich teils herrliche Dialoge liefert, der Lösung des Falles nach und nach näher zu kommen. Köstlich fand ich auch die gelegentlich eingestreuten Zwiesprachen Barbarottis mit Gott - oder seiner verstorbenen Frau Marianne - wenn er nicht weiter weiß. Oder die Beschreibung Eva Backmans von ihrem Partner im Dienst: "Gunnar Barbarotti ist wie das blinde Huhn, das die ganze Zeit Körner findet. Mehr Körner als alle zusammen" (Zitat S. 111) Das Schöne: Der Leser darf ihm während des Körner Findens über die Schulter schauen und - miträtseln, wie der Puzzlestein zu werten ist. Welche Rolle spielen die Eltern der Jugendlichen, die damals bei dem Busunglück ums Leben kamen, auch wenn Runge freigesprochen wurde? Wie sieht bzw. sah sein Sozialgefüge aus und wie ist die Beziehung zwischen seiner attraktiven Ehefrau und dem eher unscheinbaren Albin Runge? Auch Sozialkritik ist zwischen den Zeilen zu finden, was mir persönlich sehr gefallen hat, da sie in einen guten Kriminalroman hineingehören sollte. Wer Nesser kennt und bereits gelesen hat, weiß, dass er keinen Thriller zu erwarten hat: Jedoch gefällt mir gerade die subtile Spannung, die er in jedem seiner Romane meisterlich aufbauen kann. Unaufgeregt und in die Tiefe der Figuren gehend. Atmosphärisch und kritisch. Auch zuweilen humorvoll, z.B. wenn man erfährt, dass Barbarotti es nicht lassen kann, bei jedem neuen Fall das Aktenzeichen auswendig zu lernen - und etwas gegen "clevere Mistkerle" hat. Fazit: Ein intelligent geschriebener, atmosphärischer, unaufgeregter Kriminalroman mit einem sehr gelungenen "Coup", in dem das Fließen von Blut Mangelware ist; subtile Spannung mit durchaus humoristischen Einlagen eher den Ton angibt. Nesser hat einen ganz eigenen, wohltuenden Schreibstil, leuchtet seine Figuren gekonnt bis in den letzten Winkel aus und schickt auch hier wieder ein sympathisches Ermittlerduo ins Rennen, das viele sicher noch besser kennen als ich es tue (bisher): Gunnar Barbarotti und Eva Backman. Eine absolute Krimi- u. Leseempfehlung! 5*/96°

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Spannend von der ersten Zeile an. Ich war von Anfang an gefesselt. Zum Inhalt des Buches möchte ich gar nicht viel erzählen. Einfach selbst eintauchen. Kein richtiger Krimi, aber auch nicht nur ein Roman. Es wird ermittelt… Barbarotti und Backman wollen eine Auszeit nehmen und werden mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Die Sprünge zwischen Gegenwart und Vergangenheit geben dem Buch einen äußerst interessanten Charakter. Es ist zwar bereits der 6. Roman der Barbarotti-Reihe, aber Vorkenntnisse sind nicht zwingend nötig um diesen Roman zu verstehen. Da dies mein erster Barbarotti-Roman war, weiß ich wovon ich spreche. Ich konnte auch ohne Vorkenntnisse direkt in die Welt von Gunnar Barbarotti und Eva Backman eintauchen. Der einzigartige Schreibstil von Hakan Nesser tut sein übriges dazu. Einfach grandios. Dieses Buch ist uneingeschränkt lesenswert, nicht nur für eingefleischte Fans.

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genau mein Geschmack

Von: Dani

07.11.2020

Ich habe bisher noch nie etwas von Nesser gelesen und bin somit hier auch mitten in eine fortlaufende Reihe von Krimis eingedrungen - trotzdem kam ich gut zurecht mit Figuren und Handlung und war schnell "drin". Der präzise, nüchteren und doch fast poetische Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen gelesen. Interessante Handlung, tolle Atmosphäre, bin begeistert.

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Das hier ist mein erster Hakan Nesser, und bestimmt nicht mein letzter gewesen. Generell fand ich es am Anfang ein bisschen verwirrend mit dem Wechsel der Jahre und aus welcher Sicht es geschrieben wurde. Aber da kommt man gut rein. Es ist spannend und gut geschrieben. Gerne möchte man mehr erfahren. Mein Fazit zum Schluss. Empfehlenswert!

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