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Leserstimmen

Aktuell und spannend

Von: Doris67
21.09.2020

Ein Szenario, das jederzeit so passieren kann. Wer hat die Macht? Wer zieht die Fäden?
Alles spannend beschrieben - auch die Charaktere werden super beschrieben - man ertappt sich, dass man Sympathie für eine Profikillerin entwickelt....

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Geld , Macht und viele Todesopfer

Von: JayLG
01.09.2020

Was wäre wenn man die Macht hätte über die komplette Finanzwelt? Eine Macht die niemand haben dürfte? Und trotzdem gehen einige über Leichen und versuchen Herr der Lage zu sein.

Ich muss leider sagen das das Buch dich sehr gezogen hat. Es hatte nicht wirklich Spannung obwohl das Thema sehr interessant war für mich. Es gib viele Leichen und man verliert Charaktere über die Man gerne mehr Wissen wollte. Im Großen und Ganzen bin ich froh es gelesen zu haben aber ich denke nicht das es für jedermann gedacht ist. Es ist definitiv kein 0815 Thriller und gerade deshalb nur empfehlenswert wenn man sic auch wirklich für dieses Thema interessiert.
Der Schreibstil Wiederum hat mir gefallen und deshalb werde ich sicher auch noch ein anderes Buch des Autors probieren.

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Die Mächtigen

Im Zenit seiner Macht stürzt sich einer der bedeutendsten Konzernchefs des Landes in den Tod. An seine Stelle tritt Fridolin von Wolfenweiler, und dieser hat eine kühne Vision: die Entwicklung einer Software, die den kompletten Zahlungsverkehr Europas abwickeln soll – schnell, transparent, sicher. Um die Sicherheit der Software zu überprüfen, wird der berüchtigte IT-Spezialist Tamás Varta angeheuert. Varta entdeckt mysteriöse Fehler im Code. Und ahnt, dass ihn die Entdeckung das Leben kosten kann. Zu Recht. Als er untertaucht, wird die ehemalige Kampfschwimmerin Anna-Lena Herbst auf ihn angesetzt. Doch dann tritt ein weiterer Killer auf den Plan – Herbst und Varta geraten in ein Spiel der Mächtigen, in dem es keine Regeln gibt.

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Die Mächtigen

Leseprobe

Prolog


»Herr Beheim, es wartet noch immer für Sie: Philipp Linde, Mit­ glied des Aufsichtsrats der EuroBinary AG. Ihr vereinbarter Termin war um 12:15 Uhr.«
Die Nüchternheit in Aisanas Stimme ließ Stefan Beheim zusammenfahren. Dabei war er es gewesen, der sie erschaffen hatte. Und wozu? Düster stemmte er sich von seinem Schreibtisch hoch.
»Herr Beheim?«
»Was denn noch?«
»Philipp Linde für Sie. Ihr vereinbarter Termin war um ... «
»Lassen Sie ihn warten, verdammt noch mal!« Eigentlich versuchte Beheim, freundlich zu seinen Programmen zu sein. Maschinen lernten nicht anders als Kinder. Erziehung brauchte Vorbilder. Aber selbst zu einem höflichen Ton gegenüber Aisana fehlte ihm inzwischen die Kraft. Er schleppte sich zu der Bar im Salonbereich seines Büros.
»Sehr gern, Herr Beheim. Ich richte Herrn Linde aus, dass der Termin sich verschiebt.«
Aisana sagte es ruhig, freundlich. Ein Jammer, dachte Beheim. Alle Welt sprach ehrfurchtsvoll von der Überlegenheit Künstlicher Intelligenz. Aber wenn es um Empathie ging, hatten die Algorithmen noch einiges zu lernen.
Denn Stefan Beheim hatte vor, sich umzubringen.

