, (Hrsg.)

Meine deutsche Literatur seit 1945

(7)
Paperback
16,99 [D] inkl. MwSt.
17,50 [A] | CHF 23,90 * (* empf. VK-Preis)

Bestellen Sie mit einem Klick:

Oder kaufen Sie direkt vor Ort bei Ihrem Buchhändler

Das Beste von MRR - jetzt im Paperback!

Marcel Reich-Ranicki war ein halbes Jahrhundert lang der erfolgreichste, wirkungsvollste und deshalb auch umstrittenste Literaturkritiker. Das von Thomas Anz herausgegebene Buch ist eine erstmals zusammengestellte Auswahl der wichtigsten und besten Veröffentlichungen Reich-Ranickis zur Gegenwartsliteratur, seiner Entdeckungen und Provokationen, Lobreden und Verrisse, Beiträge zu Debatten und rückblickenden Bilanzen. Der Band vermittelt damit ein Bild der Literatur seit 1945, das anschaulicher und lebendiger kaum sein kann. Und er zeigt erneut: Ohne Marcel Reich-Ranicki wäre das literarische Leben der vergangenen Jahrzehnte sehr viel ärmer gewesen – und erheblich langweiliger.


Originaltitel: Meine deutsche Literatur seit 1945
Originalverlag: DVA
Paperback, Klappenbroschur, 576 Seiten, 12,5 x 20,0 cm
mit Abbildungen
ISBN: 978-3-570-55328-2
Erschienen am  27. März 2017
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

bereichernde Darstellung der Deutschen Literaturgeschichte ab 1945

Von: Melanie

15.06.2018

Eine besonders zu empfehlende Darstellung der Literatur nach 1945, die ebenso unterhaltsam wie interessant zu lesen ist, ist Marcel Reich-Ranickis „Meine deutsche Literatur seit 1945“. Herausgegeben vom Professor für Neuere Deutsche Literatur in Marburg Thomas Anz, ist dies eigentlich genau genommen eine Sammlung von Beiträgen, Essays und Kritiken Reich-Ranickis über die wichtigsten bzw. bedeutendsten Autoren seit dem Jahr 1945. Marcel Reich-Ranicki ist nicht nur aufgrund seines Ansehens als Literaturkritiker bekannt, auch kennt man ihn durch das „Literarische Quartett“, eine Sendung in ZDF und ORF, in welcher Literatur besprochen wurde, bei deren Produktion er in den Jahren 1988 bis 2001 sowie 2005 und 2006 mitwirkte. Geboren in Polen und aufgewachsen in Berlin wird er aufgrund seiner jüdischen Konfession in ein Warschauer Ghetto deportiert. Nach Deutschland kehrt er erst 1958 wieder zurück, wo er auch erstmals als Kritiker einer Tagung der Gruppe 47 beiwohnt – zahlreiche weitere Teilnahmen folgen in den Jahren danach. (Dass er die Zusammenkünfte der Gruppe mitsamt deren Konventionen der Literaturkritik durchaus kritisch betrachtete, ist auch dem zweiten bis vierten Kapitel von „Meine deutsche Literatur seit 1945“ zu entnehmen.) „Solange es eine deutsche Literaturkritik gibt, so lange zweifelt sie an sich selber. Und stellt immer wieder sich selbst in Frage.“ (S.40) Ab 1960 war er als Literaturkritiker bei der Zeit, ab 1973 als Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung tätig. Reich-Ranicki gilt wohl als der prominenteste Literaturkritiker der Bundesrepublik Deutschland, veröffentlichte seine Rezensionen und Essays in zahlreichen Büchern und verfasste schließlich 1999 seine erfolgreiche Autobiographie Mein Leben. 2013 verstarb er im Alter von 93 Jahren in Frankfurt am Main. In seinen Essays und Kritiken, die Thomas Anz in „Meine deutsche Literatur seit 1945“ gesammelt herausgibt, zeichnet Reich-Ranicki jeweils Porträts der ausgewählten Schriftsteller, die für ihn auf die eine oder andere Art und Weise besonders aus der Geschichte der Literatur hervorstechen. Nicht unwesentlich dabei ist mitunter auch das WIE, denn durchaus öfter schlägt ein polemischer Ton durch, wenn er beispielsweise Christa Wolf als „gesamtdeutsche Mahnerin vom Dienst“ bezeichnet, deren Literatur er als „gut gemeint“ und zunehmend „blasser und geschwätziger“ darstellt. (S.462 f.) Sicherlich kann jedem einzelnen der teils auch relativ kurzen Kapitel mitunter auch eine Form der Wertung und Bewertung unterstellt werden, legitimiert durch die Nennung einzelner Werke, Passagen, Aussagen oder anderer Zusammenhänge – sehr oft mit einer Portion Humor und mittels amüsanter Wortwahl und nicht immer ganz ohne einen Funken Sarkasmus. Durchaus interessant ist auch die Anordnung der Essays: der Herausgeber geht dabei chronologisch im Bezug auf die zentralen Thematiken der jeweiligen Essays ein und ordnet die Artikel schließlich inhaltlich chronologisch an, damit auch dem Leser die zeitliche Orientierung bzw. Eingliederung leichter fällt. Die tatsächlichen Daten der Veröffentlichungen mitsamt genauer Quellenangaben findet man im Anhang des Buches nachstehend der Literaturhinweise und der editorischen Notiz. Dieses Werk, das man wohl durchaus auch als „Sammlung“ bezeichnen könnte, ist bestimmt keine Lektüre für Zwischendurch und ist auch weniger dafür geeignet, am Stück gelesen zu werden. Und natürlich ist die Lektüre mancher Kapitel, mancher Essays lediglich dann sinnvoll, wenn man das besprochene Werk kennt, gelesen hat oder sich zumindest dafür interessiert – Ist dies jedoch der Fall, ist eine Lektüre in jeder Hinsicht bereichernd und mitunter durchaus auch ziemlich unterhaltsam! Eine bereichernde Darstellung der Deutschen Literaturgeschichte ab 1945, die ich jedem und jeder, der/die sich mit den Größen der Literatur der Nachkriegszeit befasst, ans Herz legen möchte!

