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SPECIAL zu Paula Lambert »Keine Panik, ich will nur Sex«

"Die reinste Form der Kommunikation"

Paula Lambert im Interview

Paula Lambert
© Random House/Hadley Hudson

Keine Panik – ich will nur Sex lautet der Titel Ihres Buches. Warum „nur“? Bzw. was sonst? Ist Sex nicht etwas sehr Wichtiges, Großartiges, das Großartigste überhaupt, was zwischen Mann und Frau passieren kann?
Paula Lambert: Absolut. Zumindest in meiner Welt. In anderen Kreisen wird das sicher heftig diskutiert. Darf man als Frau überhaupt ein ausschweifendes Sexualleben haben, ohne auf der Suche nach der großen Liebe zu sein? Ich habe auch nie verstanden, wenn jemand sagt: Ich will mit dem Sex warten, bis wir uns besser kennen. Mein Motto war immer: Wenn es im Bett nicht klappt, kann man sich das Reden sparen. Sex ist so ziemlich die reinste Form der Kommunikation, die ich kenne.

Sie unterscheiden Liebhaber nach Typen – so wie wir verschiedene Sorten von Pasta, Reis, Kartoffeln oder Kaffee unterscheiden, dünne und dicke, Rundkorn oder Langkorn, mehlig oder festkochend, mild geröstet oder eher würzig ... Nach welchen Kriterien sortieren Sie die Liebhaber?
Paula Lambert: Ich unterscheide in verschiedenen Stufen der Befriedigung. Es gibt allerdings eine Menge Liebhabertypen, die den Erfolg von vornherein ausschließen. Zum Beispiel den Wanderer, dieser Typ, der einen die ganze Zeit durch die Wohnung schleppt und alle zwanzig Sekunden die Stellung wechseln will. Da muss man als Frau schon eine außerordentliche Quickie-Begabung haben, um da mitzukommen.

Und welches sind die gängigsten Typen von Liebhabern?
Paula Lambert: Das klingt jetzt männerverachtender, als es soll, aber der Winzling ist wohl so einer, den jede sexuell aktive Frau schon mal im Becken hatte. Wobei der nun kein ausgesprochener Liebhabertyp ist, sondern eher ein Liebhaberzustand. Trotzdem ist der Winzling ausgesprochen problematisch im Bett. Der 26-Sekunden-Mann und sein Widerpart, der Marathonmann. Bei dem kann man seine Schleimhaut irgendwann zu Grabe tragen, denn er rammelt immer weiter – leider ohne zu kommen.

Wenn Sie Ihre Lover-Typologie in einem für alle verständlichen Ordnungssystem zusammenfassen wollten, kämen Sie mit den drei Lichtern und drei Farben der Lebensmittelampel aus?
Paula Lambert: Schwierig. Dafür bräuchte ich schon einen Tuschkasten. Da gibt es so viele Schattierungen. Es ist ja nicht so, dass die eine Gruppe nur körperliche Defizite hat, die zweite geistige und die dritte technische. Und dann gibt es ja auch immer wieder mal einen, der das große Ganze bietet. Wie man einen Liebhaber bewertet, ist auch extrem stimmungsabhängig. Es gibt Tage, an denen bin ich mit einem Spezialisten vollauf zufrieden, auch wenn er vielleicht von dem Gesamtpaket Sex keine Ahnung hat und sich nur manuell richtig bewährt.

Erleichtert es das Liebesleben, wenn man die Männer von vornherein einordnen kann? Oder gehört die Überraschung dazu? So wie man beim Auspacken eines Geschenks auch nicht vorher wissen will, was drin ist ...?
Paula Lambert: Ach nein, das wäre ja langweilig. Was könnte man sich dann am nächsten Morgen erzählen? Der Thrill gilt ja für einen Großteil des sozialen Netzes, der da mit dran hängt. Wen hat sie diesmal erwischt? Lass mich raten, lass mich raten! Nein, ich lasse mich lieber überraschen.

Wenn Sie Männer „nur“ unter dem Aspekt ihrer Fähigkeiten als Lover beurteilen, geraten dann nicht viele schöne und wichtige Qualitäten, die wir an ihnen – auch – schätzen, zu Unrecht in den Hintergrund?
Paula Lambert: Wenn ich einen Partner fürs Leben suche: Ja. Ich suche aber keinen Partner fürs Leben, ich suche ausschließlich einen fürs Bett. Ich kann aber nur jeder Frau raten, sich den potentiellen Lebenspartner genau auf die sexuelle Kompatibilität hin anzusehen. Aus einem miesen Liebhaber wird kein richtig guter mehr, das ist ein Gesetz. Und wer will schon nach ein paar Jahren eine Affäre mit dem Gärtner anfangen müssen, nur um sich wieder lebendig zu fühlen?

Gibt es Tipps für die Akquise, also Anmache, die bei jedem Mann funktionieren? Oder sollte man sich immer typgerecht heranbalzen?
Paula Lambert: Typgerecht. Aber: Männer wollen tatsächlich jagen. Das macht sie unheimlich leicht zu manipulieren. Diese Nummer mit dem nicht anrufen und sich rar machen funktioniert in 97 Prozent aller Fälle. Meine Erfahrung ist so einschlägig, das kann quasi als statistische Erhebung gelten.

Viele Wege, Stellungen oder Handgriffe führen zum Glück. Verraten Sie uns bitte spontan drei Tipps aus Ihrer Trickkiste, auf die alle Lover-Typen ansprechen.
Paula Lambert: Das ist einfach. Sich ausziehen. Sich ausziehen. Und: sich ausziehen.

Und wie wird man den Mann, wenn er es sich nach dem lustvollen Liebesakt mit Pantoffeln in der Sofaecke (oder gar einem Bierchen vor dem Fernseher) dauerhaft gemütlich machen will, wieder los?
Paula Lambert: Erste Regel der erfolgreichen Vielmännerei: Wenn es geht, vermeide, den Mann mit in deine Wohnung zu nehmen. Sich selbst dann zu verkrümeln ist so viel weniger problematisch. Sollte der Kerl tatsächlich versuchen sich einzunisten, kann man das Gespräch immer noch geschickt auf den ach so großen Kinderwunsch lenken. Das verschreckt eigentlich jeden. Sprüche wie „Ich finde es toll, dass du ab jetzt immer bei mir bist. Deine Freunde sind dir doch nicht so wichtig, stimmt's?“ braucht man eigentlich nur bei Härtefällen.

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