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Todschick Edle Labels, billige Mode – unmenschlich produziert

Kundenrezensionen (6)

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Paperback, Klappenbroschur ISBN: 978-3-453-60322-6

Erschienen: 10.11.2014
Dieser Titel ist lieferbar.

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Mode und Moral – warum teuer nicht gleich fair bedeutet

Es ist ein verhängnisvoller Irrtum: Wenn wir Markenmode kaufen, glauben wir, der höhere Preis sei durch eine bessere Qualität gerechtfertigt – auch bei den Produktionsbedingungen. Für die Edelmarken sterben doch bestimmt keine Textilarbeiterinnen in Bangladesch ... Falsch! Auch teure Modelabels lassen ihre Ware unter erbärmlichsten Bedingungen fertigen. Hauptsache billig, selbst wenn es Menschenleben kostet. Ein Buch über das dunkle Geheimnis edler Modemarken – Anklage und Hoffnung zugleich, denn wir können die Textilfirmen zu verantwortlichem Handeln zwingen!

Gisela Burckhardt (Autorin)

Gisela Burckhardt, entwicklungspolitische Expertin und Vorstandsvorsitzende von FEMNET, war viele Jahre im Auslandseinsatz in Nicaragua, Pakistan und Äthiopien, unter anderem für das Entwicklungsprogramm der UNO (UNDP) und für die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Seit fast 15 Jahren setzt sie sich im Rahmen von FEMNET und der Kampagne für Saubere Kleidung (CCC – Clean Clothes Campaign) für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie weltweit ein.

ORIGINALAUSGABE

Paperback, Klappenbroschur, 240 Seiten, 13,5 x 20,6 cm

ISBN: 978-3-453-60322-6

€ 12,99 [D] | € 13,40 [A] | CHF 17,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Heyne

Erschienen: 10.11.2014

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Erschütternd...

Von: warmerSommerregen Datum: 06.02.2017

https://warmersommerregen.wordpress.com/

Von den schlechten Arbeitsbedingungen in Ländern wie Bangladesh dürfte mittlerweile jeder bereits gehört haben. Spätestens nach Rana Plaza waren die fatalen Bedingungen der Sweatshops schließlich in aller Munde - doch hat, wie von zahlreichen Unternehmen angekündigt, eine Verbesserung stattgefunden?
Noch immer neigen wir dazu, teureren Marken eher unser Vertrauen zu schenken und die schlechten Arbeitsbedingungen und mangelhaften Sicherheitsstandarts auf Billigproduzenten zu schieben. Doch ist dies leider auch heute noch ein unglaublicher Trugschluss.
Gisela Burckhardt hat viele Recherchen betrieben und zeigt nun in ihrem Buch auf erschreckende Weise, wie wenig sich trotz der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit nach Rana Plaza getan hat. Dabei geht sie ungeschönt auf die zahlreichen Probleme ein, zeigt die Geschichte von Betroffenen und lässt sie zu Wort kommen, nennt Firmen beim Namen und erklärt, worauf man als Konsument achten kann.

