never again Cover

Diese Schüler sagen laut und deutlich: ES REICHT!

Am 14. Februar 2018 gingen der 17-jährige David Hogg und seine 14-jährige Schwester Lauren wie an einem ganz normalen Mittwoch zur Schule, in die Marjory Stoneman Douglas High School. Doch dieser Tag sollte alles ändern. Angesichts von 17 erschossenen Mitschülern und Lehrkräften standen sie schon am nächsten Morgen an der Spitze einer Bewegung mit dem Namen March for our Lives, deren Ziel es ist, einen tiefgreifenden Wandel in der amerikanischen Gesellschaft herbeizuführen. Dieses Buch ist ein Manifest der Bewegung, die an jenem Tag entstand. Einer Bewegung, die Amerika schon jetzt verändert hat – die Stimme einer neuen Generation, die entschlossen ist, den Wandel herbeizuführen für eine bessere Welt. Es ist eine Generation, die sagt: Es reicht.

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Also, am besten fange ich an mit dem Tag, an dem alles passierte. Es war der 14. Februar, Valentinstag. Wenn ich die Grundstimmung beschreiben müsste, die davor herrschte, würde ich sagen, es war ein rundum toller Tag: Alle waren einfach nur fröhlich, verschenkten Pralinen und Blumen und umarmten sich, es war, als würde ein Strahlen durch die ganze Schule gehen. Ich weiß noch, dass ich zu meinen Freundinnen sagte: »Wenn ich noch ein einziges Pärchen sehe, das sich für später verabredet, oh Gott, dann muss ich echt kotzen.«
Als der Alarm losschrillte, saß ich in meinem Medientechnik- Kurs, die letzte Stunde an diesem Tag. Wir hatten am Morgen schon einen Probealarm gehabt, insofern dachten wir noch, da hätte sich jemand zum Valentinstag einen Scherz erlaubt. Alle lachten, und wir ließen uns Zeit damit, unsere Sachen zusammenzupacken. Ich weiß noch, dass ich meinen Freund Sam anschnauzte, er solle schneller machen, weil er besonders lang brauchte, und es ist schon komisch, wenn ich mir vorstelle, dass auf der anderen Seite des Schulgeländes da schon die Hölle los war. Mir dämmerte irgendwie, dass etwas faul war, als wir die Treppe runterkamen, weil ich durchs Fenster über den Buswendeplatz sah und dort irre viel los war – bis ich erkannte, dass da Kinder davonrannten. Ein Blick in die Gesichter, und mir war klar, dass etwas nicht stimmte. Ich kann es wirklich nicht anders ausdrücken, aber es war wie im Kino: Alles wirkte wie ausgeleuchtet.
Allerdings hatten die Lehrer uns auch erzählt, dass uns demnächst eine Amokübung bevorstünde mit Platzpatronen und Schauspielern, die hin und her rennen, und Kindern, die so tun, als würde auf sie geschossen und so weiter, und entsprechend lachten die Kids um mich herum und machten Witze mit ihren Freunden. Trotzdem war mir insgeheim klar, dass irgendwas komplett verkehrt war. Die Gesichter dieser Kinder … ihr Gesichtsausdruck … es war einfach nur furchtbar. Ich weiß auch noch, wie ich hinten am Ende des Flurs noch mehr Kids gesehen habe, die mit ihren Rosen und Pralinen wegrannten. Mädchen schrien, und Jungs heulten. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Um mich herum dachten sie immer noch, das alles wäre ein Witz, aber irgendwie wusste ich genau, dass etwas nicht stimmte. Also schnappte ich mir meine vier besten Freunde aus dem Kurs, und als die immer noch lachten und rumalberten, weiß ich noch, wie ich sie angeschrien habe: »Leute, irgendwas ist da passiert!«, und wie sie bloß sagten: »Lauren, das ist nicht echt, das ist nur ein Probealarm.« Trotzdem hatte ich eine Heidenangst.
Ich erinnere mich noch daran, wie ich mich umgesehen und die Umgebung genau in Augenschein genommen habe, weil unser Dad beim FBI arbeitet und schon mehrere Schießereien erlebt hat. Deshalb sagen unsere Eltern auch jedes einzelne Mal, wenn wir ins Kino gehen oder zum Shoppen, dass wir uns auch ja nach den Notausgängen umsehen und für den Fall, dass etwas passiert, gleichmäßig atmen sollen. »Versucht, so entspannt wie möglich zu bleiben, um nicht in Panik zu geraten.« Ich bin 2003 zur Welt gekommen, also war das Schulmassaker an der Columbine High School vor meiner Zeit, der 11. September war vor meiner Zeit, und ich bin seit dem Kindergarten mit sogenannten Code Red Drills groß geworden. Meine Generation ist darauf trainiert, auf derlei Ereignisse zu reagieren.

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Hogg, David
© Rebecca Boldrick

David Hogg und Lauren Hogg

DAVID HOGG (Class of 2018) und LAUREN HOGG (CLASS of 2021) besuchen die Marjory Stoneman Douglas High School. Sie sind beide Mitglieder der March for our Lives-Bewegung.

Zur Webseite von March for our Lives