Könige der Finsternis

Roman

Paperback
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Einst war Clay Cooper Mitglied der gefürchtetsten Söldnertruppe im ganzen Land. Kein Ungeheuer, das nicht von ihnen besiegt wurde. Keine Jungfrau in Nöten, die nicht von ihnen gerettet wurde. Inzwischen liegen die Heldentage lange hinter Clay – er hat eine Familie, arbeitet bei der Stadtwache. Dann steht eines Tages sein Freund Gabriel vor der Tür und bittet Clay um Hilfe bei einer Mission, der sich nur die tapfersten Krieger anschließen würden – oder die dümmsten: Gabriel will die alten Gefährten zusammentrommeln und in ein neues Abenteuer ziehen. Doch ein Held zu sein, ist heutzutage gar nicht mehr so einfach wie früher ...

»George R.R. Martin meets Terry Pratchett.«

Buzzfeed Books

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Amerikanischen von Michael Siefener
Originaltitel: Kings of the Wyld
Originalverlag: Orbit
Paperback , Broschur, 640 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-453-31887-8
Erschienen am  11. Februar 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

The Boys are Back in Town

Von: Nico aus dem Buchwinkel

28.08.2019

Wer sind die "Könige der Finsternis"? In den guten alten Tagen waren sie die besten Söldner weit und breit... aber die guten alten Tage sind alle vorbei und die Mitglieder der einst wie Rock'n'roll-Legenden gefeierte Gruppe "Saga" hat sich in alle Winde zerstreut. Als aber die Tochter von Gabriel in Gefahr gerät, raufen die fünf sich zusammen und begeben sich noch einmal auf die waghalsige Reise durch den Wyld, das Waldgebiet, in dem es vor Monstern nur so wimmelt. Aus Freundschaft. Aus Pflichtgefühl. Und weil sie noch einmal im Ruhm vergangener Tage baden wollen. Wer sich da auf den Weg macht, fragst du dich? Gabriel, einst der "goldene Gabe", Anführer der Bande. Er besaß einst ein sagenhaftes Schwert. Leider musste er mit dem Schwert seine ebenso sagenhaften Spielschulden begleichen. Clay Cooper, eigentlich zufrieden mit seinem Leben als Torwächter, seiner Frau und seiner Tochter. Sagte er sich zumindest. Aber als sein guter Freund auftaucht und ihn um Hilfe bittet, kann er nicht anders. Schließlich hat er selbst eine Tochter, die er um jeden Preis beschützen würde. Moog, Zauberer im Schlafanzug, standesgemäß mit langem weißen Bart. Er trägt einen bodenlosen Sack mit sich herum, in dem sich jede Menge unnützes Zauberzeug befindet und manchmal auch ein Gegenstand, der alle aus der Klemme befreien könnte. Wenn der Sack nur nicht so unaufgeräumt wäre... Matrick, einst geschickt im Umgang mit zwei Dolchen und leiser als eine Maus, jetzt König eines der fünf großen Königreiche von Andual. Er hat deutlich an Alter und Körpermasse zugelegt und die Dolche wurden schon lange durch Schnapsflaschen ausgetauscht. Ganelon, einst von der Gruppe im Stich gelassen und seit zwanzig Jahren versteinert im Besitz einer Gorgone. Mit seiner Axt war er immer der beste und geschickteste Kämpfer von "Saga" gewesen, aber kann er seinen ehemaligen Gefährten ihren Verrat verzeihen? Warum ist das Buch so grandios? Kurz: Weil es Spaß macht. Einen Heidenspaß. Ich muss beim Lesen sehr selten laut lachen, aber hier habe ich wohl häufiger gelacht als bei all meinen bisherigen Lektüren zusammen. Und das, bei einem Debut-Roman! Zu dem Cast aus abgehalfterten Ex-Helden gesellt sich noch eine ganze Reihe weiterer illustrer Figuren, zum Beispiel der Zombie "Kit, der Untötbare". Die Kämpfe gegen originelle Monster sind schreiend komisch und als ob das nicht genug wäre, gibt es noch Kobolde mit erektiler Dysfunktion, einen Antagonisten mit Hasenohren, und und und. Und trotzdem... ist das Buch bisweilen rührend. Schließlich geht es nicht nur um Spaß, sondern auch um eine schwierige Vater-Tochter-Beziehung, den Wert von Freundschaft, Opferbereitschaft. "Könige der Finsternis" meistert den schwierigen Balanceakt zwischen Witz und Emotion so phänomenal, dass ich dem Buch am liebsten elf von zehn Holzschildern geben würde. Ach, ich mach's einfach! Wer das Buch noch nicht gelesen hat und Nicholas Eames nicht kennt, aber zumindest ein wenig mit Fantasy anfangen kann: Gibt diesem Buch die Chance, die es verdient hat!

