Leserstimmen zu
Das dänische Mädchen

David Ebershoff

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Meine Meinung Ich habe „Das dänische Mädchen“ zum Geburtstag geschenkt bekommen,davor habe ich noch nie etwas von dieser Geschichte gehört. Aber der Klappentext hat mich sofort neugierig gemacht. Am Anfang hatte ich Schwierigkeiten in die Geschichte rein zu kommen,aber nach den ersten ca.3-4 Kapitel war ich in der Geschichte angekommen. Der Schreibstil war besonders,ich habe bisher noch kein vergleichbares Buch gelesen. Die Geschichte hatte ihre ganz eigene Spannung. Es wurden viele Dinge so detailliert beschrieben,wie wenn man selbst dabei ist und die Szene beobachtet. Die Kapitellänge,war meiner Meinung nach sehr passend. Die Perspektiven wechseln zwischen Gegenwart und Vergangeneit,aber als Leser versteht man immer gut,in welcher Zeit die Geschichte gerade spielt. Greta war mir von Anfang sehr sympathisch. In der Geschichte erfährt man sehr viel über ihre Vergangenheit. Sie hat schon einige Schicksalsschläge erlitten. Trotzdem hat sie den Glauben an die Liebe und das Leben nie verloren Einar kam mir teilweise sehr einsam und traurig vor. Die Malerei ist für ihm sein Rückzugsort. Doch das Leben der beiden verändert sich,als Greta ihren Mann Einar bittet für sie in Frauenkleidung für ein Porträt Modell zustehen. Man wird auf Einars Reise zu sich selbst und vor allem zu Lili mitgenommen,erfährt viel über seine Vergangenheit und auch das er es vorallem in seiner Kindheit nie leicht hatte und sich dadurch oft in sich selbst versteckt hat. Einar verwandelt sich zu Lili. Diese Entwicklung wird so behutsam und einfühlsam beschrieben, dass man sich gut in Einar hineinversetzen kann. Greta unterstützt ihren Mann so gut es nur geht. Dafür habe ich sie sehr bewundert. Denn dadurch verändert sich auch ihr ganzes Leben. Teilweise wird an in die Medizinischen Verfahren dieser Zeit eingeführt.Aber nicht auf unangenehme Weise. Nicht alle wollen Einar,Lili und Greta wirklich helfen. Von vielen wird Einar als verrückt oder krank bezeichnet,nur Greta glaubt wirklich an Lili. Greta steht Lili immer bei,egal wie schwierig es für die beiden wird,auch als Lili sich etwas von ihr abwendet. Denn manchmal bedeutet wahre Liebe auch los lassen. Bewertung „Was man tut, wenn der Mensch, den man liebt, plötzlich ein ganz anderer ist?“ ist die zentrale Frage dieser sehr berührenden Geschichte. Es ist ein Buch über einen sehr besonderen und meiner Meinung nach auch sehr mutigen Lebensweg. Die damalige Zeit hatte sehr viele Vorurteile. Es gab einige wenige Stellen in der Geschichte,die ich leider nicht ganz verstanden habe. Aber diese haben der Geschichte nicht geschadet. Die Charaktere und Schauplätze werden so detailliert beschrieben ,dass man gar nicht spürt, dass die Handlung im Jahr 1925 beginnt. Zum Teil ist es eine wahre Geschichte und das hat mich noch mehr berührt. Die Geschichte ist meiner Meinung nach nicht für jeden geeignet,aber wer sich ganz auf die Geschichte einlässt,wird danach nicht mehr aus dem Staunen heraus kommen. Eine Geschichte über pure Liebe und Sehnsucht. Und in Gewisser Weise auch über Angst. Das einzige was vielleicht zu erwähnen wäre ist,dass ich dieses Buch niemandem unter ca.16 empfehlen würde,da es einige intime Szenen gibt,die aber für die Handlung der Geschichte sehr wichtig sind. Ich werde mir definitiv die Verfilung dieses Buches ansehen.

