Metamorphose am Rande des Himmels

Roman

(4)
Paperback
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Verträumt, poetisch, einzigartig

Ich heiße Tom »Häma-Tom« Cloudman. Man sagt, ich sei der schlechteste Stuntman aller Zeiten. Ganz falsch ist das nicht. Ich bin außergewöhnlich ungeschickt und laufe ständig überall gegen. Ich beneide die Vögel um ihre Freiheit, vielleicht schaue ich zu oft zu ihnen hoch. Schon auf dem Schulhof zog ich Rollschuhe an, um fliegen zu üben. Ich raste auf einem alten Skateboard das Schuldach hinunter und wedelte dabei heftig mit Pappflügeln. Aber ich flog nicht hoch, sondern immer nur auf die Nase. Nachts klettere ich eine Leiter hoch, öffne eine knarrende Falltür und bin auf dem Dach. Ich traue meinen Augen kaum. Eine gigantische Voliere! Ein Federnpalast! Alle erdenklichen Rottöne entflammen die Nacht. Eine Frauengestalt sitzt auf einer Schaukel: Ein hautenger Federanzug schmiegt sich an ihren Körper. Ich verspüre den unwiderstehlichen Drang, sie zu berühren. Die Vogelfrau streckt die Arme seitlich aus, geht in die Knie, drückt das Kreuz durch und stößt sich vom Boden ab. Sie schlägt elegant mit den Flügeln. Die Vogelfrau kreist einmal über mir, dann kommt sie wieder zu mir herabgeschwebt: »Möchten Sie fliegen lernen, Tom Cloudman?«

"Mathias Malzieu ist ein Geschichtenerzähler von der stillen, poetischen Sorte - und ein großer Sprachspieler."

NDR Kultur (02. Oktober 2013)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Französischen von Sonja Finck
Originaltitel: Metamorphose en bord du ciel
Originalverlag: Flammarion, Paris 2011
Paperback , Klappenbroschur, 160 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-570-58520-7
Erschienen am  26. August 2013
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Wenn die Liebe Flügel verleiht

Von: Grenzenlos

12.01.2019

Wenn Malzieu eine Geschichte erzählt, kann man sicher sein, dass sie von Liebe und Fantasie nur so überquillt. Nicht anders ist es in der Geschichte des Stuntman Tom, der den Traum vom Fliegen nicht aufgibt. Die Geschichte hat einen traurigen Beigeschmack, was aufgrund des Themas nicht vermeidbar ist. Man vergisst den Tod in Form der roten Beete nie. Mir kommt vor, das Buch ist ernster, als seine anderen, hat weniger phantastische Elemente, ist aber trotzdem wunderbar skurril und verzaubernd. "Fliegen" eignet sich wunderbar für tolle Metaphern, für die Malzieu so berühmt ist. Seine sprachlichen Bilder sind unvergleichbar. Die Geschichte plätschert an manchen Stellen leider ein bisschen vor sich hin und es fehlt an Spannung. Das Buch ist sehr kurz und doch hab ich länger gebraucht, da ich nicht immer nach Unterbrechung der Lektüre sofort wissen wollte, wie es weitergeht. Der leisen Schönheit des Gesamtwerkes tut dies aber keinen Abbruch. Malzieu hat wieder wunderbare Figuren kreiert, deren Unmöglichkeit zu existieren so selbstverständlich dargestellt wurde, als ob es das Normalste überhaupt sei. Malzieu verflechtet gekonnt Realität mit Phantastik und spielt mit den Möglichkeiten der Fantasie. Der Wunsch dem gegenwärtigen Zustand zu entkommen, zieht sich durchs ganze Buch. Die Metamorphose zur Freiheit ist das Ziel. Einem Vogel wird ein gewisser Grad an Freiheit zugesprochen. Wer hat sich noch nicht gewünscht ein Vogel zu sein und einfach wegfliegen zu können, zu Orten, die unerreichbar scheinen. Tom hat Krebs und will ihm natürlich entfliehen, damit sein Traum vom Fliegen wahr wird. Fazit Wiedermal eine traurigschöne Geschichte, die mit einer bildhaften Sprache und schönen Metaphern über das Leben überzeugt. Zwischendurch fehlt es zwar an Spannung und es kommt einem langwierig vor, jedoch machen die Liebe und die Fantasie alles wieder wett. Malzieu versteht die Liebe auf eine besondere Art und Weise, er versteht es vor allem sie wundervoll in Worten auszudrücken.

