Die Toten vom Djatlow-Pass

Eines der letzten Geheimnisse des Kalten Krieges

(6)
Paperback
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Im Februar 1959 werden an einem eisigen Gebirgspass im Ural die Leichen von neun jungen Wanderern gefunden – barfuß, radioaktiv verstrahlt und mit rätselhaften Verletzungen. „Tod durch Erfrieren“ ist die offizielle Version. Doch woher rühren die gebrochenen Rippen, die eingeschlagenen Schädel, warum liegen die Toten wie nach einer Flucht weit von ihrem Lager entfernt? Auch heute noch sorgt der Tod der Gruppe für Spekulationen: War es Raubmord? Eine Lawine? Ein misslungener Raketentest? Oder gar der Yeti? Alexej Rakitin rollt nach Einsicht in die bislang streng geheimen Akten den Fall neu auf. Und gelangt dabei auf eine ganz eigene Spur, die mitten hineinführt in das Schattenreich der Spionage im Kalten Krieg.


DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Russischen von Kerstin Monschein
Originaltitel: Pereval Dyatlova (Перевал Дятлова)
Originalverlag: Кабинетный ученый
Paperback , Klappenbroschur, 672 Seiten, 13,5 x 20,6 cm, 155 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-442-71604-3
Erschienen am  10. September 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Faszinierende Einblicke in eine immer noch ungeklärte Tragödie

Von: Laura D.

13.03.2019

„Ende der 50er verschwindet eine Gruppe junger Wanderer auf einer Tour durch die verschneite Landschaft rund um den Berg Kholat Syakhl spurlos. Erst Wochen späten werden ihre Leichen gefunden. Trotz umfangreicher Ermittlungen ist das Geheimnis um den heute sogenannten Djatlow-Pass noch immer nicht vollständig gelöst.“ Zum ersten hatte ich von der Djatlov Tragödie in einem Podcast erfahren. Zugegeben, da konnten natürlich nicht alle Fakten bearbeitet und erwähnt werden, und es wurde natürlich eher in eine Geschichte verpackt, als nur die Fakten an sich darzustellen. Vielleicht hat mich die Geschichte auch deswegen fasziniert. So was es also kein Wunder, dass ich mir „Die Toten Vom Djatlow-Pass“ unbedingt holen musste. Ich muss gestehen, dass es mir schwerviel in das Buch hineinzukommen. Was allerdings nicht am Buch selber lag, denn der Autor hat mit seinen Recherchen ganze Arbeit geleistet, aber ich bin Jemand, der eher selten Sachbücher liest und so musste ich mich erst an die unzähligen Fakten, die auf einen einprasseln, gewöhnen. Das Buch enthält sämtliche Details aller Autopsie Berichte und Ermittlungen und oft musste ich diese Fakten zweimal lesen um sie zu verstehen. Gebessert hat es sich allerdings, als es schließlich um die verschiedenen Theorien zum Unglückshergang drehte, die vom Autor alle samt wiederlegt wurden, bevor er schließlich seine eigene, nicht uninteressante, Theorie zu dem Mysterium um Igor Djatlow und seine Gruppe an Wanderern aufstellte. ( Wenn ich allerdings noch einmal den Satz „Darauf kommen wir noch zurück“ in jeglicher Form lese werfe ich irgendwas aus dem Fenster! ) Alles in allem kann ich Fans von True Crime dieses Buch nur wärmstens ans Herz legen, da es sich in aller Sorgfalt mit einer Tragödie befasst, über die zwar viele Theorien aufgestellt wurden, von denen aber, selbst mit der Gründlichkeit des Autors, wirklich bewiesen wurde.

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Enzyklopädie einer Tragödie

Von: Patno

10.03.2019

Als ich kürzlich einen Bericht über die Toten vom Djatlow-Pass las, war meine Neugier geweckt. Ich wollte einem der letzten Geheimnisse des Kalten Krieges auf den Grund gehen und nach kurzer Internetrecherche habe ich das Sachbuch von Alexej Rakitin entdeckt, welches im Oktober 2018 beim btb Verlag erschienen ist. „Am 23. Januar 1959 brach aus Swerdlowsk eine Gruppe von zehn Wanderern auf. Sie wollten eine Skitour des dritten Schwierigkeitsgrads (damals der höchste) durch die Wälder und Berge des nördlichen Urals unternehmen. (Auszug aus „Die Töten vom Djatlow-Pass) Leider kamen die Wanderer nicht am Ziel an. Im Februar 1959 wurden schließlich die Leichen von neun jungen Wanderern an einem Gebirgspass gefunden. Sie wiesen zahlreiche kuriose Verletzungen auf. Merkwürdigerweise trugen die Wanderer keine Stiefel und waren radioaktiv verseucht. Bis heute sorgt der Tod der Wandergruppe für Spekulationen. In vielen wilden Theorien versuchte man die rätselhaften Ereignisse zu rekapitulieren. Alexej Rakitin trägt in seinem Buch alle Fakten akribisch zusammen, analysiert sie bis ins kleinste Detail und schlussfolgert daraus, was damals seiner Meinung nach wirklich passiert ist. Selbstverständlich begründet er seine Thesen umfangreich. Rakitin untersucht z.B. jede einzelne Verletzung der Wanderer genauestens, durchleuchtet alle Lebensläufe, zeigt Defizite bei den Ermittlungen auf, bezieht mögliche Geheimdienstaktivitäten ein, erzählt vom Abbau der Uranvorkommen und liefert Einblicke in die Herstellung von Atomwaffen. Im Buch befinden sich zahlreiche Fotografien und Dokumente, die zum besseren Verständnis beitragen. Aufgrund der Brisanz seiner Recherchen schreibt der Buchautor unter einem Pseudonym. Verlagsseitig wird damit geworben, dass sich dieses Buch wie ein „Politthriller aus den Wirren des Kalten Krieges“ liest. Diesem kann ich nur bedingt folgen. Für mich liest es sich wie ein 670 Seiten umfassender Forschungsbericht mit teilweise hoch wissenschaftlichen Erläuterungen. Manche Stellen musste ich zweimal lesen, um sie zu verstehen. Doch ich fand die Thematik so interessant, dass ich mich Seite für Seite durchgearbeitet habe. Ich musste mich sehr konzentrieren, um die Flut an Informationen aufzunehmen. Vermutlich gibt es keine aussagekräftigere Dokumentation über diese Thematik. Alexej Rakitin ist es gelungen, eine beeindruckende Enzyklopädie über „Die Toten vom Djatlow-Pass“ zu erstellen. Wer lesetechnisch eine Herausforderung sucht, wird hier sicher fündig.

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Vita

Alexej Rakitin

Alexej Rakitin muss aufgrund der Brisanz seiner Recherchen seine Identität schützen. Er schreibt unter Pseudonym, zeigt keine Fotos von sich und tritt öffentlich nicht in Erscheinung.

Zur AUTORENSEITE

Kerstin Monschein

Kerstin Monschein, geboren 1979 in Eisenstadt, Übersetzerstudium (Deutsch, Englisch, Russisch) in Graz und St. Petersburg. Übersetzungen von Marina Stepnowa, Andrej Kurkow u. a.

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