Befähigungsgerechtigkeit

Ein Grundkonzept konkreter Ethik in fundamentaltheologischer Perspektive

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Was bedeutet Gerechtigkeit heute?

- Eine kritische Überprüfung des Konzeptes der Befähigungsgerechtigkeit an entscheidenden sozialethischen Konfliktfeldern der Gegenwart

Was bedeutet Gerechtigkeit heute? Das sozialethische Konzept der »Befähigungsgerechtigkeit« – von dem Nobelpreisträger Amartya Sen entworfen und von der amerikanischen Philosophin Martha Nussbaum weiterentwickelt – antwortet, indem es bei den grundlegenden Fähigkeiten des Menschen ansetzt, die die Grundlage eines guten Lebens sind: die Fähigkeiten, gesund zu sein, Bindungen einzugehen, sein Leben selbstverantwortet zu planen usw. Aus diesen Fähigkeiten leitet das Konzept sozialethische Postulate ab: Staat und Gesellschaft sollen die Bedingungen gewährleisten, unter denen Menschen solche Fähigkeiten entfalten können.

Aber: Kann dieses Konzept in einer hoch differenzierten sozialen Wirklichkeit konkrete Handlungsperspektiven eröffnen und z.B. Kriterien für eine Priorisierung knapper werdender Ressourcen im Bereich der Gesundheitsversorgung zur Verfügung stellen?

Peter Dabrock erschließt die Prinzipien und Argumentationsweise des Konzepts der Befähigungsgerechtigkeit und prüft seine Reichweite an wichtigen sozialethischen Konfliktfeldern der Gegenwart.

"Wer sich einen leserfreundlichen Überblick oder eine Vertiefung in diese Gerechtigkeitsvorstellung verschaffen will, dem ist dieses Buch sehr zu empfehlen."

neue caritas, Dr. theol. Alexis Fritz (01. Juli 2013)

Mitarbeit von Ruth Denkhaus
Paperback, Broschur, 384 Seiten, 15,0 x 22,7 cm
ISBN: 978-3-579-08110-6
Erschienen am  01. Oktober 2012
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Tiefsinnige Begründungen

Von: Friedhelm Winterfaust aus Düsseldorf

22.01.2013

Der Autor möchte mit dieser Untersuchung, die auf vielen Einzelaufsätzen fußt, "soziale Gerechtigkeit zentral von der Befähigung zur Teilnahmemöglichkeit an sozialer Kommunikation" begreifen. Dabei entfaltet er im Rahmen seines Ansatzes einer konkreten Sozialethik in fundamentaltheologischer Perspektive Fragen der Rechtfertigung von Gerechtigkeit, die Entfaltung des Konzeptes der Befähigungsgerechtigkeit, dessen Bewährung am Beispiel der Gerechtigkeit im Gesundheitswesen und das Verhältnis von Gerechtigkeit und Solidarität. Befähigungsgerechtigkeit wird eng mit Bildung verbunden und zielt auf "größtmögliche Eigenverantwortlichkeit". Dabrock sucht gezielt auch die Auseinandersetzung mit philosophischen, soziologischen, gesundheitswissenschaftlichen und anderen Theorien. Teils in Abgrenzung, teils in Weiterführung der Ideen seiner Hauptgewährsleute — es sind u.a. J.Rawls, N.Luhmann, J.Derrida, M.Sen und M.Nussbaum - entwickelt der Autor ein beachtliches Konzept, das Recht und Pflicht zur sozialen und politischen Partizipation in der jedem Menschen zuzuschreibenden geschöpflichen und versöhnungsbasierten Würde wurzeln läßt. Der in der Caritas Tätige wird kaum Ratschläge wohl aber tiefsinnige Begründungen für sein Tun finden. Dabei gilt es, sich oft mit recht verschachtelten, mit vielen Einschüben und Hinweisen ergänzten Satzstrukturen auseinanderzusetzen. Das erschwert manchmal das Lesen, sie zeigen aber, dass der Autor sich auf seinem Gebiet bestens auskennt. So bleibt die Arbeit für den Leser immer ein Gewinn. Rezension aus "Caritas in NRW". Zeitschrift der Diözesan-Caritasverbände Aachen, Essen, Köln, Münster und Paderborn

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Vita

Peter Dabrock, geb. 1964, Dr. theol., M.A., ist Professor für Systematische Theologie (Ethik) am Fachbereich Evangelische Theologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Ethikrates.

Ruth Denkhaus, geb. 1975, Mag.Theol. ist Wiss. Mitarbeiterin am Lehrstuhl für für Systematische Theologie (Ethik) am Fachbereich Evangelische Theologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Zur AUTORENSEITE

Zitate

"Der Erlanger Theologe Dabrock zeigt die häufig übersehenen Grenzen von Gerechtigkeit auf. Wo gemeinschaftliche Solidarität nötig ist, hilft Gerechtigkeit nicht weiter."

Zeitzeichen, Frank Mathwig (01. Oktober 2013)

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