Unter der Mitternachtssonne

Porträts indigener Gemeinschaften in Kanada

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Das beeindruckende Porträt von acht indigenen Gemeinschaften in Kanada. Paul Seesequasis, Journalist und Autor, gibt mit seinem ungewöhnlichen und spektakulären Social-Media-Projekt der »vergessenen Generation« der First Nations, Metis und Inuit ein Gesicht. Er erzählt anhand verschwunden geglaubter Fotos von Zusammenhalt, gegenseitiger Unterstützung und gemeinsamen Widerstand. Dazu sammelte er über drei Jahre hinweg die eindrücklichsten Archivbilder und die Geschichten der Menschen hinter den Porträts. Damit stößt er die Tür zu einer verborgenen Wahrheit auf und bringt eine andere, eine neue Seite der Geschichte von Kanadas indigener Bevölkerung ans Licht.


DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Englischen von Leon Mengden
Originaltitel: Blanket Toss Under Midnight Sun
Originalverlag: Knopf
Paperback , Klappenbroschur , 192 Seiten, 21,5 x 28,0 cm
durchgehend vierfarbig
ISBN: 978-3-442-75889-0
Erschienen am  12. Oktober 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Kanada

Leserstimmen

Eine Reise nach Kanada

Von: Buch Traum

12.11.2020

Indigene Gemeinschaften, das Stichwort löst wohl nicht bei vielen etwas aus. Außer einem verschwommenen Bild von Indianern, so wie wir sie uns vorstellen, oder Kindern mit Kapuzen mit viel Fell, Eskimos eben. Dass das nicht der unbedingt der Wahrheit entspricht wissen viele. Zumindest objektiv, wir wollen ja schon gerne das verklärte Bild von Gemeinschaften, die immer noch ohne Fortschritte leben, behalten. Wer den Eindruck behalten will, der sollte auf keinen Fall etwas über die Gemeinschaften lesen. Schon gar nicht das neue Buch von Paul Seesequasis. Er ist Angehöriger der "Willow Cree", ist 2218 Kilometer von Toronto entfernt aufgewachsen. Kaum jemand kann besser über die indigenen Gemeinschaften Kanadas berichten. Erstens, weil er es schon unglaublich oft getan hat, und auch weil er selber zu ihnen gehört. Mit einer Mischung aus Fotos, die teilweise lebensgroß Gesichter abbilden, und berührenden Texten, die die Geschichten der Menschen erzählen, die auf den Fotos zu sehen sind, schafft er eine sehr besondere Atmosphäre. Man baut Kanus, feiert Feste und erlebt die Unterdrückung durch Regierungen. Alles an der Seite der Menschen, die man meint zu kennen. Natürlich nur in Ausschnitten, aber trotzdem kommt man als Fremder in das Buch, wird herzlich aufgenommen und geht als Gast. Mehr noch, ich gehe traurig, erschrocken und sehr interssiert aus dem Buch. Man könnte von Mitleid sprechen, obwohl das das gleichberechtigte Verhältnis stören würde, das die indigenen Gemeinschaften im Vergleich zu uns haben sollten. Die Wut, der Zorn, die Enttäuschung, alles das ist absolut berechtigt. Trotzdem stellt der Autor die positiven Seiten des Lebens als Mitglied einer indigenen Gemeinschaft in den Vordergrund. Feste, die gefeiert werden. Besondere Momente, die es nirgendwo mehr sonst gibt. Der Autor lädt uns ein, in eine Welt, die voller Magie steckt. Alles ist echt, die Fotos, die Gefühle und die Geschichten. Mich haben die indigenen Gemeinschaften verzaubert und das Buch hat den Grundstein zu einer Reihe weiterer Bücher zu dem Thema gelegt. Lasst euch auch verzaubern. Noch ein Satz zum Schluss. Ich habe diese Rezension geschrieben, um das Buch zu empfehlen und einen Eindruck von seinem Inhalt zu geben. Was ich gelernt habe beim Lesen, ist, dass viele vor mir es falsch gemacht haben. Die indigenen Gemeinschaften mussten in ihrer Geschichte schon viel ertragen, kaum jemand, der über sie spricht, weiß wirklich was er sagen sollte. Ich möchte mich davon nicht ausschließen, wenn es also Fehler in dem Artikel gibt, dann bitte ich um Nachsicht.

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Ein eindrucksvolles Portrait

Von: Verena

05.11.2020

In diesem Bildband portraitiert der Journalist und Autor Paul Seesequasis acht indigene Gemeinschaften aus Kanada. Seinen Ursprung hat das Buch in einem Social-Media-Projekt: bei Instagram lud Seesequasis Bilder hoch, die das Leben der First Nations, Métis und Inuit darstellten. Viele der Fotos stammen von verschwunden geglaubten Negativen oder befanden sich in Archiven. Nach und nach meldeten sich Zeitzeugen oder Angehörige der abgebildeten Personen und Seesequasis konnte den Gesichtern Namen geben, begann, die Geschichten zu den Bildern zu erzählen. Sie handeln zwar auch von den grausamen Taten, die die Kolonialmacht der indigenen Bevölkerung antat; vor allem aber erzählen sie die Geschichte der Überlebenden, der einzigartigen Traditionen und Kultur, der ständigen Anpassungsfähigkeit und der eindrucksvollen Gemeinschaft. Mehrere Generationen ganzer Familien werden betrachtet, es gibt interessante Einblicke in die Werdegänge der Fotograf*innen und ihr Blick auf die indigenen Gemeinschaften. Zum Schluss noch ein bisschen Meckern auf hohem Niveau: es ist fast schade, wie abrupt manche Geschichten abbrechen, da ich gerne noch mehr erfahren hätte. Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!

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Vita

Paul Seesequasis ist ein »nîpisîhkopâwiyiniw«, ein Angehöriger des Stammes der »Willow Cree«. Er arbeitet als Autor und Journalist und setzt sich seit Jahrzehnten für die Rechte der indigenen Bevölkerung Kanadas ein. Seit 2015 ist er der Kurator des »Indigenous Archival Photo Project«, das sowohl online, als auch offline Bilder und Geschichten sammelt und damit die kulturelle Identität der indigenen Bevölkerung Kanadas lebendig macht. Er veröffentlichte Artikel in zahlreichen Zeitschriften und Magazinen, unter anderem in »The Globe and Mail«, »The Walrus«, »Brick« und »Granta«, und ist seit den 1990er-Jahren künstlerisch und politisch aktiv. Er lebt derzeit in Saskatoon, in der kanadischen Provinz Saskatchewan.

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