Leserstimmen zu
Freiheit

Reinhard Marx

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Der Kardinal schreibt über die Freiheit: "Freiheit" von Reinhard Kardinal Marx ist bei Kösel erschienen. In diesem Band reflektiert der Erzbischof die Rolle der Freiheit im Glauben und in der Gesellschaft. Am Beginn stehen eher biblische und systematische Überlegungen zur Freiheit, die immer auch im Spannungsfeld mit der Verantwortung steht. Anders formuliert: Für den christlichen Glauben ist Freiheit nicht nur eine "Freiheit von", sondern auch eine "Freiheit zu". Aus Freiheit resultiert Verantwortung, das bringt bereits die Heilige Schrift zum Ausdruck - etwa im Auszug aus Ägypten. Der zweite Teil dieses Bandes widmet sich dann eher aktuellen kirchlichen und gesellschaftlichen Fragen. Kirche sei eine "Kirche im Dienst der Freiheit", so Kardinal Marx. So kommt er auch auf den Synodalen Weg oder die Rolle der Frau in der Kirche zu sprechen. Bisweilen ist man sich bei diesen Ausführungen nicht mehr ganz sicher, wie sie zum Thema der Freiheit gehören. Vielmehr hätte man sich vielleicht etwas pointierter Aussagen dazu gewünscht, wie auch in der Kirche (notwendigerweise!) Freiheit und Verantwortung zusammengehören; wie es Freiheit vielleicht nur in einer bestimmten Form der Beschränkung geben kann. "Freiheit" von Kardinal Marx ist ein Buch voller interessanter Gedanken; es kann gut auch als "Lesebuch" dienen, das man nicht von vorne bis hinten durcharbeiten muss, sondern Kapitel für Kapitel lesen kann.

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Rezension zu Reinhard Marx, Freiheit

Von: Anna Maria und Josef Köllen

19.08.2020

Rezension zu Reinhard Marx, Freiheit Freiheit und Befreiung werden ausführlich und glänzend auch im Kontext der gegenwärtigen Situation der Kirche sehr gut lesbar und verständlich beschrieben. Der Autor fordert auf einem hohen theoretischen Niveau zur Einmischung und Mitgestaltung der Veränderungen in unserer Gesellschaft auf. Das Problem, wie dieses löbliche Ziel von Laien in der Kirchengemeinde, in kirchlichen Organisationen und im Alltag erreicht werden könnte, ist leider nicht hinreichend diskutiert. Im Kapitel „Auftrag“ räumt der Autor selbst ein, dass seine Gedanken vielleicht zu allgemein geraten sind. Konkrete Denkanstöße, wie der Freiheitsraum des Einzelnen zum Nutzen möglichst aller Geschöpfe , also aller Menschen und aller Tiere, praktisch gestaltet werden sollte, haben wir vermisst. Das Lesen des Buches war aber sicher äußerst hilfreich zu der Erkenntnis, dass der Einzelne in unserer Gegenwart und in unserem Umfeld im Gegensatz zu früheren Generationen und zu vielen anderen Ländern einen sehr großen Freiheitsraum hat, den er nutzen könnte. Anna Maria und Josef Köllen

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Freiheit auch für Frauen?

