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Seelenfänger Roman

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Paperback, Broschur ISBN: 978-3-453-52970-0

Erschienen: 08.10.2012
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: eBook (epub)

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Zacharias Calm hat die besondere Gabe, mit dem Bewusstsein anderer Menschen in Kontakt treten zu können. Als sich seltsame Todesfälle ereignen, bei denen die Opfer ins Koma fallen und kurz darauf sterben, ist sich Zacharias sicher, dass er es mit einer Verbrechensserie zu tun hat, die auf ein und denselben Täter zurückzuführen ist. Zusammen mit der hübschen Wissenschaftlerin Florence begibt sich Zacharias auf die gefährliche Reise in die geistigen Welten der Komapatienten. Doch was ihn dort erwartet, übertrifft seine schlimmsten Befürchtungen ...

REIHENFOLGEINFO ANDREAS BRANDHORST

Der Kantaki-Zyklus

Weitere Werke

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Andreas Brandhorst (Autor)

Andreas Brandhorst, geboren 1956 im norddeutschen Sielhorst, hat mit seinen Romanen die deutsche Science-Fiction-Literatur des letzten Jahrzehnts entscheidend mitgeprägt. Mit dem erfolgreichen „Kantaki“-Zyklus – bestehend aus „Diamant“, „Der Metamorph“, „Der Zeitkrieg“, „Feuervögel“, „Feuerstürme“ und „Feuerträume“ - gelang ihm Anfang der 2000er Jahre der Durchbruch. Seither sind spektakuläre Zukunftsvisionen verbunden mit einem atemberaubenden Thrillerplot zu seinem Markenzeichen geworden. Außerdem liegen von ihm die Mystery-Thriller "Äon", "Die Stadt" und "Seelenfänger" vor. Andreas Brandhorst hat viele Jahre in Italien gelebt und ist inzwischen in seine alte Heimat in Norddeutschland zurückgekehrt.

ORIGINALAUSGABE

Paperback, Broschur, 640 Seiten, 13,5 x 20,6 cm

ISBN: 978-3-453-52970-0

€ 14,99 [D] | € 15,50 [A] | CHF 20,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Heyne

Erschienen: 08.10.2012

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Gibt es die EINE Realität?

Von: Barbara Wenzler Datum: 04.11.2014

Zacharias leidet unter ALS, sitzt im Rollstuhl und kann sich nur noch über die Augen verständigen. Jedoch hat er eine besondere Fähigkeit, die ihn zu einem Traveller macht, sogar den Besten unter ihnen. Traveller sind besonders begabte Menschen, die unterstützt von einer Droge mit dem Bewusstsein seelisch kranker Patienten Kontakt aufnehmen können. Sie dringen in deren Geist ein und dort sind sie dann in der Lage, ein Trauma aufzuspüren, es zu zerstören und so das kranke Bewusstsein zu behandeln und zu heilen.

Begleitet wird Zacharias bei dieser Aufgabe von der Therapeutin Florence, die durch eine Computerverbindung zum einen immer die Daten des Patienten im Auge hat und zum anderen dafür sorgt, dass Zacharias nicht zu übermütig wird und sich nicht in den Traumwelten des jeweiligen Patienten verliert. Denn nur dort fühlt sich Zacharias lebendig, kann er sich frei bewegen und sprechen und die Versuchung ist groß, zu lange dort zu verweilen.

Als ein anderer Traveller nicht mehr aus dem Bewusstsein eines wichtigen Patienten zurückkehrt und in ein tiefes Koma fällt, machen sich Zacharias und Florence auf den Weg, um ihn zu finden und wieder zu befreien. Doch ihr Eintritt in die mentalen Welten des Patienten werden zu einer hochgefährlichen Mission, denn dort wartet schon ein Gegner auf sie, der nur auf sie gewartet hat und der ganz eigene Vorstellungen von der Realität hat: der Seelenfänger


Den für mich so faszinierend bildhaften Schreibstil des Autors kenne ich nun schon von seinen anderen Büchern und gleich am Anfang haben mich auch hier wieder die traumhaft unwirklich wirkenden Szenen und Beschreibungen, wie Zeitlupenaufnahmen, Splitter eines Kronleuchters, die im Raum stehenblieben u. ä. so gepackt, dass mein Kopfkino sofort wieder angesprungen ist und die Geschichte auf mich eine besonders intensive und surreale Atmosphäre ausstrahlte.

