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Genbombe Wie sich genmanipulierte Lebensmittel unbemerkt in unser Essen schleichen

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Paperback, Klappenbroschur ISBN: 978-3-453-60428-5

Erschienen: 10.07.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: eBook (epub)

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Nach jahrelangem Leidensweg mit diffusen Krankheitssymptomen erhält Caitlin Shetterly die Diagnose, allergisch auf genmanipulierten Mais zu sein. Auf diesen zu verzichten: kein Problem. Oder doch? Bei ihrer akribischen Recherche, die die Autorin auf der Spur der Lebensmittel aus den USA schnell auch nach Brüssel und Deutschland führt, zeigt sich die erschreckende Wahrheit darüber, wie weit unser Essen schon von genmanipulierten Substanzen unterwandert ist. Ein beunruhigender Blick auf den größten Lebensmittelkampf unserer Zeit, der gerade erst begonnen hat.

Caitlin Shetterly (Autorin)

Caitlin Shetterly ist Autorin mehrerer Sachbücher und schreibt regelmäßig für The New York Times Magazine und die amerikanische Elle. Sie lebt mit ihrer Familie in Maine.

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Amerikanischen von Anne Emmert, Fabienne Pfeiffer
Originaltitel: Modified
Originalverlag: Putnam

Paperback, Klappenbroschur, 416 Seiten, 13,5 x 20,6 cm, 10 s/w Abbildungen

ISBN: 978-3-453-60428-5

€ 14,99 [D] | € 15,50 [A] | CHF 20,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Heyne

Erschienen: 10.07.2017

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Was steckt alles in unseren Lebensmitteln, von dem wir nichts wissen?

Von: Kim F Datum: 14.07.2017

legimus.blogspot.de/

In ihrem neuesten Buch erzählt die US-amerikanische Journalistin von ihren Recherchen rund um genmanipulierte Substanzen in unserem Essen, nachdem bei ihr nach jahrelangem Suchen nach den Ursachen ihrer verschiedenen Krankheitssymptome festgestellt wurde, dass sie allergisch auf genmanipulierten Mais reagiert. Nun sollte ein Verzicht darauf doch ohne Probleme möglich sein, dachte sie sich, doch weit gefehlt! Bei ihren Recherchen in den USA, aber auch in Brüssel und in Deutschland, zeigte sich schnell, wie sehr unsere Lebensmittel bereits von genmanipulierten Inhaltsstoffen unterwandert sind und welche weitreichenden Auswirkungen dies auf Menschen, Tiere, Pflanzen und unseren Planeten hat…