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Von Anfang bis Ende atemberaubend. Endlich wieder klasse High Fantasy

Von: phantastische_fluchten

27.07.2019

Was ist das Beste daran, unsterblich zu sein?“, fragte er Kit Der Ghul dachte lange nach. „Furchtlosigkeit“, sagte er schließlich. „Und was ist das Schlimmste?“ „Manchmal ist es etwas einsam.“ https://www.randomhouse.de/Autor/Nicholas-Eames/p618749.rhd Gabriel, genannt der goldene Gabe, Clay Cooper, Matrick Schädeltrommler, Arcandius Moog und der Nordmann Ganelon bildeten einst die legendäre Söldnertruppe Saga. Sie waren berühmt, gefürchtet und unbesiegbar, manche glaubten sogar, sie seien unsterblich. Aber Helden ergeht es genauso wie jedem normalen Menschen, sie werden alt und vergessen, nur die Lieder über ihre Heldentaten bleiben bestehen. Clay Cooper lebt mit seiner Frau Ginny und seiner Tochter Tally in dem kleinen und abgelegenen Ort Decktal. Sein Traum ist es, ein Gasthof zu eröffnen und heldenhaften Geschichten nur noch zu lauschen, statt sie zu erleben. Bis Gabriel vor seiner Tür steht und seinen alten Kameraden um Hilfe bittet. Seine Tochter Rosie ist mit ihrer Söldnertruppe in der Stadt Castia gefangen, die von einer fremden Armee belagert wird. Clay Cooper lehnt das Ansinnen des Freundes zunächst ab. Er ist zu müde und zu alt zum kämpfen. Ihre Truppe hat sich zerschlagen, sie haben schon Jahre keinen Kontakt mehr. Wie sollen fünf alte Männer es schaffen, noch einmal die Welt aus den Angeln zu heben, durch den finsteren Herzwyld zu wandern und hohe Berge zu erklimmen? Seine Tochter Tally ist es, die ihm fast das Herz bricht und ihn zum Umdenken zwingt. „Du würdest doch kommen, wenn ich in Schwierigkeiten wäre, Papa, oder? Wenn ich weit weg von bösen Leuten gefangen worden wäre? Dann würdest Du kommen und mich retten?“ Diese Sätze treiben den ehemaligen Söldner an, das Unmögliche zu versuchen. In der ausweglosesten Lage, der dunkelsten Stunde, sind sie seine Hoffnung, seine Parole. Gemeinsam mit Gabe begibt er sich auf die Suche nach den anderen Mitgliedern der Truppe, denn Gabe weiß: Ist Clay "die langsame Hand" Cooper dabei, werden alle anderen folgen. Ein letztes großes Abenteuer beginnt, an dessen Ende nicht nur die Rettung einer jungen Frau steht sondern die der ganzen Welt. Kommentar: Was für ein blöder Titel für dieses geniale Buch. Im Original heißt es kings of the wyld, was sich auf den Herzwyld bezieht. Die Truppe ist weder finster, noch sind sie Könige. Sie sind alte Männer, die an diversen Zipperlein leiden und sich jeden Moment des Unternehmens fragen, was sie eigentlich da treiben. Nicholas Eames nennt als Vorbilder Guy Gavriel Kay und Joe Abercrombie. Und seine Geschichte spielt in der gleiche Liga wie die Bücher dieser bekannten und beliebten Autoren. Und was wirklich besonders ist: Es ist ein einzelner Band mit einem spannenden Auftakt, einer atemberaubenden Reise und einem grandiosen Ende. Dabei hat der Autor wirklich alle Register gezogen und seinen Roman so ziemlich alles auftreten lassen, was es in der High Fantasy gibt. Hier einige der Wesen, die seine Welt bevölkern: Mantikore, Zentauren, Lindwürmer, Drachen, Gargoyles, Harpyen, Golems, Dyraden, Riesenspinnen, Aaswürmer, sprechende Wölfe, kämpfende Bäume (Treanten), Nekromanten, Subukkus, Warge, Ixile (Menschen mit Pferdeköpfen), Riesen, Fischmenschen, Kobolde, Gnome, Trolle Chimären. Und natürlich Zombies und Ghule und der Unterschied wird hier sehr genau erklärt. Nenne niemals einen Ghul einen Zombie, das macht ihn echt sauer. Zitat: „Ghul, Zombie, wo liegt da der Unterschied?“, fragte Matrick. „Es gibt sogar einige. Der bedeutendste ist der, dass Zombies Menschen verspeisen.“ Oft werden diese Gestalten nur am Rande erwähnt, sie spielen keine Hauptrolle, überfrachten die Geschichte nicht aber sie sind die Würze des Ganzen, das Salz in der Suppe. Zwei dieser seltsamen Geschöpfe kreuzen den Weg der alten Männer, werden ihre Begleiter bei dieser ausweglosen Mission. Kit, der Untötbare und der Arachnur Tiamax, der eher einer Spinne als einem Mann gleicht. Alleine die Andeutungen der Abenteuer, welche diese Söldnertruppe in ihren besten Jahren erlebt hat, würden Stoff für unzählige Bücher liefern. Ich hoffe, der Autor macht etwas daraus. Denn wenn wir erleben, was diese Fünf und ihre Freunde im Herbst ihres Lebens bewerkstelligen, müssen ihre Taten in ihren besten Jahren unbegreiflich und gewaltig gewesen sein. Neben der wirklich humorvollen und unterhaltsamen Geschichte ist dieses Buch auch sprachlich ein kleines Wunder. In einer bildgewaltigen Sprache, die voller treffender Metaphern steckt, erzählt er die Reise der alternden Helden in einem sagenhaften Tempo, so dass man als Leser das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Hier ein Beispiel: "Die Worte *gar nichts* warteten auf Clays Zunge wie ein Schauspieler, der bereit ist, die Bühne zu betreten, doch er hielt den Vorhang geschlossen.