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Werden wer man ist

Von: Bri

15.09.2017

Eine Zeit ist es nun schon her, dass ein Film ins Kino kam, der die Geschichte einer ganz ungewöhnlichen Frau erzählt: Lili Elbe nannte sie sich. Früher war sie Einar Wegener, Maler und mit seiner Frau Gerda (im Buch und Film heißt sie Greta, hier jedoch wird im laufenden ihr realer Name verwendet werden), ebenfalls Malerin, glücklich. Gemeinsam verließen Gerda und Lili 1930 Paris, damit Lili sich in Dresden einiger Operationen unterziehen konnte, um sozusagen eine Trans-Pionierin zu werden. Bald 100 Jahre ist das her und immer noch stecken wir in Geschlechter-Diskussionen fest, die sich um Stereotypen drehen. Da werden Verhaltensweisen in typisch weiblich oder männliche unterteilt, ungeachtet der Tatsache, dass wir eigentlich wissen sollten, dass es das eben nicht wirklich gibt. Aber vielleicht fehlt uns dazu die künstlerische Sichtweise, die Einar/Lili und Gerda hatten. Sie sahen, was noch nicht ist, sondern was sein kann. So entstehen Bilder, Geschichten - Kunst eben. Einar Wegener und Gerda Gottlieb lernten sich während des Studiums kennen und lieben. Dass die Verbindung auch noch bestehen blieb, als Einar sich langsam aber sicher in Lili verwandelte, zeigt, dass Liebe sich nicht nur geschlechtsspezifisch erklären lässt. Der Mensch und sein ihm eigenes Wesen ist es, der fasziniert. Und wenn man jemanden so sehr liebt, dass man es sogar noch unterstützt, dass aus ihm eine sie werden kann, dann ist das wohl ein Haupttreffer. Für beide Seiten. Wobei in diesem speziellen Fall Gerda nicht ganz "unschuldig" an der Entwicklung Einars/Lilis war. Bat sie ihn doch, sich für ein Gemälde, das sie zu vollenden hatte, Frauenkleider anzuziehen, weil ihr das Modell fehlte. Einar empfand immer mehr Gefallen an seiner anderen, seiner wahren Seite und wurde schlußendlich ganz zu Lili. So sehr, dass Lili sich selbst nicht als Künstlerin sah, die Kunst gehörte für sie zu Einar. Oder war sie, ihre Person nun selbst zur Kunst geworden? Bald hundert Jahre ist es her und klingt für uns Leser doch ungewöhnlich, wenn wir fundiert und eingängig davon erfahren dürfen, wie es Einar / Lili wohl in der Phase der Entscheidung und der Ich-Werdung erging. David Ebershoff selbst hat sich eingehend über Lili Elbe informiert und war fasziniert von ihrer Geschichte. Zu der natürlich auch Gerda gehört - ohne sie hätte sich wohl alles zumindest anders entwickelt. Ebershoff hat aber auch einen Roman geschrieben und keine Biographie und so lesen wir hier die Geschichte der Lili Elbe, wie sie - in den Details - hätte sein mögen. Sprachlich flüssig, seiner Faszination folgend sehr genau und detailreich wurde diese Geschichte. Wer den zu Beginn angesprochenen Film zuerst angesehen hat und danach das Buch liest, wird vielleicht etwas enttäuscht oder verwundert sein. Ebershoff aber gelingt, was einem Film nie so richtig gelingen kann - er lotet das Innerste, das Menschlichste, die Zweifel und das Glück einer Verwandlung wie die des Einar Wegener in Lili Elbe bei den beiden beteiligten Personen - Gerda und Lili - einfühlsam und doch gründlich aus. Und genau deshalb ist dieses Buch unglaublich zeitgemäß und wichtig, weil es wertfrei aufzeigt, dass Liebe seit jeher nichts mit Geschlechterzugehörigkeit zu tun hat.

