Unsichtbare Frauen

Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert

Bestseller Platz 12
Spiegel Paperback Sachbücher

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Ein kraftvolles und provokantes Plädoyer für Veränderung!

Unsere Welt ist von Männern für Männer gemacht und tendiert dazu, die Hälfte der Bevölkerung zu ignorieren. Caroline Criado-Perez erklärt, wie dieses System funktioniert. Sie legt die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei der Erhebung wissenschaftlicher Daten offen. Die so entstandene Wissenslücke liegt der kontinuierlichen und systematischen Diskriminierung von Frauen zugrunde und erzeugt eine unsichtbare Verzerrung, die sich stark auf das Leben von Frauen auswirkt. Kraftvoll und provokant plädiert Criado-Perez für einen Wandel dieses Systems und lässt uns die Welt mit neuen Augen sehen.

»Es geht um vermeintlich banale Dinge, die jedoch Frauen auf der ganzen Welt benachteiligen: etwa das Fehlen von sicheren Herden in Küchen, der mangelnde Zugang zu Toiletten, die Temperatur in Büroräumen, die Erprobung von Medikamenten vorwiegend an Männern. Das Buch von Caroline Criado-Perez enthält viele Daten und ist gleichwohl ein Pageturner.«

Aus der Jurybegründung zum NDR Kultur Sachbuchpreis 2020 (17. November 2020)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Englischen von Stephanie Singh
Originaltitel: Invisible Women. Exposing data in a world designed for men
Originalverlag: Chatto & Windus
Paperback , Klappenbroschur, 496 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-442-71887-0
Erschienen am  10. Februar 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Fragt die Frauen

Von: ulrike rabe

20.09.2020

„Kann Schneeräumen sexistisch sein?“ Was auf den ersten Blick wie ein Witz klingt, passierte tatsächlich in der schwedischen Stadt Karlskoga. Denn dort sollte die Stadtpolitik unter der „Genderbrille“ neu betrachtet werden. Was also kann beim Schneeräumen schon falsch sein, wenn jahrzehntelang zuerst Straßen und erst danach Radwege und Fußwege vom Schnee befreit werden. Es stellte sich nämlich heraus, dass es meist Frauen sind, die die ungeräumten Verkehrswege benutzen mussten auf ihren vielen Wegen, nicht nur zur Arbeit, sondern auch um Kinder zu bringen, zu holen, Einkäufe zu tätigen, Nachbarschaftshilfe zu leisten…, während sich der Großteil der Männer in deren bequemen 4x4 Fahrzeugen auf den schneefreien Straßen bequem ausschließlich zur Arbeit und wieder nach Hause zu kutschieren. Dies ist eines der vielen Beispiele, welches die britische Autorin und Journalistin Caroline Criado-Perez in ihrem Buch „Unsichtbare Frauen“ aufzählt, um Datenlücken aufzuzeigen, wenn Daten nicht geschlechtsspezifisch erhoben und ausgewertet werden. Das generische Maskulinum wird tatsächlich immer noch vorwiegend maskulin interpretiert denn generisch: „Männlich bis zum Beweis des Gegenteils“. In Führungspositionen – politisch, technisch, wirtschaftlich - sind heute immer noch vorwiegend Männer. Männer die nicht konfrontiert sind mit Ausgrenzung, physischer und/oder sexueller Übergriffe und Gewalt. Die abwiegeln, was sie nicht selbst erlebt haben (können). Es braucht Frauen, die in Entscheidungsprozesse eingebunden werden, um Frauen sichtbar zu machen! Es sind vor allem drei Themen, die wieder und wieder in dem Buch genannt werden: Der weibliche Körper, die von Frauen geleistete, unbezahlte „Care“-Arbeit und Gewalt von Männern an Frauen. Dabei geht es nicht nur um First World Problems, ob eine Frauenhand groß genug ist für ein modernes Smartphone. Oder Spracherkennungssoftware, die nur auf männliche Stimmen anspricht. Und es geht nicht nur um gutsituierte, ausgebildete, ausreichend bezahlte Frauen unserer Wohlstandsgesellschaft, die bei kulturellen Events die Schlange vor dem Damen-WC monieren könnten. Es geht um Frauen weltweit, auch und vor allem aus Drittweltländern, Migrantinnen, die unterprivilegiert, schlecht bezahlt, unsichtbar sind. Der Zugang zu sichern Toiletten für Frauen und Mädchen ist vielleicht für uns selbstverständlich. Ganz anders sieht es beispielsweise in Indien aus, wo sich tausende Frauen in den Slums ein Waschhaus teilen müssen. Oder wenn mexikanische Erntehelferinnen lieber Dehydrierung in Kauf nehmen und keine Flüssigkeit zu sich nehmen, weil sie keine Möglichkeit habe sich während der Arbeit zu erleichtern. Arbeitsmittel und -kleidung - für Männer konzipiert, wie beispielsweise Overalls oder Schuhe, die nicht an Frauenfüße passen. Es sind nicht die Frauen, die sich an diese Dinge anpassen sollten, sondern die Dinge an Frauen. Und ist es nicht ein Hohn, dass es in afrikanischen Ländern Fortbildungskurse für Frauen gibt, die in Sprache und Schrift unterrichtet werden, die diese Frauen nie die Möglichkeit hatten zu erlernen. Die Apple Health App soll ein umfassendes Tool für Gesundheitsdaten sein, doch die Erfassung des Menstruationszyklus fehlt. Crash Test Dummies sind männlich, das „weibliche“ Modell ist schlicht kleiner, und wird nur am Beifahrersitz getestet . Teilnehmerinnen an medizinischen Studien? – Vorwiegend männlich. Medikamente, die aufgrund der hormonellen und sonstigen physischen Gegebenheiten einer Frau bei Frauen wirken könnten, kommen nicht zur Anwendung, weil bei Männern eine erfolgreiche Testung ausblieb. „Na no na net!“, fällt mir dazu nur ein. Erst langsam spricht es sich herum, dass sich bei einem Herzinfarkt die Symptome bei Mann und Frau unterscheiden. Entsprechende Datenerhebungen und -auswertungen können also nicht nur das Leben von Frauen deutlich erleichtern, sie können auch das Leben von Frauen retten. Einziger kleiner Kritikpunkt an diesem Buch: mir scheint eine gendergerechte Sprache nicht immer eindeutig und konsequent. Mal Binnen-I, mal *, manches Mal war ich nicht sicher, ob eine männliche Form gewünscht war oder dem tatsächlich dem generischen Maskulinum geopfert wurde. Das mag auch ein Problem der Übersetzung sein, sollte aber gerade bei diesem Buch sehr sensibel geprüft werden. „Wenn Frauen in der Forschung und Wissensproduktion beteiligt sind, werden Frauen nicht vergessen. Die Leben und Perspektiven von Frauen werden sichtbar. Davon profitieren Frauen auf der ganzen Welt… Es stellt sich heraus, dass wir die Lösung die ganze Zeit vor Augen hatten. „Man“ muss nur die Frauen fragen.“

