Leserstimmen zu
Neue Irre - Wir behandeln die Falschen

Manfred Lütz

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Wieder mal ein gelungenes Buch über Definitionen psychischer Störungen und wie im Alltag Wörter wie irre, krank, psychisch gestört verwendet werden. Manfred Lütz räumt damit auf, alle über einen Kamm zu scheren und bittet, einen Blick hinter die Kulissen der psychisch Kranken und vermeintlich psychisch Kranken zu blicken. Denn hinter jedem psychisch Kranken steht ein Individuum mit durchaus positiven und gesunden Eigenschaften, und auch die, die wir als vermeintlich Irre bezeichnen, erfreuen sich psychischer Gesundheit. Ein flüssiger Schreibstil ohne allzu wissenschaftliche Begrifflichkeiten ermöglicht ein Lesevergnügen für jedermann.

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Wichtige Kurzinfo, die weiteres Interesse weckt

Von: Jacqueline S.

26.10.2020

Mich hat das Buch von Herrn Lütz von der ersten Seite an angeregt und mein Interesse geweckt, er hat ein flottes Tempo bei seinem Schreibstil wiederholt sich mitunter gerne, aber sein Wissen und seine Erfahrung kommen an. So konnte ich einige Wissenslücken ergänzen und mich so auf den neusten Stand bringen. Seine Ausführungen zu Herrn Trump sind gerade passend zur Wahl Situation umso die Lage dort besser einschätzen zu können. Und ich finde es gut, dass man sich langsam durch die jeweiligen Themen durchlesen, durcharbeiten kann, sowohl mit Kenntnis, wie mit veränderten Patientengeschichten, so ist ein Ausgleich da, den ich jeweils gut verarbeiten und nachvollziehen konnte. Herr Lütz liebt es einen Bogen von der Vergangenheit zur Gegenwart zu spinnen - mit den Einsichten von damals und dem Wissen von Heute indem er auch das Geschichtliche nicht vergisst, wie auch Zitate einfügt. Von der ersten Seite bis zur letzten hält er den Faden und die Verbindung hat mich zufrieden und dankbar entlassen. ER selbst hat im Nachwort noch angefügt, dass es sicher noch dickere Wälzer zu den Themen gibt, die aber beim Leser in dessen Hand liegen sich da weiter zu informieren und dran zu bleiben. Denn mit seiner Praline wie er sagt, hält er uns den Spiegel vor, was Normal ist, was nicht und was für außergewöhnliche Menschen seelisch Erkrankte sind, da sie uns Facetten aufzeigen, die erst mal wiedergesehen und verstanden werden wollen. Da ich selbst schwerbehindert bin - habe ich da einiges gefunden, was ich als nützlich mit auf meinen Weg mitnehmen kann und hoffe, dass anderen auch so ergeht - empfehlenswert. Dankeschön.

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Irre gut

Von: Dani M

26.10.2020

Es ist ein typisches Lütz Buch. Ein ernstes Thema wird mit dem typischen Humor von Lütz behandelt. Das Thema des Buches ist ein wichtiges und zu gleich aktuelles, was aber mit einer gewissen Gelassenheit erörtert wird. Man darf, wenn es um den Schreibstil geht, nicht vergessen, dass es von einem renommierten Psychologen und Theologen geschrieben wurde. Es kommen schon einige Fremdwörter vor, die aber ausführlich erklärt werden. Aber je nachdem, welche Krankheiten einem mehr interessieren, kann es einem an gewissen Stellen schon trocken vorkommen. Es ist ein Buch, das Hoffnung macht und das man, mit Hinsicht auf die Entwicklung der Medizin, durchaus eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten hat. Ich kann dieses Buch sehr empfehlen und was durchaus hilft ist der strukturierte Aufbau des Buches. Es ist selbst für Laien sehr verständlich geschrieben.

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Irre sind menschlich

Von: Ishtar

25.10.2020

Wer das Buch „Neue Irre“ in der Hoffnung auf eine genaue psychiatrische Ferndiagnose für den derzeit amtierenden US-Präsidenten kauft, wird leider enttäuscht. Der Autor Herr Lütz klärt den wißbegierigen Leser entschieden an Hand verschiedener Beispiele über den Unterschied zwischen unmoralischem Handeln und psychiatrisch bedingtem Fehlverhalten auf. Er gibt einen gut lesbaren und mit anschaulichen Beispielen versehenen Abriss der Geschichte der Therapie (von Bedlam bis zu Wgs), unterschiedlicher psychotherapeutischer Behandlungsweisen und der verschiedenen psychiatrischen Krankheitsbilder sowie gängiger psychischer Auffälligkeiten. Letztere können allein aber auch als Begleitsymptome auftreten. Das alles ist sehr locker und teilweise sogar sehr vergnüglich geschrieben. Es ist sehr informativ für Leser, die sich bislang noch nicht für diese Lebenswelten interessiert haben und dies nun ändern wollen. Wer sich jedoch schon ab und an mit diesem Thema befasst hat wird allerdings enttäuscht. Zudem beschreibt der Autor die Psychiatrie quasi als Insel der Seeligen. Es mag sein, dass in seiner Klinik mit den Patienten tatsächlich derart respektvoll umgegangen wird – üblich ist das aber noch lange nicht. In der Psychitrie ist der Arzt nämlich noch der Halbgott wie er es zu Sauerbruchs Zeiten war. Was ich persönlich erlebt habe war: der Chefarzt spricht, der Assi springt. „Ich weiß besser wie Sie sich fühlen“ ist einigen Patienten sicherlich nicht völlig unbekannt. Dies sind jedenfalls meine Erfahrungen als Deppresive. Ich bin zwar dankbar dafür, dass Herr Lütz mit der Hybris des Burn-out aufräumt, jedoch verschweigt er, dass Medikamte teils erhebliche Nebenwirkungen haben und es in der Depressionstherapie eine Versagerquote von ca. 30% gibt. Ich gehöre dazu obwohl ich wirklich alles außer „Elektroschocks“ ausprobiert habe. Allein mit der aktuellen „Episode“ bin ich mehr als 50% meiner Lebenszeit schwer krank. Es fehlt auch der Hinweis auf die Ausfallerscheinungen (Konzentrationsmangel ist der schiere Euphemismus), die bei lang andauernden Erkrankungen auftreten. Denn genau die sind es, die zu den steil ansteigenden Zahlen der Erwerbsunfähigkeitsverrentungen führen. Ich gehe davon aus, dass solche Dinge auch bei anderen psychischen Krankheiten vorkommen. Von daher und weil mir das Buch leider kein mehr an Informationen über die restliche Palette der psychischen Erkrankungen gab, vergebe ich nur 3 Sternchen.