"Pro Kopf kauft eine Deutsche jährlich rund 14 Kilogramm Kleidung (das sind z.B. 23 Jeans oder 140 T-Shirts) und entsorgt in den Altkleidermüll wiederum neun Kilogramm (das sind z.B. 15 Jeans oder 90 T-Shirts). So landen jedes Jahr 750.000 Tonnen Altkleider in den Sammelcontainern, was Einnahmen von 375 Mio. Euro bedeutet." (S.166) Für mich war beim Lesen nicht nur erschreckend, wie die Bedingungen in den produzierenden Ländern sind, sondern auch wie sorglos in Deutschland mit Kleidung umgegangen wird. Es ist schier unglaublich, wie viel Kleidung unter Verletzung der grundlegendsten Rechte und Gefährdung der Gesundheit produziert wird, nur um kurz darauf in die Mülltonne zu wandern.
Äußerst interessant waren für mich auch die abwechslungsreichen Darstellungen, welche beispielsweise die Preiszusammensetzung eines T-Shirts von H&M für 4,95€, bei dem der Lohnanteil lediglich 2,6% beträgt, verdeutlichen. (S.201) Ebenso tragen Fotografien oder Steckbriefe dazu bei, dass die Lektüre niemals langweilig wird. Darüber hinaus ist der Schreibstil sehr packend und keineswegs trocken oder ermüdend, obwohl zahlreiche Informationen genannt werden.
Meines Erachtens sind außerdem die Recherche-Ergebnisse zu verschiedenen Fabriken, den dort herrschenden Bedingungen und Standarts sowie den jeweiligen Einkäufern, in verschiedene Preissegmente gegliedert, höchst interessant. So erhält man einen guten Einblick und weiß mit Beteuerungen großer wie auch kleinerer Firmen, von solchen menschenverachtenden Praktiken bei der Textilproduktion nichts zu wissen, besser umzugehen. Erstaunlich ist, wie viele bekannte Firmen tatsächlich bei den diesem Buch zugrunde liegenden Recherchen auftauchen...
Ansprechenderweise nennt die Autorin am Ende "zentrale Stellschrauben, die für eine menschenwürdige Zukunft der Arbeiterinnen in den asiatischen Textilfabriken entscheidend sind", sodass man als Leser abschließend einen Ausblick erhält, was sich wie ändern muss. (S. 208)
Darüber hinaus werden Alternativen und Weiterführendes wie Kleidertausch, Minimalisten, hilfreiche Internetadressen z.B. zu Öko-fairer Mode genannt. Zudem werden drei empfehlenswerte Label vorgestellt: Global Organic Textile Standarts (GOTS), Fairtrade International (FLO) sowie Fair Wear Foundation.
Für ein durchgehendes Verständnis beim Lesen sorgt außerdem Glossar, in dem Abkürzungen erklärt werden.

In meinen Augen handelt es sich bei "Todschick" um ein sehr wichtiges Buch, dessen Thematik in der Öffentlichkeit viel präsenter sein sollte. Daher kann ich es auch jedem nahe legen, da sich nur etwas ändern kann, wenn man sich informiert hat und wachgerüttelt worden ist - und dass sich etwas ändern muss, dürfte offensichtlich sein. Ein Buch, bei dem man die Augen nicht mehr verschließen kann.

Schockierend und aufrüttelnd

Von: Waltraud Christoph Datum: 06.01.2016

www.rosalies-castle.de

Viele von uns Konsumenten kaufen in Geschäften, die ihre Ware extrem billig unter die „Leute“ bringen. Viele Medien haben in den vergangenen Jahren darauf hingewiesen unter welche Bedingungen die Kleidung dieser Billig Discounter produziert werden. Aber ändern wir das so einfach wenn wir jetzt umdenken und zu Kleidungsstücken greifen, die im Preis höher sind, oder, wenn wir gar verstärkt, zur Markenmode greifen?
Hier muss der Leser feststellen, dass wir mit dieser einfachen Veränderung unseres Kaufverhaltens keine Veränderung herbeiführen. Denn auch die Hersteller von dieser Kleidung lassen ihre Produkte in den armen Ländern herstellen.
Unmenschliche Arbeitsbedingungen, Arbeitszeiten jenseits unserer Vorstellungskraft finden wir in diesen Fabriken vor. Verbote von Getränken während der Arbeitszeit, weil die Arbeiter sonst zur Toilette gehen müssten oder unzumutbare bauliche Zustände in den Fabriken sind nur einige der unzumutbaren Zustände in diesen „Firmen“
Mein Fazit:
Hier wird nicht um den heißen Brei geredet, hier werden Fakten genannt, Firmen beim Namen genannt, aber auch Lösungsansätze für uns Kunden beschrieben. Auch wenn das alles noch nicht das eigentliche Problem lösen kann – so sind es doch zumindest die richtigen Anfänge.
Das Buch rüttelt wach, schockiert und lässt mich als Leser mit einem Kopfschütteln über diesen Missstand in der Wirtschaft zurück. Jeder der dieses Buch gelesen hat, denkt garantiert anders über das ein oder andere Label.
Ein Buch, was jeder gelesen haben sollte!

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