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Das dänische Mädchen 9,99€ TB Goldmann Verlag 384 Seiten Inhalt: Kopenhagen 1925. Der dänische Landschaftsmaler Einar Wegener führt mit seiner Frau Greta, ebenfalls eine Malerin, ein bewegtes Künstlerleben und eine glückliche Ehe. Bis Greta ihren Mann bittet, in Frauenkleidern für sie Modell zu stehen: Einar verwandelt sich in „Lili“, und schon bald ist seine Rolle als Frau mehr als nur ein Spiel. Schließlich steht Greta vor der Frage, was man tut, wenn der Mensch, den man liebt, plötzlich ein ganz anderer ist. Meine Meinung: Ebershoff und Schmitz beschreiben das Leben eines Mannes, welches auch heute noch an viele gesellschaftliche Tabus erinnert und diese faszinierend und spannend beschreibt. Der Leser lernt Einar kennen, der mit Greta verheiratet ist. Beide sind Künstler. Einar springt für das weibliche Modell seiner Frau ein und lässt sich von ihr in Frauenkleidern malen. Dies war der Anstoß für seinen Wandlungsprozess. Sein Wunsch in einem Körper des anderen Geschlecht zu leben wird immer deutlicher und er verändert sich, körperlich aber auch psychisch. Er nennt sich Lilly. Diese Seite von Einar wird nun immer mehr herausgearbeitet und der männliche Teil seiner Seele gerät immer mehr in den Hintergrund. Besonders beeindruckt hat mich der Charakter von Greta, die ihren Mann während seinem Selbstfindungsprozesses in jeglicher Form unterstützt und ihn begleitet. Sie geht weiter mit ihm durch sein Leben. Was gerade für 1925er Jahre ein mutiger Schritt ist. Ich habe damit nicht gerechnet und dachte immer wieder "Jetzt packt Greta ihre Koffer und geht". Der Leser fiebert mit Greta, Einar und Lilly mit. Er wird zum stillen Freund und möchte sie so gerne unterstützen. Durch den sehr besonderen Schreibstil wirkt das Buch zunächst sehr kühl, wenn man jedoch zwischen den Zeilen lesen kann, wird man einen großartig ausgearbeiteten Tiefgang entdecken und merken, dass dieses Buch definitiv unter die Haut geht. Besonders schön fand ich das Ende, nachdem ich während des Lesens Lilly, Einar und Greta wirklich ins Herz geschlossen hatte. Vor Allem der Weg, den wir beim Lesen mit Einar gehen und dessen Wandlung und sein Kampf mit sich selbst ist wirklich beeindruckend und tiefgreifend. Mein Fazit: Ein wirklich bewundernswertes Verhalten einer großartigen Ehefrau, ein emotionales Highlight zu gesellschaftlichen Tabus und ein ( an einer wahren Begebenheit angelehnt) authentisches Buch, dass zum Nachdenken anregt.

