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Michael Felten: Inklusionsfalle

Michael Felten: Die Inklusionsfalle

Für jedes Kind die beste Schule! Nicht eine Schule für alle ...

Felten, Michael
© Michael Euler-Ott

Ich hege durchaus große Sympathie für eine sinnvolle Integration von Kindern, die besonderer Unterstützung bedürfen. Gleichwohl spreche ich im Folgenden die Probleme der derzeitigen Inklusionsentwicklung offen an – nicht nur Unterfinanzierung und Minderqualifizierung, sondern auch Irrtümer und Grenzen des Konzepts Gemeinsames Lernen.Dieses Buch gibt einen Überblick über Praxiserfahrungen und Forschungsbefunde, die in der Inklusionsdebatte bisher in nicht genügender Weise wahrgenommen wurden. Und es skizziert die Maxime, nach der wir den schulischen Umgang mit Behinderung für alle Beteiligten sinnvoll gestalten sollten: »So viel hochqualitative Integration wie möglich, sinnvoll unterstützende Separation überall da wo nötig!«.


1. Das läuft oft nicht gut!
Inklusion in der Schule gilt vielen als neues pädagogisches Paradies, entwickelt sich tatsächlich aber zur Plage für alle Beteiligten:

  • Schulen fehlen sonderpädagogische Fachkräfte und besondere Räumlichkeiten; so können sie allen Schülern zunehmend weniger gerecht werden, weder denen mit Entwicklungsproblemen noch den Hochbegabten - und auch nicht dem Mittelfeld.
  • Eltern besonders förderbedürftiger Kinder wird die Freiheit der Schulwahl genommen, weil Förderschulbesuch erschwert oder verunmöglicht wird.
  • Die Lehrerausbildung wird nur oberflächlich sonderpädagogisch angereichert - und auch das nur auf Kosten von Fach- und Unterrichtskompetenz.
  • Ergebnis: Viele Schüler erfahren statt bester Bildung nur noch „wohlwollende Vernachlässigung“.



2. Das kann gar nicht gut laufen
Die Befunde empirischer Studien (BiLieF, RIM u.a.) zu den Wirkungen inklusiver Beschulung sind für den Grundschulbereich ambivalent, in der Sekundarstufe besteht gar ein „Forschungsdefizit“ (LÜTJE-KLOSE) - dabei stellen sich in dieser Altersphase ja zusätzliche Schwierigkeiten.
  • Prinzipiell werden seitens der Inklusionsbefürworter Entwicklungsstörungen und Schonraum¬bedarfe unterschätzt, dagegen die Möglichkeiten individualisierten, selbstgesteuerten Lernens überschätzt.
  • Hochwertig ausgestattete Integration ist in der Primarstufe für manche Behinderungsformen wohl möglich, Inklusion als flächendeckende Billigversion für alle Förderbedarfe erscheint indes zunehmend zweifelhaft, ja riskant.



3. Das ist noch nicht 'mal gut gemeint
Als Motor der etwa in NRW zu beobachtenden radikalen, übereilten und unterfinanzierten Inklusionsentwicklung müssen eine Reihe kindeswohlferner Motive angenommen werden:
  • Die einen wollen im Bildungssektor sparen, andere sehen Chancen für eine doch noch zu realisierende Einheitsschule; diesen gilt Inklusion als neues soziales Egalitätsprojekt, jene wollen nur noch die Blamage des Scheiterns vertuschen.



4. Das muss auch nicht so laufen
Die UN-BRK verpflichtet gerade nicht zur Abschaffung unserer hochspezialisierten Förderinstitutionen, sondern zur Primärorientierung am Kindeswohl. Deshalb steht nicht an, das Schulsystem zu revolutionieren, sondern es "dual-inklusiv" (OTTO SPECK) zu optimieren:
  • So viel Integration wie sinnvoll ermöglichen, so viel wie nötig separat unterrichten und fördern!


Also nicht "Eine Schule für alle", sondern "Für jedes Kind die beste"!
Dabei ist jeder gefragt ...


Die Inklusionsfalle Blick ins Buch

Michael Felten

Die Inklusionsfalle

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