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Mark Hill im Interview zu seinem Roman »Ich vergebe nicht«

Wussten Sie, dass der Sohn von Mark Hill Fußball-Fan von Borussia Dortmund ist?

Eine kurze Biografie:
Ich lebe zusammen mit meiner Familie und unserem Kater Jason im Norden von London. Eine Zeit lang habe ich als Produzent für die BBC gearbeitet, bei der ich für das größte Radionetzwerk des Vereinigten Königreichs an einigen Musik- und Entertainmentshows beteiligt war. Während meiner Zeit dort habe ich so manchen Preis einsammeln dürfen und viele talentierte und interessante Menschen kennengelernt. Jetzt schreibe ich jedoch hauptberuflich. Mit meiner Bildung kann ich nicht wirklich punkten und mein Interesse an Hobbys hält in der Regel für etwa fünf Minuten. Aber ich bin ein wirklich glücklicher Mann, der in seinem Traumjob arbeiten darf.

Warum haben Sie sich dazu entschieden, Autor zu werden?
Manchmal führt dich das Leben überaus geduldig in genau die Richtung, die du gehen sollst, auch wenn du selbst dein Bestes gibst, dich in eine andere Richtung zu entwickeln. Ich habe immer schreiben wollen, sogar schon als Kind. Aber wie viele andere „Möchtegernschreiber“ trieb auch mich ein wenig die Angst um.
Als ich die BBC dann verließ, probierte ich mich an einigen Sachen, aber nichts sagte mir so richtig zu. Und in meinem Hinterkopf hörte ich immer wieder die bohrende Stimme, die mir zuflüsterte, dass ich schreiben solle. Wie gesagt, ich hatte das eigentlich immer gewollt und ich wusste, wenn ich den Sprung jetzt nicht wagte, würde irgendwann der Zeitpunkt kommen, an dem ich mich fragen würde, was wäre gewesen wenn … Aber jetzt schreibe ich jeden Tag, und ich liebe es. Ich bin so dankbar, dass ich die Möglichkeit habe, meinen Lebensunterhalt mit etwas zu verdienen, was mir solchen Spaß macht.

Wo finden Sie die Inspiration für Ihre Romane?
Nun, die naheliegende Antwort ist: Durch die eigene Lektüre zahlreicher Krimis und das Anschauen von vielen Filmen zum Thema. Ich war schon immer ein Fan von Antihelden, also von Menschen, die richtige Dinge aus den falschen Gründen tun, und solchen, die falsche Dinge aus den richtigen Gründen tun. So war es für mich von Vornherein klar, dass wenn ich einmal selbst den Stift in die Hand nehmen und schreiben würde, ich einen Roman mit undurchschaubaren und zweifelhaften Charakteren schaffen würde.

An was für einer Geschichte arbeiten Sie im Moment?
Ich arbeite gerade am zweiten Teil der Reihe, der sich erneut Drake und Crowley zuwendet. Es sind zu diesem Zeitpunkt einige Monate nach dem schockierenden Ende von Ich vergebe nicht vergangen. Wie gesagt, ich arbeite noch daran, also kann ich Ihnen noch nicht allzu viel darüber berichten, aber ich kann sicher sagen, dass alle Figuren eine ziemlich schwere Zeit durchmachen. Manche kommen lebend heraus, andere haben weniger Glück.

Wer sind Ihre Lieblingsautoren? Und warum?
Oh mein Gott, was für eine Frage! Ich meine, wo soll ich denn da beginnen?! Die Frage hat wirklich gigantische Ausmaße – es gibt so unglaublich viele fantastische Autoren. Ich schätze sehr viele von ihnen aus ganz verschiedenen Gründen. Hier habe ich mal einige aufgeführt (die Reihenfolge spielt keine Rolle):

Dennis Lehane, Megan Abbott, Patricia Highsmith, Don Winslow, Alex Marwood, Belinda Bauer, Gillian Flynn, Richard Price, David Peace, William Gibson, Joseph Heller, Graham Greene, Ian Fleming, Ian Banks, Kate Atkinson, Thomas Harris, Ted Lewis, Laura Lippman, Pierre Lemaitre, Charles Willeford, Mo Hayder, Gregg Hurwitz, Sarah Waters, Dan Simmons, Paul Auster.