“ Hier werden unzählige Nuancen des Schulterzuckens beschrieben, die wie ein Film vor dem Auge des Lesers ablaufen Clay Cooper denkt viel aber redet wenig, in diesem Buch ist das ein „running Gag“ der mich häufig lauthals zum Lachen gebracht hat. Oft denken die Mitglieder der Saga an die alten Zeiten zurück. Die Welt hat sich verändert, die heutigen Söldnertruppen kämpfen lieber in der Arena und baden dort im Applaus der Menge, statt sich den wahren Gefahren zu stellen. Niemand betritt mehr den Herzwyld, die Ungeheuer werden in Gefangenschaft gezüchtet und auf den Kampf in der Arena vorbereitet. Als die legendäre Truppe wieder aktiv wird, ziehen sie eine Horde von Feinden hinter sich her, wie der Rattenfänger von Hameln die Ratten. Der Beginn ihrer Mission steht unter keinem guten Stern. Zweimal werden sie von der Brigantin Lady Jain und ihren Seidenstrümpfen überfallen und ausgeraubt. Ein Schmach, der sich mit nichts in ihrem bisherigen Leben vergleichen lässt. Ich habe hier sehr gelacht und mir die Szenen bildhaft vorgestellt. Obwohl es sich um eine mittelalterliche Welt handelt, in der Zauberei eine große Rolle spielt, gibt es auch Ansätze von Technik, wie etwa Luftschiffe oder eine Art von Strom. Der Autor hat dies gut miteinander kombiniert ohne einen Bruch in der Geschichte zu riskieren. Alles folgt nahtlos und überzeugend aufeinander, nichts wird dem Zufall überlassen. Ein weiterer „running Gag“ ist der Tod der zahlreichen Barden, welche die Söldnertruppe auf ihren Abenteuern begleitet haben. Nun haben sie einen Untoten als Barden und es stellt sich natürlich die Frage, ob und wie letztendlich überlebt. Dem Ideenreichtum Nicholas Eames sind hier keine Grenzen gesetzt, ich bin gespannt, was aus seiner Feder noch folgen wird. Am Ende des Buches wird der Autor gefragt, welches seine Lieblingsfigur ist. Ich mag Clay Cooper ebenfalls sehr gerne aber die Nebenfiguren wie der Ettin wachsen dem Leser ebenfalls sehr ans Herz. Sie besitzen eine Lebendigkeit, die man nur noch selten in der Fantasy findet. Hier noch ein paar Szenen aus dem Buch: Seite 546: Er sah Matrick zweimal an- nun ja, eigentlich zwölfmal, wenn man alle acht Augen mitzählte und die beiden unter den Klappen davon abzog.“ Seite 555: „Leider starb er zu jung“. „Zu jung?“, fragte er Gabriel. „Woran ist er denn aus dem Leben geschieden?“ Moog kratzte sich an seiner buschigen Nase. „Nun, ihr könnt sehen wie groß er war. Anscheinend ist der durch einen Latrinensitz gebrochen und in der Grube darunter ertrunken oder erstickt.“ Ein Scheißtod, wollte Clay gerade bemerken…" Das ist es, was ich an High Fantasy so mag: Trockenen, teils schwarzen oder bösen Humor, eine rasante und innovative Geschichte, symphytische Helden mit Ecken und Kanten und gewaltige Schlachten. Besser geht es kaum noch. Schön, dass es AutorInnen wie Susanne Pavlovic, Col Buchanan oder jetzt Nicholas Eames gibt, die auf unglaubwürdige, junge Charaktere und Romancy verzichten und zeigen, dass auch ältere Menschen einen großen Wert haben. Ein Newcomer, der seinen Vorbildern alle Ehre macht und absolut gelungenes Debut. Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar angefordert, ohne zu wissen, was mich erwartet. Was ein Glück. Meine Meinung ist rein subjektiv und keine Werbung. Aber das Buch muss jeder echte High Fantasy Fan einfach lesen! Noch ein Zitat aus der Weltpresse: Eames writes like a hurricane and has a voice like no one else in this genre (Sam Sykes)

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Vita

Nicholas Eames wurde ein Wingham, Ontario geboren. Er besuchte das College für Theaterkünste, gab das Schauspielen aber auf, um Fantasy-Romane zu schreiben. »Könige der Finsternis« ist sein Debütroman. Er lebt in Ontario, Kanada.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Das liest sich nicht nur unterhaltsam und packend, das atmet auch eine gehörige Portion an Realismus.«