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Hass ist keine Meinung Was die Wut in unserem Land anrichtet

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Paperback, Klappenbroschur ISBN: 978-3-453-20161-3

Erschienen:  28.08.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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Ein Aufruf zum Mut

»Du ekliges Wesen«, »Gesindel«, »du dummes Stück grüne Scheiße« – vermeintlich besorgte Bürger machen ihrer Wut in Hassmails oder feindseligen Kommentaren auf Facebook und Twitter Luft. Adressaten sind engagierte Menschen: Flüchtlingshelfer ebenso wie sozial Engagierte, Journalisten ebenso wie Politiker. Auch Renate Künast bekommt täglich den Hass zu spüren. Doch sie geht in die Offensive, reist zu den Absendern, sucht das Gespräch.

In klarer Sprache analysiert sie nun, woher der Hass kommt, warum AfD, Trump und Co. die Wut schüren und wie sie ihnen nützt – und sie warnt davor, wohin der Hass führen wird, wenn wir jetzt nicht eingreifen.

Ein eindringlicher Debattenbeitrag.

Renate Künast (Autorin)

Renate Künast, geboren 1955 in Recklinghausen, ist Politikerin, Juristin und Sozialarbeiterin. Von 2000 bis 2001 war sie Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, von 2001 bis 2005 Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft und von 2005 bis 2013 Vorsitzende der Bundestagsfraktion ihrer Partei. Von Januar 2014 bis Ende 2017 war sie Vorsitzende des Ausschusses für Recht und Verbraucherschutz. Sie ist Mitglied des deutschen Bundestages und lebt in Berlin.

ORIGINALAUSGABE

Paperback, Klappenbroschur, 192 Seiten, 13,5 x 20,6 cm

ISBN: 978-3-453-20161-3

€ 14,99 [D] | € 15,50 [A] | CHF 21,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Heyne

Erschienen:  28.08.2017

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Ein sehr wichtiges Buch in Zeiten, wo der Hass wieder Einzug gehalten hat

Von: Lilly Sjöberg Datum: 03.05.2018

https://hundertmorgen-wald.blogspot.de/

Inhalt:
Jeder der in den sozialen Medien unterwegs ist, begegnet ihm.
Den Hass auf Menschen mit dunkler Hautfarbe, auf Politiker, Journalisten, Flüchtlingshelfer und auf alle, die irgendwie "anders" sind.

Beschimpfungen sind da wohl noch das Nettere. Manche wünschen sich die Gaskammern wieder herbei oder drohen ganz (in)direkt mit Mord.

Renate Künast schreibt von den Anfängen, wie es in ihrem Büro auffiel, das sich etwas verändert hat und wie daraus die Idee entstand, die Leute daheim bei sich zu besuchen. Welche Überraschungen sie da zum Teil erlebte.
Es sind nämlich nicht nur die Abgehängten, wie man so oft glaubt. Da ist auch der Facharbeiter, Meister, mit eigenem Haus, der eigentlich ganz zufrieden ist. Doch das Gefühl hat, die ganze Welt wird gerettet, "aber kümmert sich eigentlich auch mal jemand um uns?".

Der AfD-Sympathisant steht mit 2200€ im Monat sogar besser dar, als der deutsche Durchschnitt. 55 % haben ein mittleres Bildungsniveau, 25 % sogar ein hohes. Bei Pegida sind die Akademiker sogar mit 28,2 % vertreten. (Studie 2015)

Sie klärt über Echokammern auf und über die Neue Rechte. Die Neue Rechte besteht aus "alteingesessenen rechtsextremen Parteien (Republikaner, NPD), der Neonazi-Szene und noch jungen rechtsextremen Formierungen wie der Identitären Bewegung bis hin zu AfD und Pegida." (Historiker Volker Weiß)
Und die Neuen Rechten wissen das Internet und die sozialen Medien besser für sich zu Nutzen, als die anderen Parteien. Ganz konkret haben wir das bei Trump und dem Brexit gesehen.
Dabei spielen Fake News und gezielt gestreute Gerüchte eine wichtige Rolle.

Sie schaut sich auch die Ursachen an und erörtert, welche Möglichkeiten des Handelns wir haben.

Meine Meinung:

Ich bin froh, dass mal ein Politiker dieses Thema angegangen ist. Denn ich frag mich schon seit einer Weile, warum in Berlin da alle so still sind.

Ich fand es sehr mutig, dass Frau Künast sich auf den Weg zu den Hatern gemacht hat und genau dies hat mich so neugierig auf das Buch gemacht. Was werden sie sagen?
Die Antworten haben mich manchmal überrascht, manchmal schockiert.

Sympathisch an dem Buch ist, dass sie von sich spricht. Dadurch wirkt es authentisch und glaubwürdig. Auch hat mir gefallen, dass sie immer wieder andere Wissenschaftler zitiert und so Aussagen untermauert und vertieft.

