Feinde

Thriller

Paperback
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Für den türkischstämmigen Polizisten Can und das Ermittlungs-Team um seine Vorgesetzte Simone fängt alles mit einem Doppelmord im Roma-Milieu in einer deutschen Großstadt an. Doch dieses Verbrechen zieht schnell weite Kreise: Korruption, Menschenhandel und das Schicksal derjenigen, die von der Gesellschaft nichts mehr zu erwarten haben, sind der Schmelztiegel, in dem sich dieser fesselnde, emotionale und realistische Roman um das Leben und Überleben in unserer heutigen Zeit entfaltet. Der Polizist Can tut alles, um die Wahrheit zu finden und gleichzeitig seine Menschlichkeit nicht zu vergessen. Sein Kampf gegen die eigene Fehlbarkeit ist zugleich eine kraftvolle Suche nach Erlösung und Liebe.

»So sind die Krimis, die unter die Haut gehen.«

Die Zeit/Tobias Gohlis (18. Oktober 2018)

ORIGINALAUSGABE
Paperback , Klappenbroschur, 352 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-453-43889-7
Erschienen am  10. September 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.
Debüt-Krimipreis für Susanne Saygin

Leserstimmen

Grob

Von: Jan

05.09.2019

Ein recht ungeschliffener Thriller. Grobe, fast vulgäre Sprache hilft nicht Spannung zu erzeugen und so dümpelt die Story roh erzählt aber leider immer langweilig vor sich hin. Viele Charaktere werden schlicht fallen gelassen und verschwinden spurlos aus der Handlung, so dass die Frage „und was ist eigentlich mit...?“ unbefriedigender Weise viel zu oft nicht beantwortet wird. Die einzige Konstante ist der Protagonist, der - je länger das Buch voran schreitet - ständig erschöpft einschläft. Im letzten Drittel passiert das alle 2-3 Seiten. (Mir ging es ähnlich.) Die schweigsame WG Mitbewohnerin (eine der wenigen Figuren, die nicht plötzlich aus der Handlung fällt) entpuppt sich recht unerklärt und plötzlich zu einem Mastermind mit internationalen Beziehungen und einer Vorgeschichte, die zu erzählen vielleicht interessanter gewesen wäre. Was sich anfangs noch vielversprechend anlässt wird im Verlauf immer ärgerlicher und enttäuschender.

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Abfall der Gesellschaft: Feinde – Susanne Saygin

