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Wenn alte Geheimnisse ans Licht kommen, wirst du sterben

Während seiner ersten Wochen als junger Detective wird Cormac Reilly zu einem heruntergekommenen Landhaus gerufen. Dort findet er zwei stille, vernachlässigte Kinder vor – die 15-jährige Maude und den 5-jährigen Jack. Ihre Mutter liegt tot und der Verwesung nahe im ersten Stock. Ihr Tod wird nie aufgeklärt.

Zwanzig Jahre später hängt Reilly seine Karriere als Detective in Dublin an den Nagel und kehrt nach Galway zurück. Nun kehren auch die Erinnerungen an Maude und Jack zurück und verfolgen ihn. Was verbindet einen kürzlich begangenen Selbstmord mit dem schon Jahre zurückliegenden Tod der Frau? Und wem kann Reilly von seinen neuen Kollegen wirklich vertrauen?

»Mit liebenswerten, interessanten Charakteren und süffigen Dialogen. Ein Buch, das man so schnell nicht mehr aus der Hand legen mag.«

Buchkultur (AT) (18. Oktober 2019)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Englischen von Heike Holtsch
Originaltitel: The Ruin
Originalverlag: Sphere
Paperback , Klappenbroschur, 464 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-453-42261-2
Erschienen am  12. August 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Galway, Irland

