Aus der Tastatur gefallen

Gedanken über das Leben, den Tod und schwarze Hüte

(7)
Paperback
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Diese Anthologie versammelt die besten und unterhaltsamsten Essays, Artikel und Reden Terry Pratchetts. Hier findet man alles, was ihn im Lauf seines Lebens bewegt hat: Erinnerungen an seine Großmutter, Gedanken zu Gandalfs Liebesleben oder die Frage, welche Bücher, sein eigenes Werk inspiriert haben. Er spricht über seine Liebe zu Weihnachten, gibt Einblicke in seine Schulzeit oder verrät, zu welcher Tageszeit man am besten schreibt. Selbst die ernsten Themen, denen er sich widmet, sind stets durchdrungen vom Humor und der Lebensklugheit dieses wundervollen Autors.

»Ernsthaft witzig, wo es um unsere seltsame Welt geht, und von heiterer Ernsthaftigkeit, wenn es das Thema Sterbehilfe oder Pratchetts Einsatz für die Alzheimer-Forschung geht.«

The Times

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Englischen von Gerald Jung, Regina Rawlinson
Originaltitel: A Slip of the Keyboard: Collected Nonfiction
Originalverlag: Transworld
Paperback , Klappenbroschur, 400 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-442-48729-5
Erschienen am  17. September 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Aus der Tastatur gefallen

Von: Ben Vart

15.03.2019

Man muss Terry Pratchett nicht kennen, um ihn zu mögen. Also seine Geschichten. Ihn persönlich zu mögen, ohne ihn persönlich gekannt zu haben, das wäre ja ebenso vermessen, wie ihn nicht zu mögen. Persönlich, meine ich. Zu kompliziert? Auch nicht komplizierter als manche seiner Geschichten. "Aus der Tastatur gefallen" fasst mehrere Dutzend - ja, wie soll man sagen - erzählerische Gedankensplitter zusammen. Seien es Vorworte, seien Kolumnen, seien es sowas wie Liebesbriefe. Nein! Nicht Liebesbriefe im herkömmlichen Verständnis und die kämen bei Pratchett auch nicht daher wie herkömmliche Liebesbriefe. Der Schöpfer der Scheibenwelten hat einen Stil, der … so anders ist. Ironisch mal, sarkastisch mal und auch mal einfach nur … ja … einfach mal humorvoll. Allein die Erzählung über seine Lesereise durch Australien. 14 Tage lang. Dabei beschreibt er 13 Tage recht genau, wo er war, wie er war, wieviel Leute sich die Bücher signieren ließen, wie lange es jeweils dauerte. Ja, aber wo bleibt der 2. Tag? Er springt von Tag eins, der Abreise, zu Tag drei nach der Landung. Tag zwei werde vom australischen Zoll konfisziert, erzählt er. Man erhalte ihn erst bei der Abreise zurück. Dann zeigt er dem Leser, dass wir doch eigentlich auch nur in einer Fantasywelt leben: "Nehmen wir eine Spezies, die ein paar Meilen über feuerflüssigem Gestein und ein paar Meilen unter einem alles erstickenden Vakuum lebt … In einem Universum, in dem ganze Galaxien explodieren können, glauben sie an Sachen wie "Naturrecht" und "Vorsehung" und sogar an Demokratie" (Terry Pratchett "Aus der Tastatur gefallen", Seite 117 "Wessen Fantasy sind Sie?") und wenig später macht uns der Fantasy-Autor klar, das ja … zum Beispiel seine Landsmännin Agatha Christie auch nur Fantasy geschrieben hat. Fantasy, die wir ebensowenig erkennen wie wir an seine Scheibenwelt glauben, die auf einer Schildkröte durchs All schwebt. Er hat schon etwas Augen öffnendes, wenn man es sich selbst erlaubt, einmal seine Position einzunehmen, mit der er oft auf Alltägliches blickt. Folgen wir ihm, erkennen wir aufgrund der neuen Perspektive auf einmal neue Bilder. So wie jene Bilder, die mal eine junge, schöne Frau zeigen oder das Gesicht einer Hexe. Je nachdem, wie wir unseren Blick einstellen und unser Gehirn polen. Und Pratchett macht das ohne erhobenen Zeigefinger. Schließlich ist er kein Oberlehrer, sondern war gelernter Redakteur. Okay. Kann man diskutieren, welcher Typ der nervigere ist. Wobei ich mich immer auf die Seite des Redakteurs schlüge. Und da ist noch ein Punkt, der ihn sympathisch macht. Wahrscheinlich ist es sogar der Punkt, weswegen er zu einem der bekanntesten SF-Autoren der Szene und von seiner Königin geadelt wurde: Er vergaß nicht, dass er auch einmal jung gewesen war. Erfahrung sammeln musste. Menschen brauchte, die Verständnis für ihn und seine vermeintlich verschrobenen, weil nicht ins Bild der angeblich normalen Welt passenden, Ideen. Für Pratchett Fans ein Muss. Für angehende Autoren und all diejenigen, die irgendwo behaupten: "Ich schreibe schon mein ganzes Leben lang …" eine Pflicht. Für die, die Pratchett nicht kennen - oder vielleicht auch nicht mögen - reines Vergnügen.