Mit der Linken lockerte er seine Krawatte, mit der Rechten warf er eine Handvoll Eiswürfel in ein Glas und übergoss sie mit Whiskey. Fast musste er lächeln. Whiskey mit Eis. Undenkbar wäre das gewesen, die letzten Jahre. Preis des Erfolgs. Nie hätte er sich ausgemalt, wie wenig man davon hatte, reich zu sein. Geld machte nicht frei, im Gegenteil. Es galten zwar nicht mehr die alten Regeln, denen der Rest der Gesellschaft sich zu unterwerfen hatte, aber der Kampf um die Macht wurde erbittert geführt. Die, die oben waren, sahen dich als Gefahr und arbeiteten gegen dich; die, die nach oben wollten, sahen dich als Hindernis und arbeiteten gegen dich; die, die unten waren, neideten dir deinen Erfolg und arbeiteten gegen dich. Beheim hasste es.
Auf dem Fernseher erschien ein Porträt von ihm. Gegen seinen Willen sah er hin.
»... bedeutet die Fusion den vorläufigen Höhepunkt der beein­ druckenden Karriere des Vorstandsvorsitzenden der EuroBinary AG, Stefan Beheim. Der Sohn eines Krankenpflegers und einer Lehrerin entwickelte bereits alsJugendlicher seine ersten Compu­ terprogramme, unter anderem ein Verschlüsselungsprogramm für Textnachrichten - fünfzehn Jahre vor WhatsApp. Nach dem Studium in Karlsruhe und einer Promotion in den USA am renommierten Massachusetts Institute of Technology verbrachte Beheim einige Jahre bei SAP im baden-württembergischen Walldorf, bevor er ein Angebot von Google annahm und nach London zog, wo er für die Sicherheitsarchitektur der konzerneigenen Finanzgeschäfte zuständig war. 2005 machte er sich selbstständig und gründete EuroBinary, einen Anbieter von Finanztransaktionssoftware. Nur vier Jahre später folgte der Börsengang, seit 2015 ist EuroBinary im DAX notiert und gilt somit als eines der dreißig wertvollsten Unternehmen Deutschlands. Ein Wachstum, das Kritiker wiederholt als ungesund bezeichnet haben ... «
Beheim stürzte den Whiskey hinunter, stellte das Glas ab.
Dann zog er sein Sakko aus.
»Aisana.«
»Was kann ich für Sie tun, Herr Beheim?«, fragte die Software.
»Rufen Sie bitte Cate an.« Höflichkeit. Anstand. War er ein anständiger Mensch? Er hatte es versucht - und wie viel Kraft hatte ihn dieser Versuch gekostet.
»Sehr gern, Herr Beheim. Ich wähle die Nummer von Cate Beheim.«
Der Wählton ertönte.
Beheim trat an einen der Gästesessel und legte sein Sakko über die Lehne.
»Stefan. Gut, dass du anrufst«, drang die Stimme seiner Frau aus Boxen, die genauso diskret im Raum verteilt waren wie die Mikrofone. Beheim konnte sich frei in seinem Büro bewegen, während er telefonierte.
»Philipp hat sich gerade bei mir gemeldet. Er meint, ihr hättet eigentlich einen Termin, aber er erreicht dich nicht.«
Auf einmal schnürte es Beheim die Kehle zu. Seit er seine Entscheidung gefällt hatte, hatte ihn eine betäubende Leichtigkeit erfüllt. Und nun, mit der Stimme seiner Frau, kehrte die Last zu­ rück, hundertfach schwerer. Sie ahnte, was er vorhatte. Natürlich. Sie kannte ihn so gut.
»Du, Cate ... «
»Was ist?« Dann, eine Sekunde später: »Alles in Ordnung?« Beheim starrte auf den Fernseher, ohne die Bilder wahrzunehmen.
Drängender jetzt: »Stefan, sag schon.«
»Cate«, Beheim gelang kaum mehr als ein Flüstern, »du ... es tut mir leid.«
»Stefan, was ist los? Du machst mir Angst.«
»Ich liebe dich.«
Er schnipste mit den Fingern, automatisch, wie er es unzählige Male getan hatte. Doch plötzlich widerte die Geste ihn an. Wie geschmacklos, wie nachlässig sie war, wie würdelos.

