Der Spanische Bürgerkrieg

1936-1939

(3)
Paperback
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Zum 80. Jahrestag des Ausbruchs des Spanischen Bürgerkriegs – Juli 2016

Der Spanische Bürgerkrieg wurde zum Trauma für das moderne Spanien und ist in der Gesellschaft bis heute spürbar. Im Kampf der Volksfront, die von großen Teilen der europäischen Intellektuellen ideell und militärisch (in internationalen Brigaden) unterstützt wurde, gegen die Nationalisten unter General Franco, hinter dem das nationalsozialistische Deutschland und das faschistische Italien standen, bekämpften sich die beiden großen Ideologien des Jahrhunderts.

Antony Beevor erzählt die Geschichte des Spanischen Bürgerkriegs und seiner Folgen aus der Perspektive des 21. Jahrhunderts. Meisterhaft entwirrt er die komplexen gesamtpolitischen und die innerspanischen Ursachen des Krieges und zeigt den dramatischen Verlauf bis hin zur katastrophalen Niederlage der Republikaner 1939.

"Ein Standardwerk!"

Tages-Anzeiger

Originaltitel: The Spanish Civil War
Originalverlag: Weidenfeld & Nicholson
Paperback , Klappenbroschur, 656 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
3 s/w-Bildteile a 8 Seiten, 12 Karten
ISBN: 978-3-570-55147-9
Erschienen am  18. Januar 2016
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Der Weg für den 2. Weltkrieg wird geebnet

Von: Manuela Candal

17.06.2019

"Vorsicht Spoiler!" Antony Beevor hat das Buch in Teile und Kapitel unterteilt, welche thematisch aufgeschlüsselt sind. Der Beginn bildet die spanische Monarchie. Nach und nach wird dem Leser der Weg in die Katastrophe nähergebracht. Antony Beevor beginnt bereits mit Königin Isabella de Castilla, welche siegreich in Granada einzog. Königin Isabella hatte die Kreuzzüge unterstützt. Hier begann quasi bereits die Unzufriedenheit des Volkes, welches in Armut lebte. Armee, Kirche und der Adel musste von der armen Bevölkerung unterstützt werden. Dieser Zustand hatte sich auch im Jahr 1936 nicht geändert. Die Lage für die Menschen in Spanien wurde immer schwieriger und auswegloser, bis letztendlich der Putsch aus dem Jahr 1923 zu den Vorboten des Bürgerkrieges wurde. Weitere Konflikte waren unvermeidbar und so mündete das Ganze im Aufstand der Generäle 1936, bei dem Franco das Kommando über die Afrika Armee übernimmt. Im Laufe der Zeit gewinnt Franco mächtige Verbündete wie Mussolini und Adolf Hitler. Adolf Hitler kann im spanischen Bürgerkrieg zum ersten Mal seinen „Blitzkrieg“ einsetzten indem er Franco zur Unterstützung seine Legion Condor entsendet. Dabei wurde Hitlers „Stuka“ zum ersten Mal eingesetzt. Guernica wird dabei dem Erdboden gleich gemacht. Und was mir bis dahin selbst nicht bekannt war ist, dass sogar eine irische Brigade mit 700 Mann an Francos Seite kämpfte. Das Ende kennen wir! Fazit Auch wenn das Buch erschreckende 656 Seiten hat, lesen sie sich doch sehr schnell, da der Schreibstil flüssig und einen in seinen Bann zieht. Der Spanische Bürgerkrieg ist ein dunkles Kapitel der Menschheit, so wie viele, jedoch denke ich persönlich, dass er wahrscheinlich die Grundlage für den 2. Weltkrieg bildete. Nicht zuletzt, weil sich Hitler hier so involviert hat! Das Buch ist gut geschrieben, und wartet auch mit vielen Tatsachen auf, die ich bis dahin noch nicht kannte. Allerdings merkt man schon, dass der Autor einen militärischen Hintergrund hat, da hier viele Aspekte der militärischen Kriegsführung- und -planung erörtert werden.