Von: Maria Hagenschneider aus Hamm

21.06.2020

Ich habe das Buch in kurzer Zeit lesen können, was dafür spricht, dass es gut und lesbar geschrieben ist. Ich vermute auch für Nichttheologen macht es keine Probleme und auch Freude beim Lesen. Die Gedankengänge kann ich mitgehen, auch wenn mir wenige Gedanken neu sind. Ich würde gerne mit Kardinal Marx darüber sprechen, wie er seine Gedankengänge aus meiner Sicht als Frau, die für die Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche unterwegs ist, beendet, bevor sie zu Ende sind. Er kneift! Ich kann an manchen Stellen seinen Schlusspunkt nicht begreifen. So schreibt Marx von den Bewegungen, die man gerade besonders im Blick behalten soll. Ich zitiere: „Die zweite Bewegung, die ich meine, ist ein neu erwachter Autoritarismus oder Populismus, der - und das ist altbekannt und neu zugleich - auch Religion als Schwungrad nutzt, um das Konzept der Freiheit exklusiv auf jeweils ausgewählte Gruppen, Nationen oder Kulturen zu beschränken.“ (S. 72/73)- tut die Kirche das nicht immer noch und immer wieder - und weiter unten: „So unterschiedliche die Kulturen auch sind, im Fundament sind alle Menschen gleich und sind alle ohne Unterschied Bild Gottes und zur Freiheit berufen.“ Diese Freiheit endet für mich als Frau an der Berufung zum Amt. - Den Frauen - er benennt natürlich richtig, dass es bei den Belangen der Frauen in der Kirche gleichermaßen um Männer geht und deren Rollen und Rollenverständnis und Menschenverständnis... widmet er sogar extra Raum. Er spricht davon, dass die Frauen natürlich in kirchlichen Führungspositionen mehr und mehr aktiv sein sollen, wozu ja auch er Hildegardis-Verein beiträgt. Aber er sagt : „Frauen in kirchlichen Führungspositionen - und dabei geht es gerade nicht um die Ordination von Frauen !- tragen entscheidend dazu bei, geschlossene klerikale Zirkel bzw.das Männerbündische der Kirche aufzubrechen.“ (S. 114) Es erschließt sich nicht, wie man von Führungspositionen in der Kirche für Frauen sprechen kann, wenn jede Frau einem geweihten Priester untergeordnet sein wird. Sie kann niemals Eucharistie feiern und keine Pfarrei leiten und keine Gottesdienste selbstverantwortlich feiern, niemals eine Diözese leiten, niemals in der Bischofskonferenz sitzen - geschwisterlich - weil man zur Freiheit nur Brüder beruft, die das besondere Etwas haben. Sie kann nicht einmal einem Diakon gleich im Gottesdienst predigen. Aber ja, unten steht dann: „Was Laien-Mänern an Führungspositonen in der Kirche offensteht, muss auch für Frauen möglich sein!“ (S.114) Okay, die gleiche Freiheit für Laien-Mann und Laien-Frauen. Und wie wäre es dann mit Priester-Mann und Priester-Frau. Ach ja, die Freiheit hat Frau ja nicht, dass sie auch da konkurrieren dürfte. Intellektuell und berufungsmäßig könnte sie es. Aber die Männer verwehren ihr diese Freiheit. Warum noch mal? Weil Gott Mensch wurde doch wohl nicht. DArauf hebt Herr Marx auch ab, dass Gott Mensch wurde, was ja unser Glaube ist. Mensch!! Frauen-Menschen sind eben doch nicht wirklich Menschen, weil nicht Männer-Menschen? . „Aber im wirklich partnerschaftlichen Miteinander von Frauen und Männern zeigt sich besonders, ob die Kirche ein Zeichen der Freiheit ist oder an überholten Unter-und Überordnungsmodellen festhält.“ (S.115) Tja! - Die Gedanken lohnen als Anregung für Gespräche. Aber sie sind nicht redlich weiter gedacht. Ich bescheinige einem klugen Theologen eine stringente Denkweise und ein „mutloses Einknicken vor der letzten Konsequenz, die den Menschenbegriff, der allüberall in diesem Buch vorkommt auch vollumfänglich der Frau zuweist.“ Zu welcher Freiheit bin ich berufen? Welche Freiheit gibt mir der freie Gott, dessen Alterität Marx auch benennt? Auch, wenn er es abstreiten will. Frau ist niemals so frei wie der Mann in der katholischen Kirche. Das ist ungerecht. Es bleiben Unter-und Überordnungsmodelle. Schade, Herr Marx. Im Letzten: unfrei!

