VERLAGSGRUPPE RANDOM HOUSE - BERTELSMANN
Menü

Meg Donohue »Das beste Rezept meines Lebens«

Sie beschreiben sehr lebendig und anschaulich die Kunst, köstliche Cupcakes herzustellen und ein Café mit dem gewissen Etwas auszustatten. Was hat Sie dazu inspiriert, und wie haben Sie recherchiert? Haben Sie auch schon einmal davon geträumt, ein Café zu eröffnen?
Meg Donohue: Zu beobachten, wie sich Freundschaften mit der Zeit entwickeln – und manchmal auch auflösen – interessiert mich sehr. Warum verlieren sich Freunde aus den Augen? Was bringt sie dann wieder zusammen? Ganz oft treffen sich Menschen in Cafés wieder, oder bei Feiertagsessen oder Brunch – Essen führt Leute zusammen. Im Fall von Annie und Julia ist es ihre gemeinsame Leidenschaft für Cupcakes, die ihnen einen Grund bzw. eine Ausrede liefert, sich gegenseitig wiederzuentdecken. Ich mag die Idee, dass etwas so kleines wie ein Cupcake zwei Frauen mit total unterschiedlichen Charakteren zusammenbringt und ihrer Freundschaft neues Leben einhauchen kann. Das sind nur ein paar der Dinge, die ich im Kopf hatte, als ich an dem Roman zu schreiben begann.

Ich habe eine Menge Zeit in Cafés verbracht und dort viel geschrieben, also stellten sich natürlich irgendwann diese Tagträume ein, wie mein eigenes ideales Café sein sollte… wie es aussehen könnte, was wir servieren würden, welche Musik laufen sollte. In meinem Traum-Café gäbe es Tee Latte (Chai Latte), Jazz, jede Menge Anschlüsse für Laptops und – natürlich! – Cupcakes. Nur, wenn es dieses Café wirklich gäbe, würde ich es vielleicht nie wieder verlassen, und mein Mann und meine Kinder würden mich sicherlich sehr vermissen. Da ist es schon besser, wenn es reine Tagträumerei bleibt.

„Das beste Rezept meines Lebens“ ist vor allem ein Buch über Freundschaft. Die beiden Hauptfiguren, Julia und Annie, haben seit zehn Jahren kein Wort mehr miteinander gesprochen. Nun versuchen sie, die alten Streitigkeiten zu begraben und an ihre innige Freundschaft anzuknüpfen. Glauben Sie, dass es möglich ist, eine zerbrochene Freundschaft wieder zu beleben? Und was glauben Sie braucht es, damit eine Freundschaft lange hält und auch Belastungen übersteht?
Meg Donohue: Ich glaube daran, dass zerbrochene Freundschaften gekittet werden können und dass Menschen sich entwickeln und ändern können. Im Falle Annies und Julias musste vor allem bei Julia eine Weiterentwicklung stattfinden, bevor Annie sie wieder in ihr Leben lassen kann. Hin und wieder ist es das Beste, wenn man einer turbulenten Freundschaft ein wenig Zeit gibt, um sich zu beruhigen; es kann manchmal aber auch besser sein, wenn man immer wieder das Gespräch sucht, sich entschuldigt, und sich schließlich vergibt. Schmerz wird früher oder später ein Bestandteil in allen Freundschaften. Doch wenn alles andere versagt hat, kann es nicht schaden, wenn man an den Geburtstag des anderen denkt!

Welche Cupcake-Sorte mögen Sie am liebsten? Sind Sie eher der klassische Typ wie Lolly St. Clair oder bevorzugen Sie die modernen und ausgefallenen Sorten wie Annie Quintana?
Meg Donohue: Ich bin eine Sowohl-als-auch-Cupcake-Esserin. Aber mein absoluter Favorit ist Gesalzenes Caramel (?!).

Sie erzählen in „Das beste Rezept meines Lebens“ auch zwei wunderbare Liebesgeschichten. Während Julia lernen muss, in die Liebe zu vertrauen, wird Annie von ihr überrascht und findet sie da, wo sie sie nicht vermutet hat. Gibt es ein Rezept, die Liebe zu finden – und zu halten?
Meg Donohue: Ohje, ich glaube, wenn es dafür ein Rezept gäbe, hätten wir das alle schon ausprobiert. Ich meine, da ist schon was dran an dem Klischee, dass man sich zuerst selbst verstehen muss. Julia und Annie öffnen sich erst für die Liebe, als sie eigene Probleme erkennen und angehen. Was eine haltbare Liebe angeht, denke ich, dass das so ähnlich ist wie bei Freundschaften – es ist ein ständiges Pendeln zwischen der Beziehung Raum geben, damit sie sich entfalten kann, und der ständigen Arbeit daran, Kommunikation und Empathie auch in schwierigen Zeiten aufrecht zu erhalten.

Als Annie und Julia beschließen, ein Café zu eröffnen, hat jemand etwas dagegen und legt ihnen Steine in den Weg. Doch die beiden halten an ihrem Traum fest. Haben Sie auch schon einmal einen Traum gegen alle Widerstände verfolgt?
Meg Donohue: Meine Tochter ist gerade ein Jahr alt geworden, und ich war schwanger mit meiner zweiten Tochter, als ich „Das beste Rezept meines Lebens“ schrieb. Ich mag es eigentlich nicht, Mutter- und Schwangerschaft als Hindernisse für das Schreiben zu bezeichnen, aber das Leben wird definitiv zur Herausforderung, wenn man sich mit dem ständigen Nasch- und Spielbedürfnis eines Kleinkindes auseinandersetzen, Übelkeit und Müdigkeit bekämpfen und zugleich auf einen Abgabetermin hinarbeiten muss. Wie bei Annie und Julia, die sich nicht zuletzt dank der Stolpersteine voll und ganz auf ihren Traum zu konzentrieren lernen, machte mich die Hektik und der Stress der Mutterrolle zu einer konzentrierteren und effizienteren Autorin. Nur Sekunden, nachdem meine Tochter eingeschlafen war, saß ich schon am Laptop, schrieb und lernte, jede stille Minute zu nutzen.

Noch nicht verwirklichte Träume? Siehe unten …

Wenn „Das beste Rezept meines Lebens“ verfilmt würde, wie sähe Ihrer Meinung nach die ideale Besetzung aus?
Meg Donohue: Genau, das ist mein noch unerfüllter Traum! Es wäre so großartig, „Das beste Rezept meines Lebens“ auf der großen Leinwand zu sehen! Ich denke, America Ferrera gäbe eine wundervolle Annie ab – sie ist eine Latina, verfügt über eine gewinnende Schlagfertigkeit und kann sehr lustig sein. January Jones, die in „Mad Men“ so wunderbar die Eisprinzessin spielt, ist eine klassische Schönheit wie Grace Kelly und Julia St. Clair. America Ferrera und January Jones wären so ein ungewöhnliches Paar, dass hier eine wirklich interessante Chemie entstehen könnte, genau wie bei Annie und Julia. Wenn sich diese beiden Frauen die Leinwand teilten, das gäbe einen aufregenden Film. Ich wäre die erste in der Schlage an der Kinokasse!

Meg Donohue

Das beste Rezept meines Lebens

€ 7,99 [D] inkl. MwSt. | CHF 9,00* (* empf. VK-Preis)

Oder mit einem Klick bestellen bei

Weiter im Katalog: Zur Buchinfo