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SPECIAL zu Patrick Robinson »Bis zum bitteren Tod«

Ein Spiel mit tödlicher Konsequenz

Von Dr. Hendrik Müller-Reineke

Die Terroranschläge des 11. September 2001 haben die Vereinigten Staaten nicht nur nachhaltig und folgenreich traumatisiert, sondern auch dazu geführt, dass das Land alles daran setzt, dass sich ein solch schreckliches Ereignis nicht noch einmal wiederholt. Die möglichen Folgen eines erneuten Anschlags behandelt der englische Seefahrtsexperte und Autor Patrick Robinson in seinem neuen Politthriller „Bis zum bitteren Tod“, der den Abschluss seiner Serie um den knorrigen Navy-Admiral Arnold Morgan darstellt.

Der Admiral ist inzwischen eigentlich pensioniert, arbeitet aber immer noch als einflussreicher persönlicher Berater des US-Präsidenten. Er ist dabei für seine harte und kompromisslose Linie im Kampf gegen den Terrorismus bekannt. Wie schon einige Male zuvor tritt Arnold Morgan auch in „Bis zum bitteren Tod“ ein ebenbürtiger Gegenspieler entgegen: Ravi Rashud alias Ray Kerman, als Sohn iranischer Einwanderer in England aufgewachsen und dort zum hoch dekorierten Mitglied der Elitetruppe SAS ausgebildet, hat während seiner Tätigkeit als militärischer Ausbilder in Israel die Seiten gewechselt und leitet inzwischen die berüchtigte Terrorgruppe Hamas, die sich allen Aussöhnungsversuchen mit dem Westen vehement widersetzt und mit gezielten Terroranschlägen die Vorherrschaft der USA stoppen möchte.

Vermeintliches Ende einer tödlichen Bedrohung
In Washington hält man den Atem an: In letzter Sekunde können Angehörige des Bostoner Police Departments einen Bombenanschlag mit Kofferbomben auf den Boston Logan Airport verhindern und nehmen einen der Täter fest. Dem Sicherheitsstab um Präsident Paul Bedford wird zudem gemeldet, dass ein Passagierflugzeug einer dubiosen Airline von seiner angemeldeten Route abgewichen ist und direkt auf Washington und das Kapitol zuzuhalten scheint. Für Admiral Morgan steht fest, dass ein zweites 9/11 droht, und er rät dem Präsdienten vehement dazu die Maschine über dem Potomac River abzuschießen.
Tatsächlich gelingt dieses riskante Manöver in einer Nacht- und Nebelaktion, ohne dass die Öffentlichkeit davon erfährt. Im Rumpf des heimlich geborgenen Flugzeugs findet sich der vermutete Sprengstoff, der bei einer erfolgreichen Detonation im Herzen der amerikanischen Regierungshauptstadt verheerende Auswirkungen gehabt hätte.
Die Sicherheitsbehörden verlieren keine Minute und setzen den festgenommenen Attentäter und seine schon bald identifizierten Hintermänner in Guantanamo erfolgreich ihren effizienten Foltertechniken aus. Es dauert nicht lange, und der Anschlag vom 13. Januar 2012 scheint restlos aufgeklärt zu sein. Als eigentlicher Drahtzieher kann anhand eines zurückverfolgten Telefonanrufes der oberste Hamas-General Ravi Rashud ausgemacht werden, der mittlerweise in der syrischen Hauptstadt Damaskus wohnt.

Ein gescheiterter Racheakt und seine Folgen
Die USA wittern aufgrund ihres Informationsvorsprungs eine einmalige Chance, den Hamas-Führer zu beseitigen und geben dem israelischen Geheimdienst Mossad einen entsprechenden Hinweis auf dessen Aufenthaltsort. Doch die israelischen Agenten gehen äußerst nachlässig zu Werk. Bei ihrem geplanten Coup wird nur Rashuds Ehefrau Shakira leicht verletzt. Der weltweit meistgesuchte Terrorist überlebt den Anschlag unbeschadet und kann sich dem Radar der westlichen Geheimdienste ein weiteres Mal entziehen.
In Ruhe können Rashud und seine Verbündeten sich nun ihrerseits einen geeigneten Vergeltungsschlag überlegen, und dabei rückt Ex-Admiral Arnold Morgan ins Visier der Terroristen, der für sie als Mastermind hinter der nationalen Sicherheitspolitik der USA und zweifelsohne hinter dem Anschlag auf Rashuds Leben steht. Ein geplanter Besuch Morgans in Großbritannien erscheint dem Hamas-General als geeigneter Zeitpunkt, den Erzfeind aus dem Weg zu räumen.
Es beginnt ein fesselndes Katz-und-Maus-Spiel, in das nicht nur die beiden Gegenspieler Arnold Morgan und Ravi Rashud, sondern auch dessen bildhübsche Ehefrau Shakira verwickelt ist und das sich über die Kontinente und Weltmeere bis nach Europa erstreckt.

Das fulminante Ende einer aufregenden Jagd
Dem persönlichen Hass und religiösen Fanatismus des im Untergrund agierenden Konvertiten Rashud steht die perfekt organisierte Militärmaschinerie der USA entgegen. Wie in den anderen Büchern um Arnold Morgan spielt auch in "Bis zum bitteren Tod" wieder einmal die Elitetruppe der US Navy Seals eine entscheidende Rolle. Commander Rick Hunter, der nach seiner erfolgreichen Navy-Karriere inzwischen eigentlich als Pferdezüchter tätig ist, erklärt sich spontan bereit, Morgan als Leibwächter nach Europa zu begeleiten und wird zu einer Schlüsselfigur des abschließenden Countdowns.
In Ravi Rashuds alter Heimat, die er vor Jahren als Geächteter hinter sich gelassen hat, laufen die Fäden der Handlung in einem nervenaufreibenden Abschluss zusammen. Mit Hilfe seiner Frau Shakira gelingt es dem Terroristen, dem Admiral gefährlich nahe zu kommen ...
Patrick Robinson lässt die Serie um Arnold Morgan mit einem regelrechten Paukenschlag enden. Am Ende stehen sich nicht nur zwei politische Systeme und religiöse Weltanschauungen gegenüber, sondern die Hauptfigur trifft auf seine persönliche Nemesis, und beide müssen ihren Weg – wie der Titel des Buches schon sagt – bis zur letzten Konsequenz verfolgen.

Patrick Robinson ist ein packendes und erschreckend realistisches Zukunftsszenario gelungen, das nicht nur eingefleischte Fans von Arnold Morgan fesseln wird.

Dr. Hendrik Müller-Reineke Cuxhaven, April 2010