Es geht hier um weit mehr, als um einzeln Hasskommentare auf einzelne Personen. (Was schon schlimm genug wäre!)
Es geht um einen Angriff auf die Werte unsere Demokratie.
Seit Sarrazin und nun auch mit der AfD sind rechtspopulistische und rechtsextreme Ansichten und Aussagen wieder salonfähig geworden.

Wer etwas dagegen hält, ist angeblich gegen die Meinungsfreiheit.
Man darf nicht sagen, was man denkt, heißt es dann, um gleich im nächsten Satz zu diskriminieren.
"Die Meinungsfreiheit ist in unserem Land ein hohes Gut; niemand wird strafrechtlich dafür verfolgt, dass er seine Meinung sagt.
Dennoch wiederholen die AfD und Vetreter von Pegida und Co. unermüdlich ihre Behauptung, die deutschen Medien seien gleichgeschaltet."

Es wird "gar keine Meinung transportiert, sondern Emotionen: Hass und Wut."

Wer Sorge hat, dass das Buch "grün" ist, den kann ich beruhigen. Zwei- oder dreimal werden ganz knapp am Rand "Die Grünen" erwähnt, mehr nicht.
Bei diesem Buch und diesem Thema geht es nicht um Schwarz, Rot, Grün, Gelb.
Hier geht es um Menschlichkeit und um die Grundwerte unsere Demokratie.

Es wird auch erörtert, wie sich der normale Frustbürger von der Neuen Rechten unterscheidet.
Ermutigt hat mich das Buch auch, nicht nur weil es aufklärt, sondern manches einfach treffend auf den Punkt bringt.

Einen konkreten Beweis für die Aussage, wie sich die Neuen Rechten im Netz formatieren und uns versuchen zu manipulieren, könnt Ihr übrigens bei den Rezensionen auf Amazon zu diesem Buch oder ähnlichen Büchern sehen. Dieses Buch hat 52% 1 Sterne Bewertungen. Und wenn ich mir die Rezensionen durchlese, ist schnell klar, keiner von denen hat das Buch gelesen. Mehr als auf den Titel geht nämlich niemand ein. Mancher wirft Fr. Künast sogar Sachen vor, die sie sich doch mal überlegen soll, die eindeutig im Buch erörtert werden.
Frau K. Göring-Eckard schafft es mit ihrem Buch "Ich entscheide mich für Mut" sogar auf 87% 1 Sterne Bewertungen! Eine sogar mit 122 "hilfreichen" Likes. Ich muss keinen, der öfter auf Amazon ist, erklären, dass die Liker sich damit selber völlig unglaubwürdig gemacht haben.
Und Heiko Maas (SPD) kommt mit seinem Buch "Aufstehen statt wegducken: Eine Strategie gegen rechts" auf 92% der 1 Sterne Bewertungen, mit "nett" inszenierten Klobildern.
So viel schlechte Sterne laden doch direkt dazu ein, sich die Bücher mal näher anzuschauen, oder was meint Ihr?

Fazit:

Dieses Buch hier solltet Ihr Euch auf jeden Fall näher anschauen.
Ein sehr wichtiges Buch in Zeiten, wo der Hass wieder Einzug gehalten hat.

"Ja, es gibt viele Dinge, über die man sich ärgern kann. Aber das ist keine Entschuldigung für schlechtes Benehmen, erst recht nicht dafür, anderen Menschen ihre Würde zu nehmen. Es gibt andere, sachlichere Wege, Ärger und Kritik zu äußern. "

5 ♥ ♥ ♥ ♥ ♥
und eine dringende Leseempfehlung

Diese Themen gehen jeden von uns etwas an!

Von: Anja Druckbuchstaben Datum: 15.11.2017

www.druckbuchstaben.blogspot.de

"Der Vorwurf, man dürfe in Deutschland seine Meinung nicht sagen, hält sich hartnäckig. Er ist für mich der erfolgreichste Fall von Fake News." (S. 89)

Das Internet bietet uns ein unbegrenztes Angebot an Informationen und viel Freiheit. Es ermöglicht eine Kommunikation mit Personen auf der ganzen Welt in Echtzeit, unter anderem über soziale Netzwerke.
Dass Prominente, Politiker und sonstige Personen des öffentlichen Lebens nicht nur mit den Sonnenseiten konfrontiert werden, sondern auch jeder Menge Kritik und Hass augesetzt sind, sollte mittlerweile bei allen angekommen sein. Soziale Netzwerke und sonstige Plattformen machen es einfach, schnell mal seinen Senf dazu zu geben. Dabei vergessen so einige ihre gute oder auch weniger gute Kinderstube und werfen jegliche Moral über den Haufen. Da werden wirklich zum Teil widerliche Hasskommentare vom Stapel gelassen. Mit einem Klick ist alles erledigt und hier darf doch jeder seine Meinung äußern oder? Es ist schon erschreckend, was da alles gepostet wird. Renate Künast beschreibt hier ihre eigenen Erfahrungen und wie sie damit umzugehen versucht. Ich finde den Ansatz von Frau Künast mutig und ungewöhnlich für eine Politikerin. Sie sucht hier tatsächlich Personen auf, die Hasskommentare zu ihrer Person geschrieben haben. Dabei hatte ich zu keiner Zeit das Gefühl, dass sie die Leute an den Pranger stellen will, sondern tatsächlich um Aufklärung bemüht ist. Im Verlauf war ich nicht immer ihrer Meinung und ich finde auch nicht ausnahmslos alles gut, was sie da tut. Beispielsweise fand ich den Tweet über den Vorfall in einem Zug in Bayern und bzgl. des Verhaltens der Polizei nicht gut. Bei einigen der Konfrontationen war ich mir manchmal nicht sicher, ob ich lachen oder lieber weinen soll. Unglaublich was Menschen so für Ansichten haben und zu welchen Aussagen sie sich hinreißen lassen. Sehr erschreckend.