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Antony Beevor - Der Spanische Bürgerkrieg

Von: Hans Caastorb

04.11.2016

Antony Beevor zeigt mit diesem Sachbuch, dass Krieg im Nachhinein nie einfach zu beurteilen ist, besonders nicht der Spanische Bürgerkrieg. Schon in Bezug auf die Kriegsursache schreibt Beevor in der Einführung, dass es jeden Historiker überfordern würde, hier eine abschließende Antwort zu geben. Das Besondere dieses Buches sind die unglaublich zahlreichen Ereignisse, die Beevor chronologisch herausgearbeitet hat. Auf 655 Seiten dokumentiert der Autor den Spanischen Bürgerkrieg mit akribischer Genauigkeit: Ort für Ort, Persönlichkeit für Persönlichkeit, Mord für Mord, Schlacht für Schlacht. Dabei versucht er die Ereignisse so neutral wie möglich zu schildern und ein Gesamtbild dieses Spaniens zu vermitteln, das sich unter der Diktatur von Miguel Primo de Rivera windet, mit der 2. Republik unter Manuel Azana beinahe auseinander fällt und sich schließlich im Bürgerkrieg wehrlos von internationalen und nationalen Mächten zerfleischen lässt. Antony Beevor untermauert die Vorgänge mit Tagebucheinträgen von Generälen, Zeitungsartikeln, Augenzeugenberichten und Forschungsergebnissen von Kollegen. Dabei vergisst er nicht, in den Anmerkungen die Glaubwürdigkeit der Aussagen nicht zu überschätzen. Im Anhang helfen Aufstellungen der beteiligten politischen Parteien, Gruppierungen und Organisationen beim Leseverständnis. Auch die zehn größten Schlachten sind anschaulich als illustrierte Karten angefügt. Es ist ein Buch, das den Leser beschäftigt, wenn er sich darauf einlässt. In seiner Gesamtheit hinterlässt das Buch ein Gefühl dafür, was in diesem Bürgerkrieg geschehen sein könnte. Letztendlich aber zeigen die vielen historisch belegten Ereignisse, wie undurchschaubar die Hintergründe waren. Besonders im Vorfeld des Bürgerkrieges wiegelten sich die gegnerischen Seiten mit gefälschten Berichten und Hassparolen gegeneinander auf. Dort wurde eine katholische Kirche angezündet. Als Vergeltung brachte die Gegenseite willkürlich Unschuldige um. Unzählige Aufstände, Streiks, Morde und Putschversuche bereiteten den fruchtbaren Boden für die bevorstehende Katastrophe. Gil Robles erklärte 1936 im Parlament, dass seit dem 16. Februar 170 Kirchen niedergebrannt, 269 Morde verübt und 1287 Personen verletzt worden sind. Insgesamt sei es zu 133 landesweiten und 216 lokalen Streiks gekommen. Sehr interessant ist der internationale Aspekt, der bei diesem Bürgerkrieg eine große Rolle gespielt hat. Spanien wurde für das Schlachtfeld gehalten, auf dem über die Zukunft Europas entschieden würde. Es war ein Kampf zwischen Faschismus und Kommunismus. Der Vatikan bangte um seinen Einfluss. Aus England, Frankreich und Portugal kamen Freiwillige, die sich für die Republik engagierten wollten. Schriftsteller wie Ernest Hemingway, George Orwell, Andre Maltraux oder der deutsche Kommunist Gustav Regler waren als Kriegsreporter vor Ort oder kämpften mit. Hitler und Mussolini testeten in den Schlachten ihre Waffen. Für die Nationalsozialisten kam in der Schlacht von Belichte die berüchtigte "Stuka" das erste Mal zum Einsatz. Auch der "Blitzkrieg" bekam dort seinen Namen. Das "Flächenbombardement" wurde erstmals in Madrid und Guernica erfolgreich getestet. Jagdflieger gingen im Luftkrieg von der V-Formation zum Kampf in Doppelpaaren über. Die erste Luftbrücke von Marokko nach Südspanien wurde mit deutschen JU 52 und Hinkel 51 durchgeführt. Die 12.000 Mann der rein deutschen Legion Condor unterstützte die Putschisten bei den wichtigsten Schlachten. Für Hitler war Spanien militärisch das perfekte Testgelände, politisch die Bestätigung für seinen weiteren Weg in den Zweiten Weltkrieg: Amerika, Großbritannien und Frankreich übten sich in Nichteinmischung. General Franco war noch nicht lange tot, da begann Antony Beevor schon an dem ersten Prototypen dieses Buches zu arbeiten. 1982 erschien der Titel unter dem Namen "The Spanish Civil War". In den folgenden Jahrzehnten öffnete Russland viele seiner bisher geheimen Aktenbestände. Neues Material aus deutschen Archiven konnte mit der Zeit eingesehen werden. Weiters kamen von akribisch betriebener Forschung zu diesem Bürgerkrieg viele neue Details ans Tageslicht, teilweise Augenzeugenberichte oder Tagebuchaufzeichnungen von Beteiligten. Antony Beevor schrieb dieses Buch 2006 komplett neu. 2016 veröffentlichte der Pantheon Verlag diese Ausgabe, die wir jetzt in Händen halten. Bezeichnend für dieses Buch ist der letzte Satz: "Doch Geschichte muss, weil sie niemals fein und säuberlich aufgeräumt ist, stets mit Fragen enden. Schlussfolgerungen sind viel zu bequem." Für mich war dieses Sachbuch eine ungeheure Bereicherung. Es animierte mich, die Bücher von Hemingway, Orwell und Regler zu lesen. Ich konnte für mich einen Teil europäischer Geschichte aufarbeiten, von dem ich vorher nur wage Vorstellungen gehabt hatte. Es könnte sogar sein, dass ich dieses Buch ein zweites Mal lese - einfach aus Interesse an dem Thema.

