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Archiflop Gescheiterte Visionen. Die spektakulärsten Ruinen der modernen Architektur

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€ 30,80 [A] | CHF 41,50*
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Paperback, Flexibler Einband ISBN: 978-3-421-04053-4

Erschienen:  27.02.2017
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Von der Faszination moderner Ruinen

Vor 100 Jahren eine quirlige Goldgräberstadt in Namibia, heute begraben im Wüstensand; einst der größte Freizeitpark Ostdeutschlands, heute allenfalls als Filmkulisse genutzt. Was ist da schiefgelaufen? Davon erzählt dieses Buch. Es führt zu den spektakulärsten Architekturflops der ganzen Welt, vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute: zu monumentalen Geisterstädten in Asien, den traurigen Überbleibseln amerikanischer Shoppingmalls oder einer Atomzentrale auf der Krim. Es berichtet von ehrgeizigen Plänen, gescheiterten Visionen und überoptimistischen Erwartungen – in unterhaltsamen Geschichten und beeindruckenden Fotos. Ein schön-schauriges Vergnügen, zum Staunen und Sich-Überraschen-Lassen!

"Was hat dich bloß so ruiniert?" - spiegel.de

"Die größten Bausünden des 20. Jahrhunderts

"Der Zauber des Zerfalls" - bild.de

"Vergessene Neubauten" - Capriccio/Sendung vom 18.05. (BR Mediathek)

»Eine Sammlung aus 25 Pleiten-, Pech- und Pannen-Bauten zwischen Pjöngjang, Caracas und Berlin«

Spiegel Online, Autorin: Anne Haeming (13.03.2017)

Alessandro Biamonti (Autor)

Alessandro Biamonti ist Architekt, Kurator und Dozent für Design am Politecnico in Mailand.

»Eine Sammlung aus 25 Pleiten-, Pech- und Pannen-Bauten zwischen Pjöngjang, Caracas und Berlin«

Spiegel Online, Autorin: Anne Haeming (13.03.2017)

Aus dem Italienischen von Ulrike Stopfel
Originaltitel: Archiflop - Storie di progetti finiti male
Originalverlag: 24 ore

Paperback, Flexibler Einband, 192 Seiten, 21,0 x 25,0 cm
120 Farbfotos

ISBN: 978-3-421-04053-4

€ 29,95 [D] | € 30,80 [A] | CHF 41,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: DVA Bildband

Erschienen:  27.02.2017

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Alessandro Biamonti: ArchiFlop

Von: Holger Reichard Datum: 05.03.2018

www.wortmax.de/

Dass die Errichtung der Hamburger Elbphilharmonie wesentlich länger dauerte als geplant und die Baukosten sich am Ende monströs auftürmen, ist schon tragisch. Aber es hätte ja noch schlimmer kommen können. Man stelle sich vor, das imposante Bauwerk hätte sich nicht nur während der Bauzeit, sondern auch nach seiner Eröffnung als Fehlplanung erwiesen, würde zum Beispiel die hohen Erwartungen nicht erfüllen, könnte nicht vollumfänglich genutzt werden oder die Besucher blieben fern.

Zum Glück wird die Elbphilharmonie in diesen Tagen gefeiert. Sie wäre sonst wohl ein Fall für Alessandro Biamonti. In seinem Fotoband »ArchiFlop« präsentiert der Mailänder Architekt die spektakulärsten Ruinen der modernen Architektur. Gescheiterte Visionen heißt es im Untertitel. Riesige Geisterstädte, eine verlassene und heruntergekommene Shopping Mall, verwahrloste Vernügungsparks, Stahl- und Betonskelette auf hoher See. Biamonti hat die Objekte seines Buches aussagekräftig in folgende Rubriken unterteilt:

1. Die Überlegung lautete: Es werden viele Tausende kommen.
2. Die Überlegung lautete: Es wird riesige Gewinne bringen.
3. Die Überlegung lautete: Sie werden es nicht bemerken.
4. Die Überlegung lautete: Sie werden sich bestens amüsieren.

Die gewählten Überschriften suggerieren bereits, was falsch lief: Mal fehlte das Interesse der Kundschaft, mal das Geld. Mal machten Naturkatastrophen alle Erwartungen zunichte, mal politische Wendungen oder Irrwege. Meist fehlte es an Weitsicht, oftmals auch an Einfühlungsvermögen.

Überraschend ist, wie viele architektonische Fehlschläge sich in Asien befinden. Oder auch nicht, wenn man bedenkt, wie schnell und in welchem Umfang dort ganze Städte verrückt und hunderttausende Menschen umgesiedelt werden, weil mal eben ein neuer Staudamm gebaut werden muss oder neu entdeckte Bodenschätze zu heben sind.

Allerdings hat auch Europa eine Vielzahl spektakulärer Ruinen zu bieten. Eindrucksvolle Beispiele in Biamontis Buch sind die Metro-Linie Châtelet im belgischen Charleroi, die u.a. wegen der Krise der Stahlwirtschaft in den 1980er und 1990er Jahren nie in Betrieb genommen wurde; oder der Spreepark in Ostberlin, erster und einziger Vergnügungspark der DDR, der wenigstens ein paar Jahrzehnte in Betrieb war, dessen Aufgabe im Jahre 2001 jedoch vermutlich schon mit dem Fall der Mauer vorhersehbar war.

