Dietrich Bonhoeffer

Der verklärte Fremde. Eine Biografie

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Sonderausgabe zum 75. Todestag

Dietrich Bonhoeffer, das ist der große, anständige Theologe im Widerstand gegen Hitler, einer der Heiligen des 20. Jahrhunderts! 75 Jahre nach seinem Tod scheint seine Geschichte erzählt, sein Leben begriffen zu sein. Aber: Stimmt das auch? Charles Marsh blickt hinter die Verklärung Bonhoeffers und bringt in seiner kritischen Biografie dessen Fremdheit neu zur Geltung. Ein intimes und überraschendes Porträt von einem verletzlichen und witzigen, erfolgsverwöhnten und zweifelnden, entschlossenen und doch immer wieder zaudernden Mann auf dem Weg zu sich selbst. Fesselnd und unterhaltsam erzählt.

  • Die erfolgreiche Biografie endlich als Sonderausgabe

  • Der etwas andere Blick auf den Menschen Bonhoeffer

  • Überraschend, fesselnd und unterhaltsam erzählt

»Unter den Publikationen zum Jahrestag ragt die Biografie von Charles Marsh hervor,[…] Marshs Buch ist eine detailreiche und anschauliche Lebensbeschreibung des hochbegabten Großbürgersprösslings und Dandys, der Schritt um Schritt zu einem der Köpfe der ‚Bekennenden Kirche‘ und dann auch zum Unterstützer des politischen Widerstands wird.«

Süddeutsche Zeitung (24. März 2015)

Übersetzt von Karin Schreiber
Paperback , Broschur, 592 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-579-06615-8
Erscheint am 23. März 2020

Leserstimmen

Er starb als Sieger.

Von: Jules Barrois

29.05.2015

Gibt es überhaupt etwas Neues zu erzählen über Dietrich Bonhoeffer, nach der opulenten Biographie seines Freundes Eberhard Bethge von 1967?? Ja! Eine gute Biografie, die Sie ergreifen und fordern wird. Sie werden Dinge über sich selbst erfahren und auch darüber, was Sie gerne sein möchten. Charles Marsh schreibt mehr als das Offensichtliche. Er geht in die Tiefe Wir lernen nicht nur in 14 chronologischen Kapiteln das Leben, die Entwicklungsabschnitte von Dietrich Bonhoeffer kennen. Bonhoeffer, verwöhntes Kind, faul für körperliche Arbeit, ein Liebhaber ausgedehnter Reisen, ein Mann mit Temperament, seine akademischen Beschäftigungen werden zusammen verwoben in einer mächtigen Prosa, die uns zeigt, wie ein Mensch das wird, was er wird. Hier erleben wir einen Bonhoeffer, einen Menschen, einen Mann, dessen Liebe zur Natur und einem feinen Smoking nicht im Widerspruch zu seinen Überzeugungen, die auf Kant, Hegel, Barth und anderen fußen, steht. Sie bekommen ein vollständiges, facettenreiches Bild, dieses charismatischen Pfarrers, brillanten Theologen, engagierten Ökumeniker, Dissidenten und Anti-Nazi-Verschwörer, dessen Tod im Alter von neununddreißig ein Leben beendete, das viel versprochen hätte. Für meinen Begriff die einzige Schwachstelle: zahlreich Spekulationen über die Art Bonhoeffers Beziehung zu Eberhard Bethge, sein Freund und im Prinzip Empfänger seiner theologischen Briefe aus dem Gefängnis. Charles Marsh zeigt eines ganz deutlich: der "echte" Bonhoeffer war wesentlich komplexer als viele frühere Biographien es erkennen lassen. Er zeigt die theologischen und ethischen Spannungen von Dietrich Bonhoeffer und hilft uns, seine christliche Berufung besser zu verstehen. Das Leben von Bonhoeffer ist tiefgründig. Er war brillant, er war leidenschaftlich, er war treu, er hatte überzeugt. Aber wem viel gegeben ist, von dem wird auch viel gefordert. Charles Marsh stellt Dietrich Bonhoeffer anhand seiner im Nachlass lagernden Tagebücher, Fotos und Unterlagen als Suchenden und Zweifelnden dar. So entsteht eine detailreiche, lebendige Lebensbeschreibung Dies ist eine hervorragende Arbeit. Nicht nur vom Inhalt her, sondern auch vom Schreibstil. Charles Marsh hat eine solch erzählende Qualität, dass es ein Vergnügen ist, dieses Buch zu lesen. Die Erzählung bewegt sich in einem rasanten Tempo und ist immer überzeugend. Sie liest sich fast wie ein Roman. Für alle, die wirklich echte Biographien bevorzugen, Biographien, die ungefiltert das Leben eines Menschen mit menschlichen Schwächen und Sehnsüchten darstellen.

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Autsch

Von: G. Hanser aus Berlin

13.04.2015

Das wird dem einen oder anderen aber gar nicht gefallen. Bonhoeffer als "möglicherweise schwul" zu bezeichnen, ist schon ein starkes Stück für alles, was wir bisher an Glorifizierung angenommen haben. Aber für alle, denen jetzt erschreckt die Haare zu Berge stehen: Marsh hat das was er hier schreibt, nie als neues Dogma hingestellt, sondern als eine neue Sichtweise, die uns heute klarer und denkbarer erscheint als noch vor einigen Jahren. Auch, schreibt Marsh, dass die Beziehung zwischen Bethge und Bonhoeffer nie über eine Männerfreundschaft hinaus gegangen sei, was dann ja viele Leserinnen und Leser hoffentlich wieder mit dem Gedanken versöhnt, dass Bonhoeffer nicht nur der strahlende Held gewesen ist ... und das die große Liebe zu der viel jüngeren Maria von Wedemeyer vielleicht nur der Ersatz für etwas nicht Erreichbares war oder ggf. nur aus Pflichtgefühl oder Konsequenz entstand ... Mein Fazit: Ich habe es gerne gelesen und fand die neuen Ansätze spannend und nachvollziehbar ...

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Vita

Charles Marsh ist Professor für Theologie an der Universität von Virginia in Charlottesville/USA und Leiter des Projekts „Lived Theology“, das sich um einen fruchtbaren Austausch zwischen theologischem Denken und lebendiger religiöser Erfahrung bemüht. Er ist Autor zahlreicher Bücher. Sein Werk „Gottes langer Sommer: Geschichten vom Glauben und dem Kampf um Bürgerrechte“ wurde 1998 mit dem Grawemeyer Award in Religion ausgezeichnet. Über Charles Marsh‘ Buch „Reclaiming Bonhoeffer“ schrieb Eberhard Bethge: „Dieses Buch ist eine Sensation. Niemand, der Bonhoeffers Erbe für die Gegenwart bestimmen will, kann es ignorieren.“ 2009 erhielt Marsh ein Guggenheim Fellowship, 2012 war er Fellow an der American Academy in Berlin.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Denn Marsh gelingt es, eine der methodisch sehr schwer zu bewältigenden Forderungen der modernen Widerstandsforschung einzulösen.«

FAZ (05. Mai 2015)

»Dietrich Bonhoeffer nicht als Heiliger, sondern als Mensch - mal komisch, mal eindrucksvoll aufgeschlossen, aber immer interessant. Ein faszinierendes Buch!"«

chrismon (01. Mai 2015)