Sind das genug? Nein? Na dann gibt’s hier noch ein paar mehr:

Neil Cross, Stephen King, Patrick Hamilton, Chandler und Hammett, Anthony Powell, Carl Hiaasen, Scott Smith, Harlan Coben, Chuck Palahniuk, Alan Moore, Chuck Hogan, James Ellroy, Anne Tyler, Jim Thompson, Jonathan Coe, George MacDonald Fraser, George V. Higgins, Ira Levin, John le Carré, Ian McEwan, Michael Connelly, John Wyndham. Im Ernst, ich könnte weitermachen …

Welche Bücher haben Sie in letzter Zeit gelesen?
Lie with Me von Sabine Durrant und You Will Know Me von Megan Abbott. Dennis Lehanes In der Nacht, den zweiten Teil seiner Coughlin-Trilogie. World of Trouble von Ben H. Winters. The Darkest Secret von Alex Marwood und Dark Matter von Blake Crouch. Jedes Einzelne ist Gold wert.

Haben Sie eine Lebensphilosophie?
Gutes kommt zu denen, die warten.
Als jemand, der nun wirklich nicht der jüngste unter den (neuen) Autoren ist, kann ich absolut bestätigen, dass Geduld wirklich von Vorteil sein kann.

Was tun Sie, wenn Sie nicht gerade schreiben?
Ich verbringe gern Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden. Außerdem liebe ich Musik und gehe gern ins Kino. Und seit kurzem kennt man mich auch als Jogger, der die Straßen unsicher macht – langsam, versteht sich …

Fünf Dinge über Sie, die wir noch nicht wussten …
1. Mein Vater war Profi-Boxer, und auch ich habe als Kind viel geboxt. Aber irgendwie wuchs jeder über meinen Kopf hinaus, und ehrlich gesagt war meine Box-Karriere ohnehin nie zu Höherem bestimmt.
2. Ich selbst bin einmal in einem Buch aufgetaucht, aber mein Auftritt war relativ kurz – ich wurde von einem riesigen mutierten Schwein gefressen. Hach, glückliche Tage …
3. Das Furchterregendste, was ich je in meinem Leben gemacht habe, war, meinen Rücken aus einem Hercules-Transportflugzeug herauszuhalten, als dieses sehr tief über die hügelige Landschaft flog. Ein wahrlich berauschendes Erlebnis, das zugleich aber überaus beängstigend war.
4. Der deutsche Lieblingsfußballverein meines Sohnes ist Borussia Dortmund.
5. Ich nehme Recherchearbeiten überaus ernst und lasse meine erarbeiteten Fakten stets von zwei ehemaligen hochrangigen Polizeibeamten durchchecken.

Wie würden Sie Ihren Roman mit einem Satz beschreiben?
Als eine Familie im nördlichen London brutal ermordet wird, setzt Polizeikommissar Ray Drake alles daran, den Mörder zu finden – und versucht gleichzeitig, seine eigene dunkle Vergangenheit zu vertuschen.

Was hat Sie zu dem Roman inspiriert?
Ich habe schon immer gern Krimis gelesen, und so war es für mich klar, dass ich, sollte ich einmal selbst schreiben, ebenso einen Krimi zu Papier bringen würde. Es ist nicht einfach, genau zu bestimmen, woher die Inspiration kam, aber mein Buch sollte immer einen gewissen epischen Touch haben, also einen Bogen, der sich über Jahrzehnte hinweg spannt, sodass Ereignisse aus der Vergangenheit katastrophal in die Gegenwart einbrechen können.

Wer ist Ihr Lieblingscharakter in dem Roman und warum?
Ich habe eine Schwäche für zwei ältere Charaktere der Geschichte – Harry Crowley und Myra Drake. Beide sind zwar nicht mehr ganz jung, aber dafür noch immer ziemlich starke Persönlichkeiten, die zeitlebens nach ihren eigenen Regeln gelebt haben und überhaupt keinen Grund darin sehen, ihre Lebensweise im Alter noch zu ändern. Jeder für sich ist ziemlich eigensinnig, undurchschaubar und manipulativ. Keiner der beiden bleibt in jener Nacht wirklich ruhig …

Welche Szene war am schwierigsten zu schreiben?
Im Buch gibt es Szenen, die in einem Kinderheim in den 1980er Jahren spielen. Ein ziemlich brutaler Ort, einer, aus dem Albträume gemacht sind. Diese Szenen sind so finster, dass mir beim Schreiben oft unbehaglich zumute wurde.