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zum Werk: Die Handlung von Ebershoffs Roman „Das dänische Mädchen“ ist lose an das wahre Leben von Gerda Wegener und Einar Wegener/Lili Elbe angelehnt. Lili Wegener gilt als eine der ersten Intersexuellen, die sich einer geschlechtsangleichenden Operation unterzogen hatte. Quellen für das Buch waren dabei Interviews mit Lili von 1931, sowie Nachrufe und Artikel über sie und Lili Briefe und Tagebücher. Ebershoff benannte dabei einige reale Personen um und erschuf ihnen eine neue Hintergrundgeschichte (zB. Greta – die im wahren Leben Gerda hieß und geborene Dänin war), oder fügte mehrere Personen zu einer Figur zusammen (zB. Professor Bolk – real: Prof. Warnekros aus Dresden und Prof. Hirschfeld aus Berlin). Andere Figuren sind frei erfunden, sowie der Großteil der Handlung – wer also eine Biografie über Lili Elbe lesen will, ist mit diesem Buch falsch bedient. Allen, die gerne historische Romane lesen, erwartet ein 380 Seiten dickes spannendes Buch, dessen Handlung vollkommen fiktiv ist. Das Werk ist in vier Teile unterteilt: Kopenhagen 1925 (Kapitel 1-12), Paris 1929 (Kapitel 13-18), Dresden 1930 (Kapitel 19-23) und Kopenhagen 1931 (Kapitel 24-29). Die Teile markieren gleichzeitig auch die wichtigsten Lebensorte des Paares. Die Handlung wird dabei abwechselnd von Einar/Lili und Greta in der 3. Person erzählt, wobei immer wieder Rückblenden zu deren jeweiliger Vergangenheit eingestreut werden. Das man durch diesen Stil sich in beide Hautpersonen einfühlen kann und dabei sowohl ihre Beweggründe als auch ihre Entscheidungen nachvollziehen kann, fand ich toll und faszinierend, denn so ermöglicht der Autor uns Lesern einen tiefen Einblick in beide Persönlichkeiten. Das kommt auch anderen Figuren im Buch zu gute, da man oft Beschreibungen der jeweiligen aus zwei Perspektiven erhält, die ein tieferes Gesamtbild des jeweiligen Charakters ermöglichen. Durch diese Zweigleisigkeit wurde für mich der Roman auch nicht langweilig, sondernd bot immer die richtige Mischung aus interessanten und spannenden Momenten. Besonders beeindruckt hat mich Greta, die eine unglaubliche Kraft im Laufe der Handlung an den Tag legt, die ich nur bewundern konnte. Ihre Liebe und ihr Mut, sowie die Toleranz gegenüber ihrem Mann wird auf eine harte Probe gestellt, denn Einar als Lili verliebt sich in Männer und testet dabei auch ihre neu entdeckte Weiblichkeit aus. Auch ist es für Greta so, als lebe sie mit zwei Personen zusammen, da Einar sich kaum an das zu erinnern scheint, was Lili erlebt, und umgekehrt. Das Greta ihn trotzdem unterstützt und ihm hilft, sich selbst zu finden ohne ihn abzuwerten (Intersexualität war damals nicht anerkannt und wurde verfolgt), zeugt für mich von wahrer Größe.