Denn wir treten gleich am Anfang gemeinsam mit dem Traveller Zacharias in die Bewusstseinswelt eines Patienten ein, um dort herauszufinden, warum dieser einen Selbstmordversuch unternommen hatte. Diese Welt wirkt wie eine virtuelle Realität oder wie ein seltsam echter Traum mit Häusern, Straßen und Menschen, zwischen denen man herumläuft. Zach muss dort nun das richtige Haus, die richtige Tür finden, um das Problem des Patienten zu finden und handeln zu können. Doch dies ist nicht immer ungefährlich, denn der Patient wehrt sich gegen das Eindringen und so muss Zacharias sich auch gegen Angriffe wappnen, deren Verletzungen ihm tatsächliche Schmerzen bereiten. Dies wird gleich sehr spannend beschrieben und man bekommt eine Ahnung davon, dass die gedanklichen Bewusstseinsebenen vielleicht doch nicht so leicht zu kontrollieren sind und einige Gefahren bergen.

Denn je weiter die Geschichte später voranschreitet, desto mehr verirrt man sich auch als Leser in den verschiedenen Realitäten. Auf der Suche nach dem verschollenen Kollegen geraten Zacharias und Florence in immer gefährlichere Welten und Bewusstseinsrealitäten. Sie treffen auf unterschiedliche Charaktere in phantastischer Umgebung und dringen immer tiefer dort ein, so dass sie und auch wir Leser irgendwann nicht mehr sicher sind, welche Realität, welche Wahrheit und welche Gedanken überhaupt die richtigen sind. Ständig verfolgt wird Zacharias dabei vom Seelenfänger, der ihm ein freies Leben in einer Realität verspricht, wie der Traveller sie sich immer erträumt hat, denn natürlich ist es für Zacharias eine große Versuchung, ein gesundes und bewegliches Leben zu führen, vor allem, wenn man keinen Unterschied zwischen den Realitäten verspürt. Doch welche Realität ist überhaupt die echte, wenn jeder Einzelne dies von seiner eigenen Welt glaubt? Gibt es überhaupt die EINE Realität oder gibt es ganz viele davon? Und wer ist der Seelenfänger, der Zacharias und viele andere Menschen bedroht und für seine Zwecke benutzen will? Oder will er sie vielleicht doch befreien?

Zacharias weiß bald nicht mehr, wem er trauen kann, denn auch Maschinenintelligenzen beanspruchen die Realität für sich und mischen sich ins Geschehen ein, ebenso die Organisation, für die Zacharias arbeitet. Und so strudelt man als Leser ständig hin und her und das Gehirn verknotet sich immer mehr bei der Frage nach der echten und wahren Realität. Ich wusste irgendwann nicht mehr, woran ich glauben sollte, denn wie man es auch drehte und wendete, es könnte alles möglich sein, je nachdem wer einem seine persönliche Wahrheit erzählte.

Obwohl die Geschichte sehr verwirrend war, konnte ich mich sehr gut auf sie einlassen und mich durch die Realitäten treiben lassen. Dafür sorgten der bild- und gedankenreiche Schreibstil, die spannenden Szenen und interessanten Charaktere und vor allem auch die spannenden Fragen nach der subjektiven Wahrnehmung von Realität und der möglichen Fähigkeit, mit seinen Träumen und Gedanken ganze Welten zu bauen und nach eigenen Wünschen zu gestalten.

Das Buch ist sehr spannend und fesselnd erzählt und bietet dabei viel zum Nachdenken und Spekulieren und gibt am Ende großen Spielraum für eigene Interpretationen und Vorstellungen, die sich sogar, je länger ich mich damit beschäftigt habe, im Nachhinein auch immer wieder änderten und ergänzten. Für mich ist es wieder einmal ein Buch, mit dem ich mich gedanklich noch eine ganze Weile beschäftigen kann und das deshalb noch lange hängenbleiben wird. Man sollte sich bei dieser Geschichte aber nicht vor offenen Fragen fürchten, sondern Spaß daran haben, sich in unwirkliche und vielleicht auch mal unerklärliche Welten zu begeben und seiner Fantasie freien Lauf zu lassen.

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