VERLAGSGRUPPE RANDOM HOUSE - BERTELSMANN
Menü

SPECIAL zu Liza Marklund, James Patterson »Letzter Gruß«

Tödliche Kunst

Liza Marklund und James Patterson verfassen gemeinsam einen Thriller der Extraklasse

Wenn Schwedens schöne Queen of Crime mit dem Meister der Spannungsliteratur aus den USA gemeinsame Sache macht, dann kann das Ergebnis nur brillant sein.

Liza Marklund, Jahrgang 1962, die sich mit ihren spannenden und lebensechten Kriminalromanen um die Journalistin Annika Bengtzon in den Olymp der Bestsellerautoren geschrieben hat, und der Grandseigneur James Patterson, Jahrgang 1947, Verfasser von unzähligen hoch spannenden, weltweit verkauften Thrillern, haben mit „Letzter Gruß“ eine Teamarbeit über die Weiten des Atlantischen Ozean vorgelegt, die auf weitere Zusammenarbeit hoffen lässt.

Europäischer Flair trifft amerikanische Härte
Die Mischung aus jugendlichem, europäischen Flair und knallharter, schonungsloser Härte aus der Bronx machen das Buch zu einem Konglomerat der Extraklasse.

So unterschiedlich wie die beiden Autoren von zwei Kontinenten sind auch die Helden der Geschichte: da ist der kaputte, trauernde New Yorker Cop Jacob Kanon, der einsam und rastlos durch Europa reist, um die Mörder seiner geliebten Tochter zu finden, die scheinbar unsichtbar und gnadenlos die Hauptstädte der alten Welt besuchen und als Souvenir ihrer Reisen stets einen brutalen und grauenhaften Doppelmord begehen.

Kanons Tochter fand ihr jähes und unsagbar schreckliches Ende im romantischen Rom, wo sie an der Seite ihres Verlobten statt Dolce Vita den Tod erfahren musste. Kanon ist zerfressen von Wut, Hass und Selbstvorwürfen, war er es doch, der seiner Tochter die Reise in die ewige Stadt schenkte und sich nun für immer an ihrem Tod schuldig fühlt.

Mörderjagd durch Metropolen
Während Kanon durch Europas Metropolen hetzt und den ermittelnden Kollegen gehörig auf die Nerven fällt, ist ihm das Killerduo stets eine Spur voraus und verstört die Welt mit seinen perversen Morden. Immer sind es junge Touristenpaare, die unbeschwert und voller Lebenslust eine neue Stadt entdecken, nur um in ihren Hotelzimmern eiskalt hingerichtet zu werden. Dabei arrangieren die Mörder ihre Opfer scheinbar mit Genuß auf groteske Weise: Sie stellen mit den Leichen jedes Mal ein Kunstwerk aus den Museen und Galerien der jeweiligen Stadt nach.

Als das mörderische Doppel, dessen schier unerträgliche Aktivitäten der allwissende Leser mit Grauen miterlebt, nach Schweden kommt, tritt die zweite Hauptperson auf den Plan: Dessie Larsson ist eine junge und engagierte Journalistin, die ohne ihr Zutun in den Sog der Ermittlungen hineingezogen wird: Die Killer schicken vor jedem Mord einem Journalisten eine Postkarte mit einem Hinweis auf ihre Tat, und so findet Dessie eines Tages einen Todesgruß in ihrem Briefkasten.

Jacob Kanon eilt sofort nach Stockholm, nimmt Kontakt mit Dessie auf, die den zerlumpten und ungewaschenen Polizisten in Trauer erst skeptisch beäugt, sich aber dann gemeinsam mit ihm auf die Suche nach den Mördern macht. Denn die nächste Karte ist schon unterwegs …

Zwei Verdächtige in Haft – doch ist das das Ende?
Als ein weiteres Pärchen grausam hingeschlachtet aufgefunden wird und eine Security-Kamera Bilder von den möglichen Tätern aufzeichnet, die schnell (zu schnell?) gefunden sind, scheint der Fall gelöst. Die internationalen Ermittler atmen erleichtert auf. Die Weltpresse stürzt sich sensationsgierig auf die charismatischen Verdächtigen: Doch die Freude über den Fahndungserfolg droht nur von sehr kurzer Dauer zu sein …