Welche Leser werden Freude an Ihrem Buch haben?
Leser, die fesselnde Thriller mögen, werden mein Buch lieben. Es ist vordergründig zwar ein Ermittlerkrimi, aber zur gleichen Zeit auch ein psychologischer Thriller mit messerscharfem Plot und hoffentlich so einnehmenden Charakteren, dass sie Sie die ganze Nacht wachhalten werden. Wenn Sie also packende, aufwühlende Geschichten mögen, die sich immer wieder drehen und wenden, dann vielleicht, ja ganz vielleicht werden Sie sich von Ich vergebe nicht angesprochen fühlen.

Gibt es Bücher, mit denen Sie Ihren Roman vergleichen würden?
Ich würde es ehrlich gesagt nicht wagen, mein Buch mit der Arbeit anderer Leute zu vergleichen. Ich bin einfach nur sehr dankbar, es in den Bücherregalen stehen zu sehen, in bester Gesellschaft von zahlreichen brillanten Romanen, die mich immer und immer wieder zum Staunen gebracht und mich über viele Jahre begleitet und unterhalten haben.

Möchten Sie ein paar Worte an Ihre deutschen Leser und Leserinnen richten?
Erzählen Sie mir ein Geheimnis. Ich bin mir absolut sicher, dass es irgendetwas über Sie gibt – etwas, das Ihnen passiert ist oder etwas, das Sie getan haben –, das Sie nie auch nur einer Menschenseele erzählt haben. Wahrscheinlich ist es eine eher kleine Sache, etwas, womit Sie gut leben können. Aber was, wenn es eine wirklich schreckliche und unheimlich gefährliche Sache gewesen wäre, und genau diese nun zurückkäme und Sie verfolgte? Was würden Sie tun, damit sie wieder verschwände? Geheimnisse können einen zur Verzweiflung treiben. Und bevor man es überhaupt merkt, überschreitet man schon eine Grenze und ist plötzlich zu Dingen fähig, an die man vorher nie zu denken gewagt hätte.

Wie weit würden Sie gehen?

Während ich an Ich vergebe nicht samt seinen ganzen Figuren wie DI Ray Drake und DS Flick Crowley saß, wollte ich herausfinden, was geschieht, wenn Sünden der Vergangenheit plötzlich unerwartet und katastrophal in die Gegenwart einfallen. Ich wollte, dass ein furchtbares Geheimnis aufgedeckt wird, vergleichbar mit einem Monster aus der Tiefe, das aus heiterem Himmel erwacht. Ich wollte meine Romanfiguren in Aufruhr versetzen und sie gegen ihre eigenen gewaltigen, fiesen Emotionen kämpfen lassen – Schuld, immense Wut und Grauen sollten darin vorkommen. Ich wollte, dass schlimme Dinge geschehen – sehr schlimme Dinge –, und dabei zusehen, welche Auswirkungen diese auf die Leben meiner Figuren haben.

Inmitten dieser schrecklichen Verschwörung stehen meine beiden Polizisten Drake und Crowley und versuchen, sich einen Reim darauf zu machen. Sie sind diejenigen, die die Wahrheit über eine Reihe von Morden herausfinden und das grausame Gemetzel beenden müssen. Ray Drake kennt sich mit Geheimnissen bestens aus – und auch Schuld, Wut und Schrecken sind keine Fremdwörter für ihn …

Denn Ray verbirgt ein Geheimnis. Und wenn irgendjemand herausfinden würde, was dieses Geheimnis ist … Nun, darüber sollten wir lieber nicht nachdenken.

Wissen Sie, Ray ist seiner Stadt ziemlich ähnlich. Man denkt, man kennt ihn, aber das stimmt nicht, nicht wirklich. London ist um die 2000 Jahre alt, und innerhalb der Grenzen dieser Stadt lauern überall Geheimnisse. Und jeden Tag werden es mehr. Einige dieser Geheimnisse sind wirklich grausig und beunruhigend. Man kann eine Stadt mit noch so viel Glas und Stahl befestigen, sie Tag für Tag höher und größer werden lassen, aber in ihren Gassen lauert überall die Gefahr, und tausende von Geheimnissen liegen verborgen. Und die Stadt wird diese nicht kampflos aufgeben …

Manch gefährliches Geheimnis taucht in den verwinkelten Straßen erneut auf – manch ein Geheimnis verschwindet einfach nie. Und Drake und Crowley müssen sich dem Kampf ihres Lebens stellen.

Ich vergebe nicht Blick ins Buch

Mark Hill

Ich vergebe nicht

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