Leserstimmen zu
Am Ende des Schweigens

Charlotte Link

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Ein altes Haus in Yorkshire. Eine Gruppe von Menschen, die ihren Urlaub dort verbringen. Einer, der unbedingt zu dieser Gruppe dazugehören will, und mehrere die lieber daraus flüchten würden. Der Stoff für ein Drama… Eine kurze Warnung im Voraus: versucht vor Lektürebeginn den Klappentext möglichst zu vergessen. Nicht noch einmal durchlesen, bevor ihr mit Lesen beginnt. Der Klappentext beschreibt nämlich die Geschehnisse ab Buchmitte, sodass man ansonsten die ganze erste Hälfte der Lektüre darauf verschwendet, zu warten, bis endlich das Geschilderte passiert. Zumindest mir ging das so… Ich glaube, "Am Ende des Schweigens" soll ein Krimi sein, jedenfalls habe ich das Buch mit dieser Vorstellung begonnen. Leider fühlt es sich überhaupt nicht so an. So ungefähr in der Buchmitte, als endlich die im Klappentext erwähnten Morde passieren, hoffte ich darauf, dass nun endlich der Krimi beginnen würde. Doch damit war leider nichts. Das Buch ist und bleibt eine Charakter- oder Millieustudie, die sich grosse Mühe gibt, die meisten der auftretenden Figuren möglichst unausstehlich erscheinen zu lassen. Erzählt wird die Geschichte hauptsächlich aus der Sicht von Jessica, die mit ihrer Reisegruppe, allesamt Freunde ihres Mannes, nicht viel anfangen kann, was sie mir sehr sympathisch machte. Allerdings konnte ich ihre Gefühle für ihren Ehemann Alexander nicht wirklich nachvollziehen, denn den mochte ich, wie alle seine Freunde, überhaupt nicht. Wer gerne Dramen hat und richtig gerne literarische Figuren hasst, der kann sich mit "Am Ende des Schweigens" wohl sehr wohl fühlen. Meinen Geschmack traf das Buch allerdings nicht, da ich einen Krimi erwartet und erhofft, aber nicht bekommen habe. Mein Fazit Unausstehliche Figuren

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Stanbury House, ein wunderschönes Haus im kleinen Dorf Stanbury im Westen von Yorkshire. Eigentümerin ist Patricia, die seit Jahren dort mit ihrer Familie, ihrem Mann Leon sowie den beiden Töchtern und zwei befreundeten Paaren dort ihren Urlaub verbringt. In diesem Jahr ist jedoch einiges anders. Wie immer sind Tim und Evelin mit von der Partie, sowie Alexander und Jessica. Für Jessica ist es der erste Urlaub in dieser Konstellation, denn sie ist noch nicht so lange mit Alexander zusammen. Komplettiert wird die Gruppe durch Ricarda, Alexanders Tochter aus erster Ehe. Bisher war Elena, Alexanders Exfrau immer mit dabei, doch diese Konstellation scheint der Ehe der beiden nicht gut getan zu haben, denn Elena fühlte sich nie sonderlich wohl in diesen Urlauben. Auch Jessica, die Elena sehr ähnlich ist, hat so ihre lieben Nöte, sich in die Gruppe zu integrieren. Ricarda, ganz Teenager nebst den dazugehörigen Launen, macht die Situation nicht unbedingt leichter für alle. Als sie sich auch noch in einen Jungen aus dem Dorf verliebt, eskaliert die Situation immer mehr. Doch nicht nur Ricarda bringt Unruhe in die Gruppe. Auch Philip sorgt für reichlich Wirbel, denn dieser behauptet, ein unehelicher Sohn von Patricias Großvater zu sein und somit ebenfalls einen Anspruch auf das Haus zu haben. Jessica sucht ihr Heil in der Flucht oder besser gesagt in langen Spaziergängen, denn die Gegend um Stanbury House ist wirklich zauberhaft und lädt zum Verweilen ein. Jessica, die mehr oder weniger am Rande der Gruppe steht, offenbaren sich nach und nach die Geheimnisse dieser. So ist Leon, Patricias Mann, hoch verschuldet, jedoch ahnt seine Frau davon noch nichts. Evelin ist eine gebrochene Frau. Sie erlitt vor Jahren eine Fehlgeburt, die sie noch immer nicht verarbeitet hat und auf Grund dessen, dass sie seitdem nie wieder schwanger geworden ist, leidet sie unter diesem Verlust wie am ersten Tag. Dass Jessica schwanger ist, macht die Situation für sie alles andere als einfach. Auch Tim, ihr Mann, verbirgt sein wahres Ich. Lediglich seine Frau kennt ihn wirklich - und fürchtet ihn, denn Tim ist nicht derjenige, der er nach außen hin zu sein scheint. Dann gibt es einen Leichenfund ... Hinter der Fassade des Scheinbaren! Der Plot wurde abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, dass hier augenscheinlich jede Figur etwas vor den anderen verbirgt und sich diese Geheimnisse teils nur zufällig offenbaren. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet. Beeindruckt hat mich die Figur der Jessica, denn diese hat augenscheinlich als "Neue" der Gruppe den schwersten Stand und dennoch gelingt es ihr, hinter die Fassaden der anderen zu schauen und ihr wahres Ich zu erkennen. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, gerade die Landschaftsbeschreibungen haben mich hier geradezu verzückt. Ich hatte das Gefühl, direkt vor Ort zu sein. Abschließend kann ich sagen, dass mir das Buch schöne Lesestunden bereitet hat.

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