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Kardinal Reinhard Marx schreibt ein schmales Büchlein mit 170 Seiten, um dem geneigten Leser beizubringen, warum die römisch-katholische Kirche ein wichtiger und weltweiter Partner für die Sicherung der Freiheit aller Menschen ist. Bisher haben die Weissagungen der katholischen Kirche lediglich zum Zusammenbruch der Moral mit Tod und Vernichtung geführt. Der Anspruch der Kirche lautet hier, dass der technisch-industrielle Fortschritt nicht die Natur (die Lebensgrundlage) zerstören darf. Der Anspruch klingt gut, das Problem liegt in der Umsetzung. Die Ideen und Vorstellungen der Kirche klingen gut, sie sind jedoch gewöhnlich bösartig: s. Kindererziehung, die in Kinderschändung mündet. Im Gegensatz zum Kapitalismus hat die Kirche keine Probleme gelöst. sondern nur erzeugt. Der Kapitalismus hingegen erzeugt zwar ebenfalls Probleme, löst zuweilen auch solche. Nicht nur katholische Laien, sondern auch katholische Priester verlassen aus diesem Grund ihre Kirchen in der 3. Welt, um in der 1. Welt ihr Glück – auch kirchenlos - zu suchen. Die Kirche ist nur im Kapitalismus erfolgreich, s. ihre Geld- und Güteranhäufung in Deutschland. In der nicht-kapitalistischen 3. Welt ist die Kirche arm. Die VR China ist ein Paradebeispiel für die (freiwillige) Unterwerfung der katholischen Kirche unter dem politischen System. Deshalb ist es notwendig – ganz im Gegensatz zu den Absichten des Autors und Kardinals Reinhard Marx – dafür zu sorgen, dass die Kirche auch zukünftig keine Mitsprache in Dingen des Arbeitsrechts erhält. Nur so können die Interessen der Arbeiter geschützt, gar gestärkt werden. Wie viele andere Religionen in Europa hat die römisch-katholische Kirche das Ziel und nicht den Weg im Auge. Beim Kapitalismus ist es umgekehrt! Der Kapitalist sorgt primär für Produktion und für Fabriken, erst dann für den Profit. Der ehrenwerte polnische Papst Johannes Paul II kämpft gegen den real existierenden Kommunismus, der die Arbeiter arm hält, damit sich die echten Kommunisten den Reichtum teilen, den die Arbeiter erzeugen. Der polnische Papst Johannes Paul II kämpft primär weder gegen die weltweite Armut, noch für den Umweltschutz. Zuletzt beteuert der Kardinal, dass er sich seit Jahrzehnten ausführlich mit der Theologie der Befreiung beschäftigt. Das hätte eine schöne Doktorarbeit für den Kardinal gegeben. Ganz ohne Konsequenzen. Freiheit von Reinhard Marx Kösel-Verlag Mai 2020 ISBN-13: 978-3466372614 176 Seiten 18 € Ganz fabelhaft beginnt das Büchlein mit dem Satz „Wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit“. Für den Kardinal ist die Freiheit des Menschen lebensnotwendig. Wer möchte sich dem nicht anschließen? Dann verkündet der Kardinal, dass der Auszug aus Ägypten (Exodus) mit Freiheit gleichgesetzt werden muss. Ob die Mehrheit der Katholiken da mitmacht? Im Volk Gottes – also den Juden - erkennt Marx die Protagonisten der Freiheit! Mit dieser Meinung ist er einsam. Der jüdische Monotheismus mitsamt dem Exodus ist die Grundlage jeglicher Freiheit! Das Recht stützt die Freiheit! Die Trennung von Kirche und Staat ist die notwendige Grundlage für die Würde und die Freiheit des Maschen: Freiheit von und Freiheit zu! Die Furcht vor der Freiheit ist nicht gebannt. Die religiöse Erlösung führt zur politischen Befreiung. Christlich: Gott = Freiheit. Der Ort der Freiheit ist das Gebet (Kirche). Wahrheiten verändern sich im Laufe der Jahrhunderte. Auch den Frauen in der katholischen Kirche werden einige Kapitel gewidmet. Der Frauenanteil unter dem Laien, die für die Kirche arbeiten, soll und wird stetig erhöht werden. Die Frage nach Frauen im Priesteramt wird nicht beantwortet. Die Kirche zieht sich aus der Weltpolitik zurück. Gottesliebe = Menschenliebe = Freiheit.

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Zugegeben, auf das Buch »Freiheit« von Reinhard Marx habe ich seit der Ankündigung gewartet. Besonders das Wort Freiheit war bei mir in der Auslöser, diese niedergeschriebenen Gedanken des Kardinals zu lesen. Ich war schlicht neugierig auf das, was er zu sagen hat. In den verschiedenen Kapiteln geht Reinhard Marx der Frage nach, was Freiheit ist, wie sie erreicht werden kann, wie sie behindert wird und, bei einem Mann der Kirche nicht anders zu erwarten, wie Freiheit im Zusammenhang mit Gott und der Religion zu sehen ist. Es ist interessant zu lesen, das Freiheit im Kopf der Menschen existiert und immer wieder neu erkämpft werden muss. Denn es gibt stets Bestrebungen, die Freiheit auf ganz minimale Einsichten zu reduzieren und sie auf diese Weise einzudämmen. Das geschieht z. B., wenn Freiheit auf das Reisen in ferne Länder reduziert wird. Hierbei schützt Marx auch nicht die Institution der Kirche, sondern reklamiert auch für einige ihrer Vertreter die Beschneidung der Freiheit, wenn beispielsweise weiterhin am Zölibat festgehalten wird. Da ein Mensch kaum alle Bücher auf der Welt lesen kann, mag ich ganz besonders, wenn jemand auf andere Quellen zurückgreift und daraus zitiert. Ich habe dann stets das Gefühl, dass auch diese Information meinen Horizont erweitert. So war für mich überraschend, das es zum Zeitpunkt des Falls der Berliner Mauer nur 16 feste Grenzverläufe auf der Welt gab. Heute sind es aber bereits mehr als 65! Die Offenheit der Menschen, die Globalisierung haben offenbar zu einer Abschaffung der Freiheit geführt, wenn man die sie wieder auf das Reisen reduzieren wollte. Ein ganz besonderer Satz, der mir außerordentlich gefällt, möchte ich gerne an dieser Stelle zitieren: "Der Gedanke der Freiheit ist nur dann glaubwürdig, wenn er alle Menschen im Blick hat, wenn der Horizont der Freiheit die gesamte Menschheitsfamilie umfasst, auch die kommende Generationen." - Freiheit, Seite 74 Die Gedanken von Reinhard Marx regen an, selbst über den Begriff der Freiheit nachzudenken. Man muss nicht religiös sein, um seine Gedanken nachvollziehen und mit eigenem Inhalt auffüllen zu können. Das Buch ist empfehlenswert, wenn man über aktuelle Themen unserer Gesellschaft nachdenken möchte. Denn die Freiheit gestattet ist. © Detlef Knut, Düsseldorf 2020

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