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Verwandlung durch Liebe: Metamorphose am Rande des Himmels

Von: charlisabeth

08.06.2015

Bereits als kleiner Junge wollte Tom Cloudman nichts anderes als Fliegen zu können, schon immer unterhielt er seine Mitmenschen mit seinen waghalsigen, jedoch zum Scheitern verurteilten, Flugversuchen. Welche Laufbahn käme da eher infrage als die eines Stuntmans? Doch Tom ist und bleibt ein Tollpatsch mit erhöhter Verletzungsgefahr, ein wirklicher Stuntman kann er so nicht werden. Deshalb bricht er komplett aus der Normalität aus und baut sich sein eigenes, rollendes Fortbewegungsmittel, einen Sarg, mit welchem er von Ort zu Ort ziehen kann, um seine risikoreichen Flugversuche zum Besten zu geben. Schon bald gehören für seine Zuschauer die Bruchlandungen mit zu Toms Kunststücken, dessen Gesundheit leidet jedoch mit jedem Absturz mehr. Er will es aber nicht wahrhaben, weder sein zunehmendes Alter, noch dass sein Traum vom Fliegen unmöglich ist und verletzt sich bei einem missglückten Stunt so sehr, dass er ins Krankenhaus eingeliefert wird. Dort fühlt er sich eingeengt und die tödliche Diagnose raubt ihm den Atem - bei einem Fluchtversuch trifft Tom dann auf die schöne Endorphina, die ihm ein ungewöhnliches Angebot macht. Mathias Malzieu hat eine ganz eigene, zauberhafte Prosa, welche auch in seinem märchenhaften Roman „Metamorphose am Rande des Himmels“ bildhafter und reicher an originellen Metaphern nicht sein könnte. (...) Mathias Malzieu hat mit „Metamorphose am Rande des Himmels“ eine phantastische Liebesgeschichte geschrieben. Tom Cloudman kann nur durch die Liebe zur Vogelfrau Endorphina (deren Name wie der des Protagonisten symbolträchtiger nicht sein könnte, so verheißungsvoll und glücksbringend ist sie) eine Verwandlung durchmachen und so geheilt ein neues Leben beginnen. Endorphina hingegen riskiert bewusst den Verlust von Tom, nur um ihm so das Leben zu retten und ihm seinen Lebens- und Herzenswunsch zu erfüllen. Auch in einer zauberhaften Welt wie dieser, welche Malzieu bildgewaltig vor dem Leser ausbreitet, ist niemand vor dem Tod gefeit. So kann nur die Kraft der Liebe den Tod besiegen und ihn in der größtmöglichen Metapher als Verwandlung in etwas Neues überwinden. „Metamorphose am Rande des Himmels“ ist ein wunderschöner, kleiner Roman, dessen ebenso liebevolle wie zauberhaft-phantastische Welt einen als Leser lange nicht mehr loslässt. Ein kurzweiliges Vergnügen ist es, in Malzieus metaphernreicher, ganz einzigartiger Prosa zu versinken - eine eigenwillige literarische Stimme, deren Nähe zum Märchen einer verwunschenen Rarität gleichkommt. Benjamin Lacombes Illustrationen übersetzen dabei den Zauber von Mathias Malzieus Prosa in eine ebenso märchenhafte Optik.

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Vita

Mathias Malzieu, geboren 1974 in Montpellier, ist Frontmann der französischen Kultband "Dionysos" und hat bereits mehrere Bestseller geschrieben. Er ist ein Meister im Erfinden von einzigartigen romantischen Traumwelten. Die Mechanik des Herzens wurde zum internationalen Überraschungsbestseller. Zuletzt erschien von ihm bei carl's books Der kleinste Kuss der Welt.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

"Unterhaltsamer Stoff, fantasievoll und poetisch."

Münchner Merkur (25. Januar 2014)

"Einfach schön."

Wege - Das Magazin zum Leben (01. Dezember 2013)

Weitere Bücher des Autors