Die Toten vom Djatlow-Pass

Eines der letzten Geheimnisse des Kalten Krieges

(5)
Paperback
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Im Februar 1959 werden an einem eisigen Gebirgspass im Ural die Leichen von neun jungen Wanderern gefunden – barfuß, radioaktiv verstrahlt und mit rätselhaften Verletzungen. „Tod durch Erfrieren“ ist die offizielle Version. Doch woher rühren die gebrochenen Rippen, die eingeschlagenen Schädel, warum liegen die Toten wie nach einer Flucht weit von ihrem Lager entfernt? Auch heute noch sorgt der Tod der Gruppe für Spekulationen: War es Raubmord? Eine Lawine? Ein misslungener Raketentest? Oder gar der Yeti? Alexej Rakitin rollt nach Einsicht in die bislang streng geheimen Akten den Fall neu auf. Und gelangt dabei auf eine ganz eigene Spur, die mitten hineinführt in das Schattenreich der Spionage im Kalten Krieg.


DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Russischen von Kerstin Monschein
Originaltitel: Pereval Dyatlova (Перевал Дятлова)
Originalverlag: Кабинетный ученый
Paperback , Klappenbroschur, 672 Seiten, 13,5 x 20,6 cm, 155 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-442-71604-3
Erschienen am  10. September 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Enzyklopädie einer Tragödie

Von: Patno

10.03.2019

Als ich kürzlich einen Bericht über die Toten vom Djatlow-Pass las, war meine Neugier geweckt. Ich wollte einem der letzten Geheimnisse des Kalten Krieges auf den Grund gehen und nach kurzer Internetrecherche habe ich das Sachbuch von Alexej Rakitin entdeckt, welches im Oktober 2018 beim btb Verlag erschienen ist. „Am 23. Januar 1959 brach aus Swerdlowsk eine Gruppe von zehn Wanderern auf. Sie wollten eine Skitour des dritten Schwierigkeitsgrads (damals der höchste) durch die Wälder und Berge des nördlichen Urals unternehmen. (Auszug aus „Die Töten vom Djatlow-Pass) Leider kamen die Wanderer nicht am Ziel an. Im Februar 1959 wurden schließlich die Leichen von neun jungen Wanderern an einem Gebirgspass gefunden. Sie wiesen zahlreiche kuriose Verletzungen auf. Merkwürdigerweise trugen die Wanderer keine Stiefel und waren radioaktiv verseucht. Bis heute sorgt der Tod der Wandergruppe für Spekulationen. In vielen wilden Theorien versuchte man die rätselhaften Ereignisse zu rekapitulieren. Alexej Rakitin trägt in seinem Buch alle Fakten akribisch zusammen, analysiert sie bis ins kleinste Detail und schlussfolgert daraus, was damals seiner Meinung nach wirklich passiert ist. Selbstverständlich begründet er seine Thesen umfangreich. Rakitin untersucht z.B. jede einzelne Verletzung der Wanderer genauestens, durchleuchtet alle Lebensläufe, zeigt Defizite bei den Ermittlungen auf, bezieht mögliche Geheimdienstaktivitäten ein, erzählt vom Abbau der Uranvorkommen und liefert Einblicke in die Herstellung von Atomwaffen. Im Buch befinden sich zahlreiche Fotografien und Dokumente, die zum besseren Verständnis beitragen. Aufgrund der Brisanz seiner Recherchen schreibt der Buchautor unter einem Pseudonym. Verlagsseitig wird damit geworben, dass sich dieses Buch wie ein „Politthriller aus den Wirren des Kalten Krieges“ liest. Diesem kann ich nur bedingt folgen. Für mich liest es sich wie ein 670 Seiten umfassender Forschungsbericht mit teilweise hoch wissenschaftlichen Erläuterungen. Manche Stellen musste ich zweimal lesen, um sie zu verstehen. Doch ich fand die Thematik so interessant, dass ich mich Seite für Seite durchgearbeitet habe. Ich musste mich sehr konzentrieren, um die Flut an Informationen aufzunehmen. Vermutlich gibt es keine aussagekräftigere Dokumentation über diese Thematik. Alexej Rakitin ist es gelungen, eine beeindruckende Enzyklopädie über „Die Toten vom Djatlow-Pass“ zu erstellen. Wer lesetechnisch eine Herausforderung sucht, wird hier sicher fündig.

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Was geschah 1959? „Die Toten vom Djatlow-Pass“ von Aleksej Rakitin

Von: Read Ost

03.01.2019

Es ist eines der letzten Geheimnisse des Kalten Krieges: 1959 werden die Leichen von neun Wanderern im Ural gefunden. Die fehlerhaften Ermittlungen führen zu einer Lösung: Tod durch Erfrieren. Doch Vieles spricht dagegen. In „Die Toten vom Djatlow-Pass“ (btb) beschreibt Aleksej Rakitin (Pseudonym) minutiös die Brisanz des Falles, der selbst 70 Jahre später noch viele Fragen aufwirft, und präsentiert eine neue Theorie, die erstmals alle Fundstücke und Fakten logisch zusammenführt. Es ist ein wahrer Krimi, den Rakitin in seinem fast 700 Seiten starken Buch präsentiert. Mit großer Sorgfalt rekonstruiert er die Ereignisse rund um den Februar 1959 und beleuchtet dabei die vielen unklaren Fakten, die bis heute vorliegen. Wieso wurden der Fundort und die Fundstücke so schlampig eingeordnet und festgehalten? Wieso wurde ein radiologischer Bericht eingefordert? Warum wiesen alle in der Gruppe so viele Verletzungen auf, die nicht nur durch das Erfrieren des Körpers hervorgerufen werden? Warum wurden die Toten auf zwei verschiedenen Friedhöfen bestattet? Rakitin wagt einen weiten Blick in die Machenschaften der Sowjetunion und widerlegt erst Stück für Stück andere Thesen, um dann zu seinem Ergebnis zu kommen, das hier der Spannung wegen nicht weiter erläutert werden soll. Es sei nur so viel gesagt: „Die Toten vom Djatlow-Pass“ lässt einen nicht enttäuscht zurück. Hin und wieder hätte sich der Autor zwar die Spitzen auf die „Laienforscher“ sparen können, doch das gleicht er durch die vielen detaillierten Kapitel zu den Umständen rund um den tragischen Tod der Gruppe aus. Wie ein Meisterdetektiv findet Rakitin zwischen den einzelnen Spuren die Zusammenhänge und fügt diese auf sinnvolle Weise zusammen. Er rekonstruiert in seinem Bericht so nicht nur den letzten Abend, sondern lenkt den Blick auf die politischen und gesellschaftlichen Strukturen der damaligen Zeit. „Die Toten vom Djatlow-Pass“ ist ein spannendes erzählendes Sachbuch, das einen so schnell nicht mehr loslässt.

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Vita

Alexej Rakitin

Alexej Rakitin muss aufgrund der Brisanz seiner Recherchen seine Identität schützen. Er schreibt unter Pseudonym, zeigt keine Fotos von sich und tritt öffentlich nicht in Erscheinung.

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Kerstin Monschein

Kerstin Monschein, geboren 1979 in Eisenstadt, Übersetzerstudium (Deutsch, Englisch, Russisch) in Graz und St. Petersburg. Übersetzungen von Marina Stepnowa, Andrej Kurkow u. a.

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