Die Siliziuminsel

Roman

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Auf der Siliziuminsel im Südwesten Chinas wird der Elektronikschrott der ganzen Welt recycelt. Inmitten von giftigen Dämpfen und verseuchter Hardware suchen die Müllmenschen nach Verwertbarem. Als eines Tages eine amerikanische Firma die Siliziuminsel modernisieren will, wird das labile Gleichgewicht zwischen den chinesischen Behörden, mächtigen Mafiaclans und internationaler Machtpolitik gestört. Arme und Reiche, Chinesen und Ausländer finden sich in einem Krieg um die letzte Ressource der nahen Zukunft wieder – den Menschen.

»Ein furioser chinesischer Roman.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung (19. September 2019)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Chinesischen von Marc Hermann
Originaltitel: 荒潮 (Huang chao)
Paperback , Klappenbroschur, 480 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-453-31922-6
Erschienen am  09. September 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Dystopie trifft auf Konsumkritik.

Von: Burgherr

13.11.2019

Ich scheine mich auf Bücher aus dem asiatischen Raum ein wenig eingeschossen zu haben. Bei diesen muss ich mir keine Gedanken machen, ob ich sie in der Sprache des Autors lesen möchte. "Die Siliziuminsel" ist das Romandebüt des chinesischen Autors Qiufan Chen. Als ehemaliger Mitarbeiter von Baidu und Google kennt er sich mit "moderner" Technik aus. Diesen Wissen ließ er ebenso in die Geschichte einfließen wie eine düstere aber leider wohl realistische Vision unserer Zukunft. Auf der Siliziuminsel wird Elektroschrott in großem Umfang abgeladen und mehr oder weniger gut für eine weitere Nutzung vorbereitet. Diesen Job übernehmen die unter ärmlichen Bedingungen hausenden Müllmenschen. Doch so schlecht deren Leben ist, andere ziehen aus der Situation ihren Gewinn. Von diesem Leben einige Clans recht gut. Dieses Konstrukt wird gefährdet, als eine amerikanische Firma Anstrengungen unternimmt, durch Anlagen die Recyclingprozesse zu modernisieren. Entsprechend schwer wird es dem Repräsentanten Scott Bradle gemacht. Vor dieser kühlen Kulisse liegt es an dem Mädchen Mimi, für die menschlichen Momente zu sorgen. Sie wird zum Spielball der Interessen und Zuneigung und auch zum Schlüssel der Geschichte. Die "Mensch-Maschine"-Symbiosen und die düster realistischen Schilderungen der Zustände machten das Buch für mich lesenswert. Richtig flüssig gestaltete sich dieser Vorgang zwar nicht, aber vielleicht liegt das an dem kulturellen Gap zwischen dem Autor und mir.

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Die Folgen des Massenkonsums im Roman des Chinesen Quifan Chen

Von: mr.buenos_diers

20.10.2019

Basierend auf Tatsachen, die der Autor eigens gesehen hat, schuf er mit "Die Siliziumsinsel" ein Gedanken anregendes Werk rund um unser Konsumverhalten und den damit anfallenden unglaublichen Müllmengen. In naher Zukunft angesiedelt strotzt dieses Buch vor digitalen Visionen, sowie düsteren Perspektiven auf die Umwelt und unser Verhalten mit dem Massenkonsum. Neben diesen erschreckenden Ansichten und futuristischen Innovationen zeugt das Werk auch von einer gelungenen Sprache und interessanten Einblicken in die Welt derjenigen, die schon heute von dem Müll der konsumierenden Staaten leben. Wie deren politische Veränderung zukünftig aussehen wird, ist leider nirgends erwähnt, was schade hinsichtlich des sehr informierten Autors ist. Die Sprache ist überzeugend, manche der technischen zukünftigen Entwicklungen naheliegend. Allerdings sind manche Passagen auch äußerst brutal, nahezu ins Abartige ausufernd geschrieben. Neben sich anreihenden Vergleichen, die sich durch das gesamte Buch hinziehen, lässt dies die wirklich potentielle, mit etwas mehr Weitsicht wünschenswerte Geschichte immer wieder ins Holpern geraten - zumindest im Lesefluss. Der Einblick in die bereits heutzutage herrschende Welt des Mülls lässt sich anhand dieses Buches aber durchaus kennenlernen - wenn die technischen Spielereien ausgeklammert werden.

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Vita

Qiufan Chen stammt aus Shantou in der chinesischen Provinz Guangdong. Er hat bereits über dreißig Kurzgeschichten auf Chinesisch und auf Englisch veröffentlicht. Sein Debütroman »Die Siliziuminsel« erschien 2013 auf Chinesisch und wurde von Ken Liu, dem Übersetzer Cixin Lius, ins Englische übertragen. Qiufan Chen wurde mit dem Taiwan Dragon Fantasy Award, dem Galaxy Award sowie dem chinesischen Nebula Award ausgezeichnet. Er lebt in Beijing.

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