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Ein MUSS für alle Fans und Schriftsteller! ♥

Von: Hundertmorgenwald

10.01.2019

In dieser Anthologie findet man so viel Weisheit, dass es einen tief bewegt. Wer Pratchetts Bücher kennt, weiß schon längst, wie intelligent und weise dieser Mann war. Mag es sich auf den ersten Blick nicht sehr spannend anhören, ein Buch voller Reden und Texte, so kann ich Euch sagen: Doch, das ist es! Er erzählt von seiner Jugend, seinem ersten PC. Von seiner Überraschung, dass sich die Scheibenwelt überhaupt verkauft hat. Davon, wie man Schriftsteller wird und ein bessere Buchhändler. Er erzählt, was ihm selbst auf seinen Lesereisen passiert ist. Manches ist schreiend komisch, bei anderem kann man nur den Kopf schütteln. Da schob ihm jemand das Buch zum Signieren unter der Tür durch, während er auf der Toilette war. „Eine Frau versucht mich heimlich zu bestechen, damit ich ihren Sohn in einem meiner nächsten Bücher auftreten lasse. Blöderweise heißt er John (oder Sam oder Tony …. kann mich nicht genau erinnern). Erkläre ihr, dass seine Chancen mit einem Namen wie Donnerbö oder Chalzedon besser stünden.“ Bei manchen erfährt man, welche Inspiration ihm zu welchem Buch verholfen hat. Das fand ich sehr spannend. Wie schlecht sich seine Bücher in Amerika verkauft haben, weil die Verleger dort die Romane in der falschen Reihenfolge raus gaben, unkorrigierte Fassungen, seinen Namen falsch schrieben..... Und egal über was er schreibt, die Texte sind alle wunderbar persönlich. Er erzählt auch, wie wenig angesehen Fantasy im letzten Jahrhundert war. Das war mir gar nicht bewusst. Er schreibt über die Rolle der Frau in Fantasy-Romanen. „Zauberer gehören gerne einem Orden an oder sind zumindest in eine Hirachie eingebunden. […] Frauen gibt es in den dortigen Zauberschulen so gut wie keine, obwohl ja irgendwer die Klos putzen muss. […] Dass traditionell natürlich auch sämtliche Märchenhexen bösartige, hässliche alte Weiber sind, versteht sich schon fast von selbst. Wahrscheinlich sind die Lebkuchenhäuschen schuld – kein Wunder, dass die Hexen stets als zahnlos dargestellt werden, wenn sie in einem 90.000-Kalorien-Haus wohnen. […] Da haben wir sie wieder, die immer gleiche Botschaft: Weibliche Magie ist böse und niederträchtig.“ Er schreibt, warum das Happy End wichtig ist und wie dankbar er seinen Leser*innen ist. Natürlich schreibt er auch über seine Krankheit und über das Anliegen, dass ihm am Ende seines Lebens so wichtig war: Über Sterbehilfe. Die Texte reichen von 1963 bis 2011. Es ist sehr spannend – und traurig, wie Pratchett sich verändert hat. Man spürt, wie die Texte von seinen jungen Jahren, bis zu seinem Höhepunkt immer besser werden. Wie außerordentlich genial sie zu seinen besten Zeiten sind. Und man spürt, wie die Texte sich wieder verändern, als er erkrankt. Ich habe viel gelacht mit dem Buch und manchmal war ich auch traurig. Traurig, dass ich ihn nie kennen lernen durfte und dass er so früh verstorben ist. Es gibt so ein Spruch: Die besten Menschen müssen immer zu früh gehen, weil Gott sie selber bei sich haben will. Terry Pratchett war ganz sicher einer der besten in seinem Metier, aber auch persönlich war er herzlich und bescheiden. Das wird in diesem Buch deutlich. (Einzig das Cover hätte ein bisschen schöner sein können. So viel Weisheit, in so einem unscheinbarem Buch). Fazit: Das Buch ist nicht nur für Fans und Schriftsteller ein Muss! Von diesem Buch kann jeder lernen. Ich wünsche dem Buch von Herzen viele Leser*innen!

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Vita

Terry Pratchett, geboren 1948, schrieb 1983 seinen ersten Scheibenwelt-Roman – ein großer Schritt auf seinem Weg, einer der erfolgreichsten Autoren Großbritanniens und einer der populärsten Fantasy-Autoren der Welt zu werden. Von Pratchetts Romanen wurden weltweit 85 Millionen Exemplare verkauft, seine Werke sind in 40 Sprachen übersetzt. Für seine Verdienste um die englische Literatur verlieh ihm Queen Elizabeth sogar die Ritterwürde. Terry Pratchett starb am 12.3.2015 im Alter von 66 Jahren.

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Pressestimmen

»Die Menschen werden Pratchetts Leben und Vermächtnis immer feiern.«

Guardian

»Weise und lustig ... mein unvermuteter Held.«

A.S. Byatt

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