VERLAGSGRUPPE RANDOM HOUSE - BERTELSMANN
Menü
  • facebook
  • google+
  • twitter
  • add this

Ikarus Roman

Kundenrezensionen (4)

Bestellen Sie mit einem Klick

oder kaufen Sie direkt vor Ort bei Ihrem Buchhändler.

€ 14,99 [D] inkl. MwSt.
€ 15,50 [A] | CHF 20,50*
(* empf. VK-Preis)

Paperback, Broschur ISBN: 978-3-453-31545-7

Erschienen: 15.06.2015
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: eBook (epub)

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Anmeldung

  • Info

  • Vita

  • Service

  • Biblio

Volles Risiko

Auf einer Welt im Tau-Ceti-System, mehr als zwölf Lichtjahre von der Erde entfernt, hat sich eine fortschrittliche Zivilisation entwickelt. Doch die Menschen, die dort leben, sind nicht frei – sie leben unter der strengen Beobachtung der Regulatoren, einer mächtigen außerirdischen Spezies. Die einzige Hoffnung auf Freiheit ist ein Geheimprojekt namens Ikarus, das der Regierungsrat Takeder vorangebracht hat. Doch der ist gerade ermordet worden. Ein Katz-und-Maus-Spiel von galaktischen Ausmaßen beginnt …

Andreas Brandhorst (Autor)

Andreas Brandhorst, geboren 1956 im norddeutschen Sielhorst, hat mit seinen Romanen die deutsche Science-Fiction-Literatur des letzten Jahrzehnts entscheidend mitgeprägt. Mit dem erfolgreichen „Kantaki“-Zyklus – bestehend aus „Diamant“, „Der Metamorph“, „Der Zeitkrieg“, „Feuervögel“, „Feuerstürme“ und „Feuerträume“ - gelang ihm Anfang der 2000er Jahre der Durchbruch. Seither sind spektakuläre Zukunftsvisionen verbunden mit einem atemberaubenden Thrillerplot zu seinem Markenzeichen geworden. Außerdem liegen von ihm die Mystery-Thriller "Äon", "Die Stadt" und "Seelenfänger" vor. Andreas Brandhorst hat viele Jahre in Italien gelebt und ist inzwischen in seine alte Heimat in Norddeutschland zurückgekehrt.

ORIGINALAUSGABE

Paperback, Broschur, 576 Seiten, 13,5 x 20,6 cm

ISBN: 978-3-453-31545-7

€ 14,99 [D] | € 15,50 [A] | CHF 20,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Heyne

Erschienen: 15.06.2015

  • Leserstimmen

  • Rezension verfassen

Ikarus, vorsicht Spoiler

Von: Splashbooks Datum: 06.10.2015

www.splashbooks.de

"Das Kosmotop" war ein gelungenes Paradebeispiel für epische Science Fiction. Der Autor Andreas Brandhorst hatte mit diesem Roman ein unvergleichliches Meisterwerk geschrieben. Und jetzt liegt mit "Ikarus" sein neuster Roman vor.

Jamo Jamis Takeder war Zeit seines Lebens ein wichtiger Politiker auf seinem Planeten Tayfun. Er hatte vor allem mit der sogenannten Independenz zu tun, einer Gruppierung von Aliens, die die Welt und andere menschliche Kolonien vom Rest der Galaxie abschirmen und beherrschen. Takeder hatte etwas entdeckt und wurde daraufhin umgebracht. Doch vor seinem Ableben hinterließ er eine Verfügung, sein Bewusstsein in einen Klon, einen sogenannten Kopiaten zu übertragen.

Dieser hat jetzt den Auftrag, den Mörder des Originals zu finden. Doch dafür hat er nur 20 Tage Zeit. Danach schaltet er sich selber aus. Und gleichzeitig wird ihm klar, dass es um mehr geht, als einen simplen Mord. Der Plan "Ikarus" spielt eine wichtige Rolle. Nur worum es sich dabei handelt, weiß er nicht.