Die Cormac-Reilly-Serie

Leserstimmen

Ein solider Reihenauftakt mit einigen kleinen Schwächen

Von: Büchermonster

21.05.2020

Cormac Reilly hat als Polizist eine fast schon makellose Karriere hingelegt: aufgewachsen in der irischen Hafenstadt Galway hat er sich im Verlauf von rund zwei Jahrzehnten vom unerfahrenen Frischling zum angesehenen Detective Inspector hochgearbeitet und es in Dublin sogar in den elitären Kreis einer Anti-Terror-Einheit geschafft. Auf dem vorläufigen Höhepunkt seiner Laufbahn tritt Reilly dann aber aus eigenem Antrieb auf die Bremse und zieht aus Liebe zu seiner Lebensgefährtin Emma, die als Biologin eine äußerst renommierte Stellung an der Universität von Galway angeboten bekommen hat, zurück in seine Heimat, um selbst eine Position bei der örtlichen Polizeistation anzunehmen. Dort soll der Elite-Polizist seine Qualifikation und Erfahrung gewinnbringend einsetzen und dazu beitragen, die Dienststelle weiterzuentwickeln, doch die Realität sieht für Reilly nach seiner Rückkehr eher trist aus: statt an aktuellen Fällen mitzuarbeiten soll sich der Detective Inspector erst einmal langsam mit alten, ungelösten und oft hoffnungslosen Fällen einarbeiten und wird als Ermittler aus der Hauptstadt zudem von seinen neuen Kollegen kritisch beäugt. Von Dublins Spezialeinheit zurück zur Kleinstadt-Polizei Cormac Reilly scheint sich also ein Schicksal mit seinem literarischen Polizeikollegen Carl Mørck von Jussi Adler-Olsens Sonderdezernat Q zu teilen, der sich stets in seinem Kopenhagener Kellerarchiv durch verstaubte Fallakten kämpfen muss. Während der arbeitsscheue Mørck sein Exil aber oft nutzt, um unbeobachtet eine ruhige Kugel zu schieben, fühlt sich Reilly massiv unterfordert und es wachsen vermehrt Zweifel an seiner Entscheidung, seine Karriere für seine Beziehung zurückzustellen – zumal Emma in ihrem neuen Job voll aufgeht und bei den vielen Überstunden kaum noch Zeit für gemeinsame Stunden bleibt. Erst als der vermeintliche Suizid eines jungen Mannes immer mehr Fragen aufwirft, wird Reilly von seinem Vorgesetzten von der Leine gelassen und darf endlich ermitteln. Das aber auch hauptsächlich nur, weil er den Verstorbenen persönlich kannte, denn 20 Jahre zuvor hatte Reilly den damals fünfjährigen Jack gemeinsam mit dessen 15-jährigen Schwester Maude verwahrlost in einem heruntergekommenen Landhaus im Nirgendwo aufgefunden – neben der Leiche ihrer Mutter, die zuvor an einer Überdosis Heroin gestorben war… Sympathischer Ermittler mit Entwicklungspotenzial In ihrem Debütroman „Todesstrom“ führt die studierte irische Anwältin Dervla McTiernan einen zumindest auf den ersten Blick recht angenehmen neuen Ermittler ein: Cormac Reilly hat – im Gegensatz zu vielen seiner Genre-Kollegen – keine großen Laster, keine familiäre Tragödie im Lebenslauf, auch als erfahrener Elite-Polizist aus der Großstadt keine Allüren und steckt sogar zugunsten seiner Lebensgefährtin die eigenen Interessen zurück, obwohl es für ihn selbst einen großen beruflichen Rückschritt bedeutet. Dadurch erscheint Reilly gleich sympathisch und auch sein sensibler Umgang mit Kollegen und Zeugen sorgt für einen positiven ersten Eindruck. Allerdings wirkt der irische Ermittler in seinem ersten Auftritt manchmal auch ein wenig glatt – nicht wirklich langweilig, aber ein bisschen mehr Persönlichkeit würde dem Detective Inspector gut zu Gesicht stehen. Es ist zwar an vielen Stellen durch immer wieder kleine Andeutungen spürbar, dass die Autorin in ihrem ersten Buch noch nicht zu viel über ihren Protagonisten erzählen will, etwas mehr Profil wäre aber dennoch schön gewesen – auch weil Reilly seine angepriesenen Ermittlerfähigkeiten als ehemaliges Mitglied einer Anti-Terror-Einheit noch nicht wirklich unter Beweis stellen kann, denn dafür wirken viele Entwicklungen des Falls häufig ein bisschen zufällig und sind nicht immer unbedingt auf die Anstrengungen der Hauptfigur zurückzuführen. Zu viel unnötiges Drumherum ohne echten Mehrwert Überhaupt kann man „Todesstrom“ des Öfteren anmerken, dass es sich um ein Romandebüt handelt. Das zeigt sich besonders an den Nebenhandlungen, die für sich genommen alle etwas unausgegoren erscheinen. Während es bei der offenbar durchaus bewegten Vergangenheit von Cormac Reillys Lebensgefährtin Emma noch recht offensichtlich ist, dass diese Beziehung erst in späteren Bänden näher ausgearbeitet werden soll und die gelegentlichen Anspielungen eher als kleine Teaser fungieren, gilt diese Erklärung nicht unbedingt für die Nebenkriegsschauplätze auf der Polizeidienststelle Galways: hier eine etwas befremdlich wirkende Geschichte um einen Polizisten, dessen Schwester vermisst wird, dort Anzeichen für unlautere Verwicklungen mancher Ermittler in kriminelle Machenschaften. Gekrönt wird dies jedoch von den Ermittlungen in einer Reihe von Verbrechen, die sich in den USA abgespielt haben und deren Tatverdächtiger nun in Irland aufgetaucht ist: dieser Fall, der vom kriminellen Ausmaß fast schlimmer scheint als die Haupthandlung dieses Buches, läuft recht lieblos nebenher und wird völlig willkürlich immer wieder eingestreut, ohne dass dessen Mehrwert für die eigentliche Geschichte ersichtlich wird. Ein solider Reihenauftakt mit einigen kleinen Schwächen Das ist schade, denn die Kern-Ermittlung dieses Erstlings ist eigentlich sehr solide erzählt – kein spektakulärer Fall, der durch Mark und Bein geht, aber eine Story, die durchaus gut ausgearbeitet ist und ein ordentliches Spannungsniveau bietet. Auch die Entscheidung, die Geschichte aus zwei verschiedenen Perspektiven zu erzählen (zum einen die polizeiliche Ermittlung durch Cormac Reilly, zum anderen die privaten Nachforschungen der Freundin des vermeintlichen Suizid-Opfers) erweist sich als guter Kniff, der nochmal etwas mehr Abwechslung in die Handlung bringt und vor allem auch die menschliche Ebene in diesem Fall verdeutlicht. Es ist mehr das Drumherum, was hier störend auffällt oder zumindest einen schalen Beigeschmack hinterlässt und alles in allem den Eindruck erweckt, dass weniger letztlich mehr gewesen wäre – weniger Störgeräusche rund um die zentrale Ermittlung, stattdessen vielleicht noch etwas mehr Lokalkolorit, denn das kulturell und landschaftlich spannende Galway (sicherlich nicht ohne Grund Europas Kulturhauptstadt 2020) dürfte noch weitaus mehr zu bieten haben, als Dervla McTiernan hier ihren Leser*innen zeigt. Trotz aller Kritik ist „Todesstrom“ insgesamt jedoch ein guter Kriminalroman mit einem sympathischen Protagonisten, der Auftakt dieser neuen Reihe lässt für die Folgebände in mehreren Bereichen aber noch Luft nach oben.