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Schon nach ein paar Sätzen war mir klar, dass der Roman „Das dänische Mädchen“ ein besonderer und außergewöhnlicher ist, schließlich wird Transsexualität eher selten thematisiert – und dann auch vor allem nicht in den 1920ern. Der Autor David Ebershoff hat sich bei der Entstehung des Romans an die Realität gehalten, aber dennoch die künstlerische Freiheit genutzt, sodass die Erzählung als fiktiv anzusehen ist. Die Geschichte um Einar und Greta Wegener – und damit auch um Lili Elbe – ist sehr flüssig und klar geschrieben, sodass ich beim Lesen nur so hindurch flog. Sie ist unterteilt in vier Teile, die an unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten spielen. Die Unterteilung erfolgte aber aufgrund inhaltlicher Unterschiede. Wir begegnen Einar und Greta zuerst 1925 in Kopenhagen. Die beiden sind in ihrer Wohnung und Greta muss das Porträt einer Opernsängerin fertigstellen. Diese kann aber wieder einmal nicht zum Modellstehen kommen und so bittet Greta ihren Mann, die Schuhe und Strumpfhosen der Sängerin anzuziehen. Einar ziert sich erst, aber steht seiner Frau dann doch Modell. Um das Porträt zu Ende bringen zu können, muss Einar noch einige Male in die Rolle der Opernsängerin Anna schlüpfen und bald wird den beiden klar, dass Einar Gefallen daran gefunden hat und nun immer öfter seine weibliche Seite zeigen möchte. Dass das Ehepaar Wegener der weiblichen Seite Einars den Namen Lili gibt, macht es den beiden einfacher, über die Tatsache zu sprechen, dass Einar transsexuell ist. Über eine lange Zeit hinweg reden die beiden über Lili, als wäre sie eine für sich gestellte, dritte Person. Und sicherlich ist es gefühlsmäßig auch genauso gewesen. Denn Einar sagt selbst immer wieder, dass eine zweite Person in seinem Körper wohnt. Lili und Einar teilen sich zwar viele Dinge, jedoch gibt es Erinnerungen, an die sich nur eine der beiden Personen erinnern kann. „War Lili hier?“ Greta fühlte sich zu der Frage gedrängt, denn sie wusste, Einar selbst würde davon nicht anfangen. „Eine Stunde. Etwas weniger. Riechst du sie nicht? Ihr Parfüm?“ […] Greta wusste nicht, was sie sagen sollte, sie wusste nicht, was ihr Mann von ihr erwartete. „Kommt sie wieder?“ „Nur wenn du es willst“, sagte Einar, ihr den Rücken zuwendend. - Seite 35 Mit jedem neuen Kapitel war ich gespannt darauf, wie sich Lili nun weiterentwickeln wird. Auch die Beziehungen zwischen den einzelnen Charakteren und vor allem auch zwischen Greta und Lili wuchsen immer weiter und wurden enger. Irgendwann hatte ich das Gefühl, ich wäre ein Teil dieses inneren Zirkels, mit dem Lili ihr Geheimnis geteilt hat. Besonders angetan hat es mir Greta, die ihren Mann bedingungslos liebt und noch vor ihm weiß, dass er eine Frau ist. Greta unterstützt Einar und Lili mit allem, was ihr zur Verfügung steht, und ich habe viel Respekt für sie gehabt. Fazit und Empfehlung „Das dänische Mädchen“ hat mich sehr fasziniert und ich habe mir beim Lesen viele Notizen und Anmerkungen zwischen den Zeilen gemacht. Ein passendes Zitat herauszufinden war gerade nicht einfach, da ich so viele Sätze unterstrichen habe. Die Geschichte ist angelehnt an die wahre Geschichte von Lili Elbe und ihrer Frau Greta und ich bin nun neugierig, wie es nun wirklich damals Lili als Transfrau erging.