Zuerst wirkt es wie normaler Mordfall, nur eben unter SciFi-Umständen. Doch dann, im Laufe des Romans, wird die Sache immer epischer. Und dies geschieht fast unmerklich. Irgendwann hat die Handlung von "Ikarus" enorme Ausmaße erreicht. Und wenn man das merkt, ist man erstaunt.

Keine Zweifel: Andreas Brandhorst stellt mit "Ikarus" erneut sein Können unter Beweis. Die Handlung, die er zu Papier bringt, ist spannend und offeriert wiederholt Plottwists. Und zwar vom Anfang bis zum Ende. Selbst kurz vor dem Finale gibt es eine Wendung der Handlung, die man so nicht hat kommen sehen. Und die trotzdem noch logisch und nachvollziehbar ist.

Das Schöne an dem Buch sind die Charaktere, die alle enorm abwechslungsreich sind. Takeder, der Kopiat, ist dabei bemitleidenswert. Er steht unter Druck und nicht alles läuft nach Plan. Wiederholt wird ihm bei den Ermittlungen der Boden unter den Füßen weggezogen. Angefangen von der Erkenntnis, dass er nicht alle Rechte seines Originals besitzt bis hin zu dem Moment, wo er komplett rechtelos wird.

Wobei es aber auch Szenen gibt, in denen deutlich wird, dass er und sein Original alles andere als Waisenknaben sind. So sieht er verächtlich auf seinen Sohn herab und hat sich einige Sachen erlaubt, die so nicht in Ordnung waren. Und trotzdem wirkt er sympathisch, was vor allem an seiner glaubwürdig dargestellten Wandlung vom Saulus zum Paulus wirkt. Denn er beginnt gegen die Independenz vorzugehen, obwohl er jahrelang mit ihnen zusammengearbeitet hat.

Eine andere Handlungsebene sind die Rebellen, vor allem Mercurio und Nadja. Das faszinierende an ihren Erlebnissen ist, dass diese nicht immer in der Realität stattfinden, sondern in der Virtualität. Hier beschreibt der Autor die Konsequenzen einer stark verschachtelten virtuellen Realität, die sich auf Körper und Seele auswirken. Doch wer jetzt meint, dass hier mit dem Konzept der Wirklichkeit gespielt wird, der wird enttäuscht sein. Aber es würde auch nicht zu dem Buch passen, wenn all das, was geschrieben wird, stets in Zweifel gezogen werden würde. Vor allem würde es sich mit den anderen Handlungsebenen beißen, weshalb das schon eine gute und richtige Entscheidung des Autors war.

"Ikarus" ist ein Roman, dessen Komplexität und Epik erst nach und nach sichtbar werden. Aber genau das ist auch der Grund, weshalb der Band so einen Spaß beim Lesen macht. Und aus diesem Grund ist das Buch ein "Klassiker" und ein "Splashhit".

Ikarus

Von: ralfreitze Datum: 06.08.2015

https://feinerbuchstoff.wordpress.com/

Der Holder Jami Jamis Takeder ist tot. Der Kopiat Jami Jamis Takeder erwacht ohne Bürgerrechte in seinem violetten Körper und hat 20 Tage Zeit, seinen (eigenen) Mörder zu finden. Nach diesen 20 Tagen stirbt sein Körper, keine weiter Kopie ist möglich. Die Tätigkeiten des Kopiats werden von einer Kommission aufgezeichnet, zusätzlich hat der Kopiat von seinem Vorgänger aber noch 1 % des Vermögens der Holding mitbekommen, um die Suche komfortabel zu gestalten. Jamis ist verwirrt, die Aufzeichnung seines getöteten Ichs liegt 2 Tage zurück, was hat Jamis dazu getrieben sein Bewusstsein aufzuzeichnen, ahnte er von dem Mord? Was oder wer ist die Stimme, die in seinem Inneren spricht und ihm Informationen zuflüstert, die er nicht zuordnen kann?