Dessie und Kanon, die ihre anfängliche Antipathie inzwischen überwunden haben, erkennen schnell, dass die Lösung so einfach nicht sein kann, und ermitteln auf eigene Faust fieberhaft weiter. Gemeinsam stoßen sie auf eine grauenhafte Wahrheit, die das Fassungsvermögen normal denkender Menschen übersteigt – und doch in den Köpfen und Herzen vieler Menschen tief verankert zu sein scheint. Die eisige Kälte, die krankhafte Perversität und die verdrehte Logik der hochintelligenten, begabten Köpfe hinter allen Taten, lassen den Leser zutiefst schockiert zurück.

Und im Zeitalter des Internets verursacht eine unbehagliche Frage Magenschmerzen: Wann wird brutale Phantasie, die gemeinsam mit dem PC abgeschaltet wird, zur aktiven Realität?

Echte Menschen ermitteln
Liza Marklund und James Patterson haben mit „Letzter Gruß“ einen Thriller mit Anspruch und erschreckendem Realitätsbezug geschrieben. Lebensnah und authentisch lassen sie ihre Helden die einschneidenden Geschehnisse erleben. Hier ermittelt kein unterkühler und desinteressierter Kommissar, im Gegenteil: echte Menschen, mit echten Gefühlen und tiefer persönlicher Betroffenheit opfern ihre psychische Gesundheit, um den Mördern das Handwerk zu legen und so etwas wie Gerechtigkeit wiederherzustellen.

Dass der gehetzte Ermittler selbst trauernder Vater eines Opfers ist, hebt den Roman ganz besonders hervor. Patterson und Marklund machen ihren Helden damit zu einer mehr als tragischen Gestalt. Ihn umgibt das Elend des gebrochenen Menschen ebenso wie der unerbittliche Wille, anderen Eltern diesen unbeschreiblichen Schmerz zu ersparen und die grausamen Mörder zu stoppen.

Auch Dessie Larsson ist in ihrer Persönlichkeit genau und liebenswert gezeichnet. Sie ist der Ausgleich zu Jacob Kanon, und durch ihr besonnenes Handeln gelingt es schließlich, Licht ins Dunkel der Ermittlungen zu bringen.

Marklund und Patterson, zwei Könner am Werk
Dass hier zwei echte Könner und alte Hasen der Kriminalliteratur am Werke sind, zeigt der geschickt und faszinierend gesponnene Spannungsbogen. In Kombination mit der lebensechten Schilderung der Figuren, Schauplätze und Handlungssträngen macht er dieses Buch zu einem todsicheren Bestseller. Die sorgfältig recherchierten Details überzeugen durchweg, und auch die Entwicklung der Beziehung der beiden Hauptfiguren zueinander ist stets stimmig und wunderbar aufregend zu verfolgen.

Doch die faszinierendsten Personen in „Letzter Gruß“ sind die Killer. Der verstörende Einblick in ihre kaputten Seelen macht nachdenklich, entsetzt und traurig zugleich.

Die Frage, ob das Böse angeboren, oder durch Traumata und Erfahrungen erst anerzogen wird, beantworten Marklund und Patterson nicht, aber sie trauen sich, am Ende die Hoffnung und das Leben siegen zu lassen.

Der „Letzte Gruß“ ist hoffentlich nicht die letzte Zusammenarbeit dieser zwei Krimi-Größen!

Bianca Reineke
Cuxhaven, März 2010

Letzter Gruß Blick ins Buch

James Patterson, Liza Marklund

Letzter Gruß

€ 7,99 [D] inkl. MwSt. | CHF 9,00* (* empf. VK-Preis)

Oder mit einem Klick bestellen bei

Weiter im Katalog: Zur Buchinfo

Weitere Ausgaben: Hörbuch Download (gek.)