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Vita

Antony Beevor, Jahrgang 1946, ist einer der renommiertesten Zeithistoriker der Gegenwart, dessen Bücher in zahlreiche Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet wurden, unter anderem mit dem Wolfson History Prize, dem Samuel-Johnson-Preis und dem Pritzker Literature Award. Für seine Verdienste wurde er 2017 zum Sir geadelt. Bei Pantheon erschienen von ihm zuletzt »Stalingrad« (2010), »D-Day« (2011), »Berlin 1945 – Das Ende« (2012), »Der spanische Bürgerkrieg« (2016) und »Die Ardennen-Offensive 1944« (2018).

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Pressestimmen

"Antony Beevor versteht es meisterhaft, die ganze politische Verwicklung des Spanischen Bürgerkriegs auszubreiten. "

ORF

"Akribisch genau und doch ungemein spannend."

Weltwoche

"Beevors Buch läßt kaum Fragen offen und bewegt sich auf der Höhe der Forschung."

Berliner Zeitung

"Das umfangreiche Werk des britischen Historikers Antony Beevor erzählt die Geschichte des Bürgerkriegs in allen Details und auf neuestem Forschungsstand."

taz

"Der britische Historiker Antony Beevor wirft jetzt einen sachlichen Blick von außen auf die Kämpfe - und demontiert die Heldenmythen beider Kriegsparteien."

Die Hannoversche Allgemeine Zeitung

»Das vielleicht eindringlichste Bild zeichnet der britische Ex-Militär Antony Beevor. ... Detaillierte Darstellung in Form einer großen historischen Erzählung.«

Buchjournal

"Antony Beevor schafft Übersicht über ein historisches Ereignis, das Europa von Grund auf langfristig veränderte."

Salzburger Nachrichten

»Der unbefangene Leser im 21. Jahrhundert bleibt sprachlos.«

Buchkultur

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