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Das dänische Mädchen ist eine sehr emotionale Story, die leicht und flüssig zu lesen ist. Das Thema ist aber um so gehaltvoller. Wobei man jedoch nicht den Fehler machen sollte, hier nur ein Hauptthema zu sehen. Die Story lebt dabei absolut von ihren authentischen Charakteren. Die Figuren wirken auf den Leser sehr realitätsnah beschrieben. Sie haben alle ihre Eigenheiten und zeigen im Laufe der Handlung viele Facetten. Eine Geschichte die berührt. Ein Buch, das man lesen sollte. Und das nicht nur, wenn man den Film gesehen hat.

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Seit ich den Trailer zu “Das dänische Mädchen” gesehen habe, war mir klar, dass ich dieses Buch lesen muss. Noch bevor ich mir den Film ansehe, wollte ich die Grundlage zu der Geschichte gelesen haben. Und gesagt, getan. Das dänische Mädchen von David Ebershoff hat mich zugleich begeistert als auch verstört zurückgelassen. Ich möchte hier hervorheben, dass ich als blutiger Leseanfänger an ein solches Thema herangehe und entschuldige mich für eventuell schlecht gewählte Formulierungen bzw. unzureichendes Wissen. Zugegeben, ich hatte irgendwie nur den Anfangspunkt im Sinn und wusste nicht, zu welchem Ergebnis mich die Geschichte leiten würde. Die Handlung spielt in der Zeit von 1925 bis 1931. Es war mir nur bekannt, dass es sich in dem Buch um Einar Wegener und seine Frau Greta handelt, die beide als Künstler in Kopenhagen praktizieren. Aus einem anfangs witzigen Spiel ist harte Reatlität geworden: Einar Wegener ist Mann und Frau zugleich. An manchen Tagen ist er Lili, an manchen ein verlorener Einar. Zugegeben, ich habe das Buch etwas anders erwartet. Gleich zu Anfang wird man direkt in das Geschehen hineingeworfen, indem Greta ihren Mann Einar um Hilfe bitte, für sie in Frauenkleider Modell zu stehen. Ab diesem Zeitpunkt tritt Lili in das Leben des Ehepaars. Es ist ein Spiel, andere an der Nase herumzuführen. Doch für Einar ist Lili längst in seinem Bewusstsein erwacht und verankert. Es lässt ihn nicht mehr los. Ich hätte mir gerade an dieser Stelle etwas mehr Hinführung zu Einar und seinen Gedanken gewünscht. Für mich war es anfangs schwer hinzunehmen, dass Lili so “einfach” in das Leben von Greta und Einar gelassen wird. Versteht mich nicht falsch, aber zu der damaligen war solch ein Verhalten nicht “normal” bzw. bekannt, sodass es mit Sicherheit verschiedene Emotionen in beiden Personen hervorgerufen haben könnte, die mir nicht ersichtlich wurden. Es hat mir einfach etwas gefehlt an dieser Stelle. Auch dass sich Einar mehr oder weniger an Lili erinnert, aber Lili so gut wie kaum an Einar, war mir etwas befremdlich. Es ist, als ob wirklich zwei verschiedene Persönlichkeiten interagieren, ohne einander direkt zu kennen oder die wirklich Bedeutung zu verstehen. Mit diesem Punkt hatte ich einige Zeit zu knabbern, allerdings lockert er sich im Verlauf der Geschichte für mich, da man schon mehr in das Thema involviert ist. Doch das zu dem Negativen. Vor allem die Charaktere haben es mir angetan. Greta hat mein Herz berührt. Sie ist eine unfassbar starke und auch mutige Frau, gerade wenn man die Zeit der Handlung im Sinn hat. Trotz der Tatsache, dass ihr Mann Einar immer mehr den Wunsch nach Lili verspürt, gibt sie alles, um ihn zu unterstützen. Einar ist zutiefst bedrückt. Man merkt ihm die seelische Belastung an, den Zwiespalt und die Sehnsucht nach etwas, was doch so vollkommen falsch erscheint. Und man spürt die Liebe der beiden zueinander auf jeder Seite, auch wenn sie nicht einfach Ehemann und -frau füreinander sind. Sie sind füreinander da und beschützen sich gegenseitig. Sie respektieren sich. Und das ist wunderbar dargestellt und beschrieben. Doch nicht nur Einar, Lili und Greta sind tolle Charaktere – auch Hans, Charlisle und Anna mochte ich jedes Mal ein Stückchen mehr. “Einar felt lonely, and he wondered if anybody in the world would ever know him.” Die Handlung des Buches ist an mancher Stelle etwas langatmig, gerade bei Beschreibungen von Pasadena. Da die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruhrt, verstehe ich nicht, warum der Autor sich beispielsweise bei Gretas Namen oder Herkunft nicht daran gehalten hat wie bei Lilis Namen oder Werdegang. So wirkte es manchmal etwas ermüdend. Zum Teil empfand ich das Buch abschreckend, besonders ab dem mittleren Teil. Hier bekommt man Einblicke zu der damaligen Haltung gegenüber Homosexuellen und stempelte Intersexualität als auch Transsexualität als etwas Unnatürliches, Widerliches und Falsches dar. Man erfährt von den verschiedensten Ärzten und Heilmethoden, das war furchtbar. Das Ende des Buchs war zwar offen, allerdings kann man als Leser erahnen, welche Richtung es einschlägt. Meiner Meinung nach war es der richtige Punkt, die Geschichte zu beenden. Gesamt betrachtet ist das Buch unglaublich bewegend und traurig zugleich. Direkt nach dem Beenden habe ich mich an die Recherche zu der wahren Geschichte gemacht, was über das Buch hinaus sehr interessant ist. Nun bin ich schon wahnsinnig neugierig auf die Verfilmung und die Umsetzung der einzelnen Personen und Szenen.