Die menschliche Rasse wird seit 400 Jahren von den Regulatoren, einem Zusammenschluß von 12 höher entwickelten Zivilisationen, begrenzt, beschnitten, die menschlichen Kolonien auf den Planeten sind voneinander abgeschnitten. Wir sind im Tau-Ceti-System 12 Lichtjahre von der Erde entfernt. Die Regeln werden von den Besatzern gemacht, nur wenige Menschen, die in Creditoren, Debitoren und Herrschenden, die 'Holder', aufgeteilt sind, kommen in den Genuss von höher entwickelter Technik und Privilegien. Daneben existiert eine Widerstandsgruppe, die Liberalisten, die die 4 Jahrhunderte lange Isolation beenden will.

In diese Welt werden der Kopiat und der Leser ahnungslos geworfen. Vor seinem Tod war Jamis ein mächtiger Holder, jetzt ohne Bürgerrechte und ohne vollständige Erinnerung an sein früheres Leben, versucht er sich verzweifelt zurecht zu finden. Wem kann er trauen? Hatte der echte Takeder überhaupt Freunde? Welche Rolle spielen seine Frau, oder sein Sohn Erik, der nach seinem Tod den Vorstand der Holding übernahm?Das Wirtschaftsunternehmen verkauft sogenannte Lizenzen, der Regulatoren Hardware, was sind die Interessen der fremden Spezies, warum werden die Menschen eingesperrt?

Aus der Sicht von Takeder erleben wir die ersten 'Gehversuche' in diesem atemlosen Thriller und dann wird der Kopiat auch noch Opfer eines Giftanschlages, der die Lebenszeit des violetten Körpers nochmal drastisch reduziert. Brandhorst hält sich hier nicht mit Erklärungen auf, der Leser muss sich die meisten Punkte mühsam zusammenreimen. Es ist eine verwirrende Welt, die Brandhorst hier parat hat, aber auch eine, die sich von dem vorherigen Bestseller Kosmotop unterscheidet. Das Einzige was beide verbindet, ist die Fülle von Ideen, die auf den Leser hereinprasseln. Hier ist noch mehr Aufmerksamkeit gefragt, das Tempo und die Spannung werden bis aufs Äußerste angezogen. Der Leser fühlt sich wie Takeder, ein Kopiat, mit unzureichendem Wissen ausgestattet, ein Gift, das in seinem Körper zirkuliert, auf der Suche nach dem Mörder, ohne Wasser oder Essen zu benötigen (wie der Körper des Kopiaten) ist er dem Buch ausgeliefert!

Dass nach der Hälfte des Romanes die Hoffnung und Zuversicht des Kopiaten und des Lesers auf eine neue Tiefstmarke gesunken ist, das Buch aber trotzdem noch nicht einmal bei der Hälfte der Seiten ist, erstaunt, dann fasziniert es einen, wie Brandhorst noch den letzten Rest von Spannung und Komplexität in die Geschichte verpackt. Das Tempo wird noch atemloser, noch dichter, bis Brandhorst wirklich die maximale Aufmerksamkeitsspanne des Lesers erreicht hat.

Ikarus ist nicht bloß ein atemloser Thriller mit Materialschlacht, das Konzept des Ikarus der den Göttern trotzt und der Erde flieht ist hier als Assoziation zu dem geheimen Projekt Ikarus zu verstehen, das Auflehnen der Menschheit gegen ihre Wächter. Auffallend ist auch das vollkommen andere Konzept von Ikarus zu Kosmotop. Hatte ich beim Kosmotopen gedacht, Brandhorst hatte hier seine Ideen für Jahrzehnte verschleudert, wurde ich bei Ikarus eines Besseren belehrt. Was unter dem Tempo leidet, sind dann doch etwas die Figuren. Außer mit Takeder und vielleicht noch Mercurio, dem Führer der Liberalisten, wird man mit keiner anderen Nebenfigur warm, auch wenn teilweise sogar aus ihrer Sicht erzählt wird.

Ob Ikarus jetzt nun der Sonne zu nahe kommt und deswegen zu hart auf dem Boden aufschlägt, mag der geneigte Leser selber lesen. Für mich ist Brandhorst einer der interessantesten, packendsten, innovativsten und spannensten lebenden Science Fiction Autoren, von dem ich bestimmt noch nicht das letzte Buch gelesen habe.

Voransicht

  • Weitere Bücher des Autors