Faszinierend an »ArchiFlop« sind nicht nur die Fotos, die Biamonto zusammengetragen hat, sondern auch die kurz und knapp von ihm dargelegten Hintergründe des Scheiterns. Gulliver’s Kingdom zum Beispiel, ein Themenpark mit einer 45 Meter langen liegenden Statue des Lemuel Gulliver im japanischen Kamikuishiki, floppte unter anderem deshalb, weil der gewählte Standort mit seinen jahrhundertealten Bäumen eine besondere Anziehungskraft auf Suizidgefährdete ausübt – und weil sowohl der Sitz der berüchtigten Aum-Sekte als auch eine Nervengasfabrik in unmittelbarer Nachbarschaft zu finden sind. Nun ja, hätte man vielleicht vorher wissen können.

Immerhin erlangten einige der architektonischen Fehlschläge aus Biamontis Buch Berühmtheit als Filmkulisse. Die im Kaspischen Meer errichtete Öl-Stadt Neft Dashlari mit ihrem verwirrenden Brückengeflecht kennen James-Bond-Fans aus »Die Welt ist nicht genug«, die künstliche Insel Hashima war in »Skyfall« geheimnisvoller Sitz des 007-Gegenspielers.

Die Frage, die sich der Autor am Anfang und Ende seines Buches stellt – und irgendwann dazwischen auch seine Leserschaft: Kann man den architektonischen Fehlleistungen etwas Positives abgewinnen, außer dass sie hinterher als Ruine eine interessante Filmkulisse abgeben?

Biamontis Antwort lautet: Ja. Die größten Chancen, so schreibt er, tun sich häufig vor dem Hintergrund von Problemen, Fehlschlägen oder Zusammenbrüchen auf. Zum besseren Verständnis zitiert er Basketball-Superstar Michael Jordan, der einmal gesagt hat: »Gerade weil ich 9000 Würfe verfehlt habe, bin ich Michael Jordan geworden.« Soll heißen: Ohne Flops kein Erfolg.

Alessandro Biamonti führt uns in „ArchiFlop“ zu Ruinen der Gegenwart

Von: Fluffy Words Blog Datum: 09.08.2017

fluffywordsblog.wordpress.com

Roms Kolosseum ist beeindruckend, bei Touristen beliebt und erzählt von einer längst vergangenen Zeit. Eine Ruine ist dieses imposante Bauwerk dennoch, kein Kampf à la Game of Thrones trägt sich mehr in der Arena zu. Auf die Idee, die gigantischen Mauern niederzureißen, käme jedoch niemand. Anders ist dies bei den Ruinen, die der Mailänder Architekt Alessandro Biamonti in ArchiFlop in den Fokus nimmt.

Ein Feriendorf aus Ufohäuschen ziert das Cover von Biamontis Führer moderner Ruinen. Ein Plastikmogul forcierte den Bau der Siedlung im taiwanischen Sanzhi in den 70er-Jahren auf der Suche nach neuen Einsatzmöglichkeiten seines Materials. Schon Anfang der 80er standen die Baukräne still – Seelen verstorbener Soldaten hätten durch die Arbeiten keine Ruhe gefunden, ein Drachen sei auch nicht einverstanden gewesen, vielleicht lag es aber einfach nur an einem zu eng gesteckten finanziellen Rahmen, dass nie begeisterte Urlauber die kleinen, bunten Ufos bezogen. 2008 dann wurden die Ufos wieder aus der Landschaft entfernt – der Umgang mit modernen Ruinen weicht enorm von der Verehrung, die dem Kolosseum, Forum Romanum und Co. zukommen, ab.

Biamonti kreidet diese Abrisskultur an. „Es ist, als wollten wir die Anzeichen des Misslingens aus unserem Umfeld tilgen. Das hat seinen Grund darin, dass die Ruinen der Gegenwart zwar etwas Sublimes an sich haben und uns rühren, dass sie uns zugleich aber auch schaudern lassen.“ ArchiFlop vereint nun also diese schauderhaften Gebäude oder gar ganze Städte, die von Menschen entweder verlassen wurden oder nie welche anziehen konnten. Die Übersicht des Misslingens ist hingegen gelungen gestaltet und leserfreundlich gruppiert, beispielsweise in ideologische Bauvorhaben oder rein profitorientierte Projekte – gescheitert sind sie natürlich allesamt. Auch Ideen für die Umdeutung bzw. tatsächliche Nutzung von modernen Ruinen finden Eingang in das ansonsten von großen Farbfotografien dominierte Buch. Biamontis progressive Gedanken sowie die umfassenden Infotexte zu jedem Bauwerk machen den Band zu mehr als einem leicht durchblätterbaren Coffeetablebook. Einzig die Übersetzungen aus dem Italienischen sind hier und da vielleicht etwas zu wörtlich angenommen worden – im Original erschien ArchiFlop erst im letzten Jahr. Kleine Fehler seien aufgrund der Eile also verziehen.

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