Ein neues Buch erzählt über die faszinierendsten Tiere der Welt.

Insekten gibt es überall, in den höchsten Höhen und den tiefsten Höhlen, in Wäldern, Wiesen und Bergen. Sie leben in der Wüste, unter der Eisdecke eines zugefrorenen Sees, in den Nasenlöchern eines Walrosses und sogar in Computern. Die faszinierenden Wesen sind winzig klein und funktionieren doch hochkomplex. Sie tragen ihr Skelett außen am Körper wie eine Rüstung, haben Ohren auf den Knien und sogar Zungen unter ihren Füßen. Und obwohl sie anpassungsfähig sind und sich schnell vermehren können, verringert sich ihr Bestand erschreckend schnell. Dabei sind Insekten für uns unersetzlich, denn sie verwandeln tote Materie in fruchtbaren Boden, bestäuben Pflanzen und dienen vielen Tierarten als Futter. Wegen ihnen läuft es auf unserer Erde rund – sie dürfen nicht von der Bildfläche verschwinden! Dafür plädiert die norwegische Biologie-Professorin Anne Sverdrup-Thygeson mit Witz und Wissen in diesem Buch.

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Leseprobe

Ich war schon immer gern draußen, besonders im Wald. Am liebsten dort, wo der Mensch kaum merkliche Spuren hinterlassen hat und unser moderner Einfluss gering ist. Zwischen Bäumen, die betagter sind als irgendein heute lebender Mensch. Zwischen Bäumen, die der Länge nach in weiches Moos gestürzt sind. Hier liegen sie hingestreckt und still, während das Leben seinen ewigen Reigen fortsetzt.
Zu einem toten Baum kommen die Insekten, in Scharen. Borkenkäfer feiern in den gärenden Säften unter der Rinde Gelage, die Larven der Bockkäfer versehen die Holzoberfläche mit kunstvollen Mustern, und die krokodilähnlichen Larven des Bindigen Schnellkäfers verzehren gierig alles, was sich in dem verrottenden Holz bewegt. Zusammen bauen Tausende von Insekten, Pilzen und Bakterien das Tote ab und sorgen so dafür, dass neues Leben entsteht. Ich schätze mich glücklich, dass ich so etwas Spannendes erforschen darf.
Denn ich habe einen fantastischen Beruf. Ich bin Professorin an Norwegens Universität für Umwelt- und Biowissenschaften (Norges miljø- og biovitenskapelig universitet, NMBU). Als Forscherin, Lehrerin und Vermittlerin kann ich an einem Tag neue Forschungsarbeiten lesen, mich in fachlichen Details vergraben und verlieren. Am nächsten halte ich eine Vorlesung und muss eine übergeordnete Struktur zu einem Fachthema finden. Beispiele suchen und veranschaulichen, warum das Thema uns alle angeht. Vielleicht führen meine Ausarbeitungen schließlich zu einem Text für unser Forscherblog »Insektøkologene«.
Zwischendurch arbeite ich draußen. Ich suche nach alten, hohlen Eichen oder kartiere Wald, der in unterschiedlichem Maß von Holzeinschlag betroffen ist. All diese Aufgaben bewältige ich nicht allein, sondern zusammen mit guten Kollegen, Stipendiaten und Studenten.

Wenn ich Leuten erzähle, dass ich mich mit Insekten beschäftige, fragen sie häufig: Wozu sind Wespen gut? Und wozu brauchen wir eigentlich Mücken und Hirschlausfliegen? Denn natürlich gibt es lästige Insekten. Zwar ist ihre Zahl ungeheuer gering im Vergleich zu den Myriaden von wimmelndem Getier, das jeden Tag seinen kleinen Beitrag leistet, Ihr Leben zu retten. Aber lassen Sie uns mit den Plagegeistern beginnen.

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Anne Sverdrup-Thygeson
© Håkon Sparre

Anne Sverdrup-Thygeson

Anne Sverdrup-Thygeson ist Professorin an der Norwegian University of Life Sciences und wissenschaftliche Beraterin am norwegischen Institut für Naturforschung. Sie hat einen Doktortitel in Biologie, und ihre Forschung dreht sich größtenteils um Insekten in unserem Ökosystem. Sie liebt es, Zeit draußen zu verbringen oder an ihrem Wissenschaftsblog zu schreiben, und ist regelmäßiger Gast im norwegischen Radio.

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