»Gespräch beendet«, verkündete Aisana gelassen.
»Aisana, öffnen Sie bitte die Balkontür.«
»Sehr gern, Herr Beheim.« Lautlos schob sich die Glaswand hinter seinem Schreibtisch zur Seite. Ein kühler Luftzug kündigte den Herbst an.
»... Nun also sahen die kritischen Stimmen sich bestätigt«, erklärte der Fernseher hinter ihm, »Bankrott und Zerschlagung schienen unausweichlich. Doch in buchstäblich letzter Sekunde gelang es EuroBinary, einen Investor zu finden: die Privatbank Fischer & Söhne. Die Fusion zwischen einer Bank und einem Technologieunternehmen ist ein Präzedenzfall,dessen Bedeutung wohl erst in einigen Jahren abzusehen ist ... «
Ja, er hatte verkauft. Beheim trat auf den Balkon. Verkauft. Kaum drangen die Geräusche des Feierabendverkehrs zu ihm herauf. Aus statischen Gründen schwankte das Gebäude etwas. Zweiunddreißig Stockwerke lagen zwischen ihm und dem Asphalt der Frankfurter Innenstadt. Der Ausblick ließ ihm immer noch die Knie weich werden. Erst vor einem halben Jahr waren sie umgezogen. Auf dem Höhepunkt der Krise.
»Sie haben eine Anrufanfrage von Cate Beheim«, verkündete Aisana. »Möchten Sie sie annehmen?«
»Nein, danke.«
»Sehr gern, Herr Beheim.«
»Für die Anleger hingegen scheint die Lage klar: Seitdem heute Mittag das Bundeskartellamt seine Zustimmung zu der Fusion erteilt hat, stieg die Aktie um sagenhafte fünfundsechzig Prozent und macht damit den angeschlagenen Konzern innerhalb von Stunden zum wertvollsten Titel, den die Deutsche Börse je notiert hat. Unter dem neuen Namen FisherEuroBinary AG steigt wahrhaftig ein Phönix aus der Asche ... «
»Sie haben eine Anrufanfrage von Cate Beheim. Möchten Sie ...«
»Nein. Keine Anrufe mehr bis aufWeiteres.«
»Sehr gern, Herr Beheim.«
»... die anglisierte Schreibweise Fisher soll die neue, noch internationalere Ausrichtung unterstreichen, erklärt Fridolin von Wolfenweiler, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Fischer & Söhne, der in seiner neuen Funktion als Finanzvorstand ... «
»Und machen Sie verdammt noch mal den Fernseher aus.«
»Sehr gern, Herr Beheim.«
Beheim trat ans Geländer. Um ihn her ein Wald schlanker Bürotürme. Potenzprojektionen des Geldadels. Ein Schauer strich ihm den Rücken hoch. Frankfurt. Was hatte er sich nur gedacht?
In seiner Hosentasche vibrierte sein privates Telefon. Cate. Geradezu aus Versehen nahm er ab.
»Stefan.« Cates Stimme war ruhig. Es war eine Ruhe, die Beheim nur zu gut kannte. Das Geländer war mit Blumenkästen geschmückt. Die Blumen reckten ihm heiter die Köpfe entgegen, wussten nichts von der letzten Hitzewelle, die ihre Verwandtschaft dahingerafft hatte.
»Hör mir zu, Stefan. Wo bist du? Im Büro?«
»Ja.«
»Ich komme vorbei. Ich bin schon unterwegs. In Ordnung?« Beheim wollte etwas sagen, doch er konnte nicht.
»Stefan. Leg nicht auf. Versprich mir das.«
»Es tut mir leid.«
»Stefan. Wir schaffen das.« Cates Worte kamen nicht hektisch. Nur bestimmt. »Du kannst das. Du weißt, dass du das kannst. Du bist wundervoll. Du hast das schon mal geschafft. Du schaffst das wieder.«
Beheim schluckte. »Ich habe keine Kraft mehr.«
Am anderen Ende der Leitung war es still. Einen Augenblick nur, doch Beheim musste sich am Geländer festhalten, wurde schwach vor Schmerz.
»Stefan.« Die Stimme war rauer, eine Nuance nur. Aisana hätte es nicht bemerkt. »Stefan, hör mir zu. Du kannst das. Denk an die Firma.«
»Die Firma ist tot.«
»Stefan, du hast selbst gesagt, es ging nicht anders. Du musstest verkaufen, du konntest nichts dafür. Es war der einzige Weg, die Firma zu retten. Dein Lebenswerk zu retten.«
»Mein Lebenswerk.«
»Stefan, ich liebe dich. Du bist ein guter Mensch. Du hättest nicht anders handeln können.«
»Mein Lebenswerk«, flüsterte Beheim. »Ich habe es dem Teufel verkauft.«
»Stefan.«
»Ich liebe dich.«
Beheim beendete die Verbindung, kletterte über das Geländer und sprang.


Wie geht's weiter?Lese weiter in der ausführlichen Leseprobe!

Lucas Fassnacht
© Frank Hanewacker/Sedan Sieben

Wer ist Lucas Fassnacht?

Lucas Fassnacht wurde 1988 in Dieburg geboren; zurzeit wohnt er in Nürnberg, nachdem er in Erlangen Altgriechisch, Germanistik und Linguistik studiert hat. Neben seiner Arbeit als Autor gibt Fassnacht Workshops für Kreatives Schreiben. Er veranstaltet regelmäßig Literatur-Shows in Nürnberg und Erlangen.

Von März bis November 2015 leitete er eine Poetry-Slam-Werkstatt mit Mittelschülerinnen und -schülern der Nürnberger Südstadt, welche mit der Kamera begleitet wurde. Der entstandene Dokumentarfilm »Südstadthelden« feierte Anfang Oktober 2019 Premiere im Rahmen des Internationalen Nürnberger Filmfestivals der Menschenrechte.

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»Ich bin kein Träumer. Ich will was zu fressen und ansonsten meine Ruhe. Die habe ich aber nicht, wenn die an der Spitze ihre Macht nicht teilen wollen. Angst ist Mist, wenn man seine Ruhe haben will.«

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