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Der Schreibstil David Eberhoff schafft es an die Problematik des Textes mit einer Feinfühligkeit zu begegnen, die geradezu erstaunlich ist. Auch, wenn seit Beginn der Handlung schon mehr als 90 Jahre verstrichen sind, ist Inter- und Transsexualität noch immer ein Thema, das doch sehr an den Rand gekehrt wird. Umso erstaunlicher ist es, wie detailreich und fesselnd er die Geschichte eines Jungen Mannes erzählt, der eigentlich/innerlich eine Frau ist. Die Art und Weise, wie er dem Leben der Lili Elbe einen Roman widmet, ist berührend und bewegend zugleich. Hier wird nicht nur an der Oberfläche gescharrt, sondern tief in die Materie eingedrungen. Auf diese Weise schafft er es glaubhaft und realitätsnah, dennoch aber mit künstlerischer Bearbeitung ein vermutlich einzigartiges Leben zu präsentieren. Die Handlung Einar Wegener ist ein renommierter Künstler Kopenhagens. Als er für seine Frau in einem Kleid Modell sitzt bricht sein schon immer unterschwellig existierender Wunsch aus, eine Frau zu sein. Nun kann man sich aber vorstellen, dass das in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts noch alles andere als anerkannt war und so wird der Druck auf ihn immer größer. Seine weibliche Identität - Lili - scheint dabei komplett anders zu sein, als Einar selbst. Das geht soweit, dass er sich teilweise nicht an das erinnern kann, was er als Lili gemacht hat und umgekehrt. Auch heute noch gehört die Problematik des Buches zu eher gemiedenen Themen unserer Gesellschaft. Auch, wenn es heute (zumindest aus biologisch-medizinischer Sicht) nicht mehr als Krankheit angesehen wird, ist Inter- und Transsexualität ein mehr oder minder großes Tabu. Da spricht man halt nicht drüber. Umso stärker finde ich das Buch und v.a. auch Lili Elbe, auf deren Leben das Buch basiert. Man darf von Das dänische Mädchen nicht die große Spannung oder gar Nervenkitzel erwarten. Es ist definitiv ein eher ruhiges und gesittetes Buch, dass aber durch seinen Tiefgang und durch sein Einfühlvermögen besticht. Ich muss auch sagen, dass ich teilweise nur so 20 - 30 Seiten am Stück lesen konnte, weil es einfach schwer fallen kann bestimmte Verhaltensweisen o.ä. von Einar nachzuvollziehen und eine Identifikation dadurch nicht immer einfach ist, trotzdem empfand ich dies nicht als störend, denn bei einer Geschichte dieser Art sollte man sich auch ein wenig Zeit nehmen um das Gelesene reflektieren zu können. Die Charaktere Die Charaktere sind eine weitere stärke des Buches. Durch verschiedene Flashbacks erhält man insbesondere zu Einar und Greta ein detailliertes Gesamtbild, mit reichlich Hintergrundwissen. Dass Einar durch die Dogmen seiner Zeit bestimmt unter den gegebenen Umständen kein leichtes Leben führt, ist vermutlich nachvollziehbar. Da er sehr schüchtern und introvertiert ist, benötigt er somit eine Stütze von außen und diese findet er in seiner Frau Greta. Greta ist für mich eine der stärksten Protagonistinnen, die ich kenne. Sie unterstützt Einar auf seinem Weg zu Lili in fast jedem Punkt. Nur ein einziges Mal wird sie ihm ihren Zuspruch verwehren. Sie ist eine sehr leidenschaftliche, impulsive junge Frau und dementsprechend ist es wirklich schwer für sie, wenn sie Lili mit anderen Männern sieht. Trotzdem unterstützt sie ihren Mann so unglaublich stark! Ohne Greta gäbe es keine Lili. Und diese Stärke und das Leben, dass sie führt und führte machen sie zu einer einmaligen Person. Sie hat eigentlich alle Schicksalsschläge, die man so durchleben kann überstanden und zurück bleibt diese unglaubliche Frau! Fazit Was soll ich noch groß zusammenfassen? Kennt ihr es, wenn ein Buch euch scheinbar innerlich das Herz zerdrückt, weil ihr so viel wie es aussagt gar nicht aufnehmen könnt? So ging es mir gestern Abend/heute Nacht. Man sollte wie gesagt nicht das spannendste aller Bücher hinter Das dänische Mädchen erwarten. Wer aber nach etwas sucht, das alles andere als leichte Lektüre ist, liegt hierbei goldrichtig!

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