Das Tor

Roman

Paperback
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Im post-revolutionären Orient bestimmt das Tor über das Schicksal der Menschen

Ein nicht näher benanntes Land im Nahen Osten: Seit der Niederschlagung der Revolution brauchen die Bürger für jede noch so kleine Kleinigkeit in ihrem Leben – sei es die Überweisung zum Arzt oder die Erlaubnis, Brot zu kaufen – die Genehmigung des Staates. Um die zu erhalten, müssen sie sich vor einem riesigen Tor anstellen, das angeblich jeden Tag nur einer gewissen Anzahl an Anträgen stattgibt. In Wirklichkeit aber öffnet sich das Tor niemals, und die Schlange der Menschen, die in der glühenden Hitze warten, wird länger und länger, ihre Verzweiflung immer größer. Und doch will keiner von ihnen die Hoffnung aufgeben, dass das Tor eines Tages aufgehen wird ...

»Das Tor ist eine eindrucksvolle Erzählung über einen Unterdrückungsapparat, in dem Sprache, Gesetze und Wartezeiten so tödlich sind wie Gewehrsalven.«

Marten Hahn, Deutschlandfunk Kultur "Lesart" (22. April 2020)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Arabischen von Larissa Bender
Originaltitel: (The Queue)
Originalverlag: Dar Altanweer
Paperback , Klappenbroschur, 288 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-453-32046-8
Erschienen am  13. April 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Beängstigend und realistisch!

Von: Lines Books

03.09.2020

Auf dieses Buch bin ich durch Zufall aufmerksam geworden. Das Cover fand ich unglaublich toll und auch der Klappentext klang verdammt gut. Ich erhoffte mir eine außergewöhnliche Dystopie. Der Einstieg ins Buch war ehrlich gesagt nicht ganz so leicht, durch die vielen Namen musste ich mir erst einmal einen Überblick verschaffen. Als mir das schließlich gelungen war hatte ich keinerlei Probleme der Handlung zu folgen. Dieses Buch ist definitiv keine Leichte Kost. Es ist ein Buch welches Zeit braucht. Ein Buch welches man nicht nebenher einfach durchlesen kann. Zwar handelt es sich hier um eine Dystopie doch diese ist so unglaublich realistisch. Sie zeigt die Folgen der Unterdrückung, sie zeigt die Folgen eines Regimes. Sie zeigt klar und deutlich auf was mit den betroffenen Menschen geschieht. Tja und dann ist da noch das Tor. Für jede Kleinigkeit brauchen die Bürger eine schriftliche Bestätigung. Doch das Tor öffnet sich einfach nicht. Die Menschenmengen wachsen immens an und es scheint kein Ende in Sicht zu sein. Tagelang harren die Menschen in der brütenden Hitze aus in der Hoffnung das sich das Tor doch noch öffnet. Das ganze nahm mich emotional sehr mit, die verschiedenen Schicksale der Menschen gingen mir sehr nahe. Es war fast zu viel. Ich konnte es kaum ertragen. Es war ein stetes hin und her zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit. Dieses Buch ist eine Dystopie die ich so noch nie gelesen habe. Die ganze Thematik macht das ganze so unglaublich realistisch und beängstigend. Dieses Buch ist keine Dystopie im eigentlichen Sinne, sie ist definitiv anders aber dennoch absolut lesenswert. Das einzige was mir leider nicht allzu gut gefallen hatte war das Ende, denn es hörte einfach auf. Ich hatte aber noch einige Fragen und fand somit dieses Ende nicht ausreichend. Aber dennoch passte das Gesamtpaket einfach. Deshalb kann ich euch dieses Buch nur empfehlen. Ich würde euch aber bitten vorher die Leseprobe zu lesen, denn der Stil der Autorin ist doch etwas gewöhnungsbedürftig und nicht alltäglich. ➡️ Fazit: Mit "Das Tor" gelingt Basma Abdel Aziz eine außergewöhnliche Dystopie die sehr bewegend und emotional ist. Diese Dystopie ist unglaublich realistisch, das ganze ist durchaus vorstellbar und genau das macht sie so beängstigend.