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Der Autor Manfred Lütz gibt in seinem Buch "Neue Irre! Wir behandeln die Falschen" einen Abriss insbesondere über die Frage, wer ist wirklich "Irre" und wer nur "wahnsinnig normal", welche Therapien werden durchgeführt und welche (wesentlichen) Psycho-Diagnosen es gibt. Auch fließt ein kurzer, geschichtlicher Blick auf die Entwicklung der Psychiatrie ein. Das ist größtenteils sehr interessant und informativ geschrieben, so dass der Leser mit einem Wissensgewinn das Buch beenden kann. Einziges Manko ist, dass für meinen Geschmack besonders in der ersten Hälfte des Buches innerhalb der Kapitel bisweilen der rote Faden fehlte und das Lesen dadurch hohe Konzentration erforderte. Zudem wirbt der Klappentext mit Aussagen zu Trump und Co. - diese kamen mir insgesamt etwas zu kurz, auch wenn grundlegend geklärt wurde, dass es sich bei diesen Personen nicht um psychisch Kranke (wie man meinen könnte) handelt. Insgesamt ein lesenswertes Buch für alle "Psycho"-Interessierte.

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Wie im ersten Teil schon, zeigt Manfred Lütz auch im 2.Teil auf, dass nicht alles was wir für "nicht normal" also "nicht der Norm entsprechend" auch gleich verrückt, bzw. irre sein muss. Teilweise nimmt er auch Bezug auf Fälle aus dem ersten Buch, wie bei der Frau die Stimmen hört, dann Psychopharmaka bekommt worauf die Stimmen verschwinden und sie sich dann beschwert, dass ihr die Stimmen immer gut getan haben worauf die Psychopharmaka wieder reduziert werden. - Wir sollten nicht alle Menschen (vor)verurteilen, die ein bisschen "anders" sind (ich um übrigen auch) denn vielleicht kann man ja von diesen sogar etwas lernen, so wie ich oft Dinge aus einer anderen Perspektive sehe, an die die die sich für"normal" halten in der Regel nicht einmal denken. Wenn dieses Buch ein klein wenig dazu beiträgt, dass die die nicht der Norm entsprechen mehr akzeptiert werden, und dieses Potential hat es meiner Meinung nach, ist schon viel erreicht.....

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Irre 2.0

Von: Veronika

25.10.2020

Immer wieder gut! Schon die erste Version von Irre - wie behandeln die Falschen möchte ich sehr. Es trifft genau meinen Humor! Die Eigenheiten der Menschen, ob “normal” oder nicht, werden liebevoll und mit einem Augenzwinkern geschildert. Am Ende will man nicht mehr zu den “Normalen” gehören. Die Ergänzungen zum Thema Trump bringen das Buch ins Jahr 2020 und sind eine Bereicherung. Der Schreibstil ist locker und es ist ein rundum angenehmes Leseerlebnis.

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Nette Unterhaltung

Von: Gabriele Stieglbauer

24.10.2020

Das Buch will die Angst der unmittelbar und mittelbar Betroffenen vor psychischen Problemen wie z.B. Schizophrenie, Depressionen, Angststörungen reduzieren. Es bedient sich einer teils fragwürdigen humorvollen Art sowie einer vereinfachten Darstellung, dass es für fast alles ein Medikament gibt. Auf die Nebenwirkungen geht Herr Lütz lieber nicht so detailliert ein. Dass Trump, Bolsonaro, Kim Jong-un und weitere Schreckensherrscher nicht krank sind, deshalb auch nicht behandelbar, stimmt natürlich. Ich habe auch noch nie gehört, dass diese Autokraten als psychisch krank bezeichnet worden wären. Also, das Vorwort hätte man sich sparen können. Ebenso das Kapitel über den Blödsinn. Die im Buch genannten Promis sind aber mit diesem „Blödsinn“ steinreich geworden. Wenn also jemand mit psychisch Erkrankten nichts zu tun hat und selbst auch nicht erkrankt ist, kann dieses Buch eine nette Unterhaltung sein. Mehr aber auch nicht. Wer es nicht gelesen hat, hat meines Erachtens nichts versäumt. Trotzdem mein Dank an den Verlag, dass ich das Buch testlesen durfte.

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