Von: DunklesSchaf

23.05.2019

Zwei Roma werden tot und in eindeutiger Pose auf einem Schrottplatz gefunden. Can Arat und seine Chefin Simone bekommen den Fall zugeteilt. Die beiden Roma waren Schrottsammler, keine Stricher, aber die anderen Schrottsammler sagen kein Wort. Can und Simone klappern in tagelanger Kleinstarbeit bekannte Adressen ab, doch die Gemeinschaft der Sinti und Roma schweigt. Dann werden zwei weitere tote Roma gefunden, gleiche Pose, in einem Müllcontainer. Doch die Ermittlungen schwachen ab, ein Anschlag, bei dem ein kleines Mädchen getötet wurde, zieht alle polizeilichen Ressourcen auf sich. Dann meldet sich doch ein junger Roma, der Anhaltspunkte liefert. Diese führen in die Baubranche, zu bekannten Namen, Männern die scheinbar eine weiße Weste haben. Derweil Simone sich von den Oberen zurückpfeifen lässt, ermittelt Can – suspendiert – weiter und kommt dabei nicht nur den Machenschaften der Bauherren auf die Spur, sondern auch ungeklärten Ereignissen in seiner eigenen Vergangenheit. Can Arat ist erst spät in den Polizeidienst eingetreten, ist davor ein wenig gestromert, war mal hier, mal da, gehörte zu einem Kreis um Künstler und Bohemians. Er hat kaum Bindungen, seine Mutter ist tot, sein Vater neu verheiratet in der Türkei, in einer Wohngemeinschaft lebt er mit Isa, eine, die aus dem Kreis der Bohemians übrig ist. Der neue Fall scheint erst nur ein Fall wie jeder andere zu sein, doch schon bald verbindet er sich mit Cans Vergangenheit, als er gleichzeitig beginnt, in der Akte von Marie zu schnüffeln, seiner früheren Liebe, die ermordet wurde. Can scheint unnahbar, wortkarg, unnachgiebig. Einzig seine Kopfschmerzen zwingen ihn auszuruhen, bis auch hier der Grund gefunden ist. Auch wenn sich das nun auf den ersten Blick unwahrscheinlich anhört, dass der Fall Verbindung zu Can hat, fügen sich die Zahnräder der Ermittlung nach und nach ineinander und offenbaren einen groß angelegten Coup in der Baubranche. Can stochert und wühlt, greift auf alte Freunde zurück, reist sogar mit falscher Identität nach Rumänien. Eine gefährliche Ermittlung, denn nicht nur die Handlanger sind nicht zimperlich, auch die großen Bosse halten sich nicht zurück, wenn auch hintergründiger. Bedrohungen des gut funktionierenden und finanziell lohnenden Systems werden ausgeschaltet, ob nun durch Schläger oder indirekte Drohungen. Man folgt Can durch Köln, von Flüchtlingsheimen zum sozialen Wohnungsbau, über Nobelpuff mit Extras zurück zum Präsidium, mit Zwischenaufenthalt im Krankenhaus direkt rein in seine Vergangenheit. Immer wieder werden Passagen daraus eingestreut, wie er Marie kennen gelernt hat, wie er deren Mitbewohner kennen gelernt hat, wie die Beziehung zerbricht – und dann beginnt es von neuem, nur mit Isa als Mittelpunkt. Keine Abschweifungen, sondern wichtig, nicht nur um zu verstehen, warum Can ist wie er ist, sondern elementar für die Ermittlung. Ermittlung und Privates zu verweben macht nicht immer Sinn, doch hier fügt es sich nahtlos zusammen und nimmt einen mit auf einen fast selbstmörderischen Trip, für den Versuch ein mächtiges Verbrechenskartell zu Fall zu bringen. Nicht atemlos, aber mit gehörigem Druck, um weiterzulesen, mit dem Ziel immer mehr Verflechtungen aufzudecken, an der Seite von Can, an der Seite der Gerechtigkeit. Man fiebert mit und möchte, dass denen, die sich nicht wehren können, Gerechtigkeit widerfährt, dass nicht immer die Reichen und Mächtigen gewinnen und die Armen noch mehr in den Dreck stoßen. Fazit: Ein sehr gelungener Debütroman, der einen mitnimmt und fesselt – der Kampf der Gerechten, für die, welche sich nicht wehren können, um den Mächtigen Einhalt zu gebieten. Ein Kampf, so alt wie die Menschheit, aber neu und spannend interpretiert. Ich will doch hoffen, dass wir von der Autorin auf jeden Fall noch mehr hören!

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Vita

Susanne Saygin, geboren 1967, aufgewachsen im Rheinland, Geschichtsstudium in Köln und Cambridge, Promotion in Oxford. Danach Tätigkeit im akademischen Projektmanagement und in der freien Wirtschaft. Die Autorin mit deutsch-türkischen Wurzeln hatte ihren Lebensmittelpunkt knapp zwanzig Jahre lang in Köln. Seit 2010 lebt und arbeitet sie in Berlin. Für ihren von der Presse hochgelobten Debütroman »Feinde« hat die Autorin über fünf Jahre lang recherchiert. »Crash« ist ihr zweiter Roman.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Gut recherchiert. Verstörend. Zum Nachdenken. Eine Anklageschrift im Thriller-Format.«

»'Feinde' ist ein makelloser Thriller, gerade weil er sich um die Konventionen des Genres nicht wirklich schert.«

der Freitag/Marcus Müntefering (08. November 2018)

»Ein beeindruckendes Debüt mit politischer Message.«

»Gradlinig, auf den Punkt und mit gekonnt dem Leben abgelauschten Dialogen.«

Rolling Stone, Oktober 2018

»Was für ein famoses Romandebüt!«

Hannoversche Allgmeine Zeitung (18. Februar 2019)

»Ein knallharter, fesselnder Politthriller.«

kulturtipp, Ausgabe 15/19