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Mehr als gut gelungen

Von: Cel83

02.09.2020

Mich hat das Buch sehr angesprochen und fasziniert. ich habe es mit großem Interesse gelesen und kann es nur jedem empfehlen auch zu lesen.

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Vita

Caroline Criado Perez, 1984 geboren, ist Autorin und Rundfunkjournalistin. Sie publiziert u.a. im New Statesman und im Guardian und hält regelmäßig Vorträge. Ihr erstes Buch »Do it Like a Woman« wurde von den Medien als »ein eindringlicher journalistischer Text« und zu einem der »Bücher des Jahres« des Guardian gekürt, »alle jungen Mädchen und Frauen sollten ein Exemplar besitzen«. Als eine der international bedeutendsten feministischen Aktivistinnen ihrer Zeit wurde Criado Perez mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Zu ihren bekanntesten Kampagnen-Erfolgen gehören die Mitfinanzierung der Website Women’s Room, der Abdruck einer Frau auf britischen Banknoten, die Verpflichtung von Twitter, seinen Umgang mit dem Thema Missbrauch zu ändern, und die Aufstellung einer Statue der Frauenrechtlerin Millicent Fawcett auf dem Parliament Square. 2013 wurde Caroline Criado Perez zum Human Rights Campaigner of the Year ernannt. Seit 2015 ist sie Officer of the Order of the British Empire (OBE). Sie lebt in London.

www.carolinecriadoperez.com/

Zur Autor*innenseite

Pressestimmen

»Dieses Buch ist ein Wendepunkt.«

Süddeutsche Zeitung, Agnes Striegan (21. März 2020)

»Akribisch recherchiertes Pamphlet für eine weibliche Welt.«

Brigitte Woman (04. Februar 2020)

»Ein Buch für Alle, nicht nur Feminist*innen. Es erweitert den Blick ungemein. Es gibt noch viel zu tun, um die Welt gerechter zu machen«

Bremen Zwei (10. Februar 2020)

»Für ihr Buch wertete Criado-Perez drei Jahre lang Studien und Statistiken aus, sprach mit Forschern und Wissenschaftlerinnen. Sie tauchte in ein riesiges Datenmeer ab und förderte erstaunliche Fakten zutage. Höchste Zeit umzudenken – und Frauen sichtbarer zu machen.«

Brigitte (12. Februar 2020)

»Geschickt führt Criado-Perez von einem gesellschaftlichen Missstand zum nächsten und lässt den Leser bzw. die Leserin erstaunt, entsetzt, sprachlos oder wütend zurück. Ein Buch über die ganze Welt – und eine Pflichtlektüre für die ganze Welt.«

orf.at (11. Februar 2020)

»›Unsichtbare Frauen‹ ist ein durchdachter Aufruf, die weibliche Benachteiligung in Zukunft zu bekämpfen.«

Claudia Voigt, SPIEGEL Bestseller (07. März 2020)

»Ein aufwühlendes Buch, das jeder gelesen haben sollte.«

Handelsblatt, Carina Kontio (05. Juni 2020)

»In ihrem aktuellen Buch "Unsichtbare Frauen" belegt Criado-Perez, wie Industrie, Forschung und Wissenschaft sich an Männern orientieren. [...] Gleich gute medizinische Versorgung, Sicher sein beim Autofahren. Genauso wichtig genommen zu werden wie ein Mann, das fordert Caroline Criado-Perez in ihrem Buch. Ist doch nicht zu viel verlangt.«

ARD titel – thesen – temperamente (16. Februar 2020)

»Dieses Buch ist systemrelevant.«

EMMA (25. August 2020)