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Bedrückend realistisch

Von: Miyako

23.07.2020

Worum geht es? Nach einer nicht erfolgreichen Revolution ändert sich im Land alles. Alle Bürger brauchen für alles eine Genehmigung des so genannten Tores. Wirklich alles muss genehmigt werden. Im Großen und Ganzen geht es um die Veranschaulichung eines totalitären Staates. Beleuchtet wird dies durch den fiktiven Hauptcharakter Yahya, der bei einem Tumult angeschossen wurde und eine Genehmigung durch das Tor benötigt, um operiert zu werden. Die Kugel frisst sich zusehends durch seinen Körper, während er in der riesigen Schlange vor dem Tor steht, die täglich länger wird. Gerüchte besagen, das Tor öffnet täglich, doch in Wahrheit öffnet es nie. Wie hat mir das Buch gefallen? Es war durchaus etwas komplett anders. Gesellschaftskritisch genauso wie politisch mit einer ordentlichen Portion schwarzem Humor. Eine Irrfahrt, eine Reise, die irgendwie nie enden will. Normalerweise bin ich eine Einführung der Charakter gewöhnt, dass man sich in Personen hinein versetzen kann, dass man sie versteht und mit fühlt, ihre Geschichte voll und ganz durchlebt. Es gibt aber kaum wörtliche Rede in diesem Buch, die Charaktere sind einfach so da und man muss sich selbst viel zusammenreimen. Die Geschichte beginnt abrupt und endet auch so. Zwischenzeitlich einfach sehr sehr schleppend. Dennoch ist die Story sehr wichtig und leider einfach sehr realistisch. Nicht weit weg vom Wahren Leben, was einen manchmal sehr erschüttert. Es könnte eine wahre Gegebenheit sein und das macht sas Buch so einzigartig. Wenn man ein Roman erwartet, indem alles toll ist, findet man es hier nicht. Ich persönlich finde die Idee dahinter erschreckend wie genial. Das Buch ist, das muss man an dieser Stelle sagen, nicht einfach und nicht schön zu lesen. Die abrupten Enden und schnellen Wechsel stören teilweise. Aber das ist damit nicht gemeint. Das Buch hält dem Leser eine Welt vor, die zwar so nicht existiert, aber einige Regierungen und Staaten dieser Welt bewegen sich schnell in eine solche Richtung. Kleinigkeiten halten das ganze Volk in Schacht. Die Regierungen regiert ohne sich selbst zu zeigen und bestimmt absurde Dinge, bewacht jeden Schritt der Bürger. Ein wichtiges Buch, das einen nachdenklich zurücklässt. Da ich etwas anderes erwartet habe und es mir zwischenzeitlich schwer fiel am Ball zu bleiben, könnte ich hier jede Menge Punkte abziehen. Aber aufgrund der Message und der unwahrscheinlichen Wichtigkeit über das Verständnis des Geschriebenen bekommt das Buch von mir 4,5 von 5 Punkten

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Vita

Basma Abdel Aziz wurde 1976 in Kairo, Ägypten, geboren. Sie arbeitet als Künstlerin, Schriftstellerin und Psychiaterin, wobei sie auf die Behandlung von Folteropfern spezialisiert ist. In ihrer Heimat setzt sie sich unermüdlich für den Kampf gegen Unterdrückung und Verletzung der Menschenrechte ein. Für ihr literarisches Schaffen wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet. Die Autorin lebt in Kairo.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Eine aussagekräftige Kritik autoritärer Systeme und ihrer menschenverachtenden Mechanismen.«

Raphael Smarzoch, Deutschlandfunk, Sendung "Büchermarkt" (29. Juli 2020)

»Basma Abdel Aziz entwickelt in ihrem Romanerstling ein bedrückendes Szenario. Eine gültige Darstellung des Lebens unter einer totalitären Willkür-Herrschaft.«

»Abdel Aziz, die auch als Psychiaterin arbeitet, erzählt trocken und mit hintergründigem Humor, wie einem die Absurditäten einer Diktatur jede Luft zum Atmen nehmen.«

Martina Läubli, NZZ am Sonntag (CH) (31. Mai 2020)

»Ein bisschen kafkaesk und klug, ein sehr spannendes, sehr lesenswertes Buch.«

»Spannend und mit viel Gespür für die lokalen Verhältnisse geschrieben, zeigt sich das Buch überraschend zeitlos (...). Ein mutiger und unangepasster Roman.«

Kieler Nachrichten (05. Mai 2020)