"Ja, es gibt viele Dinge, über die man sich ärgern kann. Aber das ist keine Entschuldigung für schlechtes Benehmen, erst recht nicht dafür, anderen Menschen die Würde zu nehmen. Es gibt andere, sachlichere Wege, Ärger und Kritik zu äußern." (S. 179)

Doch es geht hier nicht nur um Hasskommentare, sondern noch viel mehr. Zum einen geht Frau Künast auf die Entwicklung der rechtsgesinnten Parteien ein, wobei Fake-News ein zentrales Thema sind und zum anderen geht es um die Gefahren im Internet, die einem zunächst gar nicht gefährlich vorkommen. Das war nicht alles neu für mich, aber hier wurde es wirklich interessant. Die wenigsten Internetnutzer wissen, dass sie sich in sogenannten Filterblasen und Echokammern bewegen. Wir bekommen genau das gezeigt, was Algorithmen für uns ermitteln. Ein erhaltenes Suchergebnis oder angezeigte Nachrichten mögen auf den ersten Blick objektiv und umfassend wirken, doch das sind sie nicht. Die größte Herausforderung ist also längst nicht mehr der Zugang zum Internet bzw. dessen Bedienung an sich, sondern die eigene Fähigkeit tatsächliche Fakten von Fake News zu unterscheiden.

"Wenn Fake News gelöscht werden, haben sie ihr Ziel in der Regel längst erreicht: Sie haben sich in den Timelines und in den Köpfen zahlreicher Menschen festgesetzt." (S. 81)

Im weiteren Verlauf ist oft von Trump, Russland und großen Unternehmen die Rede, die digitale Daten für ihre Zwecke nutzen und verbreiten. Es fiel mir zunehmend schwer zu entscheiden, was davon Fakten sind und was nicht. Insgesamt hat es einen Touch von Verschwörungstheorie. Haben digitale Daten wirklich einen so großen Einfluss auf unser Handeln und unsere Entscheidungen? Alles klingt erschreckned plausibel und doch bin ich da sehr skeptisch.

Wer Lust auf das Buch hat (und das Thema geht wirklich jeden etwas an), der muss sich mit Begriffen wie Data-Mining, Fake History, alternative Fakten, Camebridge Analytica, Filterblasen, Echokammern, Fake-Accounts, Social Bots, Hatespeech, Microtargeting und hoaxmap.org aueinandersetzen. Das kann wirklich nicht schaden!
Am Ende des Buches mag ich Facebook noch weniger als vorher und ich werde mich zukünftig weiterhin bemühen, Dinge zu hinterfragen. Das betrifft ganz besonders Nachrichten und die Art und Weise der Berichterstattung.

Fazit:
Ich finde das Buch von Renate Künast insofern gut, dass es einem in Erinnerung ruft, andere Personen mit Respekt zu behandeln. Das gilt für das Real Life ebenso wie für Aktivitäten im Internet. Denn Respekt ist schließlich das, was alle automatisch auch für sich selbst erwarten.
Das Buch beschäftigt sich thematisch aber nicht nur mit Hasskommentaren und der Konfrontation mit den Schreiben, sondern schneidet auch ein wichtiges Thema für unser tägliches Verhalten an: Digitale Daten. Wir sind täglich Fake News ausgesetzt und es fällt zunehmend schwerer zu erkennen, was Fakt und was Lüge (also alternativer Fakt) ist. Das dünne Buch behandelt diese Themen nicht allumfassend, sondern reißt sie lediglich an, trotzdem war ich positiv überrascht! Frau Künast bestärkt mich darin, Nachrichten, Meldungen und Gerüchte nicht als gegeben hinzunehmen, sondern immer zu hinterfragen. Denn wir dürfen nicht vergessen:

"Gezielt gestreute Gerüchte haben in der Geschichte vergangener Jahrhunderte verheerende Ausbrüche von Gewalt gegen Minderheiten ausgelöst." (S. 79)

Der Appell an alle ist also sowas wie: Glaubt nicht alles, was man euch erzählt. Vor allem nicht, was das Internet euch erzählt! Lasst euch nicht so einfach anstacheln. Springt nicht auf jeden Zug auf. Prüft die Fakten, bleibt skeptisch und setzt euer Gehirn ein.

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