Lesen Sie weiter

Gesammelte Buchsprechungen

Von: Sabrina

19.06.2017

Der Titel ist das Programm. In diesem Band finden wir Essays von Marcel Reich-Ranicki zu Literatur nach 1945. Marcel reich-Ranicki zu bewerten ist ziemlich schwer, fast unmöglich. Man kann sich einfach auf die Texte einlassen und sich unterhalten fühlen von der Art Reich-Ranickis mit den Texten und Werken umzugehen. Oftmals nimmt er kein Blatt vor den Mund, er ist kritisch und pflückt alles auseinander, webt aber auch alles in den großen gesamten Kontext in Bezug auf Politik und Weltgeschehen. Mich hier zum Schreibstil zu äußern ist vermessen. Ich denke, da muss man den Namen einfach für sich sprechen lassen. Es ist interessant Werke und Texte besprochen zu sehen, die man vielleicht selber schon gelesen hat und wie er darauf eingeht – besprochen werden Größen wie Günter Grass, Heinrich Böll, Martin Walser und Christa Wolf. Ein schönes Stück Literatur zum nachschlagen, schmökern und immer wieder lesen!

Lesen Sie weiter
Alle anzeigen

Vita

Thomas Anz

Thomas Anz, Jahrgang 1948, ist Professor für Neuere Deutsche Literatur in Marburg und verfasste neben wissenschaftlichen Arbeiten zahlreiche Literaturkritiken und Essays für Zeitung und Rundfunk. Seit 1999 ist er Herausgeber der ersten Zeitschrift für Literaturkritik im Internet. Er veröffentlichte u.a. „Franz Kafka“ (1989), „Literatur und Lust“ (1998), „Literatur des Expressionismus“ (2002), „Handbuch Literaturwissenschaft“ (2007) sowie „Marcel Reich-Ranicki“ (2004). 2010 gründete er die „Arbeitsstelle Marcel Reich-Ranicki für Literaturkritik in Deutschland“ an der Universität Marburg.

Zur HERAUSGEBERSEITE

Marcel Reich-Ranicki

Marcel Reich-Ranicki, Professor, Dr. h.c. mult., wurde 1920 in Wloclawek an der Weichsel geboren und wuchs in Berlin auf. Von 1960 bis 1973 war er ständiger Literaturkritiker der »Zeit« und leitete von 1973 bis 1988 die Redaktion für Literatur und literarisches Leben der »FAZ«. Er verstarb 2013 in Frankfurt am Main.

Zur AUTORENSEITE

Links

Weitere Bücher der Autoren