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Spannend, aber am großen Thema gescheitert

Von: Constanze Matthes

11.05.2020

Cormac Reilly ist noch ein Greenhorn, als er als junger Polizist kurz nach seiner Ausbildung an der Akademie zu einem Einsatz gerufen wird. In einem völlig verwahrlosten Haus entdeckt der Detective eine tote, an einer Überdosis verstorbenen Frau – und ihre beiden Kinder Maude und Jack. Der Junge ist verletzt und wird von Cormac mit seiner Schwester in ein Krankenhaus gebracht, aus dem das Mädchen jedoch spurlos verschwindet. Gut 20 Jahre später wird Reilly erneut mit dem einstigen, düsteren Fall konfrontiert. Denn Jack, nunmehr ein erwachsener Mann, wird tot im Fluss gefunden. Mit Reilly führt die irische Schriftstellerin Dervla McTiernan einen neuen, eher unscheinbaren Ermittler in die Krimi-Welt ein. Nach seinem Aufstieg zum Special Detective in der in Dublin ansässigen Anti-Terror-Einheit führen seine Wege ihn nach einigen Jahren wieder zurück nach Galway, dort wo seine Karriere begonnen hat. Er wird mit alten, ungelösten Fällen, sogenannten Cold Cases, betraut. Galt der Tod Jacks zuerst als Selbstmord, nimmt die Polizei schließlich doch die Ermittlungen auf, Reilly soll parallel dazu die damaligen Umstände rund um die tote Mutter, die sich als sterbenskranke Alkoholikerin nicht um ihre Kinder gekümmert hat, aufklären. Bereits vor Jacks Tod ist indes Maude nach all dieser Zeit plötzlich wieder aufgetaucht und wird verdächtigt. Reilly sieht sich nicht nur mit einem verzwickten Fall konfrontiert. Er hat das ungute Gefühl, von seinen neuen Kollegen schikaniert zu werden, die Gerüchte in die Welt streuen und ihm wichtige Informationen und Beweise vorenthalten. Der erfahrene Ermittler, dessen Frau Emma erfolgreich als Wissenschaftlerin arbeitet, ist noch immer ehrgeizig, bodenständig und loyal und erscheint somit sympathisch. Sein Kampf gegen Windmühlen wird belohnt: Nach und nach bringt er Licht ins Dunkel und erhält erschütternde Einblicke in den langjährigen Missbrauch von Kindern, hinter dem ein menschenverachtendes System aus aktiven Tätern und Helfern sowie passiven Beobachtern steckt. In vielen Passagen findet sich denn auch die Kritik an den überforderten beziehungsweise hilflosen Behörden, die den Kindern nicht helfen oder helfen wollen. Mit diesem brisanten Thema, den Missbrauchs-Skandalen in der katholischen Kirche in Irland und deren furchtbaren Folgen, bringt die Autorin Tiefe in ihr Debüt, wenngleich sie sich diesem Hintergrund weit ausführlicher hätte widmen können. McTiernan schürft nur an der Oberfläche und füllt hingegen mit zwei weitere Fälle die Handlung auf, die dadurch etwas überfrachtet wirkt: Die Schwester von Danny, Cormacs Kollege, wird vermisst. Zudem wird ein junges Mädchen vergewaltigt und ermordet. Während der eine Fall letztlich mit Jacks Tod zu tun hat, bleibt der andere noch ungelöst und dient womöglich als Cliffhanger, der das Interesse auf den nächsten, im Frühjahr 2021 erscheinenden Band mit dem Titel „Die Gelehrte“ wecken soll. Der Autorin gelingt es indes sehr gut, Jacks nächste Hinterbliebenen zu gestalten. Mit dessen Freundin Aisling sowie Maude stehen neben den Ermittlern zwei sehr starke Frauenfiguren im Fokus, deren Verlust und Trauer berührend geschildert wird. Sie glauben nicht an einen Selbstmord Jacks und nehmen eigene Ermittlungen auf. Damit setzen sie die Polizei, die zuerst wenig Interesse an einer Aufklärung an den Tag legt, unter Druck. McTiernan, 1977 in Cork/Irland geboren und heute im australischen Perth mit ihrer Familie zu Hause, arbeitete nach ihrem Studium zunächst als Anwältin. Eine Geschichte, die sie für einen Schreibwettbewerb verfasste, inspirierte sie zu ihrem Erstling. Ihr Roman ist zwar durchaus spannend zu lesen, auch enthält er atmosphärische Szenen und lebendige Dialoge, doch für ein Buch mit Nachhall fehlt ihm auch sprachlich das gewisse Extra, so dass „Todesstrom“ letztlich leider nur Durchschnitt bleibt.