Da ich mich seit längerem mit der Erzeugung unserer Lebensmittel beschäftige, kam Shetterlys Werk gerade recht, um nun noch mehr über die Gentechnik in der konventionellen Landwirtschaft und in unserem Essen zu erfahren. Das Buch widmet sich in drei Teilen den Recherchereisen, die Shetterly nach dem Abklingen ihrer Krankheitssymptome – nach einem kompletten Verzicht auf Mais – in den USA, Belgien und Deutschland anstellte. Im ersten Teil bereist sie Nebraska und Iowa, wo der Großteil des Maisanbaus in den USA stattfindet und hauptsächlich nur noch Gen-Mais angebaut wird. Sie spricht einerseits mit Bauern, die auf ihren Feldern gentechnisch veränderte Organismen (GVO) anpflanzen, andererseits aber auch mit Aktivisten, die sich insbesondere für eine Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel mit GVO im Supermarkt einsetzen, was von der Biotechnologiebranche rund um Monsanto und Co. behindert wird. Die Entwicklung der Gentechnik, der mit ihr verbundene enorme Gebrauch von Pestiziden, die Rolle der Universitäten, die mit Firmen zusammenarbeiten und von diesen bei Forschungen finanziell unterstützt werden und generell die Möglichkeiten, die DNA von Pflanzen zu manipulieren, werden detailreich analysiert und dargestellt. Dabei stößt Shetterly auch immer auf die Behauptung, in der EU werde so viel besser mit Gentechnik umgegangen, so dass sie im zweiten Teil des Buches die Möglichkeit nutzt, in Brüssel und in Deutschland mit Imkern und Aktivisten zu sprechen, die sich für den Schutz der Bienen einsetzen, die besonders unter dem hohen Pestizideinsatz leiden, und diese Illusion schnell revidieren. Auch wenn in der EU (bis auf hauptsächlich Spanien) keine GVO angebaut werden, ist unser Essen noch lange nicht gentechnikfrei. Wir importieren Unmengen an Tierfutter aus gerade den paar Staaten, die hauptsächlich GVO anpflanzen, und auch in verarbeiteten Lebensmitteln können sich Bestandteile von Genpflanzen befinden, über die wir aber nicht aufgeklärt werden. Die Biotechnologiebranche versucht zudem weiterhin, auch in Europa ihre GVOs auf den Markt zu bringen. Im dritten Teil reist Shetterly schließlich noch nach Kalifornien, um mit einigen Wissenschaftlern zu sprechen, die zu GVO forschen und z. T. zeitweise auch mit Biotechnologiefirmen zusammengearbeitet haben. Hier tun sich dann die nächsten Abgründe auf, wenn man miterlebt, wie die Firmen ihre Macht nutzen, um GVO-negative Veröffentlichungen zu behindern oder Wissenschaftler zu diskreditieren und viele Universitäten Millionen an Unterstützungen von Monsanto und Co. erhalten, was die sogenannte freie Wissenschaft wirklich infrage stellt. Shetterly spricht lange mit einem Wissenschaftler in Berkeley, der mittlerweile ein Gerät versucht zu entwickeln, das anzeigen kann, ob ein Produkt mit GVO kontaminiert wurde oder nicht, das zumindest Bauern die Möglichkeit gibt, ihr Produkt zu überprüfen. Es folgt ein kurzes Fazit, das noch einen kleinen Ausblick enthält, der ein wenig Hoffnung macht, dass wir vielleicht doch noch der Biotechnologiebranche und ihren Verunreinigungen des Saatguts entkommen können.
Obwohl Shetterly eindeutig gegen GVO ist, verfasst sie ihren Text aber doch ziemlich abgewogen. Sie spricht mit Befürwortern und Gegnern und verteufelt GVO nicht. Insbesondere stellt sie heraus, wie komplex die gesamte Thematik ist und dass kein Mensch, auch nicht der beste Wissenschaftler, die Auswirkungen, die die Veränderungen an der DNA von Pflanzen mit sich bringen, überschauen kann. Das ist in meinen Augen fast noch der schlimmste Punkt an der ganzen Thematik, dass die Biotechnologiebranche Gifte, Genmanipulationen usw. in unsere Umwelt bringt, ohne wissen zu können, was diese dort anstellen. Vor allem die Kapitel zu den Auswirkungen auf die Bienen, die auch bei uns merklich zurückgegangen und für unser Ökosystem von enormer Bedeutung sind, waren zeitweise echt erschütternd. Vielen Erläuterungen zu den ganzen biologischen Aspekten rund um Genveränderungen war nicht immer so leicht zu folgen. Es hilft, wenn man von Mikrobiologie etwas Ahnung hat, mir wurde auf jeden Fall nicht alles komplett klar.
Was mich an dem Buch ein wenig störte, waren die zahlreichen eigenen Anekdoten rund um Shetterlys Reisen, die mit der Zeit etwas nervten. Zum wiederholten Male zu erfahren, was sie mit ihren Interviewpartnern gegessen hatte, war nicht gerade spannend zu verfolgen, wenn auch das Buch sonst sehr fesselnd geschrieben ist. Mir kamen einige Passagen etwas selbstdarstellerisch vor, die Fokussierung auf die eigentliche Thematik des Buches wäre besser gewesen. Denn diese ist für einen Nichtbiologen wirklich sehr gut recherchiert und für Laien sehr verständlich formuliert. Die zahlreichen Tipps zur Ernährung weg von GVO sind sicherlich auch hilfreich, wenn auch die üblichen Vorschläge wie Biolebensmittel zu essen (auch da sollte man zwischen EU-Bio (GVO minimal erlaubt) und Verbänden wie Bioland und Co. unterscheiden), regional einzukaufen, wieder Kontakt zur Herstellung unser Lebensmittel zu gewinnen oder nach Möglichkeit Dinge selbst anzupflanzen wie immer enthalten sind. Gleichzeitig zeichnen sie sich aber auch durch eine große Lebensnähe aus, denn Shetterly hebt auch hervor, wie schwierig es heutzutage ist, komplett auf konventionelle Lebensmittel zu verzichten und wie sehr dies eben auch immer eine Geldfrage ist.

Fazit

Caitlin Shetterly gelingt ein informativer, abgewogener und gut recherchierter Einblick für interessierte Laien zu einer sehr komplexen Thematik, der uns in erster Linie über die Auswirkungen informieren möchte, die es mit sich bringt, an der Natur herumzupfuschen. Jeder, der sich auch nur ein bisschen dafür interessiert, was er alles an Nahrung so zu sich nimmt und welche Machenschaften welcher Konzerne er dabei unterstützt, sollte dieses Buch lesen. Es erschüttert, es informiert, es erklärt, aber es macht auch fassungslos, mit wie wenig Widerstand wir uns Lebensmittel auftischen lassen, die uns krank machen können!

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