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Vita

Dervla McTiernan wurde in Cork, Irland, in eine siebenköpfige Familie geboren. Sie hat Firmenrecht an der National University of Ireland in Galway und bei der Anwaltskammer von Irland studiert, und zwölf Jahre lang als Anwältin gearbeitet. 2015 hat sie eine Geschichte für den Sisters in Crime Scarlet Stiletto Wettbewerb eingeschickt und wurde dabei in die engere Wahl genommen. Dies inspirierte sie, die Krimireihe um Inspector Cormac Reilly zu schreiben. Sie lebt mit ihrem Ehemann und zwei Kindern in Perth.

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Pressestimmen

»Todesstrom ist ein ganz großer Wurf.«

Doppelpunkt, September-Ausgabe (18. Oktober 2019)

»Ruhiger, dafür umso spannenderer Krimi mit einem sehr sympathischen Ermittler – ein perfektes Debüt!«

Mainhattan Kurier (01. Oktober 2019)

»Ein komplexes Geflecht finsterer Geheimnisse. Perfekt für Fans von Tana French.«

Karen Dionne, Autorin von "Die Moortochter" (25. Juni 2019)

»Ein Pageturner über Korruption, Vertuschung und kriminelle Verschwörungen. Die Handlung ist ebenso bewegend wie rasant.«

Val McDermid (16. Mai 2019)

»Ein starker Erstling. Den Namen Dervla McTiernan wird man sich merken müssen.«

Publishers Weekly (25. Juni 2019)

»Ein neuer Stern am irischen Krimihimmel.«

Irish Independent (25. Juni 2019)

»Irland erlebt momentan eine Welle von neuen und unglaublich guten Krimiautorinnen. Dervla McTiernan ist eine großartige Ergänzung dieser wachsenden Szene.«

Lit Hub (16. Mai 2019)

»Todesstrom erschafft die düstere und fesselnde Atmosphäre eines Schauerromans und zeigt dabei gut konstruierte Polizeiarbeit. Die Atmosphäre hat mich gefesselt, genau wie die komplex und genial ausgearbeiteten Charaktere Aisling und Maude.«

Flynn Berry (16. Mai 2019)

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